Medaillenspiegel (Endstand nach 46 Entscheidungen) Platz Land G S B Gesamt 1 10 3 4 17 2 5 4 3 12 3 4 4 4 12 4 2 2 2 6 5 2 2 1 56 2 2 – 4 2 2 – 4 8 2 1 1 4 9 2 – 3 5 10 2 – 2 4 Vollständiger Medaillenspiegel

Die 7. Leichtathletik-Weltmeisterschaften (offiziell: 7th IAAF World Championships in Athletics Sevilla 1999) fanden vom 20. bis 29. August 1999 in der spanischen Stadt Sevilla statt. Es nahmen 1821 Athleten aus 201 Ländern teil.

Überblick Die Wettkämpfe wurden im Olympiastadion ausgetragen. Die Weltmeisterschaften fanden zum ersten Mal in Spanien statt, sieben Jahre nach dem letzten Großereignis in der Leichtathletik in diesem Land, den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona.

Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot für Frauen gab es wieder Änderungen: Zwei neue Disziplinen standen auf dem Programm: der Stabhochsprung und der Hammerwurf. Im Gehen wurde die Strecke von zehn auf zwanzig Kilometer verlängert. Im Speerwurf wurde wie schon bei den Männern im Jahre 1986 ein neuer Speer mit einem nach vorne verlagerten Schwerpunkt eingeführt.

Für die Frauen gab es damit nur noch wenige Defizite im Vergleich zu den Männer-Wettbewerben. Bereich Lauf: Es fehlte noch der 3000-Meter-Hindernislauf, der erst 2005 ins Frauen-WM-Programm aufgenommen wurde. Bereich Gehen: Es fehlte das 50-km-Gehen, das 2017 ins Frauen-WM-Programm kam.

Sportliche Leistungen Auch die siebte Austragung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften war von einem hohen Leistungsniveau geprägt. Höhepunkte waren zwei Weltrekorde: Stabhochsprung Frauen – Stacy Dragila (USA): 4,60 m (Finale, Rekord egalisiert) Speerwurf Frauen – Mirela Manjani (Griechenland): 67,09 s (Finale) In acht Disziplinen gab es zehn neue Weltjahresbestleistungen: 400 Meter Hürden Männer – Fabrizio Mori (Italien): 47,72 s (Finale) Hochsprung Männer – Wjatscheslaw Woronin (Russland): 2,37 m (Finale) Dreisprung Männer – Charles Friedek (Deutschland): 17,59 m (Finale) 200 Meter Frauen – Inger Miller (USA): 21,77 s (Finale) 100 Meter Hürden Frauen – Gail Devers (USA): 12,37 s (Finale) 4 × 100 m Frauen – USA (Cheryl Taplin, Nanceen Perry, Inger Miller, Gail Devers): 42,28 s (Vorlauf) 4 × 100 m Staffel Frauen – Bahamas (Savatheda Fynes, Chandra Sturrup, Pauline Davis-Thompson, Debbie Ferguson): 41,92 s (Finale) 4 × 400 m Frauen – Russland (Natalja Scharowa, Jekaterina Bachwalowa. Tatjana Tschebykina, Swetlana Gontscharenko): 3:24,51 min (Vorlauf) 4 × 400 m Staffel Frauen – Russland (Tatjana Tschebykina, Swetlana Gontscharenko, Olga Kotljarowa, Natalja Nasarowa): 3:21,98 min (Finale) Dreisprung Frauen – Paraskevi Tsiamita (Griechenland): 15,07 m (Qualifikation) Es wurden zwölf Kontinentalrekorde in neun Disziplinen neu aufgestellt oder egalisiert: 400 Meter Männer – Sanderlei Parrela (Brasilien): Südamerikarekord in 44,37 s (Halbfinale) 400 Meter Männer – Sanderlei Parrela (Brasilien): Südamerikarekord in 44,29 s (Finale) 4 × 100 m Männer – Großbritannien (Jason Gardener, Darren Campbell, Marlon Devonish, Dwain Chambers): Europarekord in 37,73 s (Finale) 4 × 100 m Männer – Brasilien (Raphael de Oliveira, Claudinei da Silva, Édson Ribeiro, André da Silva): Südamerikarekord in 38,05 s (Finale) Hochsprung Männer – Abderrahmane Hammad (Algerien): Afrikarekord mit 2,29 m (Qualifikation) Stabhochsprung Männer – Dmitri Markov (Australien): Ozeanienrekord mit 5,90 m (Finale) Weitsprung Männer – Jai Taurima (Australien): Ozeanienrekord mit 8,35 m (Finale) 400 Meter Hürden Frauen – Nezha Bidouane (Marokko): Afrikarekord in 52,90 s (Finale) Stabhochsprung Frauen – Anschela Balachonowa (Ukraine): Europarekord mit 4,55 m (Finale, Rekord egalisiert) Diskuswurf Frauen – Olena Antonowa (Ukraine): Asienrekord mit 63,61 m (Finale) Speerwurf Frauen – Wei Jianhua (Volksrepublik China): Asienrekord mit 61,39 m (Qualifikation) Speerwurf Frauen – Wei Jianhua (Volksrepublik China): Asienrekord mit 62,97 m (Finale) Es gab vierzehn Weltmeisterschaftsrekorde in zwölf Disziplinen. Außerdem waren in 31 Disziplinen achtzig Landesrekorde und zwei Landesbestleistungen zu verzeichnen.

