Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.

Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Ebel-Privatweg; Stadtteil Kannenstieg; PLZ 39128 ?

Ebendorfer Chaussee; Stadtteil Großer Silberberg; PLZ 39130 Heute: Agrarstraße (seit 1979) (deren nördlicher Teil)

Benannt nach dem nördlich von Alt Olvenstedt gelegenen Dorf Ebendorf. Die Straße führt von Olvenstedt nach Ebendorf. Mit der Eingemeindung Olvenstedts nach Magdeburg 1979 wurde eine Umbenennung der Straße erforderlich, da es in Magdeburg bereits eine gleichnamige Straße gab.

Ebendorfer Chaussee; Stadtteile Neue Neustadt; Neustädter Feld; Kannenstieg; Sülzegrund; Neustädter See und Großer Silberberg; PLZ 39124; 39128; 39126 Benannt nach dem nordwestlich von Magdeburg gelegenen Dorf Ebendorf. Die Straße führt von Magdeburg nach Ebendorf.

Ebendorfer Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: Agrarstraße (seit 1979) (deren südlicher Teil)

Benannt nach dem nördlich von Alt Olvenstedt gelegenen Dorf Ebendorf. Die Straße führt von Olvenstedt nach Ebendorf. Mit der Eingemeindung Olvenstedts nach Magdeburg 1979 wurde eine Umbenennung der Straße erforderlich, da es in Magdeburg bereits eine gleichnamige Straße gab.

Ebendorfer Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Benannt nach dem nordwestlich von Magdeburg gelegenen Dorf Ebendorf. Diese Straße führt von Magdeburg in Richtung Ebendorf.

Eckernförder Straße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Benannt nach der Stadt Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Ede-und-Unku-Weg; Stadtteil Großer Silberberg; PLZ 39128 Benannt nach dem Roman Ede und Unku. Die Vorlage der Roman Figur Unku (Erna Lauenburger), war im Sammellager Holzweg/Großer Silberberg interniert und wurde von hieraus 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das Sammellager befand sich an dem heutigen Ede- und Unku-Weg. vormals: Holzweg (nördlichster Teil des Holzweges)

Edgar-Andre-Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: Oberer Sülzeweg

Die Straße war nach dem KPD-Politiker und Antifaschisten Etkar André benannt.

Editharing; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Benannt nach der Königin Editha. Mit den Straßen Sachsenring, Adelheidring und Kaiser-Otto-Ring bildete der Editharing ursprünglich einen Weg der westlich vor den Befestigungsanlagen der Stadt Magdeburg verlief und fast einen Halbkreis um die Stadt schloss. Durch den Bau der Stadtautobahn Magdeburger Ring wurde dieser Weg mehrfach unterbrochen. Der nördliche Teil des Editharings wurde durch die Stadtautobahn überbaut.

Egbert-Privatweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Am Hopfengarten

Die benachbarte Friedrich Krupp AG Grusonwerk errichtete hier auf einem ursprünglich für eine mögliche Werkserweiterung vorgesehenen Gelände Häuser und Wohnungen für Werksangehörige. Bis 1938 wurden insgesamt 5 Bauabschnitte in der näheren Umgebung errichtet. 7 Straßen der ersten Bauabschnitte erhielten die Vornamen von 7 Kindern der Familie Krupp. Der Egbert-Privatweg war somit dem 1922 geborenen Eckbert von Bohlen und Halbach gewidmet und wurde im Jahr 1938 benannt.

Egelner Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Steinstraße

Benannt nach der südwestlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Egeln.

Egerländer Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Falterstieg (seit 1950)

Diese Straße war nach dem heute zu Tschechien gehörenden Egerland, dem ursprünglichen Siedlungsgebiet eines Teils der Sudetendeutschen, benannt. 1950 wurde sie umbenannt. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war oder die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten nicht mehr erscheinen.

Egerländer Weg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach dem ursprünglichen, heute zu Tschechien gehörenden, Siedlungsgebiet eines Teils der Sudetendeutschen Egerland.

Eggersdorfer Straße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Benannt nach dem südlich von Schönebeck (Elbe) in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Eggersdorf.

