Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.

Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Babelsberger Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Vormals: Friedrichstraße Babelsbergstraße

Die Straße wurde 1930 nach dem Schloss BabelsbergMagdeburger Adreßbuch 1939 in Babelsberg, einem heutigen Stadtteil der Stadt Potsdam, benannt. Heute wird die Benennung häufig eher auf den Stadtteil Babelsberg selbst zurückgeführt.Magdeburger Volksstimme vom 29. September 2006 Für diese Bedeutungsänderung spricht auch die veränderte Schreibweise des Straßennamens.

Bachstelzenweg; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Diese Straße wurde im Jahr 2001 nach der Vogelart Bachstelze benannt. Bei der Benennung der im Zuge der Erschließung eines neuen Wohngebietes entstandenen Straße orientierte man sich an der Namenswahl der benachbarten Straßen, die ebenfalls nach Vögeln benannt sind.

Bachstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Sebastian-Bach-Straße

Benannt nach dem deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach.

Bäckergasse; Stadtteil Beyendorf-Sohlen; PLZ 39122 Der Straßenname rührt von einer hier ursprünglich bis 1973/1974 einmal befindlichen Bäckerei her. Betreiber der Bäckerei waren nacheinander zumindest Julius Hansen, Weinhauer, Richard Lichtenberg, Kurt Hermann und Burkhard Körtge. Die Straße selbst war ursprünglich ein Feldweg. Aufgrund ihrer tiefen Lage war jedoch bereits früh die Bezeichnung Gasse aufgekommen. Anfang der 1990er Jahre wurde die Straße gepflastert.

Bäckerstraße; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Heute: ?

In dieser Straße befand sich eine Bäckerei. Im Adressbuch von 1916 wird ein Bäckermeister Münchmeyer aufgeführt.

Bäckerstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Backhausstraße (ab 1952)

Der Name der Straße ging wohl auf zwei hier ursprünglich in der Nähe befindliche Backstuben zurück (siehe Backhausstraße). Im Zuge der Eingemeindung Otterslebens nach Magdeburg wurde sie 1952 umbenannt, da es in Magdeburg bereits eine Bäckerstraße gab.

Bäckerstraße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Der Name der Straße bestand bereits vor 1910 und geht möglicherweise auf eine hier einmal befindliche Bäckerei zurück.

Backhausstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Bäckerstraße (bis 1952)

In der Nähe dieser Straße gab es ursprünglich zwei Backstuben, die wohl zur Benennung als Bäckerstraße und später Backhausstraße führten. Ein altes Backhaus ist für die Adresse Breite Straße Nr. 51/52 erwähnt. Es war ursprünglich das wohl als Spielhaus bezeichnete Gebäude, welches später zum Backhaus umgebaut wurde. Neben der Backstube enthielt es auch eine Stube für den Nachtwächter bzw. den Dorfknecht. Als erster Gemeindebäcker ist Heinrich Bauermeister für die Zeit von 1684 bis 1704 überliefert. Die Gemeinde verpachtete das Backhaus. Dies brachte zum Beispiel 1800 ungefähr 76 Taler ein. 1832 wurde es an den Bäckermeister Andreas Bauermeister verkauft. Bis dahin waren hier 13 Bäckermeister tätig gewesen. Ein zweites Backhaus hatte die Gemeinde 1787 in der Rosenstraße Nr. 1 errichtet. Auch hier erfolgte eine Verpachtung. Nacheinander pachteten vier Bäcker das Gebäude, bis es 1832 an Johann Joachim Frebel verkauft wurde. Später gab es auch direkt in der Backhausstraße einen Bäcker Schulze. Diese Bäckerei schloss in der Zeit der DDR. Die Straße wurde im Zuge der Eingemeindung Otterslebens nach Magdeburg 1952 umbenannt, da es in Magdeburg bereits eine Bäckerstraße gab.

Badeleber Straße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Diese Straße wurde 1966 nach dem südöstlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Badeleben benannt.

