Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Saalestraße; Stadtteil Industriehafen; PLZ 39126 Diese Straße wurde nach der Saale, einem Nebenfluss der Elbe, benannt.
Saalfelder Straße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Benannt wurde diese Straße nach der südlich von Rudolstadt in Thüringen gelegenen Stadt Saalfeld/Saale.
Saarbrücker Straße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Die Straße wurde nach der Landeshauptstadt des Saarlands Saarbrücken benannt.
Saarstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Später: Wachtturmstraße Heute: Emanuel-Larisch-Weg
Die Straße erhielt ihren Namen zum Gedenken an die Besetzung des Saargebiets. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die nach 1945 durchgeführte Umbenennung.
Sachsenring; Stadtteile Stadtfeld Ost und Altstadt; PLZ 39108 Vormals: Ringstraße
Die Benennung dürfte wohl auf das Land Sachsen zurückgehen. Die Straße war zusammen mit Adelheidring, Editharing, Kaiser-Otto-Ring und Hohenstaufenring Teil einer frühen westlichen Umfahrung um die Stadt Magdeburg und ihre Festungsanlagen. Durch den Bau des Magdeburger Rings in den 1970er Jahren wurde der Sachsenring in drei Teilstücke getrennt, die nicht miteinander in Verbindung stehen.
Saefkowstraße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Benannt nach dem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Anton Saefkow.
Salbker Chaussee; Stadtteile Ottersleben, Reform und Beyendorfer Grund; PLZ39116, 39118 und 39122 Vormals: Salbker Straße (westlicher Teil)
Diese Straße führt von Ottersleben in Richtung des heute zu Magdeburg gehörenden Ortes Salbke und trägt daher ihren Namen.
Salbker Straße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39120 Diese Straße führt aus Richtung von Sudenburg in Richtung des heute zu Magdeburg gehörenden Ortes Salbke und trägt daher dessen Namen.
Salbker Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Salbker Chaussee (deren westlicher Teil)
Diese Straße führt von Ottersleben in Richtung des heute zu Magdeburg gehörenden Ortes Salbke und trug daher ihren Namen.
Salchauer Straße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Die Straße wurde im Jahr 1938 nach dem Dorf Salchau in der Colbitz-Letzlinger Heide benannt. Salchau war 1936 zur Errichtung eines Truppenübungsplatzes abgerissen und damit zur Wüstung geworden.
Salvador-Allende-Straße; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Benannt nach dem chilenischen Politiker Salvador Allende.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Schulkomplex Neustädter See, fünf in einem Komplex zusammengefasste Schulen vom Schultyp Erfurt 2 konzentrierten in unmittelbarer Nähe des Zoo Magdeburg 5000 Schüler, erbaut um 1972. Seeuferbebauung, 300 m lange Gebäudezeile aus 10- und 16-Geschossern in Plattenbauweise, erbaut zwischen 1973 und 1981 Strandbad Neustädter See, mit Strahlenfontaine im See
Salzburger Straße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Diese Straße war 1938 nach der in Österreich gelegenen Stadt Salzburg benannt worden. Ursprünglich führte diese Straße von der heutigen Semmelweisstraße als Verlängerung der Förderstedter Straße in einem Bogen auf die heutige Schneidlinger Straße. In der Zeit der DDR erfolgte jedoch eine Neubebauung und Überbauung der Straße. Die Förderstedter Straße wurde über die Semmelweisstraße nach Westen bis zur Innsbrucker Straße verlängert.
Salzmannstraße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39112 Vormals: Königsweg Die Straße wurde nach dem Pädagogen Christian Gotthilf Salzmann benannt.
Salzstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104
Diese wohl nach dem Mineral Salz benannte Straße ging östlich von der Schönebecker Straße ab, etwa auf halbem Weg zwischen den Straßen Sülzeberg und Am Wolfswerder. Die Straße ist noch im Adressbuch der Stadt von 1950/1951 als bewohnt geführt, besteht heute jedoch nicht mehr.
Salzwedeler Straße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Benannt nach der im Norden Sachsen-Anhalts liegenden Stadt Salzwedel.
