Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Kabel-Privatweg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Heute: Domersleber Weg (seit 1938)
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Käferweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Vormals: Franzensbader Straße (bis 1950)
Benannt nach der Ordnung der Käfer aus der Klasse der Insekten.
Kahnstraße; Stadtteil Werder; PLZ 39114 ?
Kaiser-Friedrich-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Heute: Gerhart-Hauptmann-Straße
Diese Straße wurde 1905 zunächst zwischen Goethestraße und Olvenstedter Straße nach dem deutschen Kaiser und König von Preußen Friedrich III. benannt. Zuvor war sie als Straße 23 des Wilhelmstädter Bebauungsplans geführt worden.Neue Straßennamen. in der Volksstimme vom 4. Februar 1905, Seite 2
Kaiser-Otto-Ring; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Ringstraße Kaiser-Otto-Ring Otto-Nuschke-Straße
Benannt nach Kaiser Otto I. Die Bezeichnung Ring rührt von der ehemaligen Funktion der Straße als Teil des Rings zur westlichen Umfahrung der Festungsanlagen.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 3, Villa Bennewitz, hochherrschaftliche Villa, gebaut 1898.
Bekannte Personen, die hier lebten: Ida Lücke, Stifterin, lebte zumindest um 1914 und 1916 im Haus Nr. 34.
Kaiser-Wilhelm-Platz; Stadtteile Altstadt und Alte Neustadt; PLZ 39104 und 39106 Später: Staatsbürgerplatz (ab 1922) Kaiser-Wilhelm-Platz Deutscher Platz Boleslaw-Bierut-Platz Heute: Universitätsplatz
Der Platz wurde zunächst nach dem deutschen Kaiser Wilhelm I. benannt. In der Zeit der Weimarer Republik wurde er in Staatsbürgerplatz umbenannt, was jedoch von den Nationalsozialisten rückgängig gemacht wurde. Als Mahnung an die deutsche Einheit wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Platz als Deutscher Platz bezeichnet. Nachdem dieses Ziel von der DDR nicht mehr verfolgt wurde, kam es zur erneuten Umbenennung. Wohl als Unterstützung für die Oder-Neiße-Grenze wurde der Platz nach dem polnischen Staatsmann Boleslaw Bierut benannt. Nach dem Ende der DDR erschien der politisch belastete Boleslaw Bierut nicht mehr haltbar. Der Platz wurde dann als Universitätsplatz nach der nahe gelegenen Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg benannt.
Kaiser-Wilhelm-Straße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Später: Franz-Seldte-Straße Heute: Gareisstraße
Die Straße war nach dem deutschen Kaiser Wilhelm I. benannt.
Kaiserstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Otto-von-Guericke-Straße
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Kalenberger Straße; Stadtteil Prester; PLZ 39114 Benannt nach dem zu Randau-Calenberge gehörenden Ortsteil Calenberge.
Kalksteinweg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Benannt nach dem Gestein Kalkstein. Der Name beruht auf einem Vorschlag des Arbeitskreises Alt Olvenstedt für die Benennung der Straßen im neuen Wohngebiet „An den Röthen“. Hiernach wurden ausschließlich Namen aus der Geologie gewählt, wobei die Gesteine im Gebiet der Stadt Magdeburg vorkommen. Mit Beschluss des Stadtrates vom 7. Februar 2002 wurde dem Vorschlag gefolgt.
Kamelstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Karithmerstraße/Karißmerstraße (zumindest seit 1488 bis 1524) Kleine Lakenmacherstraße (zumindest seit 1488 bis 1807) Kameelstraße (ca. seit 1730)
Der Name dieser heute nicht mehr bestehenden Straße ging auf das Haus Zum Kameel zurück. Das Haus befand sich gegenüber der Einmündung der Kameelstraße in die Neustädter Straße an der Adresse Neustädter Straße Nr. 24. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbau Magdeburgs wurde diese Straße mit Wohnbebauung in Plattenbauweise überbaut. Die Straße verlief im nordöstlichen Teil der Altstadt parallel zur Kleinen Schulstraße und dem Faßlochsberg.
