mini|Brisbane Hauptbahnhof mini|Lokomotive 14 der Klasse B12 auf der Central Line 1878

Die Eisenbahn in Queensland im australischen Bundesstaat Queensland besteht aus Eisenbahnstrecken der Queensland Rail, die eine öffentlich-rechtliche Eisenbahngesellschaft ist, und aus privaten Eisenbahnstrecken der Güterbahngesellschaft Aurizon.

Der Bau einer ersten Bahnstrecke begann 1865 durch die Staatsbahn Queensland Railways. Ein zusammenhängendes Netz von Bahnstrecken in Kapspur-Weite entstand 1924 mit der Fertigstellung der Hauptstrecke Brisbane – Cairns aus zuvor nicht miteinander verbundenen Strecken. Nur die seit 1930 aus dem Nachbar-Bundesstaat New South Wales einbrechende Bahnstrecke Sydney – Brisbane ist normalspurig. Eine Elektrifizierung wesentlicher Strecken in Queensland begann in den 1970er Jahren.

Queensland Rail wurde 2007 zur staatseigenen QR Limited. Der Bundesstaat privatisierte 2010 den Güterverkehr und gründete dazu die Holdinggesellschaft QR National. Aus QR Limited wurde 2012 Aurizon Operations, die eine in Australien verkehrende Güterbahn mit eigenem Streckennetz in Queensland ist und der 2012 aus QR National umbenannten Aurizon Holdings gehört. In Queensland gibt es weitere private Bahnen, die zu Bergbau-, Industrie- oder Agrarbetrieben gehören.

Den Personenverkehr auf dem Kapspur-Netz erbringt Queensland Rail. Sie entstand 2010 als staatliche Neugründung aus der Personenverkehrs-Sparte der QR Limited und wurde 2013 in eine Tochter der öffentlich-rechtlichen Queensland Rail Transit Authority umgewandelt.

Netz Grundstruktur mini|Strecken mit Personenverkehr in Australien 2015 Die erste Eisenbahnlinie in Queensland wurde am 25. April 1865 von Ipswich nach Grandchester eröffnet und 1876 nach Brisbane verlängert. In der Folge entstanden eine Reihe von Stichbahnen von zum Teil erheblicher Länge, die von Häfen an der Küste das Hinterland erschlossen. Ab 1867 verkehrte die Bahn von Rockhampton, ab 1882 von Townsville westwärts. Ökonomische Grundüberlegung war, den von Viehzucht lebenden Kommunen des Hinterlandes Zugang zu Seehäfen zu verschaffen. Erst später wurden die Bahnen durch eine parallel zu Küste verlaufende Bahn verbunden. Die letzte der Stichbahnen wurde 1903 an das Netz angeschlossen, das so seine kammförmige Struktur erhielt: eine Hauptstrecke an der Küste von Brisbane aus nach Norden, mit nach Westen abzweigenden Stichstrecken. Heute ist das Schmalspurnetz in Queensland eines der größten weltweit.

Spurweite mini|Museumsbahnhof Wallangarra im Jahr 2008, der Inselbahnhof hat unter­schied­liche Bahnsteig­überdach­ungen der Queens­land Rail links und der New South Wales Railway rechts

Vor dem Zusammenschluss der Kolonien zum Australischen Bundesstaat im Jahr 1901 waren diese rechtlich voneinander unabhängig und die Entscheidung über die Spurweite, in der die jeweilige Eisenbahn errichtet werden sollte, Angelegenheit der einzelnen Kolonie. In Queensland, das dünner besiedelt und wirtschaftlich schwächer als die südlicher gelegenen Kolonien war, fiel die Entscheidung zugunsten der Kapspur. Diese war im Bau billiger und erlaubte geringere Kurvenradien. Mit knapper Mehrheit entschied sich das Parlament von Queensland 1863 für diese technische Lösung. Dabei ging man damals davon aus, dass die Höchstgeschwindigkeit etwa bei 30 km/h liegen würde und dieses System sicher für die nächsten 100 Jahre ausreiche.

