Der Hochtaunuskreis ist eine Gebietskörperschaft mit Einwohnern () im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Der Landkreis liegt in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main und ist Teil der Stadtregion Frankfurt. Kreisstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Bad Homburg v. d. Höhe.

Bekannt ist der Hochtaunuskreis für seine als allgemein wohlhabend geltende Bevölkerung. Der Hochtaunuskreis wies für das Jahr 2021 den dritthöchsten Kaufkraftindex aller deutschen Land- und Stadtkreise auf. 2023 betrug der Kaufkraftindex 138,7 des Bundesdurchschnitts. Die Städte Königstein im Taunus (Kaufkraftindex: 194,0) und Kronberg im Taunus (172,8) verfügten im Jahr 2023 über die höchsten Pro-Kopf-Einkommen im Hochtaunuskreis und nehmen heute bundesweit Spitzenplätze ein.

Kommunen

Der Hochtaunuskreis umfasst dreizehn Kommunen, von denen acht einen Status als Stadt sowie fünf einen als Gemeinde haben. Kreisstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist Bad Homburg v. d. Höhe, die zudem eine Sonderstatusstadt ist. Manche Städte führen amtliche Namenszusätze wie „(Taunus)“, „im Taunus“ bzw. „v. d. Höhe“, die offizielle Bestandteile des jeweiligen Stadtnamens sind. Die Gemeinde Neu-Anspach wurde aufgrund des Erreichens der Einwohnerzahl von 15.000 per 31. Oktober 2007 zur Stadt erhoben.

+ Kommunen im Hochtaunuskreis Kommune Art der Kommune Einwohner() Kaufkraftindex2023 Bad Homburg v. d. Höhe Kreisstadt, Sonderstatusstadt 148,7 Oberursel (Taunus) Stadt 136,1 Friedrichsdorf Stadt 126,5 Kronberg im Taunus Stadt 172,8 Königstein im Taunus Stadt 194,0 Usingen Stadt 111,6 Neu-Anspach Stadt 114,3 Steinbach (Taunus) Stadt 102,2 Schmitten im Taunus Gemeinde 125,4 Wehrheim Gemeinde 131,8 Weilrod Gemeinde 104,6 Grävenwiesbach Gemeinde 104,1 Glashütten Gemeinde 156,8

Geographie Lage mini|Im Kreisgebiet befinden sich die 20 höchsten Taunus-Gipfel, mittig im Hintergrund der Große Feldberg (Blick vom Pferdskopf). mini|Oberreifenberg ist der höchst­gelegene Ort im Taunus. (Blick vom Hühnerberg, im Hintergrund der Sängelberg)

Der Hochtaunuskreis liegt nördlich von Frankfurt am Main großteils im Mittelgebirge Taunus. Dessen 20 höchste Gipfel liegen sämtlich im Kreisgebiet. Die „Taunusrandstädte“ Bad Homburg, Oberursel, Friedrichsdorf, Kronberg, Königstein und Steinbach im Süden sind bereits Teil der Stadtregion Frankfurt, die in die Oberrheinische Tiefebene und im Osten in die Wetterau übergeht. Die höchste Erhebung ist der Große Feldberg (), die tiefste Stelle des Kreises befindet sich bei Ober-Erlenbach, einem Stadtteil von Bad Homburg (). Der Schmittener Ortsteil Oberreifenberg ist mit durchschnittlich in der Ortslage das höchstgelegene Dorf im Taunus und eines der höchstgelegenen Dörfer in Hessen. Der Hochtaunuskreis wird unterteilt in Vorder- und Hintertaunus, wobei der Vordertaunus der Frankfurt zugewandten Seite entspricht (vor der Höhe) und der Hintertaunus, welcher gerne als Frankfurter Naherholungsgebiet genutzt wird, sich auf der anderen Seite des Taunushauptkamms befindet.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Landkreis Limburg-Weilburg, den Lahn-Dill-Kreis und den Wetteraukreis, an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie an den Main-Taunus-Kreis und den Rheingau-Taunus-Kreis.

Geschichte

mini|Zentrale der Taunus Sparkasse und Landratsamt des Hoch­taunus­kreises in Bad Homburg vor der Höhe mini|Louisenstraße, die Einkaufs­straße Bad Homburgs

Das heutige Kreisgebiet gehörte im Mittelalter zu verschiedenen Herrschaften, zu Kurmainz, den Herren von Cronberg oder zu Eppstein. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte der südliche Teil zur Landgrafschaft Hessen-Homburg, der nördliche Teil zum Fürstentum, später Herzogtum Nassau.

