mini|300px|Erlanger Schloss: ursprünglich die markgräfliche Residenz, beherbergt es nun die Universitätsleitung und einen Teil der Verwaltung (2025 wegen Renovierung ausgelagert). alternativtext=Das neue Logo der FAU Erlangen-Nürnberg|mini|Das Logo der FAU Erlangen-Nürnberg Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (kurz FAU Erlangen-Nürnberg) zählt mit rund 41.000 Studierenden und über 275 Studiengängen in fünf Fakultäten zu den 15 größten Universitäten in Deutschland. Sie ist die drittgrößte Universität Bayerns. Sie wurde 1743 in Erlangen angesiedelt und ist seit 1961 auch in Nürnberg beheimatet, seit 2004 auch in Fürth.

Überblick und Kennzahlen Die Universität steht in der Tradition der Academia Fridericiana, die 1742 in Bayreuth gegründet wurde, 1743 den Status einer Universität erhielt und etwas später im gleichen Jahr nach Erlangen verlegt wurde. Sie wurde nach ihrem Gründer, dem fränkischen Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth, sowie ihrem wichtigsten Förderer Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach benannt.

Aus historischen Gründen verteilen sich die Standorte der Universität auf die Metropolstädte Erlangen sowie seit 1961 auf Nürnberg und seit 2004 auch auf Fürth. Etwa zwei Drittel der Studierenden nutzen überwiegend den Campus in Erlangen und ein Drittel den in Nürnberg.

Im Wintersemester 2024/25 waren etwa 50 Prozent der knapp 40.000 Studenten weiblich, rund 9.200 kamen aus dem Ausland. Die FAU bietet ein breites Fächerspektrum von 272 Studiengängen an, darunter 82 Bachelorstudiengänge, 98 Masterstudiengänge und 92 Studiengänge mit Staatsexamensprüfung, wie Lehramt, Jura oder Medizin (Stand: 2023). Zur Verringerung des Risikos der Technologieabflusses wurde 2023 die Aufnahme von Stipendiaten des Chinese Scholarship Council (CSC) zunächst ausgesetzt, jedoch nur zeitweise. Eine Ausnahme bilden Studierende, die mit einem zusätzlichen Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach Deutschland kommen.

An der Universität gibt es sieben DFG-Forschergruppen sowie mehrere Graduiertenkollegs. Auf Grund zahlreicher Kooperationen mit anderen Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen der Region verfügt die Friedrich-Alexander-Universität über Außenstellen im gesamten nordbayerischen Raum. Das Sprachenzentrum der FAU ermöglicht Studierenden aller Fachrichtungen internationale Sprachqualifikationen mit UNIcert-Abschluss. Die FAU ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Nationales Ranking mini|240x240px|FAU Erlangen Flaggen Hochschulranking der WirtschaftsWoche: +Studienfach2018Wirtschaftsingenieurwesen8. von 26Maschinenbau12. von 27Elektrotechnik10. von 28

Internationales Ranking Times Higher Education Ranking 2026: Platz 201 bis 250. Academic Ranking of World Universities Ranking 2026: Platz 226 weltweit und Platz 15 in Deutschland. QS World University Ranking 2026: Platz 232. Reuters Top 100 The World’s Most Innovative Universities 2019: Platz 14 weltweit, Platz 2 europaweit, 1. Platz in Deutschland Best Global Universities Ranking 2026: Platz 288. Round University Ranking 2025: Platz 174.

Times Higher Education Sustainability Impact Ratings 2026

Die FAU belegt den ersten Platz im Nachhaltigkeitsziel „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ des Times Higher Education Sustainability Impact Ratings 2026. Im Nachhaltigkeitsziel „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ erreicht die FAU Rang 29 weltweit und Platz 1 in Deutschland. Auch in den Nachhaltigkeitszielen „Gesundheit und Wohlergehen“, „Hochwertige Bildung“, „Bezahlbare und saubere Energie“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“ gehört die FAU jeweils zu den bestplatzierten deutschen Universitäten.