Erfolgreichste Sportler Ein Athlet errang drei Goldmedaillen: Maurice Greene, (USA) – 100 Meter, 200 Meter, 4 × 100 m Folgende Weltmeister waren bereits bei vorangegangenen Weltmeisterschaften siegreich: Michael Johnson, (USA) – 400 Meter: 1991 siegreich über 200 Meter, 1993 siegreich über 400 Meter / 4 × 400 m, 1995 siegreich über 200 Meter / 400 Meter / 4 × 400 m, 1997 siegreich über damit jetzt achtfacher Weltmeister Haile Gebrselassie, (Äthiopien) – 10.000 Meter: vierter Sieg in Folge Maurice Greene, (USA) – 100 Meter: zweiter Sieg in Folge, mit seinen weiteren Siegen hier über 200 Meter, und 4 × 100 m jetzt vierfacher Weltmeister Gail Devers, (USA) – 100 Meter Hürden, zweiter Sieg nach 1995, außerdem: 1993 Gold über 100 Meter, 1997 Gold über 4 × 100 m, damit jetzt vierfache Weltmeisterin Wilson Kipketer, (Kenia) – 800 Meter: dritter Sieg in Folge Iván Pedroso, (Kuba) – Weitsprung: dritter Sieg in Folge Astrid Kumbernuss, (Deutschland) – Kugelstoßen: dritter Sieg in Folge Marion Jones, (USA) – 100 Meter: zweiter Sieg in Folge, darüber hinaus 1997 siegreich über 4 × 100 m, damit jetzt dreifache Weltmeisterin Hicham El Guerrouj, (Marokko) – 1500 Meter: zweiter Sieg in Folge Abel Antón, (Spanien) – Marathon: zweiter Sieg in Folge Colin Jackson, (Großbritannien) – 110 Meter Hürden: zweiter Sieg nach 1993 Tomáš Dvořák, (Tschechien) – Zehnkampf: zweiter Sieg in Folge Cathy Freeman, (Australien) – 400 Meter: zweiter Sieg in Folge Inger Miller, (USA) – 200 Meter: 1995 siegreich über 4 × 100 m Gabriela Szabo, (Rumänien) – 5000 Meter: zweiter Sieg in Folge

