Nachfolgend werden Bedeutungen und Umstände der Namengebung von Magdeburger Straßen und ihre Geschichte aufgezeigt. Aktuell gültige Straßenbezeichnungen sind in Fettschrift angegeben, nach Umbenennung oder Überbauung nicht mehr gültige Bezeichnungen in Kursivschrift. Soweit möglich werden auch bestehende oder ehemalige Institutionen, Denkmäler, besondere Bauten oder bekannte Bewohnerinnen und Bewohner aufgeführt.
Die Liste erhebt zunächst noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Gabelsbergerstraße; Stadtteil Salbke; PLZ 39122 Benannt nach dem Erfinder des Kurzschriftsystems Franz Xaver Gabelsberger. Auch die benachbarten Straßen wurden nach Personen benannt, die sich um die Stenografie verdient gemacht haben (Faulmannstraße, Ferdinand-Schrey-Straße).
Gabelung; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: (seit 1890) Hasselbachplatz
Der ursprüngliche Name „Gabelung“ bezeichnete schlicht die Funktion des Platzes. An der Stelle gabelte sich die Straße in die Richtungen Halberstadt/Halle/Leipzig einerseits und Schönebeck (Elbe) andererseits. Mit der Bebauung des Platzes wurde er nach dem Oberbürgermeister benannt, der die Stadterweiterung und damit die Bebauung des Platzes veranlasst hatte.
Gablonzer Straße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Heute: Hamsterbreite (seit 1950)
Die Straße war nach der Stadt Gablonz im nordöstlichen Böhmen benannt. 1950 wurde sie, wie auch die benachbarten Straßen (Marienbader Straße und Karlsbader Straße), umbenannt. Die Namen von Orten, die ehemals zum Deutschen Reich gehörten oder aus denen die deutsche Bevölkerung vertrieben worden war, sollten zur Vermeidung von sogenanntem Revanchismus nicht mehr verwendet werden.
Gaertnerstraße; Stadtteil Buckau; PLZ 39104 Benannt nach dem Ingenieur, Unternehmer und Politiker der Nationalliberalen Partei Karl Gaertner.
Gagernstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Benannt nach dem liberalen deutschen Politiker, Präsidenten der Nationalversammlung von 1848 und Reichsministerpräsidenten 1848/1849 Heinrich von Gagern.
Galileostraße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Vormals (bis zum 9. Januar 2003): Hans-Hauschulz-Straße
Mit der Benennung "Galileostraße" soll die europäische Raumfahrt gewürdigt werden, sowohl in Bezug auf das im Aufbau befindliche europäische Satellitennavigationssystem "Galileo", als auch hinsichtlich des Programms "Galileo" zur Erforschung des Jupiters mittels einer Raumsonde. Im Stadtteil Reform wurden diverse Straßen in der Zeit der DDR nach Projekten der sowjetischen Raumfahrt benannt. Die 2003 erfolgte Benennung sollte dem Rechnung tragen, wobei jedoch nun auch westliche Projekte berücksichtigt werden sollten.
Hintergrund der Umbenennung der ursprünglichen "Hans-Hauschulz-Straße" waren gegen Hauschulz gerichtete Vorwürfe, wonach er in stalinistische Verfolgungsmaßnahmen verstrickt war. Mit Antrag vom 6. Dezember 2001 hatten die Ratsfraktionen von SPD und CDU die Umbenennung der Hans-Hauschulz- und der Walter-Kaßner-Straße beantragt. Mit Beschluss vom 11. April 2002 beauftragte der Stadtrat mehrheitlich die Vorbereitung der Umbenennung; am 9. Januar 2003 wurde dann die Umbenennung beschlossen.
Gang zur französischen Kirche; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Sack Rhoden im Sack Französischer Sack Französischer Kirchgang Diese Straße existiert heute nicht mehr. Ursprünglich führte sie von der "Großen Markt Straße" zur französischen Kirche. Dies entspricht heute dem südlich gelegenen Park am östlichen Ende der Julius-Bremer-Straße. Der Gang verlief von dort in nördlicher Richtung. Die französische Kirche würde heute westlich des Hochhauses Jakobstraße, praktisch auf dem Hinterhof, stehen. Sowohl Große Markt Straße als auch französische Kirche bestehen nicht mehr. Ab 1704 hatte die französisch-Reformierte Gemeinde hier eine Kirche errichtet, welche jedoch 1804 abbrannte. 1806 wurde der Neubau eingeweiht, der jedoch durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Nach den schweren Zerstörungen durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde der Wiederaufbau nicht entsprechend der alten Stadtstruktur durchgeführt. Es sollte an die Stelle der engen altstädtischen Straßenzüge eine moderne sozialistische Stadt treten. Es wurde daher unter Zerstörung der gewachsenen Struktur DDR-Plattenbauten errichtet. Dies wird heute vielfach als städtebaulich problematische Entscheidung angesehen, die der Identität der Stadt Magdeburg stark schadete und das Stadtbild dauerhafter veränderte als dies die Kriegszerstörungen selbst taten.
Ganghoferstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Bruno-Wille-Straße (bis 1938)
Benannt nach dem deutschen Schriftsteller Ludwig Ganghofer.
Bekannte Personen die hier lebten: Wilhelm Höpfner, Graphiker, lebte zumindest um 1939 und 1950 im Haus Nr. 14.
Gardeleger Straße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 1938 benannt nach der im nordwestlichen Sachsen-Anhalt befindlichen Stadt Gardelegen.
Gareisstraße; Stadtteil Alte Neustadt; PLZ 39106 Vormals: Kaiser-Wilhelm-Straße Franz-Seldte-Straße
Benannt nach dem 1921 ermordeten Fraktionsvorsitzenden der Bayerischen Landtagsfraktion der USPD Karl Gareis.
Garke-Privatweg; Stadtteil Nordwest; PLZ 39128 ?
Gartenheimweg; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Vormals: Weitling-Privatweg (bis 1938) Spichern-Privatweg
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Gartenstraße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Heute: Genthiner Straße
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Gartenstraße; Stadtteil Ottersleben; PLZ 39116 Heute: Schreberstraße
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Gartenstraße; Stadtteil Werder; PLZ 39114 Die bereits bestehende Gartenstraße wurde 1905 nach Norden bis zur damaligen Markgrafenstraße verlängert.Neue Straßennamen. in der Volksstimme vom 4. Februar 1905, Seite 2
Gartenweg; Stadtteil Alt Olvenstedt; PLZ 39130 ?
Gasereistraße; Stadtteil Gewerbegebiet Nord; PLZ 39126 An dieser Straße lag die Großgaserei Magdeburg, die 1930 den Betrieb aufnahm und nach ihrer Liquidation 1993 abgerissen wurde. Das Gebiet steht für neue Firmenansiedlungen zur Verfügung – der alte Straßenname blieb jedoch erhalten.
Gaußstraße; Stadtteil Leipziger Straße; PLZ 39112 Benannt nach dem deutschen Mathematiker, Astronom, Geodät und Physiker Carl Friedrich Gauß.
Geißlerstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Vormals: Roonstraße (östlicher Teil) Roonplatz (westlicher Teil)
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Gellertstraße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Benannt nach dem deutschen Dichter Christian Fürchtegott Gellert.
Bekannte Personen die hier lebten: Kurt Heißmeyer, später wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilter ehemaliger Arzt im Konzentrationslager Neuengamme, lebte und arbeitete zunächst unbehelligt zumindest um 1950 im Haus Nr. 12.Adressbuch der Stadt Magdeburg 1950-51, Seite 213
General-Busse-Weg; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Hammersteinweg
Die Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus nach dem deutschen General Theodor Busse benannt.
General-Felmy-Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Heute: Witzlebenstraße
Die Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus (ab 1938) nach dem deutschen General Hellmuth Felmy benannt.
General-Kesselring-Straße; Stadtteile Cracau und Prester; PLZ 39114 Heute: Thomas-Mann-Straße
Die Straße war in der Zeit des Nationalsozialismus (ab 1938) nach dem deutschen Generalfeldmarschall Albert Kesselring benannt.
General-Ludendorff-Straße; Stadtteil Herrenkrug; PLZ 39114 Vormals: Am Großen Stadtmarsch Heute: Breitscheidstraße
Diese Straße war nach dem deutschen General Erich Ludendorff benannt.
General-Maercker-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Heute: Bruno-Wille-Straße
Diese Straße war nach dem deutschen Generalmajor Georg Ludwig Rudolf Maercker benannt.
Genossenschaftsweg; Stadtteil Diesdorf; PLZ 39110 ?
Genthiner Straße; Stadtteil Cracau; PLZ 39114 Vormals: Gartenstraße
Benannt nach der im nordöstlichen Sachsen-Anhalt gelegenen Stadt Genthin.
Georg-Becker-Straße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39112 Mit Beschluss des Stadtrates vom 6. Juli 2006 wurde diese Straße nach dem Sudenburger Fabrikanten Georg Becker (1878–1953) benannt.