Nach dem Deutschen Krieg und der preußischen Annexion im Jahr 1866 entstand aus Hessen-Homburg und den nassauischen Ämtern Königstein und Usingen der Obertaunuskreis mit Sitz in Bad Homburg. Gemäß der Kreisordnung vom 1. April 1886 wurde ein Teil mit 46 Gemeinden nördlich des Gebirgskammes in einem neuen Landkreis Usingen organisiert. Im Obertaunuskreis verblieben 34 Gemeinden mit einer Fläche von 22.454 Hektar.

Im Jahr 1919 wurde der französisch besetzte Teil des Obertaunuskreises – das ehemals nassauische „Amt Königstein“ – abgetrennt und als Kreis Königstein eingerichtet. Erst am 1. Oktober 1928 – nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen – kehrte er zum Obertaunuskreis zurück.

Aufgrund der preußischen Sparverordnungen wurde am 1. August 1932 der Kreis Usingen aufgelöst. Teile des Kreises fielen an die benachbarten Landkreise Wetzlar, Oberlahn und Untertaunus, der Löwenanteil jedoch an den Obertaunuskreis. Schon ein Jahr später, am 1. Oktober 1933 wurde auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) der Landkreis Usingen wiederhergestellt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. August 1972 der Hochtaunuskreis gebildet. Zu dem neuen Kreis traten der Obertaunuskreis bis auf die Gemeinde Kalbach, die zur Stadt Frankfurt kam der Landkreis Usingen bis auf die Gemeinden Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems, die zur Gemeinde Waldems im Untertaunuskreis kamen die Gemeinden Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach und Burgholzhausen vor der Höhe aus dem Landkreis Friedberg die Gemeinden Glashütten, Reifenberg und Schloßborn aus dem Main-Taunus-Kreis sowie die Gemeinde Hasselbach aus dem Landkreis Limburg. Gleichzeitig wurde am 1. August 1972 durch eine Reihe von Zusammenschlüssen die bis heute bestehende Gliederung in 13 Gemeinden geschaffen. Als Sitz der Kreisverwaltung und damit als Kreisstadt wurde die Stadt Bad Homburg benannt.

Im Dezember 1991 wurde der Hochtaunus bundesweit durch eine Korruptionsaffäre bekannt.Korruption Teure Erde. Der Spiegel Online, 23. Dezember 1991.Reiner Scholz: Unter der öffentlichen Hand. Zeit Online, 30. August 1996.

Im Februar 2004 thematisierte der damalige Landrat Jürgen Banzer (CDU) einen möglichen Zusammenschluss des Hochtaunuskreises mit dem benachbarten und ähnlich strukturierten Main-Taunus-Kreis. Mit einer Zusammenlegung beider Landkreise könnten Einsparungen von 18 bis 20 Millionen Euro jährlich erzielt werden.

Einwohnerentwicklung mini|Bevölkerungspyramide für den Hochtaunuskreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Hochtaunuskreis, Alter + Geschlecht)

Jahr Einwohner Quelle 1972 187.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974 1980 203.800 1990 212.900 2000 225.638 Hessisches Statistisches Landesamt 2010 227.324 2013 229.167 2014 230.798 2015 231.788 2018 236.564 2019 236.914

Konfessionsstatistik Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 waren von den Einwohnern 32,0 % evangelisch, 26,0 % römisch-katholisch und 42,0 % gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgesellschaft an oder machten keine Angabe.Zensus 2011 / Hessen. Hessen unter der Lupe. Wiesbaden 2014, auf Seite 15 der Datei: „Religionszugehörigkeit in den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten am 9. Mai 2011 (in %)“ Damit waren hier wie im Ballungsraum Rhein-Main die „sonstigen“ Zugehörigkeiten die stärkste Gruppe.Hessisches Ministerium für Soziales und Integration: ; Überwiegende Religionszugehörigkeit in den Gemeinden 2011: siehe Abbildung 2 auf Seite 12 der PDF-Datei 1,67 MB Der Mitgliederschwund der großen Kirchen hält seitdem weiter an.FNP, 10. August 2019: Katholische und evangelische Kirche: Mitgliederschwund hält an: „Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt seit Jahren - auch im Taunus. Dabei sind die Rückgänge bei den Protestanten massiver als bei den Katholiken. Doch es gibt auch positive Trends.“ Gemäß Zensus 2022 waren (2022) 24,1 % der Einwohner evangelisch, 20,7 % katholisch und 55,2 % gehörten einer sonstigen oder keiner Religion an oder machten keine Angabe.Zensusdatenbank: 1000A Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022) - wähle „Zum Thema“: 1000A-1018 Personen: Religion - wähle „Zur Tabelle“ - wähle „Anpassen“ - wähle „anderes Merkmal auswählen“: Landkreise u. krsfr. Städte (Stand 15.05.22) - wähle „Anwenden“: Trefferzeile „(400/400)“ anklicken: hessische Treffer auf Seite 2 der Trefferliste - Anwende-Häkchen auf die gewünschten Treffer eingrenzen - wähle „Anwenden“