Doping Bei diesen Weltmeisterschaften gab es folgende sieben Dopingfälle: Innocent Asonze, Nigeria, 100 Meter – im Vorlauf ausgeschieden / 4 × 100 m – zunächst auf Rang drei. Im Juni 1999 versäumte Asonze einen Dopingtest. Daraufhin wurden ihm seine Resultate von diesen Weltmeisterschaften aberkannt. Davidson Ezinwa, Nigeria, 100 Meter – im Halbfinale ausgeschieden. Seine Probe eines Dopingtests nach dem Halbfinale war positiv, es wurde das Eiweißhormon HCG gefunden. Daraufhin wurde er von der weiteren Teilnahme bei diesen Weltmeisterschaften ausgeschlossen – vorgesehen war sein Einsatz als Mitglied der 4-mal-100-Meter-Staffel, deren Resultat wegen der Disqualifikation seines Landsmanns Innocent Asonze schließlich aberkannt wurde.IAAF suspend Davidson Ezinwa (NGR) and disqualify Mohamed Ibrahim Aden (SOM) auf worldathletics.org 24. August 1999, abgerufen am 16. Juli 2020 Antonio Pettigrew, USA, 400 Meter, zunächst Fünfter / 4 × 400 m – zunächst auf Rang eins. Er gestand, ab 1997 Dopingmittel von Angel Heredia, einem mexikanischen Händler, bezogen zu haben, darunter Erythropoetin, auch bekannt als EPO, sowie Wachstumshormone. Daraufhin wurden ihm einige Resultate aberkannt, darunter seine beiden Ergebnisse von diesen Weltmeisterschaften. Jerome Young, USA, 400 Meter – zunächst Vierter. Er hat eine längere Dopingvergangenheit aufzuweisen bis lange nach diesen Weltmeisterschaften. Nach mehreren Verstößen unter anderem mit Erythropoetin (EPO) wurden ihm 2004 zahlreiche Medaillen und Resultate – darunter auch von diesen Weltmeisterschaften – aberkannt und eine lebenslange Sperre ausgesprochen.IAAF strips Young of more medals auf espn.com 26. Februar 2009, abgerufen am 16. Juli 2020 Mohamed Ibrahim Aden, Somalia, 1500 Meter – im Halbfinale ausgeschieden. Er wurde der Einnahme von Ephedrin überführt und disqualifiziert.Zwei Doping-Fälle bei der WM auf spiegel.de 25. August 1999, abgerufen am 16. Juli 2020 German Skurygin, Russland, 50-km-Gehen – zunächst Erster. Er wurde nachträglich wegen der Verwendung von Gonadotropinen disqualifiziert und für zwei Jahre gesperrt, seine Goldmedaille musste er wieder herausgeben.Gewinner unter Verdacht, Der Tagesspiegel 1. September 2003, abgerufen am 16. Juli 2020 Hannah Cooper, Liberia, 4 × 400 m – im Vorlauf ausgeschieden. Die Staffel Liberias wurde wegen Dopingmissbrauchs ihrer Schlussläuferin Hannah Cooper disqualifiziert.Ergebnisse im Statistics Handbook der IAAF zur WM 2019 in Doha, Doping Violations at IAAF World Championships (PDF 10,3 MB), S. 80 englisch, abgerufen am 28. Juli 2020

Resultate Männer 100 m

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Maurice Greene 9,80 2 Bruny Surin 9,84 3 Dwain Chambers 9,97 4 Obadele Thompson 10,00 5 Tim Harden 10,02 6 Tim Montgomery 10,04 7 Jason Gardener 10,07 8 Kareem Streete-Thompson 10,24 Finale: 22. August, 21:15 Uhr

Wind: +0,2 m/s

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern: – als 41. im Vorlauf mit 10,47 s ausgeschieden

In diesem Wettbewerb gab es zwei gedopte Athleten, in beiden Fällen handelte es sich um Sprinter aus Nigeria: Innocent Asonze, im Vorlauf ausgeschieden – Im Juni 1999 versäumte er einen Dopingtest. Daraufhin wurden ihm seine Resultate von diesen Weltmeisterschaften aberkannt. Ebenfalls disqualifiziert die 4 × 100 m seines Landes, in der Asonze mitgelaufen war. Die dort zunächst gewonnene Bronzemedaille musste wieder abgegeben werden. Davidson Ezinwa, im Halbfinale ausgeschieden – Seine Probe eines Dopingtests nach dem Halbfinale war positiv, es wurde das Eiweißhormons HCG gefunden. Daraufhin wurde er von der weiteren Teilnahme bei diesen Weltmeisterschaften ausgeschlossen – vorgesehen war sein Einsatz als Mitglied der nachträglich disqualifizierten 4-mal-100-Meter-Staffel.

