Hochheim am Main ist eine Stadt mit  Einwohnern () im südhessischen Main-Taunus-Kreis und liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt am Main und Mainz. Hochheim gehörte zunächst zum Mainkreis und später zum Landkreis Wiesbaden. Bei dessen Auflösung im Jahr 1928 wurde die Stadt dem Main-Taunus-Kreis zugeordnet.

Geografie Geografische Lage mini|links|Blick über die Weinlage Stielweg und die Oberrheinische Tiefebene bis zum Odenwald mini|Denkmalgeschützte Stadtansicht von Süden über die Weinbergslagen Stielweg (unten) und Domdechaney (oben) mini|Königin-Victoria-Denkmal Die Stadt Hochheim liegt etwa 35 Meter über der Untermainebene auf einer Geländestufe am Südrand des Main-Taunus-Vorlandes. Der Südhang dieser sich auf etwa fünf Kilometer Länge erstreckenden Geländestufe besteht, teilweise bis dicht ans Mainufer, aus Weinbergen. Von den Weinbergen und vom südlichen Stadtrand gibt es eine Fernsicht bis Darmstadt, zur Neunkircher Höhe im Odenwald, zu der markanten Spitze des Melibokus an der Bergstraße in 38 Kilometern Entfernung und schließlich bis Oppenheim in Rheinhessen. Die Stadtsilhouette ist aus südlicher Richtung weit sichtbar.

In unmittelbarer Nähe befinden sich die Großstädte Frankfurt am Main, Wiesbaden und Mainz.

Nachbargemeinden Hochheim grenzt im Norden an Hofheim am Taunus, im Osten an Flörsheim am Main, im Süden, getrennt durch den Main, an Rüsselsheim am Main, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg (alle drei Kreis Groß-Gerau) sowie im Westen an die Ortsbezirke Mainz-Kostheim und Delkenheim der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Stadtgliederung Hochheim besteht aus der Kernstadt Hochheim, der um den Bahnhof am Mainufer angesiedelten Südstadt, die durch Weinberge von der Hochheimer Altstadt getrennt ist, und dem 1977 eingemeindeten Stadtteil Massenheim mit ungefähr 2000 Einwohnern. Seit dieser Zeit gehört auch das Wiesbadener Kreuz zum Hochheimer Stadtgebiet.

Geschichte mini|hochkant|links|Das Bonifatiusdenkmal In Hochheim wurde ein keltisches Fürstengrab gefunden. Zur Römerzeit war das Gebiet bereits dicht besiedelt und der Weinbau wurde eingeführt. Der Name Hochheim geht auf die im 4. und 5. Jahrhundert dort siedelnden Alemannen zurück, auf die die Franken folgten.

Mittelalter Hochheim wurde 754 während des Todeszugs von Bonifatius erstmals schriftlich erwähnt. Massenheim wurde erstmals 819 als Geschenk an das Kloster Fulda erwähnt. 1273 wurde das Dorf Hochheim vom Kölner Domkapitel an das Mainzer Domkapitel verkauft. Im Jahr 1484 verlieh Kaiser Friedrich III. das Recht, jährlich zwei Märkte abzuhalten.

19. und 20. Jahrhundert Mit dem Reichsdeputationshauptschluss fiel Hochheim 1803 an das Fürstentum Nassau-Usingen, das 1806 mit dem Fürstentum Nassau-Weilburg zum Herzogtum Nassau vereinigt wurde. Am 9. und 10. November 1813 fanden am Hochheimer Kippel die letzten Kämpfe der napoleonischen Truppen vor ihrem Rückzug aus Deutschland statt. Bei diesem Gefecht bei Hochheim wurden 1800 Opfer auf französischer Seite und mehr als 200 auf der Seite der Alliierten beklagt.Ohne das letzte Hemd in FAZ vom 5. April 2014, Seite 51. Eine Gedenkausstellung war im Rathaus der Stadt Hofheim am Taunus im April und Mai 2014 zu sehen.

Ab April 1817 war Hochheim Sitz eines herzoglich-nassauischen Amtes, und seit 1820 wird der Ort als Stadt geführt, ohne dass sich die Verleihung der Stadtrechte urkundlich nachweisen lässt. Nachdem das Herzogtum Nassau 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg unterlegen war, wurde es von Preußen annektiert und seiner Provinz Hessen-Nassau zugeordnet, wodurch auch Hochheim bis 1945 preußisch wurde. Die bisherigen nassauischen Ämter wurden zu Landkreisen zusammengefasst; Hochheim gehörte zunächst zum Mainkreis und später zum Landkreis Wiesbaden. Bei dessen Auflösung im Jahr 1928 wurde die Stadt dem Main-Taunus-Kreis zugeordnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Preußen vom Alliierten Kontrollrat aufgelöst und Hochheim kam mit einem Teil der ehemaligen preußischen Provinz Nassau zur Amerikanischen Besatzungszone und dann an das neugegründete Groß-Hessen aus dem 1946 das Land Hessen hervorging.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er-Jahren wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Massenheim am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in die Stadt Hochheim eingegliedert. Für den Ortsteil Massenheim wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, den 9. Mai 2011, in Hochheim 16.886 Einwohner. Darunter waren 1131 (6,7 %) Ausländer, von denen 459 aus dem EU-Ausland, 325 aus anderen europäischen Ländern und 320 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 25,7 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2019 erhöhte sich die Ausländerquote auf 10,7 %.) Nach dem Lebensalter waren 2673 Einwohner unter 18 Jahren, 6972 zwischen 18 und 49, 3567 zwischen 50 und 64 und 3675 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 7623 Haushalten. Davon waren 2541 Singlehaushalte, 2352 Paare ohne Kinder und 2076 Paare mit Kindern, sowie 528 Alleinerziehende und 129 Wohngemeinschaften. In 1821 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 5055 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1622: 173 Familien (davon 122 Bürger, 20 Witwen und 31 Hofleute) und 22 Tagelöhner • 1633: etwa 150 landbesitzende Untertanen • 1636: 63 Untertanen (28 alteingesessen und 35 seit Beginn des Krieges zugezogen; 1654 noch 30 unbewohnte Hausplätze) • 1725: 304 Familien, 2 Witwer und 10 Unmündige • 1763: 315 Bürger und 60 Forensen • 1785: 359 Familien • 1850: 2148 Einwohner (543 Familien) • 1950: 6283 Einwohner (1619 Haushalte, 1155 Heimatvertriebene)

Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1885: 319 evangelische (= 11,33 %), 2474 katholische (= 87,89 %), 22 jüdische (= 0,78 %) Einwohner • 1961: 2876 evangelische (= 33,62 %), 5410 katholische (= 63,24 %) Einwohner • 1987: 4918 evangelische (= 31,97 %), 8344 katholische (= 54,25 %), 2120 sonstige (= 13,78 %) Einwohner • 2011: 4930 evangelische (= 29,20 %), 7210 katholische (= 42,67 %), 4750 sonstige (= 28,13 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hochheim am Main erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001%1997Sitze1997 29,8 9 27,1 8 26,0 8 34,8 13 35,0 13 35,6 13 34,2 14 15,8 5 22,7 7 20,5 6 20,5 8 20,4 7 26,5 10 36,9 15 20,5 6 20,8 7 14,1 4 17,3 6 – – 9,3 3 7,5 3 11,6 4 20,2 6 21,2 7 19,5 7 29,1 11 21,4 8 13,8 5 7,8 2 9,2 3 12,0 4 5,7 2 7,5 3 7,1 3 4,4 – Die Hochheimer Die Hochheimerhttps://die-hochheimer.de/ 14,4 5 – – – – – – – – – – – – GAL/DIE LINKE Grün-Alternative Liste/DIE LINKE. Hochheim und Massenheimbis zur Wahl 2011: Grün-Alternative Liste Hochheim und Massenheim. – – – – 6,2 2 2,2 1 8,0 3 – – – – DB Die BürgerDie Bürger waren laut Antifaschistischem Infoblatt vom 22. November 1997 (Sonnenwende der JN Hessen) damals eine sich nationalliberal nennende Partei. – – – – – – – – – – – – 3,3 – Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 56,2 55,1 49,6 45,4 44,7 55,2 62,0

Bürgermeister mini|Rathaus mit Le-Pontet-Platz Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Hochheim neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und acht weitere Stadträte angehören. In: agendaservice.net. Bürgermeister ist seit dem 1. Oktober 2014 der als FDP-Mitglied parteiunabhängig angetretene Dirk Westedt. Er wurde als Nachfolger von Angelika Munck (FWG), die nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidiert hatte, am 25. Mai 2014 in einer Stichwahl bei 51,7 Prozent Wahlbeteiligung mit 59,6 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte, pandemiebedingt verschoben, eine Wiederwahl im März 2021. Durch die verschobene Wahl verschob sich der Beginn der Amtszeit auf den 12. Mai 2021, den Tag der Amtseinführung in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung.