Die großen technischen Schwierigkeiten, die sich aus dem Überschreiten der Great Dividing Range durch eine Bahnstrecke ergaben, wurden schnell gemeistert. Schon 1867 verkehrten die Züge bis Toowoomba. Hier kam den Arbeiten an der Strecke auch eine Einwanderungswelle zugute, die die Baustellen der Bahn mit ausreichend Arbeitskräften versorgte.

An der südlichen Grenze des Staates stieß die Bahn ab 1888 im Spurwechselbahnhof Wallangarra auf das normalspurige Streckennetz von New South Wales, wo Reisende umsteigen und Güter umgeladen werden mussten. Die Staatsgrenze verläuft quer durch die Bahnsteige und das Empfangsgebäude.

Wallangarra verlor ab 1930 an Bedeutung, als die bis heute genutzte, kürzere und bis Brisbane komplett normalspurige Strecke aus Sydney in Betrieb ging. Deren Eisenbahninfrastruktur gehörte dem Staat Queensland, während den Betrieb die Eisenbahn in New South Wales durchführte. Der Güterverkehr auf dieser Strecke ging 1994 auf die National Rail Cooperation über, den heute Pacific National durchführt. Den Personenverkehr bietet heute CountryLink an.

Ausbau

Eine Elektrifizierung der Strecken in Queensland erfolgte ab dem Ende der 1970er Jahre. Die S-Bahn von Brisbane wurde 1979 elektrifiziert und 1986 begann der elektrische Zugbetrieb für Kohletransporte in Central Queensland. Die Strecke von Brisbane nach Rockhampton wurde 1989 elektrifiziert.

2001 ging die Verbindung von Brisbane zu dessen Flughafen in Betrieb. Diese Verbindung, Airtrain genannt, wurde in einem Betreibermodell errichtet, das vorsah, dass der private Bauherr und Betreiber der Strecke diese nach 35 Jahren Betrieb an den Staat übertragen muss. Dies ist somit eine der wenigen Strecken in Queensland, auf denen Private Eisenbahnverkehrsleistungen für Dritte auf eigener Strecke anbieten.

Mit Cross River Rail soll 2026 eine neue Hochleistungsstrecke in Brisbane in Betrieb gehen.

Organisation

Die Hauptstrecken und ein Teil der davon abzweigenden Nebenstrecken in Queensland wurden durch den Staat errichtet und von einer Staatsbahn, der Queensland Rail, betrieben. Queensland Rail gründete 2005 die Frachttochter QR National und begann mit dem Kohletransport in Hunter Valley. Im gleichen Jahr wurde die CRT Group integriert und die Australian Railroad Group 2006 übernommen. Queensland Rail wurde 2007 als QR Limited privatrechtlich neu organisiert. Die Anteile dieser Gesellschaft blieben zunächst komplett in Staatseigentum.

Der Bundesstaat privatisierte zum 1. Juli 2010 den Güterverkehr und gründete dazu die Holdinggesellschaft QR National Limited, die ab November 2010 an der Australian Securities Exchange börsennotiert war. Zugleich löste er den als öffentliche Aufgabe definierten Schienenpersonenverkehr aus der QR Limited heraus und gründete dazu eine neue staatseigene Queensland Rail. Diese wurde 2013 in eine Tochter der öffentlich-rechtlichen Queensland Rail Transit Authority umgewandelt.Brisbane Times: Queensland Asset Sales to Reap 5 Billion

Aus QR Limited wurde am 1. Dezember 2012 Aurizon Operations, die eine in Australien verkehrende Güterbahn mit eigenem Streckennetz in Queensland ist und der gleichzeitig 2012 aus QR National umbenannten, 2026 weiterhin im S&P/ASX 50 börsennotierten Aurizon Holdings gehört.

