Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Abendstraße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: ?
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Abendstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Benannt nach der Tageszeit Abend. In der Nachbarschaft befinden sich noch die Morgenstraße und die Mittagstraße. Früher gab es auch noch die Mitternachtsstraße. Diese vier Straßen umschlossen den im 19. Jahrhundert neu geplanten und erbauten Ort Neue Neustadt, wobei jede dieser Straßen nach der entsprechenden Himmelsrichtung benannt wurde. Die Abendstraße lag im Westen (Sonnenuntergang) und erhielt daher ihre Bezeichnung.
Abendstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: ?
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Ackendorfer Straße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Benannt nach dem Dorf Ackendorf im Landkreis Börde. In der Nachbarschaft dieser Straße finden sich mehrere Straßen, die Ortsbezeichnungen dieser Gegend tragen (Jersleber Straße, Vahldorfer Straße etc.).
Ackerstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Vormals: Ackerstraße Gustav-Nachtigal-Straße (Bereich zwischen Leipziger Straße und Buckauer Straße von 1935 bis 1946) Heute: Cochstedter Straße (Bereich nördlich des Fermersleber Weg)
Die Benennung der Straße könnte 1887 erfolgt sein und dürfte sich an die ursprüngliche Nutzung des Gebietes für die Landwirtschaft angelehnt haben.
Adalbertstraße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Heute: Büchnerstraße
Diese Straße war nach dem Begründer der deutschen Marine Prinz Adalbert von Preußen benannt. In der Zeit der DDR wurde sie umbenannt.
Adele-Elkan-Straße; Stadtteil Prester; PLZ 39114 Die Benennung der Straße erinnert an die in Magdeburg geborene deutsche Schriftstellerin Adele Elkan (1884–1943). Die Benennung wurde am 16. Oktober 2006 beschlossen. Zeitgleich wurden auch drei benachbarte Straßen (Christa-Johannsen-Straße, Ilse-Voigt-Straße und Willy-Rosen-Straße) nach Künstlern benannt. Alle Straßen entstanden neu auf einem ehemaligen Kasernengelände und dienen zur Erschließung der dort geplanten Wohnbebauung. Mit der Benennung nach Künstlern sollte die Benennungsreihe der bereits einige Jahre zuvor neu errichteten benachbarten Straßen fortgesetzt werden. Dort waren Schriftsteller geehrt worden.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 315/06 vom 31. Juli 2006.
Adelheidring; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Ringstraße
Benannt nach der deutschen Kaiserin Adelheid von Burgund.
Adersstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Heute: Oldenburger Straße
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Adolf-Hitler-Brücke; Stadtteile Buckau und Werder; PLZ 39104 und 39114 Vormals: Sternbrücke Heute: Sternbrücke
Die Brücke über die Elbe war während der Zeit des Nationalsozialismus nach Adolf Hitler benannt. Die Brücke wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges im April 1945 von der sich nach Osten vor den US-amerikanischen Verbänden zurückziehenden Wehrmacht gesprengt. Die verbliebenen Trümmer und die bedeutungslos gewordene Zufahrt wurden dann in "Sternbrücke" umbenannt. Fast 60 Jahre blieben die Reste der Brücke stehen. Zwischen 2002 und 2005 wurde die Sternbrücke wiederaufgebaut.
Adolf-Hitler-Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Später: Ernst-Thälmann-Straße Heute: BirkenalleeMagdeburger Stadtpläne von 1940, 1952, 1993
In der Zeit des Nationalsozialismus war diese Straße nach Adolf Hitler benannt.
Adolf-Hitler-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Richard-Dembny-Straße
In der Zeit des Nationalsozialismus war diese Straße nach Adolf Hitler benannt.
Adolf-Jentzen-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach dem 1899 in Klein Ottersleben geborenen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Adolf Jentzen.
Adolfstraße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Schon als Fermersleben 1910 nach Magdeburg eingemeindet wurde, trug die Straße diesen Namen. Die Namensgebung dürfte auf den Vornamen Adolf zurückgehen. Eine konkrete Person stand bei der Benennung wohl nicht Pate.
