Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohner aufgeführt.

Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Waagestraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Augustinerstraße Gosewinkel (1397) Goldenewagegasse (um 1800) Wagestraße (ab 1808)

Der Name dieser heute nicht mehr bestehenden Straße rührte vom Haus Jakobstraße Nr. 23 Zur goldenen Wage her. Die Straße verlief von der Jakobstraße in südöstlicher Richtung auf die Wallonerkirche zu. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße überbaut.

Waagestraße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Vormals: Wladislaw-Wolkow-Straße

Diese Straße wurde nach dem Sternbild Waage benannt. Viele der benachbarten Straßen tragen Namen aus dem Bereich der Astronomie.

Wacholdersteg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 Die Straße wurde nach der Pflanzengattung Wacholder benannt.

Wachtelsteg; Stadtteil Neustädter See; PLZ 39126 Diese Straße wurde nach der Vogelart der Wachteln benannt.

Wachtturmstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Heute: Emanuel-Larisch-Weg

In den dreißiger Jahren erhielt diese Straße den Namen Wachtturmstraße, da die Wachtturm-Gesellschaft der Ernsten Bibelforscher (später: Zeugen Jehovas) hier ihren Sitz hatte.

Wahlitzer Weg; Stadtteil Berliner Chaussee; PLZ 39114 Die Straße wurde nach dem östlich von Magdeburg gelegenen Dorf Wahlitz benannt.

Walbecker Straße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Diese Straße wurde nach dem im Landkreis Börde gelegenen Dorf Walbeck benannt.

Waldluftweg; Stadtteil Berliner Chaussee; PLZ 39114 Der Name der Straße nimmt Bezug auf das etwas weiter nördlich befindliche Waldgebiet Biederitzer Busch.

Waldmeisterweg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 Benannt nach der Pflanzenart Waldmeister.

Waldstraße; Stadtteil Randau-Calenberge; PLZ 39114 Der Name der Straße dürfte auf das nördlich gelegene Waldgebiet Kreuzhorst zurückgehen.

Wallonerberg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Dieser Straßenzug entstand im Jahr 1720. Der Alte Dessauer ließ diese neue Straße als weitere Verbindung von der Stadt zum Elbvorland durch die ursprüngliche Bebauung brechen. Vorher hatte das Gelände zum Augustinerkloster gehört, zu dem auch die Wallonerkirche gehörte. Vom Kloster zur Elbe hin befand sich zuvor bereits eine Pforte zum Alten Fischerufer. Auf der anderen Seite des Klosters befand sich eine Zufahrt zum Friedhof. Diese Verbindung wurde dann durchgängig und befahrbar gemacht. Der Name Walloner rührt von der auf der Südseite befindlichen Wallonerkirche her. Die Kirche war nach der Entstehung der Pfälzer Kolonie der aus Glaubensflüchtlingen bestehenden Wallonischen Gemeinde zugewiesen worden. Die Bezeichnung Berg ergibt sich aus dem steilen Anstieg von der Elbe in Richtung Altstadt.

Wallstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: In der Hölle (1459 bis 1552) Roßmühlenhof (1552 bis 1699) auch Große Schindergasse (17. Jahrhundert bis 1807) Höllenstraße (1632 bis 1847)

Die heute nicht mehr bestehende Straße verlief an der Innenseite der Stadtmauer entlang und erhielt daher ihre Bezeichnung. 1847 wurde sie umbenannt, da der alte Name Höllenstraße Anstoß erregte. Die Straße verlief vom Breiten Weg in östlicher Richtung zur Grünearmstraße. Die Einmündung auf den Breiten Weg lag etwa in Höhe der heutigen Stadtbibliothek. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße überbaut.

Wallstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Fürstenwallstraße Heute: Fürstenwallstraße

Die Straße verläuft auf der der Stadt zugewandten Seite des Fürstenwalls einem Teil der alten Befestigungsanlagen. In der Zeit der DDR wurde sie umbenannt, da die Bezeichnung „Fürstenwallstraße“ zu monarchistisch erschien. Der Begriff Fürsten wurde daher gestrichen. Nach der Wende erhielt die Straße ihre historische Bezeichnung zurück.