Politik Kreistag

Landrat mini|Landrat Ulrich Krebs (2014) Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Landrat für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Kreisausschusses,Hessische Landkreisordnung (HKO) dem im Hochtaunuskreis neben dem Landrat hauptamtlich ein Erster Kreisbeigeordneter und ein Kreisbeigeordneter sowie ehrenamtlich zwölf weitere Kreisbeigeordnete angehören.Gremien: Kreisausschuss Landrat ist seit dem 9. Mai 2006 Ulrich Krebs (CDU), der zuletzt Bürgermeister der Stadt Flörsheim am Main war. Der Amtsvorgänger Jürgen Banzer (CDU) war in seiner dritten Amtszeit am 23. November 2005 als Minister der Justiz in die Hessische Landesregierung berufen worden. Danach leitete Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang MüsseTaunus-Sparkasse: Geschäftsbericht 2005: „Verwaltungsrat. Vorsitzender … - Satzungsmäßiger Stellvertreter … - Wolfgang Müsse, Erster Kreisbeigeordneter (vom 23.11.2005 bis 09.05.2006) - …“ die Kreisverwaltung kommissarisch und die Wahl eines neuen Landrats musste vorgezogen werden. Ulrich Krebs wurde am 26. März 2006 im ersten Wahlgang bei 47,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 56,5 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten drei Wiederwahlen, zuletzt im Januar 2024.hessenschau: Landratswahl am 28. Januar 2024 im Hochtaunuskreis Als Erster Kreisbeigeordneter und damit als Stellvertreter des Landrats fungiert seit 1. Januar 2020 Thorsten Schorr (CDU).Taunus Nachrichten, 8. Januar 2020: Erster Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr: „Fast zehn Jahre war er Stadtkämmerer im Oberurseler Rathaus … Zu Jahresbeginn hat der Finanzexperte seinen neuen Job als Erster Kreisbeigeordneter im Landratsamt Bad Homburg angetreten.“

Amtszeiten der LandräteHessisches Statistisches Landesamt: seit 2006 Ulrich Krebs (CDU)Hochtaunuskreis, Januar 2024: Landrat Ulrich Krebs im Amt bestätigt: „Die Amtseinführung des neuen und alten Landrats ist für den 18. März vorgesehen. Die Amtszeit beginnt am 9. Mai 2024.“ (Amtsperiode bis 2030) 1991–2005 Jürgen Banzer (CDU) 1985–1991 Klaus-Peter Jürgens (CDU) 1979–1985 Henning von Storch (CDU) 1972–1979 Werner Herr (SPD)

Partnerschaften Der Hochtaunuskreis ist im Jahr 1986 eine Partnerschaft mit dem israelischen Regionalverband Gilboa eingegangen.

Wappen, Flagge und Banner

Der Entwurf stammt von dem Heraldiker Heinz Ritt.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Kreisstadt Bad Homburg ist ein international bekannter Kurort. In Bad Homburg haben sich mit Fresenius Medical Care und Fresenius SE & Co. KGaA zwei DAX-Unternehmen angesiedelt. Als weitere bekannte Unternehmen mit Sitz im Hochtaunuskreis sind die Alte Leipziger Versicherung sowie die Avis Autovermietung zu nennen. Auch haben im Hochtaunuskreis die Gillette Group (mit Braun und Oral-B), Jaguar Deutschland, Fidelity Investments Deutschland, Accenture Deutschland (alle in Kronberg) und die Canton Elektronik (in Weilrod) ihre Hauptsitze.