Adolph-Kolping-Platz; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Benannt nach dem katholischen Priester und Begründer katholischer Gesellenvereine Adolph Kolping. Die Benennung erfolgte per Stadtratsbeschluss vom 6. Dezember 2001 und beruhte auf einem Wunsch des Kolpingwerkes, welches ein nahe gelegenes Grundstück erworben hatte. Einen sachlichen Grund zur Benennung des zuvor als Kreuzung Sieverstorstraße/Letzlinger Straße bezeichneten Bereichs gab es nicht. Die "Namensgebung auf Bestellung" stieß im Stadtrat auch auf Kritik.
Agneswerder; Stadtteil Industriehafen; PLZ 39126 Seit 1912 gibt es diese Straße. Der Name dürfte auf das Agnetenkloster zurückgehen. Vermutlich stand die in der Nähe der Elbe gelegene Fläche (Werder) vormals im Eigentum dieses Klosters.
Agnetenstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Die Benennung erinnert an das ehemals in dem Stadtteil gelegene Agnetenkloster.
ehemalige Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Hochhaus Agnetenstraße, elfgeschossiges Wohnhaus mit 72 Wohnungen, erbaut 1962/1963, jedoch noch nicht in industrieller Bauweise. 2005 wurde das Gebäude abgerissen.
Agrarstraße; Stadtteile Alt Olvenstedt und Großer Silberberg; PLZ 39130 Vormals: Ebendorfer Straße (südlicher Teil) (bis 1979) Ebendorfer Chaussee (nördlicher Teil) (bis 1979)
Nach der Eingemeindung Olvenstedts nach Magdeburg 1979 machte sich eine Umbenennung erforderlich, da die Ebendorfer Straße und die Ebendorfer Chaussee auch in Magdeburg bestanden. Um an die vor allem durch die Landwirtschaft geprägte Geschichte Olvenstedts zu erinnern, erhielt die Straße die Bezeichnung Agrarstraße.
Ahornweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Vormals: südlicher Teil: Berthold-Privatweg Platanenweg (bis 1960)
Benannt nach dem Laubbaum Ahorn.
Akazienstraße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Seit 1904 ist diese Straße nach der Pflanzengattung Akazie benannt.
Akazienweg; Stadtteil Beyendorf-Sohlen; PLZ 39122 Benannt nach der Pflanzengattung Akazie.
Akener Weg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Vormals: Windhuker Weg (bis 1946)
Benannt nach der westlich von Dessau in Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Aken (Elbe).
Albert-Dankert-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Coburger Straße (bis 1950/51)
Diese Straße wurde nach dem in der Arbeitersportbewegung engagierten, in Ottersleben geborenen Albert Dankert benannt.
Albert-Fischer-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach dem Hymnologen und evangelischen Pfarrer Albert Fischer.
Albert-Hößler-Straße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Heute: Springe
Diese Straße war in der Zeit der DDR nach dem Kommunisten und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Albert Hößler benannt.
Albert-Kuntz-Straße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Vormals: Dirschauer Straße Heute: Bauhausstraße
In der Zeit der DDR war diese Straße nach dem KPD-Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Albert Kuntz benannt.
Albert-Löber-Privatweg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Heute: ?
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Albert-Schweitzer-Straße; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 1975 beschloss die Magdeburger Stadtverordnetenversammlung, die im neu errichteten Wohngebiet Neustädter See entstandene Straße nach dem Arzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer zu benennen. Der Beschluss wurde 1976 umgesetzt.
Albert-Uffenheimer-Platz; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Diese Straße ist seit 2001 nach dem Arzt Albert Uffenheimer benannt.
Albert-Vater-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Steinkuhlenstraße Hindenburgstraße Landsbergstraße (bis 1964)
Benannt nach dem KPD-Politiker Albert Vater. Die Straße wurde häufig aus politischen Gründen umbenannt. Nachdem der ursprüngliche Name "Steinkuhlenstraße" der politischen Benennung "Hindenburgstraße" (siehe dort) weichen musste, wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges der ebenfalls politische Name "Landsbergstraße" (siehe dort) gewählt. Noch in der Zeit der DDR erfolgte 1964 jedoch eine erneute Umbenennung, diesmal nach Albert Vater. Dies ist insofern bemerkenswert, als Albert Vater 1921 wegen Hochverrats im Zusammenhang mit einer Geiselnahme im Jahre 1919 am Reichsjustizminister Otto Landsberg (SPD) angeklagt war. In der Zeit nach dem Ende der DDR behielt man den Namen "Albert-Vater-Straße" bei.