Walmbergsweg; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39112 Vormals: Walmbergs Wuhne

Die Straße verband ursprünglich die heutige Salzmannstraße mit der Halberstädter Straße. Im Zuge des Wiederauf- und Ausbaus der Zuckerraffinerie „Hermann Danz“ wurde der westliche Teil der Straße überbaut. Heute verbindet der Walmbergsweg die Salzmannstraße mit der Braunlager Straße. Der verbliebene westlichste Teil, an der Halberstädter Straße, wurde umbenannt in Zuckerstraße. Benannt wurde die Straße nach einer topografischen Erhebung in diesem Gebiet, dem Walmberg.

Walnußweg; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Der Straßenname geht auf die Pflanzenfamilie der Walnussgewächse zurück, zu der 8 Gattungen mit ungefähr 60 Arten gehören.

Walter-Flex-Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Später: Goerdelerstraße Heute: Johannes-Münze-Straße

Die Straße war nach dem im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Schriftsteller und Lyriker Walter Flex (1887–1917) benannt.

Walter-Husemann-Straße; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Heute: Othrichstraße

Diese Straße war in der Zeit der DDR nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Walter Husemann benannt.

Walter-Kaßner-Straße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Heute: Apollostraße (seit dem 9. Januar 2003)

Die Walter-Kaßner-Straße war nach dem SED-Politiker und Bürgermeister der Stadt Magdeburg Walter Kaßner benannt. Veranlasst durch einen Antrag der CDU und SPD-Ratsfraktionen, wurde sie im Jahr 2003 umbenannt (siehe Apollostraße). Hintergrund waren Vorwürfe bezüglich Verstrickungen Kaßners in stalinistische Verfolgungsmaßnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Walter-Strumpf-Straße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 ?

Walther-Rathenau-Straße; Stadtteile Alte Neustadt und Altstadt; PLZ 39106, 39104 Vormals: Königstraße

Benannt nach dem deutschen Industriellen und Politiker Walther Rathenau. Die Walther-Rathenau-Straße ist der Name der Bundesstraße 1 zwischen Magdeburger Ring und Askanischem Platz. Sie begrenzt zwischen Universitätsplatz und Askanischem Platz den Universitätscampus nach Süden.

Bekannte Personen, die hier lebten: Gyula Grosz, Röntgen-Facharzt hatte um 1928 seine Wohnung in der damaligen Königsstraße 45.Fernsprechbuch Magdeburg, Ausgabe Juli 1928, Seite 48 Gerhard Korte; Unternehmer und Kaufmann, lebte zumindest um 1939 in der damaligen Königstraße Nr. 43.

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus-Nr. 88, Arbeitsamt, erbaut 1938 als Sitz des Reichsarbeitsdienstes

Waltherstraße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39116 Die Straße wurde zu Ehren des Minnesängers Walther von der Vogelweide (circa 1170 bis 1230) benannt.

Waltraut-Privatweg; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Tannenweg

Die Straße erhielt 1938 ihren Namen.

Wanzleber Chaussee; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Diese Straße wurde nach der südwestlich von Magdeburg gelegenen Stadt Wanzleben-Börde benannt, in deren Richtung die Straße von Ottersleben ausgehend führt.

Wanzleber Straße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Benannt nach der südwestlich von Magdeburg gelegenen Stadt Wanzleben-Börde.

Wanzleber Straße; Stadtteil Lemsdorf; PLZ 39118 Heute: Ballenstedter Straße (seit 1910)

Bis zur Eingemeindung Lemsdorfs nach Magdeburg im Jahr 1910 war diese Straße nach der in der Magdeburger Börde gelegenen Stadt Wanzleben-Börde benannt. Die Straße führte von Lemsdorf in Richtung Wanzleben. Mit der Eingemeindung wurde sie umbenannt, wohl weil der Name bereits anderweitig im Stadtgebiet vergeben war.

Warnsdorfer Straße; Stadtteil Hopfengarten; PLZ 39120 Heute: Otternweg

Die Straße war nach der heute zu Tschechien gehörenden Stadt Warnsdorf benannt. In der Zeit der DDR wurde sie umbenannt. Namen von Orten, aus denen die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden war oder die nicht mehr zu Deutschland gehörten, sollten nicht mehr erscheinen.

