Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Februar 2003.

Tagesgeschehen Samstag, 1. Februar 2003 Houston/Vereinigte Staaten: Das Space Shuttle Columbia bricht während des Landeanflugs in rund 60 km Höhe über Texas auseinander und verglüht zum Teil. Die Trümmer gehen über den Südstaaten der Vereinigten Staaten nieder. Die sieben Besatzungsmitglieder der Mission STS-107 haben keine Chance zu überleben. New York/Vereinigte Staaten: Deutschland übernimmt für einen Monat den Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Bundeskanzler Gerhard Schröder gab im Vorfeld die Leitlinie aus, dass sich Deutschland in keinem Fall an einem Irakkrieg beteiligen werde, für den andere Mitglieder des Sicherheitsrats werben. Simbabwe: Beim Zusammenstoß eines Personenzuges mit einem Güterzug im Nordwesten Simbabwes sterben 40 Menschen.

Sonntag, 2. Februar 2003 mini|150px|Christian Wulff Baikonur/Kasachstan: Vom Kosmodrom Baikonur startet ein unbemannter russischer Progress-Transporter an der Spitze einer Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation. Hannover/Deutschland: Bei der niedersächsischen Landtagswahl verliert die SPD mit Ministerpräsident Sigmar Gabriel ihre Regierungsmehrheit. Designierter Nachfolger ist der CDU-Spitzenkandidat Christian Wulff. Er strebt eine Koalition mit der FDP an. Lissabon/Portugal: Erstmals seit 25 Jahren spielt die deutsche Handballnationalmannschaft der Männer um den Gewinn der Weltmeisterschaft. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand verliert das Finale der WM in Portugal mit 31:34 gegen Kroatien und ist damit Vizeweltmeister. Prag/Tschechische Republik: Die Amtszeit Václav Havels als Präsident ist nach zweimal fünf Jahren abgelaufen. Ein Amtsnachfolger steht zunächst noch nicht fest. Wiesbaden/Deutschland: Bei der hessischen Landtagswahl erringt die CDU die absolute Mehrheit. Die bisher mitregierende FDP geht in die Opposition.

Montag, 3. Februar 2003 Jakarta/Indonesien: Bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Polizei werden ein Gebäude und zwei Autos beschädigt. Menschen kommen nicht zu Schaden. Venezuela: Die Opposition erklärt offiziell das Ende des seit 63 Tagen andauernden Generalstreiks. Zonguldak/Türkei: Beim Untergang des russischen Frachtschiffs Strelets im Schwarzen Meer sterben mindestens acht Besatzungsmitglieder.

Dienstag, 4. Februar 2003 mini|150px|Für Serbien und Montenegro steht diese neue Flagge zur Wahl Belgrad/Serbien und Montenegro: Die Bundesrepublik Jugoslawien ist ab heute eine so genannte „Staatenunion von Serbien und Montenegro“. Damit sind Montenegro und Serbien fortan „selbständige“, aber nicht völkerrechtlich souveräne Staaten. Montenegro war bereits zwischen 1878 und 1916 unabhängig. Diesen Status streben viele Politiker des Landes weiterhin an. Das serbisch-montenigrische Parlament beschließt außerdem die Einführung einer neuen Flagge für die Staatenunion und will noch in diesem Jahr über die eingehenden Vorschläge abstimmen. Berlin/Deutschland: Martina Gedeck und Jürgen Vogel werden als beste deutsche Schauspieler mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Düsseldorf/Deutschland: Die FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag stimmt knapp gegen einen Ausschluss von Jürgen Möllemann. 15 Abgeordnete stimmten für einen Ausschluss, 16 Stimmen wären erforderlich gewesen. Le Touquet/Frankreich: Der britische Premierminister Tony Blair scheitert im Seebad Le Touquet bei dem Versuch, den französischen Präsidenten Jacques Chirac zu überzeugen, seine Haltung zum Irak-Konflikt zu ändern. Chirac spricht sich auch weiterhin für eine Fortsetzung der UN-Inspektionen aus. Sialkot/Pakistan: Durch die Explosion von in Seecontainern verladenen Feuerwerkskörpern sterben 17 Menschen, darunter zwei Kinder einer anliegenden Schule.

