mini|305x305px|Silbitz aus der Luft, 2021 Silbitz ist eine thüringische Gemeinde im Nordosten des Saale-Holzland-Kreises in der Nähe von Eisenberg und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen. Sie besteht aus den Ortsteilen Silbitz und Seifartsdorf.

Geografie Der Ortsteil Silbitz liegt am Ostufer der Weißen Elster. Dieser Ortsteil wird vom 12. Längengrad durchschnitten.

Angrenzende Gemeinden sind Crossen an der Elster, die Stadt Eisenberg, Hartmannsdorf, Rauda und Tautenhain im Saale-Holzland-Kreis, die Stadt Bad Köstritz und Caaschwitz im Landkreis Greiz, die kreisfreie Stadt Gera sowie die Gemeinde Wetterzeube im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte für Silbitz am 24. September 1217 und für Seifartsdorf 1274.Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 265 und 262. Hans Bastian II. von Zehmen erwarb am 16. Mai 1678 das Rittergut Silbitz mit dem Vorwerk vom Hofmeister Ludwig Ernst von Pöllnitz.H.M. von Zehmen: Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlecht von Zehmen, 1206 bis 1906. Dresden, Druck von Wilhelm Baensch, 1906, S. 92, 97 Den Fürstl. Sächs. Naumburg. Lehnsbrief erhielt er am 10. Juni 1678.St. Archiv zu Magdeburg, A35, LXII, Nr. 1 Silbitz 1536-17189, folg. 18 sowie Rittergutsarchiv Markersdorf II, A. Nr. 8 1687 In seinem Testament legte er ein Legat für die Geistlichen und Armen zu Silbitz fest. Bereits am 13. Oktober 1713 verkaufte sein Sohn Hans-Georg von Zehmen das Rittergut an Hermann Andreas Krumme. Da er keine männlichen Nachkommen hatte, wurde 1729 das Legat durch Hans George von Zehmen und mit Genehmigung des Konsistorium ZeitzLandesarchiv Sachsen-Anhalt: A 29d Konsistorium Naumburg und Zeitz, 1328-1831 in einen festen Kapitalgrundstock umgewandelt. Die Verwaltung des Kapitals erfolgte durch den Silbitzer Pfarrer. Es war üblich gewesen, kleine Brote bzw. Brötchen zu backen und an die einheimischen und auswärtigen Armen zu verteilen. Aufgrund der gestiegenen Getreidepreise ließ sich dies nach 1814 nicht mehr so fortsetzen.Landesarchiv Sachsen-Anhalt: Legat von dem Geheimen Rat Hans Bastian von Zehmen für die Geistlichen und Armen zu Silbitz

In der Flur des eingemeindeten Dorfes Seifartsdorf befinden sich im Bereich der Alten Straße am Ostrand der „Grolle“ acht Grabhügel der Jungsteinzeit. Bei Ausgrabungen fand man Grabeinbauten und Steinplatten. Die zwei am besten erhaltene Grabhügel sind mit einer Eiche gekennzeichnet worden. Vier Grabhügel wurden 1924 ausgegraben.Sven Ostritz (Hrsg.): Saale-Holzland-Kreis, Ost (= Archäologischer Wanderführer Thüringen. H. 9). Beier & Beran, Langenweißbach 2007, ISBN 978-3-937517-51-3, S. 68–70.

Am 16. März 2004 wurde Seifartsdorf nach Silbitz eingemeindet.StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31. Dezember 2004 Die neue, in ihrer Fläche mehr als verdoppelte Gemeinde besteht seitdem aus zwei Gebieten, die sich nur in einem Punkt berühren und durch eine Straße getrennt sind, die zu Caaschwitz gehört.

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinden Silbitz und Seifartsdorf bis 2003 (31. Dezember): Jahr 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003Silbitz 588 564 544 530 529 528 546 551 551 560Seifartsdorf 157 158 162 169 162 159 160 164 166 162 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

+ Entwicklung der Einwohnerzahl ab 2004 (31. Dezember) 2004 - 713 2005 - 714 2006 - 721 2007 - 710 2008 - 714 2009 - 696 2010 - 699 2011 - 676 2012 - 656 2013 - 646 2014 - 631 2015 - 629 2016 - 630 2017 - 651 2018 - 642 2019 - 642 2020 - 636 2021 - 624 2022 - 622 2023 - 618 2024 - 607 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Der Gemeinderat setzt sich seit der Wahl am 15. April 2018 wie folgt zusammen:Gemeinderatswahl in Silbitz 2018 (PDF)

Partei %2018 Sitze2018 CDU 64,7 5 SPD 35,3 3 Gesamt 100 8 Wahlbeteiligung 64,4 %

Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl am 16. November 2014 wurde Silvio Mahl ins Amt des Bürgermeisters gewählt.Bürgermeisterwahl in Silbitz 2014

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft der Gemeinde wird seit mehreren Jahrzehnten von der Eisengießerei bestimmt, die während der Zeit der DDR unter dem Namen VEB Stahlgießerei Elstertal Silbitz produzierte. Der Betrieb gehörte über mehrere Jahre zum Kombinat Gießereianlagenbau und Gußerzeugnisse und ab 1987 zum Kombinat TAKRAF. Im Jahr 1990 wurde der Unternehmensname in Silbitz Guss GmbH umbenannt und war mit einem Umsatz von ca. 75 bis 80 Mio. Euro/Jahr und mit ca. 400 Beschäftigten sowie 40 Auszubildenden wieder der größte Arbeitgeber der Region (Stand 06/2008). Neben dem Erwerb der Gießerei Eurocast in Košice (Slowakei) im Jahre 2006 und der Gründung der Zeitzer Guss GmbH 2007 wurde das traditionsreiche Unternehmen 2015 durch die Deutsche Beteiligungs AG übernommen und ein Jahr später, nach dem Erwerb der ehemaligen Achslagerwerke in Straßfurt, unter dem Namen Silbitz Group GmbH neu firmiert.https://www.silbitz-group.com/de Diese ist heute weiterhin mit über 1000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Region.

Sport Wichtigster Sportverein der Gemeinde ist der SV Elstertal Silbitz/Crossen, dessen Herren-Fußballmannschaft seit 2007 in der Bezirksliga Thüringen spielte. Nach der Klassenreform von der Bezirksliga zur Regionalklasse spielte die Elstertaler in der Saison 2010/11 und 2011/12 in der Regionalklasse Staffel 2. Im Jahr 2012 gelang der Aufstieg in die Landesklasse Ost. In den Jahren 1958 bis 1962 spielte die Fußballmannschaft als BSG Stahl Silbitz in der drittklassigen II. DDR-Liga, 1981/82 in der zweitklassigen DDR-Liga.

Weblinks

Gemeinde Silbitz bei der Verwaltungsgemeinschaft Heideland-Elstertal-Schkölen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Saale-Holzland-Kreis Kategorie:Ort an der Weißen Elster Kategorie:Ersterwähnung 1217 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft