Die Heidekräuter (Erica), auch Heiden oder Eriken genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Von den 830 bis 860 Arten sind die Mehrheit in Südafrika beheimatet, nur wenige Arten strahlen aus bis nach Europa und Vorderasien.
Umgangssprachlich werden viele Zwergsträucher der Heidelandschaft „Heidekraut“ genannt, ohne dass sie im strengen Sinne zu den Heidekräutern (Erica) gehören. Dies gilt auch für die eng verwandte Besenheide (Calluna vulgaris), die in Europa oft die bestandsprägende Pflanzenart einer Heidelandschaft ist. Manche heidekrautartigen Pflanzen wurden früher lateinisch Genesta oder GenestulaOtto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (zu Genesta – pfremen oder gynst) und 190 (zu Genestula – heyde, genestella). genannt.
Beschreibung mini|Illustration aus Curtis von Erica ampullacea mini|Wappen von Göhl (Holstein)
Vegetative Merkmale Heidekraut-Arten sind immergrüne Halbsträucher, Sträucher oder seltener Bäume, die Wuchshöhen von bis zu zehn Metern erreichen. Die Zweige sind selbständig aufrecht, ausgebreitet oder kriechend. Die Rinde ist kahl oder behaart. Das Mark ist gleichmäßig. Knospenschuppen können fehlen.
Die Blätter stehen in Wirteln, selten gegenständig oder verstreut. Sie sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die ledrigen Blattspreiten besitzen einen bewimperten, stacheligen oder glatten Rand.
Generative Merkmale 10 bis 30 Blüten sind in end- oder seitenständigen doldigen, traubigen oder rispigen Blütenständen angeordnet. Über jedem Tragblatt befinden sich jeweils meist zwei, selten drei Vorblätter, die selten mit der Sprossachse verwachsen sind (recauleszent).
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist vier- oder selten fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist vier (ein bis fünf) freien Kelchblätter sind klein und tragblattartig bis groß und farbig. Die Kelchblätter sind kürzer als die Kronblätter. Die meist vier oder selten fünf haltbaren Kronblätter sind auf der Hälfte ihrer Länge bis fast vollständig glockenförmig bis röhrig verwachsen.
Es sind meist zwei Kreise mit je vier oder fünf Staubblättern vorhanden, die die Blütenkrone überragen können. Die geraden bis s-förmigen, meist kahlen Staubfäden weisen im Querschnitt abgeflachte bis zylindrische Sporne entweder am äußersten Ende der Staubfäden oder rückseitig auf den Staubbeuteln auf. Die Staubbeutel besitzen keine Anhängsel und öffnen sich mit Poren. Selten bilden die Pollen Monaden.
Die meist vier, selten ein bis acht Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der pseudo-zehnkammerig ist, mit meist mehr als einer Samenanlage je Fruchtblatt. Der leicht bis selten stark verdickte, becherförmige, gerade oder zurückgebogene Griffel ist deutlich länger als der Fruchtknoten, selten fehlt er fast ganz oder ist hinfällig. Narbenlappen können ganz fehlen bis gut entwickelt sein. Der Griffel kann die Blütenkrone überragen.
Die Kapselfrüchte wirken steinfruchtartig, sind ellipsoid und öffnen sich längs entlang der Außenwände fachspaltig = lokulizid oder gar nicht und enthalten etwa zehn Samen.
Die Samen sind ellipsoid bis verkehrt-eiförmig und nicht geflügelt oder geschwänzt. Die Samenschale (Testa) ist netzartig oder feingrubig.
Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 12, selten x = 18.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Erica wurde 1753 durch Carl von Linné aufgestellt. Der Gattungsname Erica ist vom altgriechischen Wort ereiko für brechen abgeleitet und bezieht sich auf die zerbrechlichen Zweige. Es gibt eine Vermutung, dass Erica vom altgriechischen Wort ereike für „Heide“ abgeleitet sein könnte.
Nach Kron et al. 2002 bildet, entsprechend molekulargenetischer Untersuchungen, die Gattung Erica gemeinsam mit den monotypischen Gattungen Daboecia und Calluna die Tribus Ericeae in der Unterfamilie der Ericoideae innerhalb der Familie der Ericaceae. Die innere Systematik der Gattung ist unzureichend erforscht und gilt als offen.