Badestraße; Stadtteil Werder; PLZ 39114 Der Name der Straße dürfte auf die hier ursprünglich befindliche Flussbadeanstalt Katerbowsche Badeanstalt zurückgehen. Die Benennung der Straße erfolgte vermutlich bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Badeteichstraße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Die Straße erhielt 1932 ihren Namen. Der Name rührt von einem ursprünglich in der Nähe bestehenden alten Arm der Elbe her, der als Badeteich genutzt wurde. Dieser ursprünglich eine Flussschleife darstellende Elbarm war bei einer Begradigung des Flusslaufes im Jahr 1788 entstanden und erstreckte sich im Bereich zwischen heutige Badeteichstraße und Forsthausstraße bis hin zu sumpfigen Gebieten im Rothenseer Busch. Nach und nach setzte eine Verlandung und Überbauung ein.

Baenschstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Diese heute nicht mehr bestehende Straße verband die Otto-von-Guericke-Straße mit der Bahnhofstraße und befand sich zwischen der südlicher gelegenen Franckestraße und der nördlich gelegenen Hasselbachstraße. Benannt war diese Straße nach dem Magdeburger Verleger und Kommerzienrat Friedrich Robert Emanuel Baensch.

Bahnhofstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Nördlicher Teil seit 2003: Willy-Brandt-Platz

Diese Straße verläuft östlich am Magdeburger Hauptbahnhof vorbei und erhielt daher 1873 ihren Namen. Das nördliche Teilstück der Straße, im Volksmund als Bahnhofsvorplatz bezeichnet, wurde 2003 in Willy-Brandt-Platz umbenannt. Die Umstände der Umbenennung waren in der Öffentlichkeit und im Stadtrat umstritten. Vorausgegangen war eine Absprache zwischen den Ratsfraktionen von CDU und SPD. Die CDU-Fraktion wünschte die Benennung eines zentralen Platzes nach Konrad Adenauer und bot daher der SPD die Zustimmung zur Benennung nach Willy Brandt an, soweit diese auch Konrad Adenauer mittrage. Weil dadurch eine Mitsprache der Öffentlichkeit ausgeschlossen war und die Benennung nach Adenauer auf Widerstand stieß, regte sich heftige Kritik.

Bahnikstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Vormals: Nordstraße

Diese Straße wurde 1948 nach dem Kommunisten und Antifaschisten Wilhelm Bahnik benannt.

Bahnstraße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Vormals: Mühlenweg

Die Straße verläuft parallel zu einem Teilstück der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig und erhielt daher diesen Namen.

Bahrendorfer Straße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39112 Vormals: Ottersleber Straße (bis 1910)

1910 benannt nach dem südlich von Magdeburg in der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Bahrendorf.

Bakestraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Diese Straße wurde 1901 nach dem Theologen und Pfarrer am Magdeburger Dom Reinhard Bake benannt.

Baldur-von-Schirach-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Frankefelde

Diese Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus nach dem NSDAP-Politiker Baldur von Schirach benannt.

Ballenstedter Straße; Stadtteile Lemsdorf und Ottersleben; PLZ 39118 Vormals: Wanzleber Straße (bis 1910)

Diese Straße wurde 1910 nach der südöstlich von Quedlinburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Ballenstedt benannt.

Banckstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Heute: Curiestraße

Diese Straße war nach dem Magdeburger Kaufmann und Bankier Heinrich Ludwig Banck benannt. Banck gehörte ursprünglich das Gelände auf dem diese Straße und das umliegende Wohngebiet entstand. Auch das Wohngebiet trug daher ursprünglich den Namen Banck’sche Siedlung und wird heute als Curiesiedlung bezeichnet.

Bandstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Diese Straße entstand 1852 als neue Verbindungsstraße zwischen Breitem Weg und Fabrikenstraße, der späteren Franziskaner Straße, innerhalb der Magdeburger Altstadt. Den Namen erhielt die Straße wegen einer dort befindlichen Bandfabrik. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet durch Luftangriffe schwer zerstört. Im Rahmen des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus wurde diese Straße überbaut. Die Straße war schräg gegenüber dem heutigen Haus des Lehrers auf der westlichen Seite des Breiten Wegs, etwas nach Süden versetzt. An der Stelle befindet sich heute ein 10-geschossiges in Plattenbauweise errichtetes Gebäude.