Bekannte Personen die hier lebten: Franz Herwig, Dichter, wurde im Haus Nr. 23 1880 geboren.
Kameruner Weg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Vormals: Mittelweg Heute: Burgstaller Weg
Diese Straße war nach der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun benannt. Diverse Straßen der Nachbarschaft trugen ebenfalls Namen aus der Kolonialzeit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden neue unverfänglichere Namen vergeben.
Kamillenweg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 Benannt nach der Pflanzenart Kamille.
Kannenstieg; Stadtteil Kannenstieg; PLZ 39128 ?
Kanonierstraße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Später: Tuchmacherweg
Die Straße war nach dem militärischen Dienstgrad Kanonier benannt. Durch die Neubebauung des Gebiets nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges besteht diese Straße heute nicht mehr. Sie zweigte früher nördlich von der heutigen Brückstraße ab und führte auf die heutige Straße Am Charlottentor.
Kantstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Kronprinzenstraße
Benannt nach dem deutschen Philosophen Immanuel Kant.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: In der Kantstraße 12 war um 1928 die Röntgen-Praxis des Arztes Gyula Grosz.Fernsprechbuch Magdeburg, Ausgabe Juli 1928, Seite 48 City-Carré, Einkaufszentrum, gebaut von 1995 bis 1997. Haus Nr. 6, Cinemaxx, Großkino, gebaut von 1995 bis 1997
Kanzlerstraße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Heute: Husumer Straße
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Kapellenstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Die Benennung geht auf die St.-Norbert-Kapelle zurück, deren Aufgabe als Gotteshaus später St. Norbert übernahm.
Karauschenweg; Stadtteil Berliner Chaussee; PLZ 39114 Benannt nach der Fischart Karausche.
Karen-Fredersdorf-Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Benannt nach der Schauspielerin und Sängerin Karen Fredersdorf.
Karithmerstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Später: Kleine Lakenmacherstraße Kameelstraße Kamelstraße
Der Name Karithmerstraße (auch Karißmerstraße) taucht bereits 1488 auf, wird jedoch nach 1524 nicht mehr erwähnt. Die Namensänderung dürfte im Zusammenhang mit der Reformation stehen. In vor-reformatorischer Zeit zogen Kinder zu kirchlichen Festen singend durch die Stadt und baten um Karißmer, milde Gaben. Dies wurde dann wohl verboten, um einige Auswüchse der Praxis zu vermeiden. Insgesamt spricht der Name dafür, dass hier der ärmere Teil der Bevölkerung lebte.
Karl-Kühn-Weg: Stadtteil Prester; PLZ 39114 Vormals: Boese-Privatweg ?
Karl-Liebknecht-Platz; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Benannt nach dem sozialdemokratischen Politiker Karl Liebknecht.
Karl-Marx-Straße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Breiter Weg (bis zum 5. Mai 1953) Heute (seit 1990): Breiter Weg
Der Breite Weg ist Magdeburgs wichtigste historische Straße. Im Rahmen des Wiederaufbaus der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg sollte Magdeburg ein sozialistisches Gesicht erhalten. Man entschloss sich daher auch diverse Straßen in der Innenstadt umzubenennen. So wurde auch der seit Jahrhunderten bestehende Name „Breiter Weg“ gestrichen. Die Straße hieß stattdessen nach dem aus ideologischer Sicht der DDR wichtigsten Philosophen Karl Marx. Nach der Wende des Jahres 1989 und der Wiedererlangung der kommunalen Selbstverwaltung erhielt die Straße ihren historischen Namen zurück (siehe Breiter Weg).
Karl-Marx-Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute (seit 1979): Ostendorfer Straße Benannt nach dem Philosophen Karl Marx. Aufgrund der Eingemeindung Olvenstedts nach Magdeburg 1979, wurde die Straße umbenannt, um eine doppelte Vergebung des Namens „Karl Marx“ zu vermeiden.