Rund 90 % der Erica-Arten sind im südlichen Afrika beheimatet. Das Zentrum der Artenvielfalt ist Südafrika. Die anderen Arten finden sich im restlichen Afrika, Madagaskar, der südwestlichen Arabischen Halbinsel, dem Mittleren Osten oder in Europa. Sie finden sich von Meereshöhe bis in die afroalpine Höhenstufe.
mini|Zweig mit Blättern und Blüten von Erica abietina mini|Erica afra mini|Erica afrorum mini|Zweig mit Blütenstand von Erica ampullacea mini|Erica aristata mini|Erica australis mini|Erica azorica auf São Miguel, Azoren mini|Erica baccans mini|Erica baueri subsp. baueri mini|Erica baueri subsp. gouriquae mini|Erica blandfordia mini|Erica blenna var. grandiflora mini|Erica bolusiae mini|Erica bruniades mini|Erica calycina mini|Erica canaliculata mini|Erica capensis mini|Erica carduifolia mini|Erica carnea mini|Erica cerinthoides mini|Erica chrysocodon mini|Atlantische Grauheide (Erica cinerea) mini|Erica ciliaris mini|Erica coccinea mini|Erica colorans mini|Erica corifolia mini|Erica curviflora mini|Erica ferrea mini|Erica filipendula mini|Erica formosa mini|Erica galioides mini|Erica glabella mini|Erica glandulosa mini|Erica gliva mini|Erica glomiflora mini|Erica glutinosa mini|Erica georgica mini|Erica gysbertii mini|Erica mammosa mini|Erica margaritacea mini|Erica mauritanica mini|Erica melanthera mini|Erica melastoma mini|Erica mollis, Narbe mini|Erica multiflora mini|Erica multumbellifera mini|Erica paniculata mini|Erica parviflora mini|Erica patersonia mini|Erica perspicua mini|Erica placentiflora mini|Erica planifolia mini|Erica plukenetii mini|Erica pulchella mini|Erica regia mini|Erica reunionensis mini|Erica scabriuscula mini|Erica sessiliflora mini|Erica shannonii mini|Erica similis mini|Erica sparsa mini|Erica spumosa mini|Erica teneus mini|Glocken-Heide (Erica tetralix) mini|Erica terminalis mini|Erica thimifolia mini|Erica totta mini|Erica tristis mini|Erica turgida mini|Erica urna-viridis mini|Erica vagans mini|Erica ventricosa mini|Zweig mit Blättern und Blüten im Detail von Erica vestita mini|Erica viridescens mini|Erica viscaria mini|Erica versicolor mini|Erica verticillata mini|Erica viridimontana mini|Erica walkeria
Es gibt 830 bis 860 Erica-Arten:
Erica abbottii : Sie kommt nur von Umtamvuna bis Mkambati in den südafrikanischen Provinzen Ostkap sowie KwaZulu-Natal vor. Es sind nur drei Fundorte in der Nähe der Küste in Höhenlagen von 800 bis 1000 Metern bekannt. Die Bestände gelten als stabil, sind aber potentiell durch Landwirtschaft gefährdet. Erica abelii Es ist nur ein Fundort in der Groendal Wilderness Area in der Nähe von Uitenhage im Ostkap bekannt. Es wurden weniger als 1000 blühfähige Exemplare gefunden, aber der Bestand gilt als stabil. Erica abietina : Es gibt etwa sieben Unterarten nur im Westkap. Erica accommodata : Die zwei Varietäten kommen nur im Westkap vor. Erica acuta Erica adaequata Sie scheint eine Hybride zu sein. Erica adnata : Sie kommt nur im Westkap vor. Erica adunca Erica aemula : Sie kommt nur im Westkap vor. Erica aestiva : Die zwei Varietäten kommen in Lesotho und in den südafrikanischen Provinzen Free State sowie KwaZulu-Natal. Erica affinis : Sie ist von neun Fundorten von Uniondale bis Uitenhage im Ostkap bekannt. Die Bestände gelten 2008 als stabil. Erica afra Erica afrorum Erica agglutinans : Von dieser gefährdeten Art sind nur noch drei bis fünf Fundorte bekannt. Der Habitatverlust schreitet fort. Sie kommt nur von Napier bis Bredasdorp und südwärts auf der Ebene nördlich des Soetanysberg im Westkap vor. Die meisten Bestände enthalten nur 100 bis 200 Exemplare. Erica aghillana : Sie ist von vier Fundorten von Pearly Beach bis Kap Agulhas im Westkap bekannt. Sie gedeiht an saisonal feuchten Küstenebenen. Die Bestände