mini|Die Residenz Ansbach, Sitz der Regierung von Mittelfranken Mittelfranken ist sowohl ein Bezirk als auch ein Regierungsbezirk von Bayern. Mittelfranken grenzt im Westen an Baden-Württemberg, ansonsten an die bayerischen Regierungsbezirke Schwaben im Süden und Oberbayern im Südosten, im Osten an die Oberpfalz, sowie im Norden an Unterfranken und im Nordosten an Oberfranken.
Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Sitz der Bezirksregierung ist Ansbach. Die mit Abstand größte Stadt ist jedoch Nürnberg.
Im Zuge der von Graf Montgelas verfassten Verfassung des Königreichs Bayern von 1808 wurde dieses in Kreise eingeteilt, die nach französischem Vorbild nach Flüssen benannt wurden, so auch der Rezatkreis. Dieser wurde mehrfach vergrößert und 1838 in Mittelfranken umbenannt.
Gliederung Der Regierungsbezirk Mittelfranken umfasst fünf kreisfreie Städte und sieben Landkreise:
Kreisfreie Städte mini|Nürnberger Altstadt mini|Erlanger Innenstadt mini|Fürther Marktplatz mini|Ansbacher Altstadt mini|Schwabacher Marktplatz Ansbach Erlangen Fürth Nürnberg Schwabach
Landkreise Landkreis Ansbach Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Nürnberger Land Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
In der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 hatten einige Landkreise andere Namen: Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hieß Landkreis Erlangen. Der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hieß Landkreis Neustadt an der Aisch. Der Landkreis Nürnberger Land hieß Landkreis Lauf an der Pegnitz. Der Landkreis Roth hieß Landkreis Roth bei Nürnberg. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hieß Landkreis Weißenburg in Bayern.
Vor der Kreisreform Vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1972 hatte der Regierungsbezirk acht kreisfreie Städte und 17 Landkreise:
Kreisfreie Städte Ansbach Eichstätt (heute Regierungsbezirk Oberbayern) Erlangen Fürth Nürnberg Rothenburg ob der Tauber Schwabach Weißenburg in Bayern
Landkreise Landkreis Ansbach Landkreis Dinkelsbühl Landkreis Eichstätt (heute Regierungsbezirk Oberbayern) Landkreis Erlangen Landkreis Feuchtwangen Landkreis Fürth Landkreis Gunzenhausen Landkreis Hersbruck Landkreis Hilpoltstein Landkreis Lauf an der Pegnitz Landkreis Neustadt an der Aisch Landkreis Nürnberg Landkreis Rothenburg ob der Tauber Landkreis Scheinfeld Landkreis Schwabach Landkreis Uffenheim Landkreis Weißenburg in Bayern Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Regierungsbezirke Mittelfranken und Oberfranken gemeinsam verwaltet.
Geographie Größere Städte (ohne kreisfreie Städte) Altdorf bei Nürnberg Dinkelsbühl Feuchtwangen Gunzenhausen Hersbruck Herzogenaurach Hilpoltstein Lauf an der Pegnitz Höchstadt an der Aisch Neustadt an der Aisch Oberasbach Röthenbach an der Pegnitz Roth Rothenburg ob der Tauber Stein bei Nürnberg Weißenburg in Bayern Zirndorf
Gewässer In Mittelfranken gibt es zahlreiche Gewässer, die vielfältig genutzt werden und vor allem für Teichwirtschaft und Tourismus von großer Bedeutung sind.
Der Aischgründer Karpfen ist seit dem 27. November 2012 europaweit geschützt.
Flüsse mini|Flüsse in der Fränkischen Schweiz Aisch Altmühl Mittlere Aurach Bibert Fränkische Rezat Pegnitz Rednitz Schwarzach Regnitz Schwabach (Rednitz) Schwabach (Regnitz) Tauber Wörnitz Zenn Schwäbische Rezat
Seen mini|Rothsee Neben zahlreichen Fischteichen, die oftmals an Bachläufen liegen, gibt es vor allem im Fränkischen Seenland größere Seen: Altmühlsee Großer Brombachsee Igelsbachsee Kleiner Brombachsee Rothsee Hahnenkammsee Dennenloher See
Berge Die Fränkische Alb erstreckt sich unregelmäßig über weite Teile des östlichen Mittelfranken. Der höchste Berg ist der 689 Meter hohe Hesselberg am südwestlichen Rand der Alb; der zweithöchste Berg ist der 656,4 Meter hohe Dürrenberg. Bedeutend ist auch der 603,5 Meter hohe Moritzberg etwa 17 Kilometer östlich von Nürnberg.
