Zschaitz-Ottewig war eine Gemeinde im Norden des sächsischen Landkreises Mittelsachsen, die von 1994 bis 2022 bestand. Sie gehörte zur Verwaltungsgemeinschaft Ostrau. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befand sich im Ortsteil Zschaitz. Auf 18,26 km² lebten 1313 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2021) verteilt auf zwölf Ortsteile. In der Gemeinde Jahnatal bildet Zschaitz-Ottewig eine Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und damit gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.

Geographie Die Gemeinde lag ca. 6 km nördlich der Stadt Döbeln und 20 km südlich von Riesa im Tal des Flüsschens Jahna zwischen den umliegenden Höhenrücken der Lommatzscher Pflege im Nordwesten.

Ortsteile waren Auterwitz, Baderitz, Dürrweitzschen, Glaucha, Goselitz, Lüttewitz, Lützschnitz, Mischütz, Möbertitz, Ottewig, Zschaitz und Zunschwitz.

Geschichte Neben 900 anderen Bodenfunden in der Lommatzscher Pflege gilt der Zschaitzer Burgberg als eines der bedeutendsten Bodendenkmale der Region. Bei Grabungen im August 2009 konnte nachgewiesen werden, dass dort im 9. Jahrhundert eine slawische Volksburg bestand (siehe auch die Liste der Burgwälle im Freistaat Sachsen). Weitere Funde in diesem Zusammenhang stammen aus der Zeit um 4000 v. Chr. (Kupfersteinzeit, Trichterbecherkultur), einer Phase, die in Sachsen ganz spärlich belegt ist. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt förderte im Fundgebiet bis 2011 ein Projekt zum Schutz von Bodendenkmalen vor agrartechnischer BeschädigungLommatzscher Pflege: Ausgrabung auf dem Zschaitzer Burgberg. In: Sächsische Zeitung Meißen, 5. September 2009 (kostenpflichtig online). und das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie wirkt mit Landverzichts- und Tauschvereinbarungen auf den langfristigen Erhalt des Denkmals hin.

Zum 1. Januar 2023 fusionierte Zschaitz-Ottewig mit Ostrau zur neuen Gemeinde Jahnatal.

Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung AuterwitzGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 01.01.1952 Eingemeindung nach Dürrweitzschen BaderitzGemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren vor 1875 Eingemeindung nach Lüttewitz DürrweitzschenStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 01.03.1994 Zusammenschluss mit Zschaitz zu Zschaitz-Ottewig GlauchaDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 01.04.1938 Eingemeindung nach Ottewig Goselitz 01.01.1969 Eingemeindung nach Zschaitz Lüttewitz (bei Döbeln) 01.07.1950 Eingemeindung nach Zschaitz Lützschnitz 01.04.1938 Eingemeindung nach Ottewig Mischütz 01.07.195001.01.1968 Eingemeindung nach Simselwitz,Umgliederung nach Zschaitz Möbertitz 01.04.1937 Eingemeindung nach Zschaitz Ottewig 01.01.1962 Eingemeindung nach Zschaitz Zschaitz 01.03.1994 Zusammenschluss mit Dürrweitzschen zu Zschaitz-Ottewig Zunschwitz 01.04.1921 Eingemeindung nach Ottewig

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 Stichtag 31. Dezember): Jahr Einwohner 1990 1.478 * 2000 1.598 2005 1.480 Jahr Einwohner 2007 1.417 2009 1.383Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: (abgerufen am 19. April 2011) 2010 1.357 2012 1.321 2013 1.311

* 3. Oktober

Politik

2022 fand in Zschaitz-Ottewig ein Bürgerentscheid zum Thema „Sind Sie mit dem Entwurf der Vereinigungsvereinbarung der Gemeinden Ostrau und Zschaitz-Ottewig einverstanden?“ statt. In beiden Gemeinden wurde eine Mehrheit erreicht und das Quorum erfüllt. Die Fusion erfolgte damit zum Jahreswechsel 2022/2023.

Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 verteilten sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Freie Wähler: 11 Sitze Einzelvorschlag: 1 Sitz

Immo Barkawitz wurde im Juni 2015 mit 99,2 % der Stimmen als letzter Bürgermeister im Amt bestätigt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)Auflösung (siehe Jahnatal)2015Immo BarkawitzFW99,2200870,32001Horst SaupeCDU99,1199493,5

Kultur und Sehenswürdigkeiten siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Jahnatal mini|Stausee Baderitz Waldstadion mit Gaststätte Naherholungszentrum mit Freilichtbühne Umweltzentrum Ökohof Auterwitz e. V. Stausee Baderitz Dorfkirche Zschaitz

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Haltepunkt Zschaitz (2022) Verkehr Durch den Westen des Gemeindegebietes führt die B 169. Die Gemeinde war auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Nord (ca. 5 km) zu erreichen. Zschaitz liegt an der Bahnstrecke Riesa–Chemnitz und wird von Elsterwerda und Chemnitz aus mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen bedient.

Öffentliche Einrichtungen 2 Kindertagesstätten

Weblinks

Einzelnachweise

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