Forschungsleistung und Sichtbarkeit

Mit Platz 84 gehört die FAU laut ARWU 2026 zu den Top-100-Universitäten der Welt in der Kategorie Forschungsleistung pro Kopf. In der Kategorie häufig zitierter Forschender belegt die FAU Platz 199 weltweit und Platz 10 national. Bei den Publikationen in den Fachzeitschriften Nature und Science belegt die FAU weltweit Platz 167 und im bundesweiten Vergleich Platz 7.

Aufbau Aktuelle Struktur Seit 2007 gliedert sich die Universität in die folgenden fünf Fakultäten:

Medizinische Fakultät Naturwissenschaftliche Fakultät Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Technische Fakultät

Die Fakultäten untergliedern sich wiederum in insgesamt 23 so genannte Departments, in denen teilweise benachbarte Disziplinen gebündelt sind; die Medizinische Fakultät besteht aus 25 Kliniken und 17 Instituten.

Als weitere zentrale Einrichtungen der Universität sind vorrangig die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg und das Regionale Rechenzentrum Erlangen zu nennen. Die Medizinische Fakultät kooperiert eng mit dem Universitätsklinikum Erlangen, das seit der rechtlich erzwungenen Trennung eine eigenständige Körperschaft des Freistaats Bayern ist.

Standorte Der überwiegende Teil der FAU ist in der Stadt Erlangen gelegen, ein kleinerer Teil in der Nachbarstadt Nürnberg. Vereinzelte Einrichtungen finden sich auch in Hof, Fürth, Bamberg, Pleinfeld oder Ingolstadt. Es gibt mehrere Hundert Liegenschaften in der Metropolregion. Die Adresse der Universitätsverwaltung und Universitätsleitung lautet Freyeslebenstraße 1, 91058 Erlangen.

Erlangen mini|200px|Lageplan des Schlossgartens der Universität in Erlangen In Erlangen verteilt sich die Universität auf zwei räumliche Schwerpunkte im Bereich der Innenstadt sowie dem Stadtsüden. Daneben verfügt die FAU derzeit über zahlreiche größere und kleinere Liegenschaften verteilt über das gesamte Erlanger Stadtgebiet. Markanter Mittelpunkt der Innenstadt ist der Schlossgarten, der zur Universität gehört und sich nicht nur bei der Studentenschaft großer Beliebtheit erfreut.

In der Innenstadt und dem Norden Erlangens sind neben dem Kollegienhaus und der Universitätsverwaltung – im Erlanger Schloss – die Philosophische Fakultät, der Fachbereich Theologie und der Fachbereich Rechtswissenschaften (beide an der Bismarckstraße/Schillerstraße) sowie die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum („Nordgelände“) gelegen. Im Osten der Stadt findet sich der so genannte „Röthelheimcampus“ mit überwiegend ingenieurwissenschaftlichen Einrichtungen. Im Süden sind die Naturwissenschaftliche (Erwin-Rommel-Straße/Staudtstraße) sowie die Technische Fakultät auf dem „Südgelände“ der FAU angesiedelt. Im südlichen Stadtteil Erlangen-Tennenlohe befinden sich einzelne Einrichtungen der FAU – temporär u. a. das Institut für Geographie.

Nürnberg Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (die ehemalige „WiSo“ = Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) und der Fachbereich Erziehungswissenschaften (als Teil der Philosophischen Fakultät) befinden sich in Nürnberg. Ersterer ist im Nordosten der historischen Altstadt gelegen (Lange Gasse/Maxtormauer), die ehemalige Erziehungswissenschaftliche Fakultät (EWF), heute als „Campus Regensburger Straße“ bezeichnet, befindet sich südöstlich davon in der Nähe des Dutzendteichs. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unterhält zusammen mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ein gemeinsames Graduiertenprogramm. IAB, abgerufen am 27. Juni 2021.

Weitere Das „Zentralinstitut für Neue Materialien und Prozesstechnik“ (ZMP) der FAU ist in der Nürnberger Nachbarstadt Fürth gelegen. Weitere Außenstellen sind die Dr.-Remeis-Sternwarte in Bamberg, das universitätseigene Wassersportzentrum am Brombachsee in Pleinfeld und die „Ingolstadt-Institute“ (INI.FAU) der FAU in Ingolstadt.Website der Ingolstadt-Institute der FAU Abgerufen am 6. Mai 2015. Zwischen 2010 und 2019 verfügte die Friedrich-Alexander-Universität über einen natur- und ingenieurswissenschaftlichen Zweigcampus in der südkoreanischen Stadt Busan mit den Namen FAU Campus Busan.