Geschichte Mit dem Übergang mittelfränkischer Gebiete, insbesondere des Fürstentums Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg, an das neue Königreich Bayern in napoleonischer Zeit entstand der Rezatkreis mit Ansbach als Hauptstadt. Den Namen Mittelfranken trägt der Regierungsbezirk seit dem 1. Januar 1838 in Anlehnung an das ehemalige Herzogtum Franken, in dessen Südost-Teil er liegt. Von 1855 bis 1933 stieg die Einwohnerzahl Mittelfrankens von 534.000 auf 1.037.000.Nach Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950 (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978), ISBN 3-87707-013-2, S. 422. Im Zuge der Staatsvereinfachung wurden 1932/33 die Regierungen von Oberfranken und Mittelfranken in Ansbach vereinigt. 1946 wurde die Wiederherstellung des Regierungsbezirks Mittelfranken beschlossen. Die ersten Wahlen für den Bezirkstag fanden 1954 statt. Die Gebietsreform in Bayern brachte ab 1971 einige Änderungen der innerbayerischen Grenzen.
Wirtschaft Während der Westen von Mittelfranken um Ansbach, Gunzenhausen und Weißenburg eher ländlich geprägt ist, konzentriert sich die Industrie auf den Ostteil Mittelfrankens und dort hauptsächlich auf den Städteverbund Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach. Gemessen am BIP gehört Mittelfranken zu den wohlhabenderen Regionen der EU mit einem Index von 134 (EU27: 100, Deutschland: 116; Stand: 2008).
Kultur Liste von Pfarrhäusern in Bayern (Mittelfranken) Liste von Burgen und Schlössern in Mittelfranken Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim
Öffentliche Einrichtungen Das Polizeipräsidium Mittelfranken sorgt zusammen mit der Bundespolizei und deren Revier in Ansbach, sowie der Inspektion in Nürnberg für Sicherheit.
Der Zoll unterhält die Zollämter Hafen, Nürnberg-Flughafen, Erlangen-Tennenlohe, Ansbach-Weißenburg, welche dem Hauptzollamt Nürnberg nachgeordnet sind. Des Weiteren existiert eine Außenstelle des Zollfahndungsamts München.
Das THW hat 14 Ortsverbände und eine Regionalstelle in Mittelfranken.
Ferner gibt es 37 Kranken- und Fachkrankenhäuser.
Die Bundeswehr ist mit einer Kompanie der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) vertreten. Ein Karriereberatungsbüro befindet sich in Nürnberg. Daneben existieren weitere Standorte in Ansbach, Fürth, Röthenbach, Wendelstein, Roth und Greding.
Zudem gibt es zwei Hochschulen (Ansbach, Nürnberg), zwei Universitäten und je eine Kunsthochschule und Musikhochschule in staatlicher Trägerschaft. Ferner existieren zwei kirchliche Hochschulen.
Verkehr Luftverkehr Flughafen Nürnberg, Internationaler Flughafen mit Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Flughäfen
Bahnstrecken Der Regierungsbezirk Mittelfranken wird von folgenden Eisenbahnstrecken mit Personenverkehr durchquert: Donauwörth–Treuchtlingen Treuchtlingen–Nürnberg Hbf Nürnberg–Fürth–Bamberg (weiter nach Hof, Leipzig und Berlin) Nürnberg–Ansbach–Crailsheim (weiter nach Stuttgart) Nürnberg–Pegnitz (weiter nach Bayreuth bzw. Cheb) Regensburg–Nürnberg (weiter nach Passau und Wien bzw. Landshut und München) Nürnberg–Irrenlohe (weiter nach Furth im Wald und Prag) Fürth–Würzburg (weiter nach Frankfurt am Main und Hannover) Nürnberg–Ingolstadt (ICE-Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt entlang der Autobahn 9) Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg Bahnstrecke München–Treuchtlingen
Öffentlicher Personennahverkehr Der gesamte ÖPNV in Mittelfranken kann dank des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg mit nur einer Fahrkarte genutzt werden. Freizeitlinien ergänzen das Verkehrsangebot am Wochenende und in den Sommerferien. Auf der Schiene bestehen überwiegend gute Verbindungen, während das Busangebot außerhalb der Spitzenzeiten besonders auf dem Land oft nur Minimalanforderungen gerecht wird.