Bekannte Personen die hier lebten: Hans Hauschulz, SED-Politiker, lebte zumindest um 1950 im Haus Nr. 20.

Egmontstraße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Die Straße liegt in der Goethesiedlung. Wie die meisten Straßen der Gegend nimmt der Name daher Bezug auf den Dichter Johann Wolfgang von Goethe und sein Werk. Egmont ist der Name eines Bühnenwerks Goethes. Diese Benennung geht wiederum zurück auf den holländischen Freiheitskämpfer Lamoral Graf von Egmont.

Ehlegrund; Stadtteil Berliner Chaussee; PLZ 39114 Die Straße wurde nach dem Wasserlauf Ehle benannt, der in einer gewissen räumlichen Nähe zur Straße verläuft.

Eibenweg; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Mit Beschluss des Stadtrates vom 6. Juli 2006 wurde die Straße nach der Pflanzengattung der Eiben benannt. Die Benennung war durch die notwendige Erschließung einiger Baugrundstücke erforderlich geworden. Bei der Auswahl des Namens folgte man einem Vorschlag der Bauherrengemeinschaft. Diese hatte mit einem Schreiben der Magdeburger Eheleute Undine und Hartmut Rhein die Benennung vorgeschlagen. Da die Straße zwischen den Straßen Heyneckes Garten und Zur Pappel liegt, würde so ein weiterer Akzent auf Gärten und Bäume gelegt.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 0191/06

Eichendorffstraße; Stadtteil Herrenkrug; PLZ 39114 Benannt nach dem deutschen Schriftsteller Joseph Freiherr von Eichendorff.

Eichenweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Benannt nach dem Laubbaum Eiche.

Eichplatz; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Horst-Wessel-Platz Geschwister-Scholl-Platz

Dieser Platz lag noch zum Anfang des 19. Jahrhunderts als Anger nördlich vor dem Dorf Ottersleben. Im Zuge der Fertigstellung der Halberstädter Chaussee um 1820 und einer Dorferweiterung nach Norden veränderte sich auch die Bebauung des Gebiets. Es entstanden insgesamt 6 Straßen, die sich an der Stelle des Eichplatzes trafen. Der Platz selber war, abgesehen von den Fahrstreifen der Straßen, unbefestigt und mit Unkraut bewachsen. Entlang der Straßen verlief eine Gosse. Eine erste zaghafte Gestaltung des Platzes soll 1898 durch Pflanzung einer einzelnen Eiche erfolgt sein. Das spätere Schicksal des Baums ist nicht bekannt. Die Ottersleber nannten den Platz jedoch nach diesem Baum An der Eiche oder auch Auf der Eiche. Durch die Einrichtung der Post im Jahr 1900, mehrerer Geschäfte, zweier Arztpraxen und der Haltestelle für Busse wurde der Platz aufgewertet. Eine amtliche Benennung war jedoch nicht erfolgt. Die Gebäude gehörten zu den anliegenden Straßen.

Unter dem NSDAP-Bürgermeister Grünberg wurde der Platz 1937 umgestaltet, auch mit dem Ziel, auf ihm Kundgebungen der NSDAP durchzuführen. Der Platz wurde gepflastert. Es verblieben lediglich 2 Grünstreifen. Im östlichen Teil wurde eine Normaluhr und eine Wasserpumpe aufgestellt. Im Rundteil errichtete man einen vierarmigen Kandelaber. Der Platz erhielt als amtlichen Namen die Bezeichnung Horst-Wessel-Platz nach dem NSDAP-Mitglied Horst Wessel.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus wurde er in Geschwister-Scholl-Platz umbenannt. Zwischen 1953 und 1964 diente der Platz auch als Wendestelle einer O-Bus-Linie. 1964 wurde die defekte Uhr renoviert.

