mini|Das Kreisgebiet 1940 Der Landkreis Angermünde, bis nach dem Zweiten Weltkrieg Kreis Angermünde, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand von 1817 bis 1952 in der preußischen Provinz Brandenburg und im Land Brandenburg der SBZ bzw. DDR.
Territorium Der Kreis Angermünde umfasste am 1. Januar 1945 die sechs Städte Angermünde, Greiffenberg (Uckermark), Joachimsthal, Oderberg i./Mark, Schwedt/Oder und Vierraden, 83 weitere Gemeinden und vier Forst-Gutsbezirke. Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Brandenburger Landkreisen Barnim und Uckermark.
Verwaltungsgeschichte Königreich Preußen Im Rahmen der Bildung von Provinzen und Regierungsbezirken in Preußen erfolgte mit Wirkung zum 1. April 1817 im Regierungsbezirk Potsdam der preußischen Provinz Brandenburg eine Kreisreform, bei der in der Uckermark die drei neuen Kreise Angermünde, Prenzlau und Templin gebildet wurden. Der Kreis Angermünde umfasste den Süden der Uckermark sowie die Stadt Oderberg, die bis dahin zum Landkreis Oberbarnim gehörte. Das Landratsamt befand sich in der Stadt Angermünde.
Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.
Gegen Ende der 1920er Jahre wurden nahezu alle Gutsbezirke im Kreis aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.
Deutsche Demokratische Republik
Das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 brachte zum 1. Juli 1950 umfangreiche Gebietsänderungen für den nunmehr Landkreis Angermünde genannten Kreis: Aus dem aufgelösten Landkreis Randow (Land Mecklenburg) traten die Gemeinden Biesendahlshof, Blumberg, Casekow, Damitzow, Friedrichsthal, Gartz (Oder), Geesow, Groß Pinnow, Heinrichshof, Hohenreinkendorf, Hohenselchow, Jamikow, Kummerow, Kunow, Luckow, Mescherin, Neurochlitz, Petershagen, Radekow, Rosow, Schönfeld, Schönow, Tantow, Wartin und Woltersdorf zum Landkreis Angermünde. Die Gemeinden Britz, Hohensaaten, Liepe, Niederfinow, Oderberg i./Mark und Werbellin wechselten aus dem Landkreis Angermünde in den Landkreis Oberbarnim. Die Gemeinden Bertikow, Hohengüstow und Lützlow wechselten aus dem Landkreis Angermünde in den Landkreis Prenzlau. Die Gemeinden Friedrichswalde und Parlow wechselten aus dem Landkreis Angermünde in den Landkreis Templin. Außerdem kam es 1. Juli 1950 zu einer Reihe von Eingemeindungen. Damitzow und Radekow kamen zu Tantow, Friedrichsthal zu Gartz und Neurochlitz zu Rosow.
Das Territorium des Landkreises Angermünde wurde während der DDR-Kreisreform von 1952 verkleinert. Der südliche Kreisteil mit der Stadt Joachimsthal kam zum neugebildeten Kreis Eberswalde. Die Gemeinden Blankenburg, Gramzow, Meichow, Neumeichow, Seehausen und Warnitz kamen zum Kreis Prenzlau. Das verbliebene Kreisgebiet gehörte als Kreis Angermünde bis 1990 zum Bezirk Frankfurt (Oder). Im Jahre 1961 wurde Schwedt/Oder kreisfreie Stadt.
Bundesrepublik Deutschland Die Landkreise Angermünde, Prenzlau und Templin sowie die kreisfreie Stadt Schwedt/Oder wurden 1993 zum Landkreis Uckermark zusammengeschlossen.
Kommunalverfassung bis 1945 Der Kreis Angermünde gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren fast vollständiger Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 34.896 1846 54.807 1871 63.492 1890 64.704 1900 64.556 1910 65.656 1925 66.244 1933 65.173 1939 66.138 1946 76.022 Ausschuß der Deutschen Statistiker für die Volks- und Berufszählung 1946 (Hrsg.): Volks- und Berufszählung vom 29. Oktober 1946 in den vier Besatzungszonen und Groß-Berlin. Duncker & Humblot Verlag, Berlin, München 1949. (PDF-Hinweis-Destatis.)
Landräte 1817–1832 Karl Friedrich von Wedel-Parlow (1765–1832) 1832–1844 Albert Otto von Wedel-Parlow (1793–1866) 1844–1849 Oskar von Arnim-Kröchlendorff (1813–1903) 1849–1860 Eugen von Röder (1808–1888) 1860–1885 Alexander von Buch (1814–1885) 1885–1895 Friedrich Karl von Risselmann (1832–1895) Gutsbesitzer (Crussow), kgl. preuß. Kammerherr, HauptritterschaftsdirektorGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1909. Justus Perthes, Gotha 1908, S. 632. d. KuNRiKI zu Berlin 1895–1917 Georg von Buch (1856–1924) 1917–1945 Rudolf von Erffa (1881–1972)
Städte und Gemeinden Stand 1945 Dem Kreis Angermünde gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an: Altenhof Althüttendorf Altkünkendorf Angermünde, Stadt Berkholz Bertikow Biesenbrow Blankenburg Blumenhagen Bölkendorf Briest Britz Brodowin Bruchhagen Chorin Criewen Crussow Dobberzin Felchow Flemsdorf Frauenhagen Fredersdorf Friedrichswalde Gatow Gellmersdorf Glambeck Golm Golzow Görlsdorf Gramzow Greiffenberg (Uckermark), Stadt Groß Ziethen Grünow Günterberg Heinersdorf Herzsprung Hohenfelde Hohengüstow Hohenlandin Hohensaaten Joachimsthal, Stadt Kerkow Klein Ziethen Liepe Lüdersdorf Lunow Lützlow Meichow Melzow Meyenburg Mürow Neukünkendorf Neumeichow Neuehütte Neuendorf Neugrimnitz Neuhaus Niederfinow Niederlandin Oderberg i./Mark, Stadt Parlow Parstein Passow Pinnow Polßen Sandkrug Schmargendorf Schmiedeberg Schöneberg Schönermark Schwedt a./O., Stadt Seehausen Senftenhütte Serwest Steinhöfel Stendell Stolpe a./Oder Stolzenhagen Stützkow Vierraden, Stadt Warnitz Wedelsberg Welsow Wendemark Werbellin Wilmersdorf Wolletz Zichow Zützen Daneben bestanden 1945 noch die Gutsbezirke Forst Chorin, Forst Grumsin, Forst Maienpfuhl und Forst Schorfheide.
Vor 1945 aufgelöste Gemeinden Pehlitz, am 1. April 1937 zu Brodowin Altgrimnitz, am 1. April 1938 zu Joachimsthal
Namensänderungen Der Ortsname Chorinchen wurde 1934 in Chorin geändert.
Literatur Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 2–7. Ernst Seyfert, Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 8–12. Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg. Hermann Cramer, Halle 1872–1889, Band 5, Reprint, (Faksimile), Potsdam 2011. ISBN 978-3-88372-004-3.
Weblinks
Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Territorial-Landkreis Angermünde
Einzelnachweise
Angermunde Angermunde Kategorie:Angermünde Kategorie:Geschichte (Landkreis Uckermark) Angermunde Kategorie:Aufgelöst 1952