Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.

Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Maaßstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute:?

Diese Straße war möglicherweise nach dem Botaniker und Heimatforscher Gustav Friedrich Hermann Maass benannt.

Magdalenenberg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Lazarettberg (bis 1853) Heute: unbenannt

Bis 1720 lässt sich für die Erhebung am Ufer der Elbe kein Name nachweisen. Bereits seit dem 13. Jahrhundert bestand jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft das Kloster Mariae Magdalenae. 1722 wurde auf Veranlassung des Gouverneurs Fürst Leopold von Anhalt-Dessau auf der östlichen Seite des Bergs in der alten Klosterkirche ein Lazarett eingerichtet, worauf die Benennung als Lazarettberg beruhte. Später wurde das Militärlazarett zum Domplatz 6 verlegt. Die alte Bebauung wurde 1848 abgerissen. Anknüpfend an das seit 1687 im ehemaligen Kloster bestehenden Magdalenenstift und die in der Nähe befindliche Magdalenenkapelle trug die Straße seit 1853 die Bezeichnung Magdalenenberg.

Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden sozialistischen Wiederaufbaus der Stadt nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges verschwand die Straßenbezeichnung. An selber Stelle besteht aber auch heute noch ein Fußweg, nämlich zwischen Stephansbrücke und Knochenhauerufer in direkter Verlängerung der heutigen Julius-Bremer-Straße in Richtung Elbe.

Magdeburger Chaussee; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130, (damals 3108 Olvenstedt, Kreis Wolmirstedt)

Diese Straße hieß zu einem Zeitpunkt, zu dem Olvenstedt noch nicht zu Magdeburg gehörte, nach dieser östlich des Dorfes gelegenen Großstadt.

Heute: Seit der Eingemeindung Olvenstedts zur Stadt Magdeburg trägt sie den Namen Olvenstedter Chaussee.

miniatur|links|Magdeburger Ring Magdeburger Ring; Stadtteile Sülzegrund, Kannenstieg, Neustädter See, Neue Neustadt, Neustädter Feld, Nordwest, Alte Neustadt, Stadtfeld Ost, Altstadt, Sudenburg, Leipziger Straße, Lemsdorf, Reform, Ottersleben und Beyendorfer Grund; PLZ 39128, 39126, 39124, 39106, 39108, 39104, 39112, 39118, 39116

Der Magdeburger Ring ist die in den 1970er-Jahren gebaute Stadtautobahn der Stadt und durchzieht das westlich der Elbe gelegene Stadtgebiet von Nord nach Süd. Dabei wird die Innenstadt an der Westseite tangiert, woher der im Volksmund auch gebräuchliche Name Tangente oder Westtangente herrührt. Die Bezeichnung „Ring“ ist historischen Ursprungs. Bereits im 19. Jahrhundert existierte eine Ringstraße die als eine Art frühe Ortsumgehung westlich der Festungsanlagen in einem Halbkreis um die Stadt führte. Teile dieser alten Straßenführung sind noch vorhanden. Die Namen dieser, zum Teil durch den Magdeburger Ring und Eisenbahnstrecken durchschnittenen Straßen, tragen die Bezeichnung ...ring. So der Sachsenring, Adelheidring, Editharing, Kaiser-Otto-Ring und Hohenstaufenring.

Magdeburger Straße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: Bestandteil der Olvenstedter Chaussee (siehe Magdeburger Chaussee)

Diese Straße hieß zu einem Zeitpunkt, zu dem Olvenstedt noch nicht zu Magdeburg gehörte, nach dieser östlich des Dorfes gelegenen Großstadt.

Magdeburger Straße; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 Heute:?

Diese Straße war nach der östlich von Diesdorf gelegenen Stadt Magdeburg benannt.

Magdeburger Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Diese Straße führte vom Ortskern des Dorfes Ottersleben in Richtung Magdeburg und dürfte daher diesen Namen erhalten haben.