Mittwoch, 5. Februar 2003 New York/Vereinigte Staaten: Auf der Sitzung des Weltsicherheitsrats zur Irak-Krise legt US-Außenminister Colin Powell dem Gremium Abhörprotokolle und Satellitenfotos vor, die beweisen sollen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen vor den UN-Inspektoren versteckt. Nürnberg/Deutschland: Die Bundesanstalt für Arbeit gibt bekannt, dass die Arbeitslosigkeit im Januar auf mehr als 4,6 Millionen gestiegen ist und damit den höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht hat.

Donnerstag, 6. Februar 2003 Berlin/Deutschland: Die 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden mit dem Film Chicago des amerikanischen Regisseurs Rob Marshall eröffnet. Ehrwald/Österreich: In der Talstation der Tiroler Zugspitzbahn bricht ein Feuer aus. Durch den Schaden fällt die Seilbahn mehrere Monate aus.

Freitag, 7. Februar 2003 München/Deutschland: Beginn der 39. Münchner Sicherheitskonferenz, an welcher auch der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld teilnimmt. Moskau/Russland: Die russische Regierung spricht sich trotz starkem Druck gegen eine UN-Resolution für einen Irak-Krieg aus. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: US-Präsident George W. Bush ordnet wegen steigender Terror-Gefahr die zweithöchste Alarmstufe „Orange“ an.

Samstag, 8. Februar 2003 Australien: Rund 750 nackte Frauen demonstrieren gegen einen Irak-Krieg. Sie bilden aus ihren Körpern die Worte „No War“. Hamburg/Deutschland: Der Zeitschrift Der Spiegel zufolge arbeiten Deutschland und Frankreich an einem alternativen Plan, um den Irak komplett zu entwaffnen. Dazu sollen UNO-Blauhelmsoldaten die Kontrolle des Landes übernehmen. London/Vereinigtes Königreich: Das Dossier, das am 3. Februar von der britischen Blair-Regierung vorgelegt wurde, um die unmittelbare Gefahr zu dokumentieren, die vom Irak ausgehe, basiert Channel 4 News zufolge stellenweise wörtlich auf einer zwölf Jahre alten Arbeit eines kalifornischen Studenten. München/Deutschland: Mit den Worten „I am not convinced“ () begründet Bundesaußenminister Joseph Fischer auf der 39. Münchner Sicherheitskonferenz die mangelnde Bereitschaft der Bundesrepublik, die Vereinigten Staaten bei einer Invasion in den Irak zu unterstützen.

Sonntag, 9. Februar 2003 Belgien, Russland: Beide Staaten wollen den deutsch-französischen Vorstoß zur Abrüstung des Iraks unterstützen. Er soll am kommenden Freitag dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt werden. Berlin/Deutschland: Der Präsident Russlands Wladimir Putin trifft zu einem Besuch ein, um gemeinsam mit Bundespräsident Johannes Rau die „Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/2004“ zu eröffnen. Indien: Die indische Regierung beginnt mit einer groß angelegten Impfkampagne gegen Poliomyelitis, bei der innerhalb von sechs Tagen rund 160 Mio. Menschen geimpft werden sollen. Kapstadt/Südafrika: Der achte Cricket World Cup beginnt.

Montag, 10. Februar 2003 Brüssel/Belgien: Der NATO-Rat hat sich auch in einer zweiten Sondersitzung nicht auf Planungen zum Schutz der Türkei im Fall eines Irak-Krieges einigen können. Belgien und Frankreich halten am Veto gegen den Antrag der Vereinigten Staaten fest, der Einspruch wird von Deutschland unterstützt; damit ist das am 6. Februar eingeleitete Schweigeverfahren angehalten. Kabul/Afghanistan: Deutschland und die Niederlande übernehmen das Kommando der Internationalen Schutztruppen in Afghanistan ISAF.

Mittwoch, 12. Februar 2003 Doha/Katar: Der Rundfunkveranstalter Al Jazeera veröffentlicht eine Tonbandaufnahme, auf der offenbar die Stimme des staatenlosen Terroristen Osama bin Laden zu hören ist, der sich als Urheber der Anschläge am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten zu erkennen gibt. Frankreich, Vereinigte Staaten: Der französische Vorschlag, die Zahl der UN-Waffeninspekteure im Irak zu erhöhen, wird von den Vereinigten Staaten zurückgewiesen. Enthalten waren im Vorschlag auch eine stärkere Luftüberwachung des Iraks und ein dauerhafter UNO-Koordinator in Bagdad. Irak: Vizepräsident Taha Yassin Ramadan bezichtigt die Vereinigten Staaten, die Welt mit dem erwarteten Krieg gegen sein Land in eine „große Katastrophe“ zu stürzen. New York/Vereinigte Staaten, Wien/Österreich: Die Internationale Atomenergieorganisation schaltet im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Der Senat und das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten haben sich beide dafür ausgesprochen, das vom Verteidigungsministerium geplante Überwachungsprogramm TIA (Total Information Awareness) nicht gegen die eigenen Bürger einzusetzen. Außerhalb der Vereinigten Staaten soll es jedoch eingesetzt werden. Dabei spielen gesetzliche Bedingungen anderer Staaten keine Rolle. BerliOS-OpenFacts, die freie Wissensdatenbank über Open-Source-Software, die auf der Basis eines Wiki funktioniert, wird ins Internet gestellt.

