mini|Kirche Niederstriegis
Niederstriegis ist ein Ortsteil der Stadt Roßwein im Landkreis Mittelsachsen im Freistaat Sachsen.
Geographie Niederstriegis liegt etwa 7,5 Kilometer südöstlich der Stadt Döbeln und fünf Kilometer westlich von der Altstadt Roßweins an der Einmündung der Striegis in die Freiberger Mulde.
Geschichte Im Jahr 1338 wird erstmals in einer Urkunde ein Petrus de Streguz erwähnt, der 1350 Petrus de Strigus genannt wird. Ein Hinweis darauf ist, dass das Dorf um diese Zeit bereits existierte.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band II: M–Z. Akademieverlag, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 476.Karlheinz Blaschke (Hrsg.): Historisches Ortsverzeichnis von Sachse. Neuausgabe, Leipzig 2006, ISBN 3-937209-15-8, S. 738. Der Name kommt vom Striegisfluss, an dem das Dorf liegt. Die ursprüngliche Bedeutung des Fluss-Namens ist nicht eindeutig geklärt, er ist entweder sorbischer oder älterer indoeuropäischer Herkunft.Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße. Band III, Domowina-Verlag, Bautzen 1993, S. 262 Problematisch hinsichtlich der Zuordnung von Urkunden ist die Existenz eines zweiten Ortes namens Striguz, des ab 1540 Langestrigis genannten Dorfes. Bei Niederstriegis wurde der Namenszusatz Nieder- in der Form „Nider-Strigis“ erst 1790 nachweislich verwendet.
Der Ort gehörte vor 1588 zum Amt Döbeln und kam in diesem Jahr zum kursächsischen Amt Nossen.
Die Gemeinde Niederstriegis wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2013 aufgelöst.Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2013. In: destatis.de, Statistisches Bundesamt, abgerufen am 10. April 2020. Vorher bestand sie aus folgenden Ortsteilen: Niederstriegis Mahlitzsch Grunau Hohenlauft Littdorf Otzdorf
Sie gehörte bis zur Eingemeindung in die Stadt zur Verwaltungsgemeinschaft Roßwein. Die einzelnen Ortsteile waren geprägt durch historische Gutshöfe und Herrenhäuser.
Während der Industrialisierung wurden in den in Tälern gelegenen Ortsteilen verschiedene Betriebe errichtet (Chemiewerk Aropharm in Niederstriegis, Papierfabrik in Grunau). Nach der deutschen Einheit wurden diese geschlossen.
An den ehemaligen Rittersitz in Mahlitzsch erinnert noch heute eine kleine Burgruine.
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung GrünrodaGemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen. Hrsg.: Statistisches Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren. C. Heinrich, Dresden 1904, . vor 1875 Grunau 1. Juni 1973 HohenlauftVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. Hrsg.: Ministerium des Innern des Landes Sachsen. Dresden 1952, . vor 18751. Juli 1950 Eingemeindung nach Etzdorf,Umgliederung nach Niederstriegis LittdorfStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Statistik – Gebietsänderungen. In: statistik.sachsen.de, abgerufen am 10. April 2020. 1. Januar 1994 MahlitzschDas Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden 1943, . 1. Oktober 1935 Otzdorf 1. Januar 1970 Eingemeindung nach Littdorf
Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrhof
Kirche Niederstriegis aus dem Jahr 1849 (Taufstein stammt aus dem Jahr 1588 und Flügelaltar von 1513) Pfarrhof Niederstriegis (Dreiseithof) Zweiniger Grund mit Magaretenmühle Ruine Kempe in Mahlitzsch Kalkbrüche Striegistal
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehrsanbindung Zwischen Littdorf und Otzdorf im Westen führt die B 169 an Niederstriegis vorbei. Der Ort ist auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Ost (circa 10 km) und die A 4 Anschluss Berbersdorf bzw. Hainichen (circa 15 km) zu erreichen. Auch die Bahnstrecke Borsdorf–Coswig führt durch Niederstriegis und besitzt innerhalb des Ortes einen Haltepunkt. Der Personenverkehr wurde aber im Dezember 2015 eingestellt.
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Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Niederstriegis befindet sich seit 2003 in einem neu errichteten Feuerwehrhaus, nachdem das alte Gebäude während der Flutkatastrophe 2002 komplett zerstört wurde. 2004 bekam die Feuerwehr den Dekon-P des ABC-Gefahrgutzuges Döbeln zugeordnet. Im Jahr 2007 wurde das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10/10 in Dienst gestellt und wird seit 2013 durch ein MTF ergänzt.
Persönlichkeiten August Ferdinand Axt (1796–1855), evangelischer Geistlicher und Mitglied des Sächsischen Landtags, verstorben in Niederstriegis
Literatur
Weblinks
Ortschaftsrat Niederstriegis
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Ort an der Freiberger Mulde Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gemeindeauflösung 2013 Kategorie:Roßwein Kategorie:Waldhufendorf