mini|Sommerkirche Mochau mini|Ehemaliges Bahnhofsareal der Kleinbahn Wilsdruff-Gärtitz mini|Schauanlage im ehemaligen Bahnhofsbereich von Beicha der Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz
Mochau ist ein Ortsteil der Stadt Döbeln im sächsischen Landkreis Mittelsachsen und gleichzeitig der Name der Ortschaft Mochau. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Mochau selbst, Beicha, Choren, Dreißig, Geleitshäuser, Gertitzsch, Gödelitz, Großsteinbach, Juchhöh, Kleinmockritz, Leschen, Lüttewitz, Maltitz, Markritz, Meila, Nelkanitz, Petersberg, Präbschütz, Prüfern, Schallhausen, Schweimnitz, Simselwitz und Theeschütz. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher. Ortschaft Mochau hat eine Fläche von 38,8 km³.
Geographie Das Ortsgebiet liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich der Kernstadt von Döbeln und 20 Kilometer westlich von Meißen im höchsten Teil der Lommatzscher Pflege (ca. 300 m über NN). Hier befindet sich die Wasserscheide zwischen dem Flüsschen Jahna und dem Ketzerbach.
Geschichte mini|Dorfgemeinschaftshaus Mochau
Mochau wurde im Jahr 1090 in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Heinrich I. von Eilenburg erstmals urkundlich erwähnt. Dort befand sich zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert der Sitz eines Burgwardes, der mit vier urkundlichen Erwähnungen nach 1100 einer der meistdokumentierten Burgwardbezirke in Mittelsachsen darstellt.Gerhard Billig: Die Burgwardorganisation im obersächsisch-meißnischen Raum: archäologisch-archivalisch vergleichende Untersuchungen. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden 20, Dt. Verl. der Wiss, Berlin 1989, ISBN 3-326-00489-3. S. 119–121
Mochau gehörte, wie seine heutigen Ortsteile Lüttewitz, Prüfern (anteilig) und Theeschütz, später zum kursächsischen Amt Nossen. Dabei war nur Theeschütz keine Nossener Exklave im Kreisamt Meißen.
Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Präbschütz eingegliedert.
Am 1. Januar 1996 erfolgte der Zusammenschluss mit den vormaligen Gemeinden Beicha, Choren, Lüttewitz und Mochau zur Großgemeinde Mochau. Ortsteile waren Beicha, Choren, Dreißig, Geleitshäuser, Gertitzsch, Gödelitz, Großsteinbach, Juchhöh, Kleinmockritz, Leschen, Lüttewitz, Maltitz, Markritz, Meila, Mochau, Nelkanitz, Petersberg, Präbschütz, Prüfern, Schallhausen, Simselwitz, Schweimnitz und Theeschütz.
Zum 1. Januar 2016 wurde die Gemeinde in die Nachbarstadt Döbeln eingegliedert.StBA: Gebietsänderungen im Jahr 2016
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung BeichaStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen 01.01.1996 ChorenGemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des InnerenDas Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943 01.01.187701.01.193701.07.1993 Zusammenschluss mit Niedertoppschädel zu Choren-Toppschädel, Umbenennung von Choren-Toppschädel in Choren, Zusammenschluss mit Lüttewitz-Dreißig zu Lüttewitz Choren-Toppschädel 01.01.1937 Umbenennung in Choren Dreißig 10.10.1965 Zusammenschluss mit Lüttewitz zu Lüttewitz-Dreißig GertitzschGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtVerzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen 01.07.195001.01.1974 Eingemeindung nach Theeschütz,Umgliederung von Lüttewitz, OT Theeschütz nach Choren Gödelitz, Gutsbezirk um 1922 Eingemeindung nach Beicha Großsteinbach (Nieder-) 01.01.1969 Kleinmockritz 01.07.1950 Eingemeindung nach Dreißig Leschen 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz Lüttewitz 10.10.196501.07.199301.01.1996 Zusammenschluss mit Dreißig zu Lüttewitz-Dreißig,Zusammenschluss von Lüttewitz-Dreißig und Choren zu Lüttewitz Lüttewitz-Dreißig 01.07.1993 Zusammenschluss mit Choren zu Lüttewitz Maltitz 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz Markritz 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz MeilaStatistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, 3. Auflage, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik GmbH, Berlin, 1936, Herausgeber Statistisches Reichsamt 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha Nelkanitz 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha Niedertoppschädel 01.01.1877 Zusammenschluss mit Choren zu Choren-Toppschädel Obersteinbach 01.04.1936 Eingemeindung nach Großsteinbach Obertoppschädel vor 1875 Eingemeindung nach Choren Petersberg 01.11.1935 Eingemeindung nach Lüttewitz Präbschütz 01.07.1950 Prüfern 01.07.1950 Eingemeindung nach Dreißig Schallhausen 01.01.1952 Eingemeindung nach Simselwitz Schweimnitz 01.11.1935 Eingemeindung nach Beicha Simselwitz 01.01.1968 Theeschütz 01.01.1960 Eingemeindung nach Lüttewitz miniatur|Ost-West-Forum Gut Gödelitz
Politik Im letzten Stadtrat seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilten sich die 14 Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen (in Klammern die prozentuale Stimmenverteilung bei der Wahl): Wählervereinigung Mochau (WvM): 9 Sitze (65,5 %) CDU: 4 Sitze (27,4 %) FDP: 1 Sitz (7,1 %)
Letzter Bürgermeister war Gunter Weber.
Sehenswürdigkeiten mini|Spätbarockes Schloss in Choren mini|Kirchenruine Mochau, sog. Sommerkirche Heimatstube Choren Schloss Schleinitz Ruine der Sommerkirche in Mochau Schloss Choren
Wirtschaft und Infrastruktur Höchste Priorität hatte in der Gemeinde die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes „Am Fuchsloch“. Am 15. Juni 2007 war hier der erste Spatenstich für das europäische Entwicklungszentrum von „Signet Solar“, das ab Mitte 2008 ca. 130 Mitarbeiter beschäftigte. Am 4. Juni 2010 stellte Signet Solar einen Insolvenzantrag, derzeit ist der Geschäftsbetrieb eingestellt.
Verkehr Durch die Ortsteile Choren und Juchhöh im Süden führte die B 175. Die Gemeinde war auch über die A 14 Anschluss Döbeln-Ost (etwa fünf Kilometer) zu erreichen. Bis 1969 bestanden im Ort und den Ortsteilen Simselwitz, Kleinmockritz und Beicha Stationen der ehemaligen Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz. Diese Stationen waren bedeutungsvoll während der Rübenkampagne für den Transport zur Zuckerfabrik Döbeln. Die umfangreichen Nebengebäude der Bahn sind noch gut erhalten, wie in Simselwitz das Stations- bzw. Empfangsgebäude. In Beicha befindet sich eine Schauanlage am ehemaligen Bahnhof.
Kommunale und kulturelle Einrichtungen Sportanlage Lüttewitz Turnhallen – Grundschule Mochau Kulturhaus Choren Sporthalle Choren Haus der Sachsenjugend, Mochau
Ansässige Unternehmen Solar Wagner in Choren Musikhaus Dassler in Choren Cotesa GmbH
Persönlichkeiten Wilhelm Oehmichen (1808–1884), Rittergutsbesitzer in Choren und Politiker, MdR, MdL August Hermann Kreyssig (1811–1889), über 44 Jahre Pastor in Beicha
Literatur
Weblinks
Atlas Mittelsachsen
Website der Stadt Döbeln.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Geographie (Döbeln) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gemeindeauflösung 2016