mini|hochkant|Heidelinde Weis (2020) Heidelinde Weis (bürgerlich Heidelinde Duna; * 17. September 1940 in Villach in Österreich; † 23. November 2023Sterbeurkunde Duna-Weis (PDF), abgerufen am 10. September 2026. ebenda) war eine österreichisch-deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Chansonsängerin. Ab 1959 spielte sie in zahlreichen Bühneninszenierungen. 1964 wurde sie als Titelheldin in Michael Pfleghars Kriminalfilm Die Tote von Beverly Hills bekannt. Von 1960 bis 2015 stand sie in rund 115 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Leben Heidelinde Weis wurde 1940 in Kärnten als Tochter eines kaufmännischen Angestellten geboren. Sie besuchte die Handelsschule und spielte als 14-Jährige an der Schulbühne die Titelrolle in einer Adaption des Märchens Hans im Glück. Weis absolvierte ihre Schauspielausbildung in den Jahren 1957/58 am Max-Reinhardt-Seminar in Wien (zusammen mit Erika Pluhar).
Weis war von 1960 bis zu dessen Tod 1998 mit dem Theaterproduzenten Hellmuth DunaNeue Schaubühne München, Tourneetheater Produktionen in den Jahren 1985/86, zvab.com verheiratet und ging häufig mit dessen Schaubühne auf Tournee. Durch die langjährige Krankheit ihres Ehemannes, der von ihr gepflegt wurde, war sie Mitte der 1980er Jahre beruflich weniger aktiv. Als junge Frau saß sie wegen Multipler Sklerose zeitweise im Rollstuhl. Trotz schwerer Erkrankungen arbeitete sie später weiter in Film-, Fernseh- und Hörfunkproduktionen. Nebenbei engagierte sie sich bei karitativen Organisationen und in Produktionen, die vor allem im Zusammenhang mit ihren eigenen Erkrankungen standen. Im März 2016 wurde bekannt, dass Weis an Blasenkrebs erkrankt war.Heidelinde Weis hat Blasenkrebs. T-Online.de, abgerufen am 28. März 2016. Im August 2016 wurde ihre Genesung vermeldet. 2022 erschien ihre Autobiografie, Das Beste kommt noch. Heidelinde Weis starb im November 2023 im Landeskrankenhaus Villach im Alter von 83 Jahren an Herzversagen. Sie ruht im Familiengrab auf dem Zentralfriedhof von Villach.
Werk Theater Nach Abschluss ihrer Schauspielausbildung gehörte Heidelinde Weis in der Spielzeit 1959/60 zum festen Ensemble am Theater in der Josefstadt in Wien. Von 1962 bis 1981 gab sie Gastspiele u. a. am Theater am Kurfürstendamm in Berlin, in Hamburg, Düsseldorf und am Theater in der Brienner Straße in München. Besonders erfolgreich war sie in Colombe von Jean Anouilh, aber auch als Isabella in Maß für Maß und als Olivia in Was ihr wollt überzeugte sie Publikum und Kritik. Bei den Salzburger Festspielen verkörperte sie 1976 Rosetta in Leonce und Lena und 1978 die Gräfin in Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit. 1998 führte sie Regie bei der Inszenierung des Bühnenstücks Nächstes Jahr, gleiche Zeit mit Heiner Lauterbach.
Film und Fernsehen Ihr Kinodebüt gab Weis 1959 in dem Spielfilm Ich heirate Herrn Direktor, in dem sie eine strebsame Stenotypistin darstellte. Bekannt wurde sie 1964 als Titelheldin in Michael Pfleghars Kriminalfilm Die Tote von Beverly Hills. Anschließend wirkte sie in mehreren Folgen der Lausbubengeschichten-Filmreihe nach Ludwig Thoma mit. In der Historienfilmkomödie Liselotte von der Pfalz übernahm sie die Titelrolle. Ende der 1960er Jahre verlagerte sich ihre Arbeit zunehmend zum Fernsehen, nachdem sie bereits während ihrer Schauspielausbildung ab 1958 erste Fernsehauftritte in der Rolle der Tochter Gerda in der Live-Serie Familie Leitner des österreichischen Fernsehens gehabt und 1963 an der Seite von Claus Biederstaedt die Titelrolle in der zwanzigteiligen Fernsehserie Meine Frau Susanne gespielt hatte., buch-film.com, 22. Mai 2016.