Albinmüllerweg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach dem Architekten und Maler Albin Müller, der unter dem Künstlernamen "Albinmüller" auftrat. Die Benennung erfolgte durch den Stadtrat am 8. Juni 2000, war jedoch umstritten. Die Treuhandliegenschaftsgesellschaft mbH (TLG) wollte ein neues Wohngebiet mit 9 neuen Straßen erschließen. Die TLG schlug zur Benennung im Wesentlichen Magdeburger Künstler, so auch Albin Müller, vor. Hiergegen wandte sich die Bürgerinitiative "Bürger für Ottersleben" e. V. Sie schlug alte Flurbezeichnungen und dörfliche Begriffe zur Benennung vor. Der Albinmüllerweg sollte danach "Zum Brachfeld" heißen. Die CDU-Ratsfraktion brachte einen entsprechenden Änderungsantrag in den Stadtrat ein. Zur Begründung hieß es Benennungen nach Personen seien in dem Gebiet eher unüblich und es fehle eine Verbindung zu Ottersleben. Der Änderungsantrag fand im Kommunal- und Rechtsausschuss eine Mehrheit. Im Stadtrat wurde der Antrag jedoch abgelehnt, so dass die Straße nach Albin Müller benannt wurde.
Albrecht-Thaer-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Heinrich-Heine-Straße
Benannt nach dem Begründer der modernen Agrarwissenschaft Albrecht Daniel Thaer.
Albrechtstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Albrechtstraße Bruno-Strutz-Straße (bis 1992)
Die Benennung der Straße erinnert an Albrecht von Brandenburg, der von 1513 bis 1545 Erzbischof in Magdeburg war. Dies gilt jedoch erst seit 1992. Die ursprüngliche Benennung als Albrechtstraße bezog sich auf den preußischen General und Bruder des Kaisers Wilhelm I., Prinz Albrecht von Preußen.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 7, ehemalige Guericke-Schule und heutige Wilhelm-Raabe-Schule, Schulkomplex (vormals größte Lehranstalt in Preußen), gebaut 1871 bis 1874.
Alemannstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Heute: Schinkelstraße (östlicher Teil, seit 1931)
Die Straße wurde 1899 nach Mitgliedern der alten Magdeburger Ratsherrenfamilie Alemann benannt. Ursprünglich gehörte auch die Schinkelstraße östlich der Lüneburger Straße dazu, die jedoch seit 1931 als eigene Straße geführt wird.Straßenbezeichnung In: Volksstimme. 30. August 1931.
Alexander-Puschkin-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Schrotestraße (bis 1949)
Benannt nach dem russischen Schriftsteller Alexander Puschkin.
Alexanderstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Die Straße wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem russischen Zaren Alexander I. benannt. Bei der Namengebung dürfte die Tatsache, dass Alexander I. im Krieg gegen Napoleon ein deutscher Verbündeter war und die Neue Neustadt, mit ihr die Alexanderstraße, angelegt werden musste, da auf Napoleons Befehl die Alte Neustadt weitgehend abgerissen wurde, eine wichtige Rolle gespielt haben.
Alfredstraße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Heute: Paul-Schreiber-Straße
Diese Straße entstand in den Jahren 1910 und 1911 durch den Bauverein der Grusonwerk-Beamten und diente der Schaffung kostengünstiger Wohnhäuser mit Garten für Mitarbeiter der Friedrich Krupp AG Grusonwerk. Insgesamt entstanden 29 Ein- und Zweifamilienhäuser in 3 Straßen. Die Straßen erhielten Namen von Mitgliedern der Familie Krupp. Die Alfredstraße war daher Alfred Krupp gewidmet. Die anderen Straßen waren die Barbarastraße und Berthastraße.
Alfried-Privatweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120