Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Pablo-Neruda-Straße; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Benannt nach dem chilenischen Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda.
Pablo-Picasso-Straße; Stadtteil Kannenstieg; PLZ 39128 Diese Straße wurde nach dem spanischen Maler Pablo Picasso benannt.
Packhofstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Schiffersteg (ab dem 18. Jahrhundert) Schifferstraße (bis 1887) Die Packhofstraße verband das Knochenhauerufer mit der Werftstraße. Heute befindet sich an der Stelle dieser Straße das Schleinufer. Bis in das 18. Jahrhundert hatte die Straße keinen Namen. Die Häuser wurden, wie auch die Häuser der Werftstraße, als Hinter dem Kaution bezeichnet. Später, im 18. Jahrhundert, bürgerte sich die Bezeichnung Schiffersteg, dann Schifferstraße, ein. 1887 wurde die Straße umbenannt, um Verwechslungen mit der in der eingemeindeten Neustadt bestehenden Schifferstraße zu vermeiden. Bis 1631 verlief durch die Straße die Stadtmauer, die nachts durch ein Tor geschlossen wurde. Das Tor wird letztmals 1731 als Elbtor erwähnt. Die Benennung der Straße ging auf den Alten Packhof, ein großes Barockgebäude, zurück, welches sich in der Nähe des östlichen Endes der Straße befand. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges erfolgte ein Wiederaufbau, der sich nicht an die historisch gewachsene Stadtstruktur hielt. An der Stelle der Packhofstraße befindet sich heute ein Teil der nach dem Zweiten Weltkrieg neu geschaffenen Hauptstraße Schleinufer.
Pallasweg; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Wie viele Straßen in der näheren Umgebung erhielt auch dieser Weg seinen Namen nach einem astronomischen Objekt, nämlich nach dem Asteroiden Pallas, der seinerseits nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt ist.
Papenburg-Privatweg; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 ?
Papengang; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 ?
Papenstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Heute: Johannes-Kirsch-Straße ?
Pappelallee; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Spessartstraße (nördlicher Teil der Pappelallee) Der Name dürfte auf die Pflanzengattung der Pappeln zurückgehen. Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Wohnkomplex Nordpark, frühe Wohngebäude in verstärkt industrieller Bauweise, erbaut von 1958 bis 1960
Paracelsusstraße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Benannt nach dem von 1493 bis 1541 lebenden Arzt Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelsus. Vormals: Berthastraße
Parchauer Straße; Stadtteil Gewerbegebiet Nord; PLZ 39126 Diese Straße wurde nach dem nördlich von Burg gelegenen Dorf Parchau benannt.
Pareyer Weg; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Benannt nach dem Ort Parey.
Parzellenweg; Stadtteil Neu Olvenstedt; PLZ 39130 ?
Pastor-Walter-Weg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute: ? Diese Straße dürfte nach dem langjährigen, Ende des 18. Jahrhunderts in Olvenstedt tätigen, evangelischen Pastor Johann Christoph Walter benannt gewesen sein.
Paul-Ecke-Straße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Die Straße wurde nach dem 1900 in die USA ausgewanderten Inhaber der Paul Ecke Ranch, dem weltgrößten Züchter und Exporteur von Weihnachtssternen, benannt.
Paul-Markowski-Platz; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Heute: Neustädter Platz Der Platz war nach dem SED-Politiker Paul Markowski benannt.
Paul-Nipkow-Straße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Heute: Heinrich-Zille-Straße Diese Straße war nach einem der Wegbereiter des Fernsehens, Paul Nipkow benannt. Wohl auf Grund der starken propagandistischen Anstrengungen der Nationalsozialisten um den Pionier des Fernsehens Nipkow, erschien der Name nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht mehr tragbar.
Paul-Schreiber-Straße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Diese Straße wurde vermutlich nach dem Magdeburger Arzt Paul Schreiber benannt.
Paul-Schubert-Straße; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 Heute: Caspar-David-Friedrich-Weg
?