200 m mini|hochkant=0.6|

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Maurice Greene 19,90 2 Claudinei da Silva 20,00 3 Francis Obikwelu 20,11 4 Obadele Thompson 20,23 5 Marcin Urbaś 20,30 6 Kevin Little 20,37 7 Julian Golding 20,48 Kareem Streete-Thompson Finale: 27. August, 20:00 Uhr

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern: – als 15. im Halbfinale mit 21,89 s ausgeschieden – als 27. in der Zwischenrunde mit 20,89 s ausgeschieden – als 28. in der Zwischenrunde mit 20,93 s ausgeschieden

Wind: +1,2 m/s

400 m

Platz Athlet Land Zeit (s) 1 Michael Johnson 43,18 2 Sanderlei Parrela 44,29 SR 3 Alejandro Cárdenas 44,31 4 Mark Richardson 44,65 5 Gregory Haughton 45,07 6 Jamie Baulch 45,18 DOP Jerome Young Antonio Pettigrew Finale: 26. August, 20:45 Uhr

In diesem Wettbewerb gab es zwei gedopte Athleten, in beiden Fällen handelte es sich um Läufer aus den Vereinigten Staaten: Antonio Pettigrew, zunächst Fünfter – Er gestand, ab 1997 Dopingmittel von Angel Heredia, einem mexikanischen Händler, bezogen zu haben, darunter Erythropoetin, auch bekannt als EPO, sowie Wachstumshormone. Daraufhin wurden ihm einige Resultate aberkannt, darunter seine beiden Ergebnisse von diesen Weltmeisterschaften. Jerome Young, zunächst Vierter – Er hat eine längere Dopingvergangenheit aufzuweisen bis lange nach diesen Weltmeisterschaften. Nach mehreren Verstößen unter anderem mit Erythropoetin (EPO) wurden ihm 2004 zahlreiche Medaillen und Resultate – darunter auch von diesen Weltmeisterschaften – aberkannt und eine lebenslange Sperre ausgesprochen.

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern: – als 34. im Vorlauf mit 46,43 s ausgeschieden

800 m mini|hochkant=0.6|

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Wilson Kipketer 1:43,30 2 Hezekiél Sepeng 1:43,32 3 Djabir Saïd-Guerni 1:44,18 4 Norberto Téllez 1:45,03 5 Japheth Kimutai 1:45,18 6 Andrea Longo 1:45,33 7 Kennedy Kimwetich 1:46,27 8 Nils Schumann 1:46,79 Finale: 29. August, 20:30 Uhr

Teilnehmer aus deutschsprachigen Ländern: – als 18. im Halbfinale mit 1:47,17 min ausgeschieden André Bucher – als 19. im Halbfinale mit 1:48,07 min ausgeschieden

1500 m

Platz Athlet Land Zeit (min) 1 Hicham El Guerrouj 3:27,65 2 Noah Ngeny 3:28,73 3 Reyes Estévez 3:30,57 4 Fermín Cacho 3:31,34 5 Andrés Manuel Díaz 3:31,83 6 Laban Rotich 3:33,32 7 David Lelei 3:33,82 8 Driss Maazouzi 3:34,02 Finale: 24. August, 21:10 Uhr

In diesem Wettbewerb gab es einen Dopingfall: Mohamed Ibrahim Aden, Somalia, im Halbfinale ausgeschieden – Er wurde der Einnahme von Ephedrin überführt und disqualifiziert.