Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Dachsbreite; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Vormals: Hohenelber Straße
Benannt nach dem Säugetier Dachs.
Dahlienweg; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Benannt nach der Blume Dahlie.
Damaschkeplatz; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Schlageterplatz
Benannt nach dem Führer der Bodenreformbewegung Adolf Damaschke.
Damaschkeweg; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Benannt nach dem Führer der Bodenreformbewegung Adolf Damaschke.
Dannefelder Straße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Benannt nach dem in Sachsen-Anhalt im Drömling/Altmark gelegenen Dorf Dannefeld.
Danziger Dorf; Stadtteil Kannenstieg; PLZ 39128 Heute, 1951 umbenannt in: Wenddorfer Weg
Die Straße in der gleichnamigen Siedlung Danziger Dorf wurde 1936 nach der Hansestadt Danzig, damals Teil des Danziger Freistaats benannt. Die Stadt Gdańsk gehört heute zu Polen. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war, oder die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten in der DDR nicht mehr erscheinen. Sie war eine der drei Straßen dieser Siedlung, auch deren Name verschwand 1951. Nach der Wende entstand er wieder als Straßenbahnhaltestelle „Danziger Dorf“. (vgl. unten: Danziger Straße)
Danziger Straße; Stadtteil Kannenstieg; PLZ 39128 Heute, 1951 umbenannt in: Bertinger Weg
Diese Straße in der Siedlung Danziger Dorf wurde ebenfalls 1936 nach der Stadt Danzig benannt. (wie oben: Danziger Dorf) Die dritte Straße der Siedlung trug den Namen Langfuhrer Straße.
Danzstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Oranienstraße
Benannt nach dem KPD-Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Hermann Danz.
Daressalamer Weg; Stadtteil Später: Grünewalder Weg Heute: ?
Die Straße war nach dem Sitz der Kolonialverwaltung für die Deutschen Kolonien Deutsch-Ostafrika Daressalam benannt.
Dehmbergstraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach der Erhebung Dehmberg zwischen den Dörfern Hohenwarsleben und Dahlenwarsleben nordwestlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
Deichwallstraße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Heute: ?
Der Name der Straße ging auf ein in der Nähe befindlichen Flurstück, welches wohl nach Deichanlagen an der Elbe benannt worden war, zurück.
Deichweg; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Die Straße erhielt im Jahr 1938 ihren Namen.
Denekestraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Benannt nach dem Industriellen, Politiker und Geheimen Kommerzienrat Carl Friedrich Deneke.
Denhardtstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Königgrätzer Straße
?
Dequeder Straße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Benannt nach dem in der Altmark gelegenen und zu Osterburg gehörenden Ortsteil Dequede.
Derenburger Weg; Stadtteil Lemsdorf; PLZ 39118 Benannt nach der zwischen Wernigerode und Halberstadt in Sachsen-Anhalt am Harz gelegenen ehemaligen Stadt Derenburg.
Dessauer Straße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Benannt nach der im östlichen Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Dessau. Die Straße entstand in den Jahren 1911 bis 1914.
Deutscher Platz; Stadtteile Altstadt und Alte Neustadt; PLZ 39104 und 39106 Vormals: Kaiser-Wilhelm-Platz Staatsbürgerplatz Kaiser-Wilhelm-Platz Später: Boleslaw-Bierut-Platz Heute: Universitätsplatz
Die Bezeichnung Deutscher Platz war eine der vielen Bezeichnungen für den heutigen Universitätsplatz. Sie wurde nach 1945 eingeführt, aber noch während der DDR-Zeit wieder verändert.
Die Fahrt; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 ?
Diesdorfer Graseweg; Stadtteile Diesdorf, Stadtfeld West, Sudenburg und Ottersleben; PLZ 39110 und 39116 ?
Diesdorfer Privatweg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 ?
Diesdorfer Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: ?
Diese Straße war nach dem südlich von Olvenstedt gelegenen heute ebenfalls zu Magdeburg gehörenden Dorf Diesdorf benannt.