Seit 2005 fahren auch andere Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem Schienennetz in Queensland. Erstes Unternehmen war die Pacific National.

Betrieb Fahrzeuge mini|Triebwagen SMUSuburban Multiple Unit 265 für den Nahverkehr

Die Lokomotiven für die Eröffnung der ersten Strecke 1865 kamen von der Avonside Engine CompanyVgl. Avonside Engine Company, Bristol, aus England.

QR Limited verfügte am 30. Juni 2008 über 717 Lokomotiven.

Fernverkehrsverbindungen mini|Einer von zwei Diesel-Neigezügen der Eisenbahn in Queensland

Der Fernverkehr wird von Traveltrain, einer Untergliederung von QR Limited, angeboten. Das touristische Segment im Verkehrsaufkommen ist hoch. Im Einzelnen handelt es sich um: Neigezüge („QR Tilt Train“). Ein Zug dieser Bauart stellte 1999 mit 210 km/h den australischen Geschwindigkeitsrekord für Züge auf. Diese Züge gibt es seit 1998: Elektrotriebwagen in der Verbindung Brisbane–Rockhampton Dieseltriebwagen in der Verbindung Brisbane–Cairns Zwischen Sydney und Brisbane verkehrt der Brisbane Limited auf Normalspur, ein Angebot von CountryLink. The Sunlander, war ein herkömmlich lokomotivbespannter Zug und verkehrte in der Verbindung Brisbane–Cairns. Der Sunlander wird seit 2014 durch den modernen, viel schnelleren „Spirit of Queensland“ ersetzt. The Spirit of the Outback, Brisbane–Longreach The Inlander, in der Verbindung Townsville–Mount Isa, wird seit dem 12. Februar 1953 angeboten.Robin Bromby (2004). The Railway Age in Australia. Lothian Press, 99, ISBN 0-7344-0715-7. The Westlander: Brisbane–Charleville

Touristikbahnen Bahnen des reinen Touristikverkehrs sind: The Gulflander, ein Inselbetrieb zwischen Normanton und Croydon ist eine nur noch touristisch genutzte, vom übrigen Netz völlig isolierte Bahnstrecke im Norden von Queensland The Kuranda Scenic Railway zwischen Cairns und Kuranda Savannahlander zwischen Cairns und Forsayth

Zuckerrohrbahnen mini|Zuckerrohrbahn in Mossman mini|Zuckerrohrbahn in Ingham

In Queensland gibt es ca. 20 Netze von Zuckerrohrbahnen, die als Feldbahnen in der Regel eine der Spurweite von 610 mm haben. Diese gehören jeweils zu einer Zuckerfabrik und haben zum Teil einen hohen technischen Standard mit durchgehenden Bremsen, die Strecken sind abschnittsweise auch auf Betonschwellen verlegt. Diese Bahnen kooperieren untereinander, auch wenn die Netze nicht verbunden sind. Im Zustand des größten Ausbaus existierten etwa 3200 km Strecken. Mindestens auf einer von ihnen, der Bahn der Mossmann Mills, wurde auch öffentlicher Personen- und Güterverkehr angeboten. Von dieser Verbindung ist ein Abschnitt als Museumsbahn erhalten.http://www.mossag.com.au/TransportFacts.html

Literatur Jim Powe: Trains and Railways of Australia. 2. Auflage. Sydney 2009, ISBN 978-1-74110-902-3. Walter G. Steingahs: 4.000 km auf 610 mm Spur. Die Zuckerrohrbahnen im australischen Queensland. Feld- und Schmalspurbahn-Verlag Karl Paskarb, 2002, ISBN 3-938278-03-X

Film Beyer-Garratt Locomotives Round the World: Queensland. Vereinigtes Königreich 1948. 16-mm-Farbfilm, 17 Minuten.Nach John Huntley: Railways in the Cinema. London 1969, S. 115, vorhanden im British Film Institute.

Einzelnachweise