Donnerstag, 13. Februar 2003 Berlin/Deutschland: Der Bundestag stimmt über einen Entschließungsantrag der oppositionellen Unionsparteien zur militärischen Unterstützung der Vereinigten Staaten im Irakkrieg ab. Die Mehrheit der Parlamentarier lehnt den Antrag ab und stärkt die Irak- und Außenpolitik von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der die Irak-Invasion der Vereinigten Staaten kritisiert. Brüssel/Belgien: Das Föderale Parlament stellt die eingetragenen Partnerschaften homosexueller Paare mit der Zivilehe gleich. Das Recht auf die Adoption von Kindern wird Homosexuellen nicht eingeräumt. London/Vereinigtes Königreich: Laut der Tageszeitung The Times ergab eine Untersuchung von Waffenexperten der Vereinten Nationen, dass die Reichweite des irakischen Raketentyps Al-Samoud-2 jenseits der erlaubten 150 km liegt.

Freitag, 14. Februar 2003 Bolivien: Die Proteste gegen die Sparpolitik von Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada haben offenbar ein Ende gefunden, nachdem der Präsident seinen Kurs änderte. Der Streik der Polizei und darauf folgende Militäreinsatz forderte 22 Tote und 102 Verletzte. Korea: Erstmals seit Jahrzehnten können Südkoreaner auf dem Landweg nach Nordkorea reisen. 20 Busse mit knapp 500 Passagieren fahren in den Norden. Die Öffnung wurde bereits 2000 beschlossen, aber immer wieder verzögert. Melbourne/Australien: In Melbourne gehen weit über 100.000 Menschen gegen die Irak-Politik George W. Bushs auf die Straße. New York/Vereinigte Staaten: Der Bericht von Hans Blix vor dem UN-Sicherheitsrat bringt keine Verstöße gegen die Resolution 1441 zu Tage; Blix spricht auch Bedenken in Hinblick auf die Präsentation des US-Außenministers Powell vom 5. Februar aus, zugleich ermahne er den Irak, die noch fehlenden Nachweise für den Verbleib seiner Waffen nachzureichen. Russland und Frankreich bekräftigen ihren Friedenskurs und Russland spricht sich nochmals gegen eine weitere Resolution aus. Vereinigte Staaten: Die Untersuchungskommission zum Unglück der Raumfähre Columbia teilt als vorläufiges Ergebnis ihrer Ermittlungen mit, dass ein Riss oder Bruch im Hitzeschild des linken Flügels zum Auseinanderbrechen des Orbiters führte. Vereinigtes Königreich: Das mit Hilfe von drei unterschiedlichen lebendigen Schafen gezüchtete („geklonte“) Schaf Dolly wird im Alter von sechs Jahren eingeschläfert. Es litt u. a. an einer Lungenkrankheit.

Samstag, 15. Februar 2003 mini|150px|Londoner Innenstadt am 15. Februar 2003 Berlin/Deutschland: Die Jury der 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin zeichnet den Film In This World von Regisseur Michael Winterbottom als besten Beitrag des Festivals mit dem Goldenen Bären aus. Deutschland: Gegen Hewlett-Packard läuft eine Datenschutzuntersuchung. Die Firma beansprucht in einer „Erklärung“, die bei der Installation des Treibers angezeigt wird, die Rechte an den Verbrauchs- und Statusdaten des Druckers. Der Anwender wird dabei nicht gefragt, ob er mit der Übermittlung der Daten über das Internet einverstanden ist. Kourou/Französisch-Guyana: Der letzte Start einer Ariane 4 Rakete verlief erfolgreich. Die Nachfolgerin Ariane 5 hingegen bereitet immer noch Probleme und sorgt für Abstürze.