Bandwirkerstraße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Die Straße wurde im Jahr 1954 vermutlich nach der Berufsgruppe der Bandwirker benannt.

Barbarastraße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Heute: Louis-Braille-Straße

Diese Straße entstand in den Jahren 1910 und 1911 durch den Bauverein der Grusonwerk-Beamten und diente der Schaffung kostengünstiger Wohnhäuser mit Garten für Mitarbeiter des Krupp-Grusonwerkes. Insgesamt entstanden 29 Ein- und Zweifamilienhäuser in 3 Straßen. Die Straßen erhielten Namen von Mitgliedern der Familie Krupp. Die Barbarastraße war der jüngsten Tochter Friedrich Alfred Krupps Barbara Krupp gewidmet. Die anderen Straßen waren die Alfredstraße und Berthastraße.

Barbyer Weg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Vormals: Togoweg (bis 1946)

1946 benannt nach der südöstlich von Schönebeck an der Elbe in Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Barby.

Barlachstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Benannt nach dem Bildhauer, Grafiker und Dichter Ernst Barlach.

Barleber Chaussee; Stadtteile Neustädter See, Kannenstieg und Sülzegrund; PLZ 39126 Die Straße ist nach dem nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Ort Barleben benannt, zu dem sie aus Richtung Magdeburg kommend führt.

Barleber Stieg; Diese Straße existiert heute nicht mehr. Sie war nach dem nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Ort Barleben benannt.

Barleber Straße; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Die Straße ist seit 1887 nach dem nördlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Ort Barleben benannt, zu dem sie aus Richtung Magdeburg kommend führte. Ursprünglich schloss sie direkt an die Barleber Chaussee an. Heute endet sie jedoch als Sackgasse am Neustädter See.

Bärstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Der Name dieser Straße der Magdeburger Altstadt geht auf einen hier ursprünglich einmal befindlichen Gasthof Zum Schwarzen Bären zurück. Eine Inschrift am Bärbogen, der am Breiten Weg die Bärstraße überbaut, verweist auf den 1951 hier begonnenen Wiederaufbau der Stadt.

Basaltweg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Benannt nach dem Gestein Basalt. Die Benennung geht auf einen Vorschlag des Arbeitskreises Alt Olvenstedt zurück, der für die Straßen im neuen Wohngebiet „An den Röthen“ Namen aus der Geologie vorsah. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag mit Beschluss vom 7. Februar 2002.

Basedowstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Vormals: Freytagstraße

Diese Straße wurde 1890 nach dem Pädagogen und Schriftsteller Johann Bernhard Basedow (1724–1790) benannt.

Bassermannstraße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Diese Straße wurde 1930 nach dem liberalen deutschen Politiker Friedrich Daniel Bassermann (1811–1855) benannt.Katja Sölling: Seit 1930 ehrt Magdeburg den Politiker Bassermann in Magdeburger Volksstimme vom 24. November 2006

Bauernstraße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 ?

Bauernwerder; Stadtteil Industriehafen; PLZ 39126 Die Straße erhielt ihren Namen im Jahr 1912. Mit der Bezeichnung Bauern sollte wohl auf den ehemaligen ländlichen Charakter des nahegelegenen Dorfes Rothensee hingewiesen werden. Die Benennung als Werder ging auf das in unmittelbarer Nähe gelegene Elbufer zurück.Katja Sölling: Bauernwerder erinnert an die Geschichte Rothensees, in Magdeburger Volksstimme vom 30. November 2006

Bauhausstraße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Vormals: Dirschauer Straße Albert-Kuntz-Straße

Die Straße wurde 1992 nach dem Bauhaus, Deutschlands berühmtester Kunst-, Design- und Architekturschule, benannt. Damit sollte das Neue Bauen, welches in Magdeburg eine starke Tradition hatte, gewürdigt werden.

Baumschulenweg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 ?

Beaumontstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Erzbergerstraße