Diesdorfer Wuhne; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 ?
Diesterwegstraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach dem deutschen Pädagogen Adolph Diesterweg.
Dietrich-Eckart-Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: ?
Diese Straße war während der Zeit des Nationalsozialismus nach dem nationalsozialistischen Publizisten und Weggefährten Adolf Hitlers Dietrich Eckart benannt.
Dietrich-Eckart-Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Heute: Friedrich-Ebert-Straße
Diese Straße war während der Zeit des Nationalsozialismus nach dem nationalsozialistischen Publizisten und Weggefährten Adolf Hitlers Dietrich Eckart benannt.
Dietrichstraße; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Der Name des nach Magdeburg eingemeindeten Dorfes Diesdorf soll auf den Namen Dietrich zurückgehen.
Dirschauer Straße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Später: Albert-Kuntz-Straße Heute: Bauhausstraße
Die Straße wurde in den Jahren 1924 bis 1931 angelegt und war nach der in Pommern gelegenen Stadt Dirschau benannt. Die Stadt gehört heute zu Polen.
Distelweg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 Diese Straße, ursprünglich Teilstück einer Gartensparte, wurde nach der Pflanze Distel benannt.
Doctor-Eisenbart-Ring; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Benannt nach dem Handwerkschirurgen, Wundarzt und Starstecher Johann Andreas Eisenbarth.
Dodendorfer Platz; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Dieser an der Dodendorfer Straße gelegene, seit 1935 bestehendecmi, Dodendorf dreifach auf Straßenschildern vertreten, Magdeburger Volksstimme vom 10. Oktober 2007 Platz ist nach dem südlich von Magdeburg gelegenen Dorf Dodendorf benannt.
Dodendorfer Straße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 und 39120 Die Straße führt in Richtung des südlich von Magdeburg gelegenen Dorfes Dodendorf und trägt daher seit 1902 diesen Namen.
mini|Sohlener Mühle Dodendorfer Weg; Stadtteil Beyendorf-Sohlen; PLZ 39122 Benannt wurde diese Straße im Jahr 2001 nach dem benachbarten Ort Dodendorf in dessen Richtung die Straße verläuft.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Sohlener Mühle, Haus Nr. 11, ehemalige Wassermühle.
Dohlenstieg; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Diese Straße wurde mit Beschluss des Stadtrates vom 1. September 2005 nach der Vogelart Dohle benannt. Die Straße entstand abgehend vom Krähenstieg als Erschließungsstraße für ein kleines neues Wohngebiet. Der Name wurde in Anlehnung an die Benennung des Krähenstiegs an einen Vogel und als Stieg ausgewählt.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 330/05 vom 16. Juni 2005 Der Name Krähenstieg wiederum ging auf eine alte Flurbezeichnung zurück.
Dohlhoffstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Franseckystraße Heute: Weitlingstraße (deren nördlicher Teil)
Die Straße war nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeitlang nach dem Magdeburger Arzt Eduard Dohlhoff benannt. Der nördliche Teil der Dohlhoffstraße (nördlich der Listemannstraße) wurde im Zuge der Umgestaltung der Innenstadt aufgehoben. Heute befindet sich dort eine Grünfläche. Der südliche Teil wurde später der Weitlingstraße zugeschlagen.
Döllweg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 ?
Domersleber Weg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Vormals: Kabel-Privatweg (bis 1938)
Benannt nach dem westlich von Magdeburg gelegenen Dorf Domersleben.