Karl-Mohr-Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Vormals: Windthorststraße Heute: Alwin-Brandes-Straße (seit 1946)
Diese Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus nach Karl Mohr benannt, der während einer Rede für die NSDAP ums Leben kam.
Karl-Schmidt-Straße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Vormals: Feldstraße Heute: südlicher Teil Hettstedter Straße
Die Straße wurde nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Karl Schmidt benannt.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: St. Norbert, katholische Kirche Haus-Nr. 5e, Magazin mit Wasserturm der ehemaligen Königlich preußischen Eisenbahnhauptwerkstatt, erbaut um 1850 Haus-Nr. 9-12, Ehemalige Maschinenfabrik Rudolf Wolf, erbaut ab 1881
Karl-Schurz-Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114
Benannt nach dem deutschen Revolutionär der Märzrevolution und späteren General und Staatsmann der USA Carl Schurz.
Karl-Wagner-Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Vormals: Rudolf-Breitscheid-Straße, bis 1979 Heute: Lebersdorfer Straße
Diese Straße war nach dem SED-Politiker und Gegner des Nationalsozialismus Karl Wagner benannt. Der vorherige Name war mit der Eingemeindung Olvenstedts nach Magdeburg 1979 verändert worden, um eine doppelte Benennung nach Rudolf Breitscheid in Magdeburg zu vermeiden.
Karlsbader Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Wespenstieg (seit 1950)
Diese Straße war nach der heute in Tschechien gelegenen Stadt Karlsbad benannt. In der Zeit der DDR wurde sie 1950 umbenannt. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war oder die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten nicht mehr erscheinen.
Karlsbader Weg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt nach der in Tschechien gelegenen Stadt Karlsbad.
Karlstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Schweriner Straße Diese Straße war nach Prinz Carl von Preußen (1801–1883) dem Bruder des deutschen Kaisers Wilhelm I. benannt.
Karlstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 ?
Karnipstraße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 ?
Karpenlake; Stadtteil Industriehafen; PLZ 39126 ?
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus-Nr. 1, ehemalige Schrotfabrik Dornheim, erbaut 1911/1912.
Karpfenweg; Stadtteil Berliner Chaussee; PLZ 39114 Benannt nach der Fischart Karpfen.
Kasernenstraße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Später: Färbergasse
Der Name dieser heute nicht mehr bestehenden Straße leitete sich von den in diesem Bereich befindlichen Kasernen ab. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde diese Straße nicht wiederaufgebaut.
Kastanienstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Vormals: Mitternachtsstraße
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Katerstieg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Oststraße
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Katharinenkirchhof; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Diese Gasse war nach der hier befindlichen Sankt-Katharinen-Kirche benannt. Sie befand sich etwa im Bereich östlich des heutigen Katharinenturms, östlich des Breiten Wegs. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt Magdeburg nach dem Zweiten Weltkrieg und der sozialistischen Umgestaltung der Innenstadt, wurde die Gasse nicht wieder in ursprünglicher Form hergestellt. Heute verläuft dort ein Fußweg.
Katharinenstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Diese Straße war nach der am westlichen Ende der Straße (Ecke Breiter Weg) befindlichen Sankt-Katharinen-Kirche benannt. Sie führte vom Breiten Weg in östlicher Richtung zur Grünearmstraße, der heutigen Weitlingstraße. Sie befand sich etwa in dem Bereich des heutigen Haus des Lehrers. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt Magdeburg nach dem Zweiten Weltkrieg und der sozialistischen Umgestaltung der Innenstadt, wurde die Straße überbaut.
Käthe-Kollwitz-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach der Künstlerin Käthe Kollwitz.
Katzensprung; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Nadelufer
Der seit 1683 verbürgte Name Katzensprung entstammt dem Volksmund und sollte die Enge und Kürze der Gasse kennzeichnen.
Kehnerter Weg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Vormals: Lohmeweg
Benannt nach dem südlich von Tangerhütte an der Elbe in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Kehnert.
Keithstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104