Im Jahr 1971 hatte sie unter der Regie von Wilhelm Semmelroth eine Doppelrolle in dem dreiteiligen WDR-Fernsehfilm Die Frau in Weiß, der Verfilmung eines Romans von Wilkie Collins. Neben Gastauftritten in Krimiserien wie Der Kommissar, Der Alte, Derrick und Ein Fall für zwei spielte sie 1982 in der Fernsehproduktion Die Erbin und 1984 unter der Regie von Rolf von Sydow in Abgehört. In der Fernsehserie Die Schwarzwaldklinik übernahm sie in den ersten sieben Folgen die Rolle der Ärztin Dr. Elena Bach, die bei einem Autounfall tödlich verunglückte.
In späteren Jahren war Weis in Rosamunde-Pilcher- und Utta-Danella-Verfilmungen, Fernsehreihen wie Pfarrer Braun und Das Traumhotel sowie weiteren deutschsprachigen Fernsehproduktionen zu sehen. 2010 besetzte sie Andi Niessner in einer tragenden Rolle als kauzige Tante Margret Pollard in der Literaturverfilmung Die grünen Hügel von Wales. 2012 spielte sie an der Seite von Wayne und Howard Carpendale die Hamburger Werfteigentümerin Maria Sieveking in Peter Sämanns Filmdrama Lebe dein Leben.
Darüber hinaus war sie als Sprecherin an Hörspielproduktionen beteiligt.
Chanson Von Mitte der 1970er Jahre an war Heidelinde Weis auch als Chansoninterpretin erfolgreich, wobei sie unter anderem mit Kristian Schultze zusammenarbeitete. 1975 veröffentlichte sie unter dem Titel So sing ich ihre erste Langspielplatte mit selbstgetexteten Liedern, für die sie mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde. Es folgten die Musikalben So ein Narr bin ich (1976) und Aber Träume hatt’ ich viel (1979).
1983 trat sie in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit dem Programm Lieder über die Liebe oder was man dafür hält und Rosa und schwarze Lieder auf. 1981 gab sie mit Kristian Schultze, dem Gitarristen Sigi Schwab und dem Flötisten Chris Hinze ein Konzert im Rahmen des Festivals Carinthischer Sommer.
Filmografie Kino
Fernsehen
Hörspiele (Auswahl) 1975: Unterschlupf (nach Freda Langton Smith, aus dem Englischen von Clemens Badenberg) (als Tammy), Regie: Peter M. Preissler 1977: Pelleas und Melisande (von Helmut Peschina nach Pelléas et Mélisande von Maurice Maeterlinck) (als Melisande), Regie: Hans Krendlesberger 1977: Ein kleiner Totentanz (von Ingeborg Drewitz) (als die Mutter), Regie: Hans Krendlesberger 1977: Gestatten, mein Name ist Cox: Mord ist strafbar (von Rolf und Alexandra Becker) (als Margit Simmons), Regie: Heiner Schmidt 1978: Wer weiß, was noch kommt (von Max Kruse) (als Dr. Melanie Ferry), Regie: Dieter Hasselblatt 1978: R.U.R. – Rossum’s Universal Roboter (nach Karel Čapek) (als Helene Glory), Regie: Heiner Schmidt 1979: Der Computer-Computer (von Eva Maria Mudrich) (als Frau Brückner), Regie: Heiner Schmidt 1979: Paracelsus (nach Arthur Schnitzler) (als Justina), Regie: Dieter Hasselblatt 1982: Othello (nach William Shakespeare) (als Desdemona), Regie: Hans Hausmann 1982: Das Haus hinter der Kirche (nach Gilles Costaz) (als Maggi), Regie: Klaus Wirbitzky 1983: Herbst (nach James Saunders) (als Kate), Regie: Hans Hausmann 1983: Die Selbstmörderin (von Dorothea Macheiner) (als die Frau), Regie: Arno Patscheider 2012: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern (nach Hans Christian Andersen), Beitrag zum Hörbuch „Mutmachmärchen für Frauen mit Brustkrebs“
Auszeichnungen 1976: Goldener Bildschirm 1976: Deutscher Schallplattenpreis 1977: Goldene Kamera 1982: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten 2000: Kulturpreis der Stadt Villach
Literatur Das Beste kommt noch. Wieser Verlag, Klagenfurt/Wien/Berlin 2022, ISBN 978-3-99029-553-3. Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Langen Müller Verlag, München/Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 1082. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 751. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T–Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 308.
Weblinks
Einzelnachweise
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