Pechauer Platz; Stadtteile Prester und Cracau; PLZ 39114 Dieser Platz liegt am Ende der von Magdeburg in Richtung Pechau führenden Pechauer Straße und erhielt daher seinen Namen.
Pechauer Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Diese Straße führt von Magdeburg in Richtung Pechau und erhielt daher ihren Namen.
Pestalozzistraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Benannt wurde diese Straße nach dem Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi.
Peter-Paul-Straße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Die Benennung der Straße geht auf ein in dieser Gegend ursprünglich einmal angesiedelten Stift Sankt-Peter-und-Paul zurück. miniatur|Petersberg, Blick von Westen in den 1920er Jahren Petersberg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Petriförder Heute: Neustädter Straße (westlicher Teil des ehemaligen Petersberg)
Der Name Peter leitete sich von der nördlich der Straße gelegenen Kirche St. Petri ab. Die Straße führte als Förder vom höher gelegenen Bereich um die Neustädter Straße und Stephansbrücke wie eine Schlucht in Richtung Elbe. Die Straße wurde von mehreren Fußgängerbrücken überspannt. Der Förder und die Brücken wurden 1725 beseitigt. Der Name förder hielt sich noch bis 1750. Ab dann wurde die Straße als Petersberg bezeichnet. Obwohl der Weg als Durchgang zwischen St. Petri und Magdalenenkapelle auch nach dem 2. Weltkrieg bestehen blieb, wurde der Name in der Zeit der DDR aufgegeben. Am 16. Februar 2023 beschloss der Magdeburger Stadtrat die Wiederbenennung als Petersberg.
Peterstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Große Petersstraße (zumindest ab 1552; bis 1807) Petersstraße Der Name der Straße leitet sich von der Kirche St. Petri ab, auf die die Straße in ihrem ursprünglichen Verlauf einmal zulief. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus Magdeburgs nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges verschwand der ursprüngliche Straßenverlauf völlig. Ursprünglich verlief die Straße als gerade Verbindung zwischen Grünearmstraße und Jakobstraße. Der heutige gekrümmte Verlauf zwischen Weitlingstraße und Jakobstraße liegt zwar in der Nähe der alten Straße, berührt jedoch deren Verlauf an keiner Stelle. ehemalige Institutionen, Denkmäler und Gebäude: die Harmonie-Gesellschaft, ein Magdeburger Kulturverein hatte von 1783 bis 1907 seinen Sitz in der Petersstraße Nr. 1. Bekannte Personen, die hier lebten: Friedrich Albert Immanuel Mellin, Architekt, lebte zumindest um 1823 im Haus Peterstraße Nr. 27.
Petriförder; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 miniatur|Petriförder Die Bezeichnung Petri leitet sich von der benachbarten Kirche St. Petri ab. Ein Förder ist ein Einschnitt in das hohe Gelände am Elbufer, durch den man von der höher gelegenen Stadt an das Ufer der Elbe gelangte. Da es mehrere solcher Förder gab, wurden sie durch die Bezeichnung der in der Nähe befindlichen Kirchen unterschieden. Der Förder wurde bereits 1725 beseitigt. Der westliche Teil der Straße hieß daher ab circa 1750 Petersberg. Für den Bereich zum Elbufer hin hielt sich die Bezeichnung jedoch bis heute.
Petrikirchgang; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: unbenannt
Die Bezeichnung Petrikirch leitet sich von der benachbarten Kirche St. Petri ab.
Petrikirchstraße; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Heute:?
Diese Straße war nach der bis Anfang des 18. Jahrhunderts in der Nähe befindlichen Sankt-Petri-Kirche benannt.
Pettenkoferbrücke; Stadtteile Rothensee und Industriehafen; PLZ 39126 Diese Brücke über ein Eisenbahngelände ist nach dem deutschen Chemiker Max von Pettenkofer benannt. Die Brücke stellt die Verlängerung der Pettenkoferstraße dar.
Pettenkoferstraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Diese Straße wurde nach dem deutschen Chemiker Max von Pettenkofer benannt.
