mini|Blick über Hofheim mit der Kirche St. Peter und Paul mini|Platz am Untertor mit Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung mini|hochkant|Altes Rathaus in der Hauptstraße Hofheim am Taunus ist die Kreisstadt des hessischen Main-Taunus-Kreises im Regierungsbezirk Darmstadt mit Einwohnern (). Die Stadt liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und Frankfurt am Main.
Die Stadt weist einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex auf.
Geografie mini|Der Berg Judenkopf () ist die höchste Erhebung des Hofheimer Stadtgebiets.
Geografische Lage Hofheim liegt im Vordertaunus in abwechslungsreicher Mittelgebirgslandschaft. Das Ortszentrum liegt auf , höchste Erhebung des Hofheimer Stadtgebiets ist der Berg Judenkopf mit . Die Gemeindegrenze verläuft im Westen großteils etwa entlang der Autobahn A 3 sowie im Süden nahe der A 66, im Osten neben der Bundesstraße 519. Im Norden reicht das Gemeindegebiet nahe an das Tal des Daisbachs heran, eines Zuflusses des Schwarzbachs. Letztgenannter verläuft auf Hofheimer Gemarkung durch das schmale Tal zwischen dem nach Süden abfallenden Judenkopf sowie dem parallelen Berggrat, der sich vom Staufen über Lorsbacher Kopf () und Kapellenberg () fortsetzt, ehe der Bach den Hofheimer Ortskern durchläuft.
Nachbargemeinden Hofheim grenzt im Norden an die Städte Eppstein und Kelkheim (Taunus), im Osten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, die Gemeinde Kriftel und die Stadt Hattersheim am Main, im Süden an die Städte Flörsheim am Main und Hochheim am Main sowie im Westen an die kreisfreie Landeshauptstadt Wiesbaden.
Gliederung Hofheim am Taunus besteht aus sieben Stadtteilen:
Stadtteil Einwohnerzahlen (HW)Stand: 31. Dezember 2024 Kernstadt Hofheim 14.953 Diedenbergen 4.122 Langenhain 3.488 Lorsbach 2.846 Marxheim 9.525 Wallau 4.256 Wildsachsen 1.702 Gesamt 41.199
Geschichte Alt- und Jungsteinzeit Die bislang ältesten Spuren menschlichen Lebens aus dem Gebiet um Hofheim stammen aus der Altsteinzeit mit dem ältesten Fund um 40.000 v. Chr. Aus der Jungsteinzeit ab ca. 5000 v. Chr. konnten Siedlungsgebiete an den Ufern des Schwarzbachs, beiderseits des heutigen Schmelzwegs und auf dem Kapellenberg nachgewiesen werden. Vor allem die Michelsberger Kultur um 4400 bis 3500 v. Chr. zeigt sich durch zahlreiche Siedlungsspuren auf dem Kapellenberg, wie die sich noch heute abzeichnende Ringwallanlage.
Römische Antike Um 30/40 n. Chr. wurde das Gebiet von den Römern besiedelt, die hier u. a. zur Sicherung der Wetterau, zur Absicherung des Weges zwischen Mainz und Nida im heutigen Frankfurt-Heddernheim sowie zum Schutz des Limesdreiecks das Kastell Hofheim als zweiphasige Anlage bauten – zunächst ein Erd- und ab 75 n. Chr. unter Kaiser Vespasian auch ein Steinkastell, das bis 110 n. Chr. bestand.Thoma Becker/Detlef Gronenborn/Karl-Josef Sabel/Roswitha Schlecker/Markus Scholz: Jade und Salz – Der Hofheimer Kapellenberg und seine Geschichte. Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus und Röm.-Germ. Zentralmuseum Mainz – Stadtmuseum/Stadtarchiv (Hrsg.) Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte Bd. 18, Hofheim am Taunus 2013, 84 Seiten, ISBN 978-3-933735-44-7. mini|Ansicht von Hofheim aus dem Jahr 1646, Kupferstich von Matthäus Merian
