Der oder die Horst ist eine leicht erhöhte, herausragende und zumeist bewachsene Stelle in Feuchtgebieten oder ein Gehölz; ebenso ist die Endung -horst als Bestandteil von Ortsnamen ein Hinweis auf ehemalige Flurformen.
Etymologie HorstHurst stm. stf. busch, gesträuch, hecke. In: Georg Friedrich Benecke, Wilhelm Müller, Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Band 1. Leipzig 1854, Nachdruck: S. Hirzel, Stuttgart 1990, Sp. 734b (woerterbuchnetz.de).horst, hurst (host), f. In: Karl Schiller, August Lübben: Mittelniederdeutsches Wörterbuch. Band 2, Kühtmann, Bremen 1875–1881, S. 304 f. (uni-heidelberg.de Digitalfacsimile). ist abgeleitet aus dem alt- und mittelhochdeutschen Wort hurst mit der ursprünglichen Bedeutung „Strauchwerk“, verwandt mit harst (vgl. Hardt „bewaldeter Hang“, „Anhöhe“, „Waldweide“). Insofern kann Horst verschiedenes bezeichnen: im allgemeinen Sinne eine Strauch- oder Gebüschgruppe eine Gruppe von Bäumen, die sich in Alter, Wuchs und Holzart von ihrer Umgebung unterscheiden und eine Einheit bilden (vgl. Hain) einen Hudewald oder – forstlich – den NiederwaldChristof Spannhoff: Rezension des Buches Die Ortsnamen des Kreises Steinfurt von Claudia Maria Korsmeier (Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2020). In: Westfälische Forschungen, Jg. 72 (2022), S. 541–545, hier S. 543. den Gesamtholzbestand eines Waldreviers, wenn dieser keinen geschlossenen Bestand bildet (vgl. Forst, Holz) einen Bult: dicht beieinander stehende Grasbüschel, die immer höher aufwachsen (Horst im heutigen botanischen Sinne) im Niederdeutschen auch den Schlag, die Stubbenflur mit Baumstrünken im Obersächsischen auch eine Erhöhung im Feuchtland („ein haufen sand oder erde, den besonders das wasser zusammengeführt hat“, wohl über den Bewuchs) Krüppelwuchsformen (vgl. Knick für Gebüsch) allgemein Ödland Dieses Wort ist in ehemaligen Sumpf-, Moorgebieten oder feuchten Niederungen ein typischer Name der Moorbesiedlung, sonst vielleicht Rodungsname oder allgemein-beschreibende Flurbezeichnung.
Varianten -host, -ost (niederdeutsch) -hurstFritz Langenbeck: Die tung- und -hurst-Namen im Oberrheingebiet. In: Alemannisches Jahrbuch. 1958, S. 51–108; alemannisches-institut.de (PDF; 3,3 MB). (auch englisch, Ewhurst, Surrey, England „Eiben-Gehölz“) Bult, niederdeutsch Donk, der entsprechende Begriff am Niederrhein wie im niederländischen Sprachgebiet
Ortsnamen Beispiele: siehe Horst (Begriffsklärung) – Übersicht über geografische Objekte namens Horst Delmenhorst („Gehölz an der Delme“) Fahlhorst, Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Freckenhorst, Ortsteil von Warendorf im Kreis Warendorf Langenhorst, Stadtteil von Ochtrup im Kreis Steinfurt Isselhorst, Stadtteil von Gütersloh („Gehölz der Gisela“ oder „des Giselher“) Kreuzhorst, NSG mit Auenwald in Magdeburg Karlshorst, Stadtteil von Berlin Havekost („Habicht-Horst“) Gamshurst, Stadtteil von Achern, im Ortenaukreis am Rande des Schwarzwaldes Legelshurst, Ortsteil von Willstätt, ebenfalls im Ortenaukreis die 24 Horste im Drömling, siehe dort Mittelalter und Neuzeit
Siehe auch andere Ortsnamen an Gewässern und in Feuchtgebieten: Werder/Wörth Ortsnamen auf -au
Einzelnachweise
Kategorie:Hydronym Kategorie:Flurname Kategorie:Insel !