Pfälzer Platz; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Die Benennung nimmt zwar auf die Region Pfalz in Südwestdeutschland Bezug, soll jedoch an die in Magdeburg über lange Zeit vorhandene sogenannte Pfälzer Kolonie erinnern, die in dieser Gegend einen Siedlungsschwerpunkt hatte.
Pfälzer Straße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Die Benennung nimmt zwar auf die Region Pfalz in Südwestdeutschland Bezug, soll jedoch an die in Magdeburg über lange Zeit vorhandene sogenannte Pfälzer Kolonie erinnern, die in dieser Gegend einen Siedlungsschwerpunkt hatte. ehemalige Institutionen, Denkmäler und Gebäude: Konsulat Lettlands, befand sich zumindest noch 1938 in der Nr. 8.
Pfarrstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Diese Straße verlief von der Schönebecker Straße parallel zur Elbstraße in Richtung Elbe. Der Name rührte von der in der Straße befindlichen Pfarrei der benachbarten Sankt-Gertrauden-Kirche her. Die Schönebecker Straße war die Hauptverbindungsstraße von Magdeburg in Richtung Schönebeck (Elbe). In Buckau verengte sich diese Straße stark im sogenannten Buckauer Engpass. Daher wurde östlich des Engpasses in der Zeit der DDR eine kurze Umgehungsstraße gebaut. Die Pfarrstraße und ihre Bebauung wurde dafür abgerissen.
Pfauenweg; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 1938 benannt nach der Vogelart Pfau.
Pfeifersberg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Pipersberg (zumindest um 1463) Piperstraße (zumindest um 1691) Der Pfeifersberg verlief zwischen Heiligegeiststraße und Berliner Straße. Er befand sich etwas östlich des heutigen Fußwegs vom Kloster Unser Lieben Frauen zur Ostseite des Alleecenters. Die Straße entstand bereits in ottonischer Zeit innerhalb der Stadtmauer. Reste dieser Stadtmauer waren bis zu den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hinter den Häusern der Ostseite erhalten. Die Herkunft des Namens ist unklar. Bereits im Mittelalter fand jedoch die plattdeutsche Variante Pipersberg Verwendung. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erfolgte ein Wiederaufbau der Stadt, der sich nicht an die historisch gewachsene Stadtstruktur hielt. An der Stelle des Pfeifersbergs entstand eine Grünfläche.
Pfeifferstraße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Die Benennung geht auf den evangelischen Pfarrer Gustav Adolf Pfeiffer und die von ihm gegründeten Pfeifferschen Stiftungen zurück. Die Straße führt an den Liegenschaften der Stiftungen entlang.
Pfirsichweg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach dem Steinobst Pfirsich.
Philipp-Daub-Straße; Stadtteile Neustädter Feld und Nordwest; PLZ 39128 Heute: Kritzmannstraße Diese Straße war in der Zeit der DDR nach dem von 1950 bis 1961 amtierenden Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg Philipp Daub benannt.
Philipp-Müller-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Königstraße Diese Straße war in der Zeit der DDR nach dem bei einer Demonstration in Essen von der Polizei erschossenen Philipp Müller benannt.
Philipp-Palm-Weg; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Die Straße erhielt 1938 ihren Namen.
Pionierstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Heute: Ernst-Lehmann-Straße Diese Straße war – wohl zu Ehren des traditionsreichen Magdeburgischen Pionier-Bataillons 4 – nach der Truppengattung im Militär Pioniere benannt.
Pipersberg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Später: Piperstraße (zumindest um 1691) Pfeifersberg Pipersberg war die ursprüngliche plattdeutsche, zumindest um 1463 gebräuchliche, Bezeichnung für den nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissenen Pfeifersberg.
Piperstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Später: Vormals:*Pipersberg (zumindest um 1463) Später:*Pfeifersberg Pipersberg war die ursprüngliche plattdeutsche, zumindest um 1691 gebräuchliche, Bezeichnung für den nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissenen Pfeifersberg.
Pirolweg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110