Samsweger Straße; Stadtteil Rothensee; PLZ 39126 Diese Straße wurde 1938 nach dem westlich von Wolmirstedt gelegenen Dorf Samswegen benannt.
Sandbreite; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Bei der Bezeichnung Sandbreite handelt es sich um die alte Flurbezeichnung des Gebiets auf dem die Straße angelegt wurde. Auf der Karte des Stadtkreises Magdeburg von 1838 wird die Sandbreite bereits verzeichnet und gehörte damals zur Feldmark des, damals jedoch bereits untergegangenen, Klosters Berge.
Sandgrubenweg; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Die Straße wurde 1938 benannt.
Sandsteinweg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 Benannt nach dem Gestein Sandstein. Mit der Benennung folgte der Stadtrat am 7. Februar 2002 einem Vorschlag des Arbeitskreises Alt Olvenstedt, wobei für die Namen der Straßen im neuen Wohngebiet „An den Röthen“ Begriffe aus der Geologie gewählt wurden. Die Gesteine kommen im Stadtgebiet vor.
Sandtorstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Der Name der Straße geht auf das einmal in der Nähe befindliche Sandtor zurück. Durch dieses Stadttor führte ein Weg aus der Neustadt zur Elbe.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 22, Fraunhofer-Institut für Fabrikation und -automatisierung, Forschungskomplex, errichtet 1999.
Sarajevo-Ufer; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Der Weg in der Nähe der Elbe wurde am 11. Juli 2005 nach Sarajevo, einer Partnerstadt Magdeburgs, benannt. Bereits am 9. September 2004 hatte der Stadtrat beschlossen, die noch nicht mit einem Straßennamen gewürdigten Partnerstädte zukünftig zu berücksichtigen. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Ein erster Vorschlag, der eine Benennung im Handelshafen vorsah, wurde jedoch nach kontroverser Diskussion im Stadtrat am 10. März 2005 zurückgezogen. Darauf folgte der letztlich beschlossene Vorschlag, der eine repräsentativere Benennung vorsah.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 294/05 vom 25. Mai 2005 Ursprünglich war die Schreibweise Sarajevoufer vorgesehen. Auf einen Änderungsantrag der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde dann die heutige Schreibweise beschlossen.Änderungsantrag 294/05/01 vom 6. Juli 2005 Südlich an das Sarajevo-Ufer schließt sich die unter den gleichen Voraussetzungen benannte Nashvillepromenade an.
Saturnweg; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Benannt nach dem Planeten Saturn, dem sechsten und zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems.
Schadowstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Swinemünder Straße
Diese Straße dürfte nach dem preußischen Bildhauer Johann Gottfried Schadow benannt sein.
Schafanger; Stadtteil Prester; PLZ 39114 Die Straße erhielt – nach einem Vorschlag von Anwohnern – durch Beschluss des Stadtrates vom 9. November 2006 ihren Namen.Drucksache der Landeshauptstadt Magdeburg 366/06 vom 23. August 2006 Der Name nimmt Bezug auf einen Anger für Schafe, wobei jedoch unklar ist, ob in dem Bereich ursprünglich ein solcher bestand oder lediglich ein typischer ländlicher Name gesucht wurde.
Schäferbreite; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Vormals: Morgenstraße
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Schäfferstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Vormals: Schäfferstraße (bis 1. Juli 1954) Hans-Waldbach-Straße
Diese Straße wurde nach dem in Magdeburg tätigen Industriellen Bernhard Schäffer benannt.
Schafwäsche; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 ?
Schanzenweg; Stadtteile Fermersleben und Buckau; PLZ 39104 ?
Schanzenweg; Stadtteil Werder; PLZ 39114 Später: Sixt-von-Armin-Weg Heute: Heinrich-Heine-Weg
Dieser durch den Rotehornpark verlaufende Weg führte zum Fort XII, einer Schanze der Festung Magdeburg
Scharnhorstplatz; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Friedensplatz
Diese Straße wurde nach dem preußischen General Gerhard von Scharnhorst benannt.
Scharnhorstring; Stadtteil Neu Olvenstedt; PLZ 39130 Diese Straße wurde nach dem preußischen General Gerhard von Scharnhorst benannt.
Scharnhorststraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Haeckelstraße
Diese Straße wurde nach dem preußischen General Gerhard von Scharnhorst benannt.
Scharrnstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Im neuen Scharrn auch Im neuen Fleischscharrn (bis 1807) Neue Scharmstraße
Diese Straße ging nördlich des Ratswaageplatzes von der Ostseite des Breiten Wegs ab. Sie verlief dann nach Osten und knickte rechtwinklig nach Norden ab, um in die Margaretenstraße zu münden. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt in der Zeit der DDR nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde diese Straße überbaut. An den ehemaligen Einmündungen dieser Straße befinden sich heute jeweils in Plattenbauweise errichtete Wohngebäude.
Als Scharrn wurde der Fleischmarkt bezeichnet. Ein alter Scharrn (auch als Scharm bezeichnet) befand sich dichter am Alten Markt. Der später entstandene neue Scharrn, von dem die Straße ihren Namen ableitete, dürfte bereits vor 1235 entstanden sein, da der Fleischmarkt sich im Mittelalter zunächst vor den Stadtmauern befinden musste und das Gebiet der Scharrnstraße bereits bei einer Stadterweiterung um 1235 in die Stadt eingegliedert wurde. Vor 1235 lief die Straße außen an der Stadtmauer entlang. Dieser Scharrn lag in etwa an der Einmündung der Scharrnstraße in den Breiten Weg. Die Fleischstände befanden sich wohl nur auf der südlichen Seite der Scharrnstraße. Nach der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg 1631 wurde zunächst nur der Alte Scharrn als Fleischmarkt genutzt. 1641 fand dann die Wiedereinrichtung des neuen Scharrns statt. Im Jahr 1662 erhielt der Besitzer des an der Einmündung zum Breiten Weg liegenden Gebäudes Breiter Weg 70 die Erlaubnis, drei vor seinem Gebäude in der Scharrnstraße befindliche Stände zu überbauen. 1675 wurde die Überbauung noch ausgedehnt. Bis zu ihrer Zerstörung verengte sich die Scharrnstraße daher unmittelbar vor ihrer Einmündung auf den Breiten Weg deutlich.
Nachdem der Alte Scharrn überbaut worden war, fiel der zur Unterscheidung dienende Vorsatz Neue weg. Bis 1730 gehörte auch der östliche Teil der Margarethenstraße zur Scharrnstraße, die damit im Zick-Zack bis zur Grünearmstraße führte.
Schartaustraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Diese Straße wurde nach Sofie Schartau und dem von ihr 1473 gestifteten Hospital Schartau benannt.
Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus Nr. 1–3, Magdeburger Mühlenwerke, Industriearchitektur, erbaut um 1910.
Schawinskyweg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Benannt nach dem Fotografen und Maler Alexander Schawinsky.
Die Benennung erfolgte durch den Stadtrat am 8. Juni 2000, war jedoch umstritten. Die Treuhandliegenschaftsgesellschaft mbH (TLG) wollte ein neues Wohngebiet mit 9 neuen Straßen erschließen. Die TLG schlug zur Benennung im Wesentlichen Magdeburger Künstler, so auch Alexander Schawinsky, vor. Hiergegen wandte sich die Bürgerinitiative „Bürger für Ottersleben“ e. V. Sie schlug alte Flurbezeichnungen und dörfliche Begriffe zur Benennung vor. Der Schawinskyweg sollte danach „Zum Hünengrab“ heißen und Bezug auf das ehemalige Hünengrab Ottersleben nehmen. Die CDU-Ratsfraktion brachte einen entsprechenden Änderungsantrag in den Stadtrat ein. Zur Begründung hieß es, Benennungen nach Personen seien in dem Gebiet eher unüblich und es fehle eine Verbindung zu Ottersleben. Der Änderungsantrag fand im Kommunal- und Rechtsausschuss eine Mehrheit. Im Stadtrat wurde der Antrag jedoch abgelehnt, so dass die Straße nach Alexander Schawinsky benannt wurde.
Scheelestraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124