Nach der Wende des Jahres 1989 wurde der Platz dann in Eichplatz umbenannt. Diese Umbenennung führte zu Kritik, da sie auch als Ablehnung der Geschwister Scholl missverstanden werden konnte. Eine benachbarte Straße wurde jedoch in Geschwister-Scholl-Straße umbenannt. Zwischen 1997 und 1999 wurde der Platz, der sich zum Mittelpunkt des Stadtteils Ottersleben entwickelt hat, grundlegend umgestaltet. Auf dem Platz wurden, dem Namen entsprechend, diverse Eichen gepflanzt.

Eickendorfer Straße; Stadtteile Fermersleben; PLZ 39122 Benannt nach dem bei Schönebeck (Elbe) in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Eickendorf.

Eifelstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Steubenstraße Heute: Telemannstraße (seit 1967)

Diese Straße war nach dem deutschen Mittelgebirge Eifel benannt. Anlässlich des 200. Todestages des Magdeburger Komponisten Georg Philipp Telemann wurde sie während der 1967 durchgeführten 3. Telemann-Festtage umbenannt.

Eigene Scholle; Stadtteil Prester; PLZ 39114 ?

Eimersleber Weg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Benannt nach dem westlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Eimersleben.

Einbahnstraße; Stadtteil Beyendorf-Sohlen; PLZ 39122 ?

Einsteinstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Blumenthalstraße

Benannt nach dem Wissenschaftler und Nobelpreisträger Albert Einstein.

Eisenacher Straße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Benannt nach der Stadt Eisenach in Thüringen.

Eisenbahn-Privatstraße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Heute: Siedlung Freundschaftsweg siehe Siedlung Freundschaftsweg

Eisenbahnstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Heute: Laaßstraße

Diese Straße trug ursprünglich, sie verläuft direkt neben der Eisenbahnstrecke Magdeburg-Berlin/Stendal, den Namen Eisenbahnstraße.

Eisleber Straße; Stadtteil Lemsdorf; PLZ 39118 Benannt nach der Stadt Lutherstadt Eisleben in Sachsen-Anhalt.

Eisnerstraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach dem deutschen Politiker und Schriftsteller Kurt Eisner.

Eisvogelstraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach dem Eisvogel.

Elbenauer Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Benannt nach dem südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Elbenau.

Elbeuer Straße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Benannt nach dem südlich von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Elbeu.

Elbinger Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Später: * Majakowskistraße Heute: * Fritz-Reuter-Straße

Die Straße war nach der in Westpreußen gelegenen Stadt Elbing benannt. Seit 1945 gehört Elbing zu Polen. Vor diesem Hintergrund wurde sie in der DDR-Zeit umbenannt.

Elbstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Die Straße ist nach dem Fluss Elbe benannt. Die Straße führt von Buckau aus direkt an das Elbufer.

Elbweg; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Die Straße ist nach dem Fluss Elbe benannt. Die Straße führt von Fermersleben aus in Richtung Elbe.

Elisenstraße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 ? mini|Turm der Sankt-Stephanus-Kirche Elmer Straße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Vermutlich benannt nach dem Höhenzug Elm.

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 2, Sankt-Stephanus-Kirche, evangelische Kirche von der nur der Kirchturm erhalten blieb.

Elsässer Straße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Heute: * Faulmannstraße

Die Straße war nach dem heute zu Frankreich gehörenden Gebiet Elsass benannt. In der DDR-Zeit wurden sämtlich Straßen, deren Benennung auf Gebiete verwiesen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu Deutschland (DDR oder BRD) gehörten, umbenannt. So auch die Elsässer Straße.

Elsterweg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach dem Vogel Elster.

Emanuel-Larisch-Weg; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Vormals: Wachtturmstraße (bis 1950)

Benannt nach dem KPD-Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Emanuel Larisch.

Emdener Weg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Vormals: Ypernstraße

Benannt nach dem in der Magdeburger Börde gelegenen Dorf Emden.

Emil-Rungwerth-Weg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Benannt nach dem Heimatforscher und Schulleiter Emil Rungwerth.

Emilien-Privatweg; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 ?

Emilienstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Heute: Steinigstraße

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Enckeplatz; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Heute: Beimsplatz

Benannt nach dem preußischen Generalleutnant der Festungsartillerie August Encke (1794–1860).