Georg-Gaidzik-Straße; Stadtteil Stadtfeld West; PLZ 39110 Vormals: Seehäuser Straße (bis 30. Juni 1954) Heute: Seehäuser Straße
Die Straße wurde am 30. Juni 1954, anlässlich des Tages der Volkspolizei, nach dem beim Aufstand vom 17. Juni 1953 in Magdeburg erschossenen Volkspolizisten Georg Gaidzik benannt. Nach dem Ende der DDR erhielt sie wieder den ursprünglichen Namen "Seehäuser Straße".
Georg-Heidler-Straße; Stadtteil Brückfeld; PLZ 39114 Vormals: Bromberger Straße
Diese Straße wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Radrennbahn (seit 1891) in den Jahren 1928 bis 1930 angelegt. Benannt wurde sie nach dem KPD-Politiker Georg Heidler,Kurzbiographien Magdeburger Widerstandskämpfer, Seite 10 der in der benachbarten Jerichower Straße einen Tabakladen betrieben hatte.
Georg-Kaiser-Straße; Stadtteil Sudenburg; PLZ 39112 Benannt nach dem Dramatiker und Lyriker Friedrich Carl Georg Kaiser.
Georg-Schumann-Straße; Stadtteil Neue Neustadt; PLZ 39124 Heute: Hugenottenstraße
Diese Straße war in der Zeit der DDR nach dem KPD-Politiker und Widerstandskämpfer Georg Schumann benannt.
Georg-Singer-Straße; Stadtteil Neustädter Feld; PLZ 39128 Benannt nach dem Magdeburger KPD-Politiker und Antifaschisten Georg Singer.
Georgenplatz; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Nach den schweren Zerstörungen der Stadt Magdeburg durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung dieses Platzes stark zerstört. Im Rahmen des Wiederaufbaus, der sich nicht an die über Jahrhunderte gewachsene Struktur orientierte, wurde der Georgenplatz überbaut. An dieser Stelle befindet sich heute das Warenhaus Karstadt sowie der westlich davon liegende Parkplatz.
Bekannte Personen die hier lebten: August Wilhelm Francke, Oberbürgermeister von Magdeburg, lebte zumindest um 1823 im Haus Georgenplatz Nr. 3. Albert Ochs, Maler und Fotograf, betrieb hier Mitte des 19. Jahrhunderts ein Atelier im Haus Georgenplatz Nr. 15a.
Georgenstraße; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Nach den schweren Zerstörungen der Stadt Magdeburg durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung dieser Straße stark zerstört. Im Rahmen des Wiederaufbaus, der sich nicht an die über Jahrhunderte gewachsene Struktur orientierte, wurde die Georgenstraße überbaut. An der Stelle der Straße befindet sich der heutige Parkplatz des Warenhauses "Karstadt". Die Georgenstraße verlief von der Kutscherstraße in Richtung Breiter Weg, parallel zur Großen Münzstraße und heutiger Julius-Bremer-Straße.
Georgi-Dimitroff-Allee; Stadtteil Altstadt; PLZ 39104 Heute: Schleinufer
Die Straße war nach dem bulgarischen Kommunisten Georgi Michajlow Dimitrow benannt.
Georgi-Dobrowolski-Straße; Stadtteil Reform; PLZ 39118 Heute: Steinbockstraße
Diese Straße war nach dem sowjetischen Kosmonauten Georgi Dobrowolski benannt. In der näheren Umgebung trugen und tragen diverse Straßen Namen aus dem sowjetischen Raumfahrtprogramm.
Geraer Straße; Stadtteil Westerhüsen; PLZ 39122 Benannt nach der Stadt in Thüringen Gera.
Gerhard-Händler-Straße; Stadtteile Stadtfeld West und Sudenburg; PLZ 39110 Vormals: Hohendodeleber Straße (bis 30. Juni 1954) Heute: Hohendodeleber Straße
Die Straße wurde am 30. Juni 1954, anlässlich des Tages der Volkspolizei, nach dem beim Aufstand vom 17. Juni 1953 in Magdeburg erschossenen Volkspolizisten Gerhard Händler benannt. Nach dem Ende der DDR erhielt sie wieder den ursprünglichen Namen "Hohendodeleber Straße".
Gerhard-Korte-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Heute: Martin-Andersen Nexö-Straße
Die Straße war bis in die 1950er Jahre nach dem Bergwerksbetreiber, Kaufmann und Vorsitzenden des Deutschen Kalisyndikats Gerhard Korte benannt.
Gerhart-Hauptmann-Straße; Stadtteil Stadtfeld Ost; PLZ 39108 Vormals: Kaiser-Friedrich-Straße
Benannt nach dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann.
Bekannte Personen die hier lebten: In der Gerhart-Hauptmann-Straße 1 wohnte der Abgeordnete des ersten Landtags von Sachsen-Anhalt Ludwig Münz.