Geschichte 18. Jahrhundert mini|links|hochkant|Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth mini|Die „Postei“ in Bayreuth, Gebäude der ehemaligen Academia Fridericiana mini|Einweihungsfeier der Universität am 4. November 1743 – im Vordergrund rechts die Sophienkirche, im Hintergrund die Neustädter Kirche (Universitätskirche)

Die Universität wurde 1742 durch den Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth als Academia Fridericiana (Friedrichsakademie) in Bayreuth gegründet. Am 21. Februar 1743 erhielt sie von Karl VII. den Status einer Universität. Neben den Universitäten in Altdorf und Würzburg war die Friedrichs-Universität die dritte Universität im fränkischen Raum. Bereits im November 1743 wurde sie nach Erlangen verlegt und in Räumlichkeiten der ehemaligen Ritterakademie an der Erlanger Hauptstraße untergebracht. Von Anfang an wurde der gesamte traditionelle Fächerkanon, Theologie, Rechtswissenschaften, Medizin und Philosophie, gelehrt, obwohl die Zahl der Studenten in der Anfangszeit konstant unter 200 lag. Erster Kanzler der nur mit bescheidenen Mitteln ausgestatteten Einrichtung wurde der Mediziner Daniel de Superville.

1769 fiel die Verantwortung für die Universität dem Markgrafen Karl Alexander von Brandenburg-Bayreuth und Brandenburg-Ansbach zu, der sie maßgeblich prägte und der daher zweiter Namenspatron der Universität wurde. Er stellte die Universität auf eine breitere wirtschaftliche Basis. mini|Karl Wilhelm Buirette von Oehlefeld, Mäzen der Universität Der markgräflich ansbach-bayreuthische Geheime Rat und königlich preußische Minister am Fränkischen Kreis, Karl Wilhelm, Freiherr Buirette von Oehlefeld (1724–1782), Herr auf Rittergut Wilhelmsdorf, vermachte der Universität in seinem Testament eine Stiftung von über 20.000 Gulden. Da die Vereinbarungen dazu schon vorher mit dem Markgrafen getroffen wurden, verlieh dieser Buirette dafür den erwünschten hohen Orden, das Großkreuz des Roten Adlerordens.Hans-Otto Keunecke: Mäzenatentum und Stiftungen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen 1743–1820, Erlangen 2007, S. 25–30.

19. Jahrhundert mini|Kollegienhaus: Das neobarocke Bauwerk am Rande des Erlanger Schlossgartens wurde 1889 als Erweiterung der Universität errichtet und dient bis heute als Lehr- und Repräsentationsgebäude. Nach dem Übergang Erlangens an Bayern im Jahr 1810 entging die Universität – anders als die Nürnberger Universität in Altdorf – nur deshalb der Schließung, weil sie die einzige zukünftige bayerische Landesuniversität sein würde, die eine lutherisch-theologische Fakultät besaß. Sie war somit für die Ausbildung von protestantischen Theologen im neuen Staat unerlässlich. Noch lange Zeit war die Universität lutherisch geprägt, verlor jedoch allmählich ihren ursprünglich lutherisch-konfessionellen Charakter. Auch heute hat die Friedrich-Alexander-Universität nur einen evangelisch-theologischen und keinen katholisch-theologischen Fachbereich. Eine Ausbildung im Fach Katholische Religionslehre für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschulen, als Fach im erziehungswissenschaftlichen Studium sowie als Wahlfach für Wirtschaftspädagogen ist allerdings trotzdem möglich. Zu diesem Zweck bestehen am Standort Nürnberg vier Lehrstühle, die mittlerweile zur Philosophischen Fakultät gehören, der der Fachbereich Theologie angegliedert wurde. 1818 gelangte das markgräfliche Schloss in den Besitz der Universität.