Mahrenholtzstraße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Der Name der Straße dürfte an die Familie Mahrenholtz erinnern, die seit dem Mittelalter eine bestimmende Rolle in Fermersleben innehatte. Sie betrieb, neben der Familie Förster, als Freibauern einen der beiden Sattelhöfe des Orts und war somit zu berittenem Kriegsdienst verpflichtet. Der noch heute erhaltene Hof der Familie befindet sich in der Nähe der Martin-Gallus-Kirche (Mansfelder Straße 20). Auf dem Friedhof der Kirche befinden sich noch acht alte Grabsteine der Familie Mahrenholtz.

Maienhof; Stadtteil Reform; PLZ 39118 ?

Maikäferweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Benannt nach der Gattung der Insekten Maikäfer.

Maikowskistraße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute:?

Diese Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus nach dem 1933 am Tag der Machtergreifung erschossenen SA-Mann Hans Maikowski benannt.

Majakowskistraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Elbinger Straße Heute: Fritz-Reuter-Straße

Die Straße war in der Zeit der DDR nach dem russischen Dichter Wladimir Wladimirowitsch Majakowski benannt.

Malmedyer Straße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Heute: Siedlerweg

Diese Straße war nach der im heutigen östlichen Belgien gelegenen Stadt Malmedy benannt. In der Zeit der DDR wurde sie umbenannt. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war oder die wie Malmedy nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten nicht mehr erscheinen.

Mälzerstraße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 ?

Mansfelder Straße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Benannt nach der westlich von Hettstedt in Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Mansfeld.

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 20, Mahrenholzhof, Gutshaus der Familie Mahrenholz, Gutshaus erbaut 1695, einbezogener Wohnturm erbaut um 1530, 1916 Einbau eines Kinos mit 347 Sitzen.

Marderweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Vormals: Trautenauer Straße

Diese Straße ist der Familie der Säugetiere Marder benannt.

Margarethenstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Der Name der Straße dürfte auf die Heilige Margareta von Antiochia zurückgehen. In der Nähe der Straße befand sich die Sankt-Katharinen-Kirche die zeitweise auch der Heiligen Margarethe geweiht war. So gab es unweit dieser Kirche sowohl eine Katharinenstraße als auch die Margarethenstraße.

Margeritenweg; Stadtteil Barleber See; PLZ 39126 Benannt nach der Pflanzengattung Margeriten.

Maria-Kühne-Straße; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Heute: Rollestraße

Diese Straße war in der Zeit der DDR nach der kommunistischen Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus Maria Kühne benannt.

Maria-Neide-Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Diese Straße wurde nach der 1831 im Kampf gegen eine Cholera-Epidemie verstorbene Krankenschwester Maria Neide benannt.

Mariannenstraße; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 ?

Marienbader Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Bienenweg

Diese Straße war nach der bei Eger im heutigen westlichen Tschechien gelegenen Stadt Marienbad benannt. In der Zeit der DDR wurde sie umbenannt. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war oder die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten nicht mehr erscheinen.

Marienborner Straße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Diese Straße wurde nach dem östlich von Helmstedt in Sachsen-Anhalt gelegenen Dorf Marienborn benannt.

Marienburger Straße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Heute: Greifenhagener Straße

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Marienstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Die Straße war durch Otto und den Holzhändler Zahn angelegt worden. Auf Wunsch Ottos wurde die Straße nach dem Vornamen seiner Frau, Marie Otto, benannt.C.A. Schmidt, Chronik der Stadt Buckau, 1887, Seite 159

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 20, SKET ehemaliges Friedrich Krupp AG Grusonwerk, Industriearchitektur, zum Teil aus der Gründerzeit.

Markgrafenstraße; Stadtteil Werder; PLZ 39114 ?

Marktbreite; Stadtteil Neu Olvenstedt; PLZ 39130 ?

Marschweg; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 ?

Marstallstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Knochenhauerstraße (Nördlicher Teil zwischen Dreiengelstraße und Schrotdorfertor) (seit 1685) Kutschenführerstraße (Nördlicher Teil zwischen Dreiengelstraße und Schrotdorfertor) Kutscherstraße (Nördlicher Teil zwischen Dreiengelstraße und Schrotdorfertor) Heute: Max-Otten-Straße

Der Name ging auf den hier einmal befindlichen städtischen Marstall zurück.

Marsweg; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Diese Straße ist nach dem Planeten Mars benannt. Wie viele Straßen in der näheren Umgebung wurde sie nach einem Himmelskörper benannt.

Martha-Brautsch-Straße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Heute: Fabriciusstraße

Diese Straße war in der Zeit der DDR nach der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus Martha Brautsch benannt.

Martin-Agricola-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Reinhold-Götze-Straße

Benannt nach dem Musiktheoretiker und Komponisten der Renaissance Martin Agricola.

Martin-Andersen-Nexö-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Diese Straße wurde nach dem 1954 in Dresden verstorbenen dänischen Schriftsteller Martin Andersen Nexø benannt.

Martin-Gallus-Weg; Stadtteil Fermersleben; PLZ 39122 Martin Gallus, nach dem diese Straße benannt wurde, war der erste evangelische Prediger für Fermersleben und Buckau.

Martin-Rosenburg-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Friedrich-Naumann-Straße (bis 1938) Heute: Friedrich-Naumann-Straße

Diese Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus nach dem am 9. Oktober 1937 in Magdeburg verstorbenen Mitglied der NSDAP Martin Rosenburg benannt.

Martinsplatz; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Mit Beschluss des Stadtrates vom 9. Februar 2006 wurde die neugestaltete Freifläche Rogätzer Straße / Ecke Salzwedler Straße nach der einmal in der Nähe befindlichen Martinskirche benannt. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, der auf einem Vorschlag der Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit Alte Neustadt und des Vorhabenträgers beruhte, sah die Benennung als Sankt-Martin-Platz oder St.-Martin-Platz vor.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 595/05 vom 16. November 2005 Per Änderungsantrag wies Stadtrat Wolfgang Wähnelt (Bündnis 90/Die Grünen) darauf hin, dass die Benennung der ehemaligen Kirche und der noch bestehenden evangelischen Kirchgemeinde nicht auf den Heiligen Sankt Martin, sondern auf den Reformator Martin Luther zurückging. Der Vorschlag der Arbeitsgruppe sei dementsprechend auch Martinsplatz gewesen.Änderungsantrag 595/05/01 vom 9. Februar 2006 Der Stadtrat folgte diesem Änderungsantrag.

Martinstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Diese Straße wurde nach dem Schöppen Martin Heinecke benannt. Andere Quellen gingen in der Vergangenheit jedoch von Martin Luther als Namenspatron aus.

Bekannte Personen, die hier lebten: Wilhelm Klees, sozialdemokratischer Politiker, lebte zumindest um 1914 und 1916 im Erdgeschoss des Hauses Nr. 10.

Massaiweg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Heute: Ringfurther Weg

Diese Straße war nach dem afrikanischen Hirtenvolk Massai benannt, die auch im Gebiet ehemaliger deutscher Kolonien leben. Mehrere Straßen dieses Wohngebiets trugen in der Zeit des Nationalsozialismus Bezeichnungen aus der Kolonialzeit.

Masurenring; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Die Straße wurde nach der ostpreußischen Landschaft Masuren benannt.

Materlikstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Fürstenstraße

1948 benannt nach dem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Hubert Materlik.

Matthiasstraße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 ?

Matthissonstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Diese Straße wurde nach dem 1761 in Hohendodeleben bei Magdeburg geborenen Schriftsteller Friedrich von Matthisson benannt.

Maulbeerweg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach der Pflanzengattung der Maulbeeren. miniatur|Eingangsportal des Roncallihauses miniatur|Sankt-Sebastian-Kirche miniatur|Gedenktafel für Max Josef Metzger