sind fortlaufend durch Habitatverlust und invasive Pflanzenarten gefährdet. Erica albens : Sie kommt nur im Westkap vor. Erica albertyniae : Sie kommt nur an sechs Fundorten auf der Agulhas-Ebene im südlichen Westkap vor. Die Bestände nehmen durch invasive Pflanzenarten fortlaufend ab. Erica albescens : Sie kommt nur im Westkap vor. Erica albospicata : Diese seltene Art gedeiht nur an steilen Grashängen in den Drakensbergen in KwaZulu-Natal. Es sind nur drei Fundorte bekannt, aber diese Bestände gelten als stabil. Erica alexandri : Dieser gefährdete Art kommt nur von Paarl bis Franschhoek im Westkap vor. 80 % des ursprünglichen Habitats sind verloren gegangen. Die Restbestände befinden sich an voneinander isolierten Standorten. 2012 wurde weniger als 1000 blühfähige Exemplare gefunden. – Es wurde eine zweite Unterart nur aus Kraaifontein beschrieben, diese Unterart wurde zuletzt 1940 aufgesammelt und gilt als ausgestorben. Erica alfredii Erica algida Erica alnea Erica alopecurus Erica altevivens Erica alticola Erica altiphila Erica amalophylla Erica amatolensis Erica amicorum Erica amidae Erica amoena Erica amphigena Erica ampullacea Erica andevalensis Erica andreaei Erica andringitrensis Erica aneimena Erica anemodes Erica anguliger Erica angulosa Erica annalis Erica annectens Erica anomala Erica arachnocalyx Baumheide (Erica arborea ) Erica arborescens Erica arcuata Erica ardens Erica arenaria Erica areolata Erica argentea Erica argyraea Erica aristata Erica aristifolia Erica armandiana Erica armata Erica artemisioides Erica articularis Erica aspalathifolia Erica aspalathoides Erica astroites Erica atherstonei Erica atricha Erica atromontana Erica atropurpurea Erica atrovinosa Erica auriculata Erica australis Erica austronyassana Erica austroverna Erica autumnalis Erica axillaris Erica axilliflora Erica azaleifolia Erica azorica Erica baccans Erica bakeri Erica banksia Erica barbigeroides Erica barnettiana Erica baroniana Erica barrydalensis Erica bauera Erica baurii Erica beatricis Erica benguelensis Erica benthamiana (Syn.: Aniserica gracilis , Aniserica gracilis var. hispida , Aniserica macrocalyx non Erica macrocalyx , Blaeria gracilis non Erica gracilis , Sympieza gracilis , Sympieza kunthii , Sympieza kunthii var. brachyphylla , Sympieza kunthii var. hispida ): Sie kommt im Westkap vor. Erica bergiana Erica berzelioides Erica betsileana Erica bibax Erica bicolor Erica binaria Erica blaerioides Erica blancheana Erica blandfordia Erica blenna Erica blesbergensis Erica bodkinii Erica bojeri Erica bokkeveldia Erica bolusanthus Erica bolusiae Erica borboniifolia Erica bosseri Erica botryoides Erica boucheri Erica boutonii Erica brachialis Erica brachycentra Erica brachyphylla Erica brachysepala Erica bracteolaris Erica bredasiana Erica brevicaulis Erica brevifolia Erica brownii Erica brownleeae Erica bruniades Erica bruniifolia Erica burchelliana Erica cabernetea Erica caespitosa Erica calcareophila Erica calcicola Erica caledonica Erica calycina Erica cameronii Erica campanularis Erica canaliculata Erica canariensis Erica canescens Erica capensis Erica capillaris Erica capitata Erica caprina Erica carduifolia Schneeheide (Erica carnea ) Erica caterviflora Erica cavartica Erica cederbergensis Erica cedromontana Erica ceraria Erica cereris Erica cerinthoides Erica cernua Erica cetrata Erica chamissonis Erica chartacea Erica chionodes Erica chionophila Erica chiroptera Erica chlamydiflora Erica chloroloma Erica chlorosepala Erica chonantha Erica chrysocodon Erica ciliaris Erica cincta Atlantische Grauheide (Erica cinerea ) Erica clavisepala Erica coacervata Erica coarctata Erica coccinea Erica collina Erica colorans Erica columnaris Erica comata Erica comorensis Erica condensata