Fernstraßen Bundesautobahnen A 3 (Frankfurt/Main)–Würzburg–Nürnberg−(Passau–Wien) A 6 (Heilbronn)–Feuchtwangen-Nord–Ansbach–Nürnberg–(Amberg–Waidhaus–Pilsen) A 7 (Hamburg–Würzburg)–Rothenburg ob der Tauber–Feuchtwangen-West–(Ulm–Füssen) A 9 (Berlin)–Nürnberg–(München) A 73 Nürnberg–Fürth–Erlangen–(Bamberg–Coburg–Erfurt)
Bundesstraßen B 2 (Augsburg)–Weißenburg–Nürnberg–(Bayreuth–Hof) B 4 Nürnberg–Erlangen–(Bamberg–Coburg–Erfurt) B 8 (Würzburg)–Neustadt a. d. Aisch–Fürth–Nürnberg–(Regensburg) B 13 (Würzburg)–Uffenheim–Ansbach–Gunzenhausen–(München–Sylvensteinstausee) B 14 (Stuttgart)–Feuchtwangen–Ansbach–Nürnberg–Hersbruck–(Weiden–Waidhaus–Tschechische Republik) B 25 Feuchtwangen–Dinkelsbühl–(Nördlingen–Donauwörth) B 466 (Nördlingen)–Gunzenhausen–Schwabach–Nürnberg–(A 6,B 2) B 470 (Bundesautobahn 7)–Bad Windsheim–Neustadt a. d. Aisch–Höchstadt a. d. Aisch–(Forchheim–Pegnitz–Weiden–A 93)
Wasserstraßen Der Main-Donau-Kanal führt über Bamberg, Erlangen, Fürth, Nürnberg weiter nach Kelheim und mündet dort in die Donau. Er ist ein Teil der direkten Wasserstraße von der Nordsee bis ins Schwarze Meer.
Schutzgebiete Im Regierungsbezirk gibt es 63 Naturschutzgebiete, 91 Landschaftsschutzgebiete, 66 FFH-Gebiete, elf EU-Vogelschutzgebiete und 182 ausgewiesene Geotope. (Stand: August 2016) Das größte Naturschutzgebiet im Bezirk ist der Tennenloher Forst.
Siehe auch: Liste der Geotope in Mittelfranken Liste der FFH-Gebiete in Mittelfranken Liste der Naturschutzgebiete in Mittelfranken Liste der EU-Vogelschutzgebiete in Mittelfranken Liste der Landschaftsschutzgebiete in Mittelfranken
Bezirk Mittelfranken Der Bezirk Mittelfranken bildet gemeinsam mit den anderen bayerischen Bezirken die dritte kommunale Ebene des Bundeslandes. Die Kernaufgaben des Bezirks liegen im sozialen und kulturellen Bereich. Die Organe des Bezirks sind der Bezirkstag, der Bezirksausschuss und der Bezirkstagspräsident ( Bezirksordnung – BezO).
Geschichte Der Bezirkstag Mittelfranken wurde mehrmals umbenannt. Bei der Gründung 1828 hieß er Landrath vom Rezatkreis und wurde ab 1838 Landrath von Mittelfranken genannt. Von 1919 an trug er den Namen Kreistag von Mittelfranken und wurde 1933 auf Grund von Gebietszusammenlegungen in Kreistag von Oberfranken-Mittelfranken umbenannt. 1938 wurde die Bezeichnung in Bezirksverbandstag von Oberfranken-Mittelfranken geändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bezirksparlament zunächst abgeschafft und fungierte unter dem Namen Bezirksverbands-Beirat von Mittelfranken ab 1946 als beratende Einrichtung der Alliierten. 1953 konstituierte sich der vorläufige Bezirkstag von Mittelfranken, ein Jahr später, am 21. Dezember 1954, der erste Bezirkstag von Mittelfranken.
Einrichtungen mini|200px|Zentrum für Hörgeschädigte des Bezirks Mittelfranken in Nürnberg Der Bezirk Mittelfranken ist Träger psychiatrischer und neurologischer Fachkrankenhäuser, von Spezialkliniken, Fach- und Sonderschulen (z. B. für Gehörlose und -geschädigte, Blinde) und Freilichtmuseen (in Bad Windsheim). Der Bezirk Mittelfranken ist außerdem Träger des Berufsbildungswerks für Gehörlose und des Berufsausbildungswerk Mittelfranken für Lernbeeinträchtigte.
Der Bezirk Mittelfranken verleiht jährlich den mit 15.000 Euro dotierten Wolfram-von-Eschenbach-Preis.
Wappen Blasonierung
Entstehungsgeschichte Die Vierung von Silber und Schwarz vorne oben steht für die hohenzollerischen Besitzungen um Ansbach (Fürstentum Ansbach) und Erlangen (Fürstentum Bayreuth), die silbernen Spitzen in Rot darunter stehen für die historische Region Franken (sog. Fränkischer Rechen) insgesamt. Der Adler in Gold stammt aus dem Wappen der Reichsstadt Nürnberg und steht auch für die ehemaligen Reichsstädte Dinkelsbühl, Rothenburg o. d. T., Windsheim und Weißenburg mit ihren Gebieten, die im Falle von Rothenburg und Nürnberg (Reichsstadt mit dem größten territorialen Besitzstand auf dem Boden des heutigen Deutschlands) nicht unbedeutend waren.
Flagge Die Flagge Mittelfrankens stellt eine rot-weiße Frankenfahne mit mittig angeordnetem Bezirkswappen dar.
Bezirkstag