Mittelalter und Neuzeit mini|2001 errichtete Gedenktafel an die Hexenverfolgung mini|Hexenturm Hofheim Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1254 unter dem Namen Hoveheim, das Suffix -heim deutet jedoch auf eine weit frühere fränkische Gründung hin.Hrsg.: Magistrat der Stadt Hofheim und Hofheimer Zeitung – Manfred Becht: Hofheim und seine Geschichte – Textband. Blei und Guba, Hofheim am Taunus 2002, S. 40–51. Hofheim gehörte Graf Philipp VI. dem Älteren von Falkenstein, als Kaiser Karl IV. am 21. März 1352 Hofheim – unter dem Namen Hobeheim – die Stadtrechte verlieh. Diese Urkunde gab den Herren über Hofheim das Recht Mauern, Tore und Brücken zu bauen, einen Galgen zu errichten, Gericht zu halten, Handwerk zu betreiben und Markt abzuhalten. Im Reichskrieg gegen Philipp den Älteren von Falkenstein (Falkensteiner Fehde) wurde die Stadt 1366 von Kurmainz erobert, dem sie bis zum Jahre 1418 unterstand. Darauf folgte die Herrschaft der Grafen von Eppstein-Königstein bis zum Erlöschen des Geschlechts im Jahr 1535. Innerhalb des 16. Jahrhunderts wechselten nur zweimal die Besitzer. 1535 bis 1574 gehörte die Herrschaft Eppstein-Königstein dem Grafen Ludwig von Stolberg, der 1540 die Reformation in Hofheim einführte, und von 1574 bis 1581 Christoph von Stolberg. Doch bereits 1559 hatte Kurfürst und Erzbischof Daniel Brendel von Homburg eine alte Pfandschaft eingelöst und dadurch Eppstein und Hofheim zurückerhalten. Nach dem Tod von Christoph von Stolberg ging 1581 auch die restliche Grafschaft Königstein an Kurmainz.
Unter der Regierung von Wolfgang von Dalberg, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, und seinem Nachfolger Johann Adam von Bicken erreichten die Hexenprozesse in Kurmainz in der Zeit von 1588 bis 1602 in den beiden Ämtern Höchst und Hofheim ihren Höhepunkt. Aus den Resten alter Gerichtsprotokolle, den Aschaffenburger Archivresten konnten 23 Frauen ermittelt werden, die man der Hexerei anklagte, 15 von ihnen fanden den Tod auf dem Scheiterhaufen. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofheim am Taunus beschloss am 3. November 2010 eine Rehabilitierung der wegen Hexerei verurteilten Bürger.
Noch bis zu Beginn des Jahres 1603 war der Protestantismus die vorherrschende Religion unter den Einwohnern trotz Zugehörigkeit der Stadt zu dem katholischen Kurmainz. Erst im Juni dieses Jahres wurde der evangelische Pastor durch einen katholischen Pfarrer ersetzt. Im Dreißigjährigen Krieg besetzten, plünderten und verwüsteten spanische, bayrische, schwedische und französische Truppen die Stadt und die heutigen Stadtteile. Einwohner wurden gefoltert, damit sie die Verstecke von Vieh, Pferden und Hausrat preisgaben. Neben Hungersnöten brachen immer wieder Epidemien aus und 1635 verbreitete sich die Pest in der Region. In Hofheim sank die Zahl der Männer (Bürger) 1635 von 76 und 13 Witwen innerhalb von vier Jahren auf 27 Personen (keine Unterteilung in Männer und Witwen). Am Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 zählte man schließlich 40 Männer und 4 Witwen. Kinder, Frauen und Beisassen sind bei Zählungen prinzipiell nicht erfasst worden. Ab 1665 wütete die Pest in Mainz und Frankfurt sowie in der Region des heutigen Main-Taunus-Kreises. Im darauffolgenden Jahr war Hofheim immer noch pestfrei und am 3. Juli 1666 führte Pfarrer Gleidener die Einwohner in einer Prozession auf den „Rabberg“ (heute Kapellenberg), um ein Gelübde abzulegen: Wenn die Stadt von der Pest verschont bliebe, sollte zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria an dieser Stelle eine Kapelle errichtet werden. Die Kapelle wurde 1667 errichtet und 1774 durch einen Nachfolgebau ersetzt.
Mit dem Beginn der Französischen Revolution 1789 endete für Hofheim eine 26-jährige Friedensperiode. Die Bevölkerung war zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen und auf Tausend Einwohner angewachsen. Mit der Besetzung der Stadt Mainz durch französische Revolutionstruppen und schließlich der Stadt Frankfurt 1792 begann für die Hofheimer ein jahrelanger Leidensprozess. Wechselnde Truppendurchmärsche und Einquartierungen brachten Plünderungen, Hungersnöte und Epidemien.
Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel Hofheim an das Fürstentum Nassau-Usingen. 1806 erfolgte die Vereinigung mit dem Fürstentum Nassau-Weilburg. Gemeinsam bildeten sie das Herzogtum Nassau. 1866 wurde dieses von Preußen annektiert und existierte fortan als Provinz Hessen-Nassau. Nachdem Hofheim lange Zeit verkehrsmäßig im Abseits gelegen war, wurde die Stadt von 1874 bis 1877 mit dem Bau der Main-Lahn-Bahn zwischen Frankfurt und Limburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung begann. Auch für die Taunus-Touristen aus Frankfurt war Hofheim durch die Bahnverbindung interessant geworden.
20./21. Jahrhundert mini|Luftbildaufnahme von 1914 Der Erste Weltkrieg 1914–1918 forderte seine Opfer: 121 Männer fielen bei Kriegshandlungen. Zahlreiche Einwohner, vor allem Kinder, starben an den Folgen der Unterernährung. Nach dem Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 folgte bereits ab dem 2. Dezember eine Besetzung Hofheims durch französische Truppen, die bis 1929 (offiziell bis 1930) andauerte (→ Alliierte Rheinlandbesetzung). Hofheim lag innerhalb des Dreißig-Kilometer-Radius um Mainz, der von deutschen Soldaten – gemäß den Forderungen der Sieger – befreit sein musste. In diesen Zonen lagen die Städte Köln und Koblenz, das Gebiet rechts des Rheins und die Stadt Kehl (letztere mit kleinerem Radius).
1933 erfolgte auch in Hofheim die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Bei der Reichstagswahl am 5. März stimmten in Hofheim 36,91 % der Einwohner für die NSDAP. Bei den Kommunalwahlen am 12. März 1933 erreichte diese 6 von 12 Sitzen. Die weiteren Sitze entfielen auf die SPD (3) und die Zentrumspartei (3). Am 22. Juni wurde die SPD verboten, die Zentrumspartei löste sich unter massivem Druck am 5. Juli auf. Somit war die NSDAP die einzig verbliebene Partei im Hofheimer Stadtparlament und ab 24. Juli sowieso per Gesetz die einzig zugelassene Partei im Deutschen Reich.
Bis zum 11. April 1933 waren im Main-Taunus-Kreis in 13 Gemeinden die bisherigen Bürgermeister durch NSDAP-Angehörige ersetzt worden. Seit 1920 übte Oskar Meyrer das Bürgermeisteramt in Hofheim aus und sollte es bis zu seinem Tod am 1. August 1942 behalten. Danach wurde die Stelle nicht wieder besetzt, sondern durch den Ortsgruppenleiter Georg Kaufmann vertretungsweise weiter ausgeübt.
Bereits mit der Machtübernahme begannen Diskriminierung und Verfolgung von Kommunisten, Sozialdemokraten, Mitgliedern der Bekennenden Kirche und vor allem von jüdischen Einwohnern. Seit dem Mittelalter hatte es eine jüdische Gemeinde gegeben. Um 1800 war von den Mitgliedern eine Synagoge im ehemaligen Wehrturm/Büttelturm eingerichtet worden. 1933 umfasste die Gemeinde etwa 35 Mitglieder. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 (Reichspogromnacht) wurde diese Synagoge verwüstet. Aufgrund der engen Bebauung in der Altstadt hatte man auf das Anzünden verzichtet. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr der Synagoge in Wallau (seit 1977 ein Stadtteil von Hofheim). Durch Emigration ins Ausland konnten sich nur einige Einwohner retten, die anderen wurden deportiert und wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Hofheim an das neu gegründete Land Hessen.
Zum 1. Januar 1980 wurde Hofheim im Taunus neue Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises, der endgültige Umzug erfolgte allerdings erst im Jahre 1987 mit der Fertigstellung des neuen Kreishauses in Hofheim, zuvor befand sich der Verwaltungssitz im Frankfurter Stadtteil Höchst, der bis zur Eingemeindung nach Frankfurt im Jahre 1928 als selbständige Stadt Höchst am Main Teil des Kreises war.
Im Jahre 1988 war die Stadt Hofheim 28. Hessentagsstadt.
In den Jahren 2008 bis 2014 wurden in Hofheim und den Stadtteilen Marxheim, Diedenbergen, Wallau und Langenhain durch den Künstler Gunter Demnig 89 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt.
Eingemeindungen mini|300px|Blick auf Lorsbach vom Turm am Ringwall. Oben links der 308 m hohe Lorsbacher Kopf, dessen südliche Verlängerung nach rechts in den Kapellenberg übergeht; in Bildmitte eine S-Bahn der Linie S2. mini|300px|Ortsteil Langenhain aus Richtung Westen, links am Bildrand der Bahai-Tempel