Domplatz; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 (Vormals, bis in das 19. Jahrhundert, war auch die Bezeichnung Neuer Markt gebräuchlich) Der Name Domplatz rührt von dem südlich an den Platz angrenzenden Magdeburger Dom her und ist seit dem 18. Jahrhundert verbreitet. Die ursprüngliche Bezeichnung Neuer Markt (als Gegensatz zum Alten Markt) ist urkundlich erstmals 1294 erwähnt, dürfte aber noch älter sein. Mit Neuer Markt war jedoch ursprünglich nicht nur das Gebiet des Domplatzes, sondern das ganze erzbischöfliche Verwaltungsgebiet im Süden der Altstadt gemeint. Die Bezeichnung blieb bis in das 19. Jahrhundert, allerdings auf das Gebiet des Domplatzes begrenzt, gebräuchlich. mini|Ehemaliges Naturkundemuseum, Domplatz Nr. 5
Zwei große Brände richteten an den Gebäuden des Domplatzes erhebliche Schäden an. Der Brand von 1207 führte zum Neubau des Doms. Der im Rahmen der Eroberung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg praktisch stadtweite Brand von 1631 hinterließ im Bereich des Domplatzes geringere Schäden. Löschtrupps der Eroberer und der Bürger waren auf der Domfreiheit zusammengezogen. Daher sind im Bereich des Domplatzes mehrere mittelalterliche Gebäude erhalten. Begründet durch die Brände, erließ die Stadt ein Verbot der Errichtung von Fachwerkhäusern innerhalb der Stadt. Der größte Platz der Innenstadt wurde regelmäßig für Versammlungen und Festlichkeiten genutzt. Im 17. Jahrhundert war der Platz dann jedoch zum Viehanger verkommen. Kühe und Schweine weideten hier, die Häuser verfielen. 1722 gab der Festungsgouverneur Fürst Leopold I. (Anhalt-Dessau) den Befehl, den Platz zu pflastern. Der Platz wurde nun als Exerzierplatz genutzt. Die Bebauung des Platzes bestand nun im Wesentlichen aus barocken Gebäuden, die zu einem großen Teil bis heute erhalten sind. Der nachfolgende Festungsgouverneur Herzog Ferdinand von Braunschweig gestaltete den Platz 1764/1765 aufwendig um. Insbesondere wurden zahlreiche Linden angepflanzt. Die neue Gestaltung wurde als "Die Plantage" bezeichnet. Die Funktion als Exerzierplatz blieb jedoch erhalten. Aufgrund von Vandalismusschäden verfiel die Anlage jedoch schnell. Bereits 1776/1777 wurde der Platz neu planiert. Die Gestaltung als mit Bäumen umsäumter Platz bei gleichzeitiger Nutzung als Exerzierplatz hielt jedoch an. 1936 wurde im südwestlichen Teil des Platzes ein monumentales Denkmal der SA zu Ehren der "Gefallenen der Gruppe Mitte" errichtet. 1945 wurde das Denkmal beschädigt und dann abgebrochen. In der nachfolgenden Zeit fanden wiederholt archäologische Grabungen auf dem Domplatz statt. Hier wurden umfangreiche Fundamente freigelegt, die heute auf dem Platz abgebildet sind. Ursprünglich wurden die Funde als Reste der Kaiserpfalz Ottos des Großen gedeutet. Dies ist heute jedoch umstritten. 1989 war der Domplatz der Ort der Magdeburger Montagsdemonstrationen. In den nachfolgenden Jahren erfolgte der Abriss der von der DDR vorgenommenen Bebauung der westlichen Seite des Platzes und eine Neubebauung. Diese war jedoch in der Öffentlichkeit umstritten. 2004 begann an der Nordwest-Ecke des Platzes der Bau des Magdeburger Hundertwasser-Hauses.
ehemalige Institutionen, Bauwerke, Denkmäler Haus-Nr. 5, Städtisches Museum für Natur- und Heimatkunde, während des Zweiten Weltkrieges weitgehend zerstört.
Bekannte Personen, die hier lebten: Helmut von Moltke, General, lebte zumindest um 1849 im Haus Nr. 7. Friedrich Christian Adolf von Motz, Oberpräsident und späterer preußischer Finanzminister, lebte zumindest um 1823 im Haus Nr. 9.
Domstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Am Dom (östlicher Teil – seit 1899) Lothar-Kreyssig-Straße (westlicher Teil – seit 2001)