Amtszeiten der Bürgermeister 2014–2027 Dirk Westedt (FDP)Bürgermeister Dirk Westedt auf hochheim.de. 2002–2014 Angelika Munck (FWG) 1990–2002 Harald Schindler (SPD)SPD Main-Taunus: Harald Schindler, Bürgermeister i. R. In: spd-fraktion-mtk.de. 1984–1990 Volker Zintel (CDU)Hochheimer Zeitung, 2. Juli 2021: Bis zu 10.000 Schritte am Tag. Volker Zintel. 1974–1984 Gottfried Gensch (CDU)LeineBlitz, 11. Januar 2020: Stadtdirektor a. D. Gottfried Gensch ist gestorben.Hochheimer Zeitung, 17. Dezember 2021: : Gottfried Gensch und die Altstadtsanierung. 1954–1974 Aloys Schnorr (SPD)Hochheimer Zeitung, 29. Juli 1977: Bürgermeister a. D. Aloys Schnorr gestorben. 1948–1954 Peter OhligHochheimer Zeitung, 18. Mai 1979: Bürgermeister i. R. Peter Ohlig gestorben.

Wappen und Flagge Die Stadt Hochheim am Main führt ein Wappen und eine Flagge.

Beschreibung des Banners: „Die Farben der Stadt sind weiß-blau-rot. Das Banner ist weiß-blau-rot gespalten mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“

Städtepartnerschaften Hochheim unterhält seit 1987 eine Partnerschaft mit der im Département Vaucluse in der Nähe von Avignon gelegenen Stadt Le Pontet, seit 2022 mit der tschechischen Stadt Mikulov. an der Grenze zu Österreich sowie seit 2023 mit der ungarischen Stadt Bonyhád im Komitat Tolna. Weiterhin besteht eine Städtefreundschaft mit der thüringischen Stadt Kölleda.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Sankt-Peter-und-Paul-Kirche

Bauwerke und Anlagen In Hochheim und Massenheim wurden 185 kulturhistorische Objekte unter Denkmalschutz gestellt. Dazu gehören als Gesamtanlagen die Altstadt von Hochheim und der Dorfkern von Massenheim mit vielen restaurierten Fachwerkhäusern. Für den ungestörten Blick auf die Gesamtanlage Hochheim gelten die zum Main nach Süden abfallenden Weinberge als schützenswerter Grünbereich. Seit der Niederlegung der Stadtmauer zu Beginn des 19. Jahrhunderts blieb die Ansicht von Süden unverändert. Die Stadt wuchs seitdem nur nach Norden, Osten und Westen.

Blickfang in der südlichen Stadtsilhouette ist die Kirche St. Peter und Paul, eine im Stil des Barock gehaltene Kirche mit Fresken des 1725 in Söflingen (Ulm) geborenen deutschen Barockmalers Johann Baptist Enderle. Im Jahr 2005 wurde die 1999 begonnene Restaurierung der Fresken beendet.

Museen und Kunst In der Altstadt befinden sich das Weinbaumuseum und das Otto-Schwabe-Heimatmuseum. Galerieflächen sind in der Hochheimer Kunstsammlung, eine Ausstellungsfläche ist im Treppenhaus des Hochheimer Rathauses.

Regionalpark Rhein-Main mini|Spielpark Hochheim Als Teil des Regionalparks Rhein-Main steht nördlich von Hochheim im Gebiet des Kiesgrubengeländes „Silbersee“ die 2001 eingeweihte hölzerne Aussichtskanzel Vogelnest.Aussichtskanzel „Vogelnest“ auf der Webseite ramonabuxbaum.de, Ramona Buxbaum Architekten. Über 40 Stufen einer stählernen Wendeltreppe gelangt man zur 7,5 m hohen Aussichtsplattform, die einen guten Rundumblick in die Umgebung bietet. Ca. 600 m östlich des 10 m hohen Aussichtsturms befindet sich in Sichtweite der Spielpark Hochheim mit einer 15 m hohen „Tunnelrutsche“, dem 13 m hohen „Tarzanschwinger“ sowie weiteren Attraktionen.Der Spielpark und Spielplatz Hochheim auf der Website des Regionalparks RheinMain.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Altstadt – im Vordergrund: der alte Friedhof mini|Südstadt – am linken Bildrand: Kläranlage

Weinbau