Warschauer Straße; Stadtteile Buckau und Leipziger Straße; PLZ 39104 Die Straße wurde nach der polnischen Hauptstadt Warschau benannt.

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Bahnhof Buckau, erbaut ab 1927.

Warschauer Straße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Später: Wiener Straße Hermann-Matern-Straße Heute: Wiener Straße

Diese Straße war nach der Hauptstadt Polens Warschau benannt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie umbenannt.

Wartbergstraße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Die Straße wurde nach dem westlich von Magdeburg bei Niederndodeleben gelegenen Großen Wartberg, der größten Erhebung in der Magdeburger Börde, benannt. Auch die benachbarten Straßen tragen die Namen von Hügeln aus der Börde.

Wartburgstraße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Wie mehrere Straßen der Nachbarschaft erhielt auch die Wartburgstraße ihren Namen aus der Geographie des Landes Thüringen, nämlich nach der Wartburg, einer bekannten Burganlage bei Eisenach.

Warthe; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Auf der Worth (1552–1807) Warte

Der Straßenname dürfte von einem hier ursprünglich einmal befindlichen Turm der Stadtmauer Zur Warte hergerührt haben. Die Straße war eine kleine Sackgasse die von der Dreienbrezelstraße, etwa auf der Höhe der Einmündung der Hartstraße, nach Süden führte. An dieser Stelle befand sich die südliche ottonische Stadtmauer, auf deren innerstädtischer Seite sich die Straße, wohl in Form eines kleinen Platzes befand. Im Zuge des sich nicht an die gewachsene Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus der Stadt nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße überbaut. Heute befindet sich an dieser Stelle der nordöstliche Teil des Einkaufszentrums Allee Center.

Wassergang; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Der Weg diente als öffentlicher Zugang zu einer Quelle und erhielt so seinen Namen.

Wasserkunststraße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Im Jahr 1849 errichteten die Neustädter Zuckerfabrikanten Carl Joachim Jacob Hennige und Jaehningen, Freise & Comp. in dieser Straße direkt neben der Schrote eine Wasserkunst und insbesondere ein Maschinen-, Wärter- und Kesselhaus zum Betrieb der Anlage. Dies dürfte der Straße ihren Namen gegeben haben. Das 1849 errichtete Gebäude besteht noch heute und ist ein Baudenkmal.

Institutionen, Bauwerke, Denkmäler: Haus-Nr. 10, ehemaliges Junkerswerk, erbaut 1937/38. Haus-Nr. 99, ehemalige Wasserkunst, erbaut 1849.

Bekannte Personen, die hier lebten: Friedrich Carl Untucht, Magdeburger Spirituosen- und Steingutfabrikant, lebte Anfang des 20. Jahrhunderts, zumindest jedoch zwischen 1913 und 1915, im Haus Nr. 98. Hier betrieb er die Spirituosenfabrik. Im Haus Nr. 100 befand sich die Steingutfabrikation.

Wasserstraße; Stadtteil Werder; PLZ 39114 ?

Waterberg; Später: Silberberg Heute: ?

Der Straßenname dürfte auf den in Namibia, der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, befindlichen Berg Waterberg zurückgehen. An diesem Berg fand 1904 auch während des Hereroaufstandes die Schlacht am Waterberg statt.

mini|Blick in die Weberstraße Weberstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Diese Straße wurde nach dem deutschen Physiker Wilhelm Eduard Weber (1804–1891) benannt.

Weddigenstraße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Heute: Zetkinstraße

Die Benennung der Straße sollte an den deutschen U-Boot-Kommandanten des Ersten Weltkrieges Otto Weddigen (1882–1915) erinnern, der von deutscher Seite als Kriegsheld gefeiert worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der militärisch belastete Name, wie bei mehreren Benennungen im Stadtteil, ausgetauscht.

Wedringer Straße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Vormals: Louisenstraße

Die Straße wurde nach dem in Sachsen-Anhalt, Landkreis Börde, gelegenen Dorf Wedringen benannt.

Bekannte Personen, die hier lebten: