Géza von Cziffra [] (* 19. Dezember 1900 in Arad, vielleicht auch in Budapest, Österreich-Ungarn; † 28. April 1989 in Dießen am Ammersee) war ein österreichischer,Aufstellung der meisten durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich von 1952 bis April 2012 (PDF; 6,6 MB). Bundeskanzler: Parlamentarische Anfragebeantwortung, 10542/AB XXIV. GP, 23. April 2012, S. 436. (Als Staatsangehörigkeit ist bei „Cziffra | Geza von“ Österreich angegeben.) ursprünglich ungarischer, Filmregisseur und Drehbuchautor. Er schrieb 138 Filmdrehbücher. Unter seiner Regie entstanden 73 Filmtitel, darunter Hundstage (1944), Der Mann, der sich selber sucht (1950), Geld aus der Luft (1954), Der falsche Adam (1955) sowie Banditen der Autobahn (1955). Von 1945 bis 1948 war er in Wien als Filmproduzent tätig.

Leben Cziffra war katholisch, besuchte ein Jesuiten-Internat und von 1914 bis 1918 eine Marine- und eine Kadettenschule. Anschließend zog er nach Budapest, wo er als Journalist bzw. Zeitungsredakteur arbeitete, und 1920 nach Wien.

Im Jahr 1922 war Cziffra, der auch als freier Schriftsteller tätig war, als Volontär bei der Sascha Filmindustrie tätig und inszenierte den weitgehend mit Puppen gestalteten Film Gullivers Reisen. 1923 ging er nach Berlin und schrieb für das Berliner Tageblatt und die Welt am Abend. Er verfasste Novellen, Filmartikel und für Die Weltbühne Glossen zur ungarischen Justiz und Politik. In diesem Umfeld lernte er den seinerzeit bedeutenden Dichter und Filmpionier Karl Gustav Vollmoeller kennen. In seiner Autobiografie Kauf Dir einen bunten Luftballon schreibt Cziffra:

Vollmoeller mit seinen enormen Kontakten war es, der Cziffra den Weg in die Filmstudios ebnete und ihm wichtige Begegnungen, so mit Max Liebermann und Albert Einstein ermöglichte.

Cziffra beteiligte sich zu dieser Zeit an verschiedenen Drehbüchern und war von 1932 bis 1933 Eigentümer des Kabaretts im Palmenhaus am Kurfürstendamm. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten kehrte er im April 1933 nach Budapest zurück, wo er für die dortige Hunnia-Film als Regisseur oder Co-Regisseur einige Filme drehte.

Im Jahr 1936 ging er wieder nach Berlin und war hier zunächst vor allem als Drehbuchautor und Regieassistent tätig. Außerdem veröffentlichte er mehrere Bühnenstücke. 1941 ging er wieder nach Wien. Nach einer Regieprobe bei einigen Szenen seines Stückes Das unsterbliche Antlitz gelang ihm mit dem außerordentlich erfolgreichen Revuefilm Der weiße Traum 1943 unter der künstlerischen Oberleitung von Karl Hartl der Durchbruch als Regisseur.

Im Jahr 1945 drehte er in der damals von den Deutschen besetzten Stadt Prag den Film Leuchtende Schatten. Als kriminalpolizeilicher Berater war dabei der SS-Sturmbannführer Eweler, Angehöriger des SD und Bruder der Schauspielerin Ruth Eweler, vorgesehen. Nach einiger Zeit wurde Eweler von Cziffra wegen übertriebener Kritik des Ateliers verwiesen. Kurz darauf wurde Cziffra verhaftet und in das Prager Gestapo-Hauptquartier im Palais Pecec gebracht. Ihm wurde vorgeworfen, im tschechischen Restaurant „Neumann“ mehrmals ohne Marken gegessen zu haben. Cziffra wurde schließlich in das Prager Untersuchungsgefängnis Pankrác transportiert und zu einer sechsmonatigen Haft verurteilt, die er am 12. Februar antreten sollte. Eigenen Angaben zufolge konnte sich Cziffra einem Transport nach Theresienstadt nur durch Manipulation von Unterlagen entziehen. Kurz vor Kriegsende wurde Cziffra am 19. April aus der Haft entlassen.

Im Jahr 1945 gründete Cziffra in Wien mit amerikanischer Lizenz die erste österreichische Filmproduktionsfirma nach dem Zweiten Weltkrieg, die Cziffra-Film, welche bis 1949 existierte. Im Jänner 1946 wurde ihm die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, 1952 war er Mitbegründer der Arion-Film GmbH in Hamburg.

Vornehmlich drehte er Unterhaltungs- und Musikfilme, in denen bekannte deutsche und österreichische Schauspieler wie Peter Alexander, Rudolf Platte, Senta Berger und Hubert von Meyerinck mitwirkten. Durch Musiker wie Bill Ramsey oder Bully Buhlan avancierten die Filme meist zu Musical-Revuen mit Heimat-Charakter. Cziffras Arbeiten prägten maßgeblich den deutsch-österreichischen Unterhaltungsfilm der 50er und beginnenden 60er Jahre. Als Drehbuchautor benutzte er dabei häufig Pseudonyme (Peter Trenck, Albert Anthony, John Ferguson, Thomas Harrer, Richard Anden, Enrico Anden und Horace Parker).

Er war ab 1943 in erster Ehe mit der Schauspielerin Petra Trautmann verheiratet, mit der er eine Tochter, Christiane, hatte. Die zweite Ehe ging er mit der Schauspielerin Ursula Justin ein., abgerufen am 29. Dezember 2024. Zuletzt lebte er ab 1958 in fünfter Ehe mit Siglinde von Cziffra,Das ist Ihr Leben: Géza von Cziffra. Foto vom 1. Oktober 1978. Bilduntertitelung: In: United Archives / TelePress, abgerufen am 29. Dezember 2024. geborene Thomaschewski. Géza von Cziffra lebte zeitweise in St. Johann in Tirol und in Tutzing. Er wurde im Städtischen Krematorium auf dem Ostfriedhof in München bestattet (Urnenhalle D - G3).

Cziffras schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.Geza-von-Cziffra-Archiv. Bestandsübersicht im Archiv der Akademie der Künste, Berlin.

Filmografie

Schriften Es war eine rauschende Ballnacht. Roman, mit 16 Bildern aus dem gleichnamigen Ufafilm, Ufa, Berlin 1939, . Es war eine rauschende Ballnacht. Eine Sittengeschichte des deutschen Films. Herbig, München 1985, ISBN 3-7766-1341-6. Anita und der Teufel. Musikalisches Lustspiel in 5 Bildern, Crescendo Theaterverlag, Berlin 1940, . Tanja und ihre vierzig Männer. Ein Roman. Wancura, Wien 1957, . Frauen sind keine Engel. 1966. Kauf Dir einen bunten Luftballon. Erinnerungen an Götter und Halbgötter. Herbig, München 1975, ISBN 3-7766-0708-4. – Memoiren. „… und immer waren es die Frauen.“ Eine intime Zeitgeschichte. Herbig, München 1976, ISBN 3-7766-0784-X. Das Beste aus meiner Witze- und Anekdotensammlung vom Film. Heyne, München 1977, ISBN 3-453-00739-5. Hanussen. Hellseher des Teufels. Die Wahrheit über den Reichstagsbrand. Herbig, München 1978, ISBN 3-7766-0879-X. Tango. Roman einer Berliner Familie. Herbig, München 1980, ISBN 3-7766-0946-X. Der Kuh im Kaffeehaus. Die goldenen Zwanziger in Anekdoten. Herbig, München 1981, ISBN 3-7766-1147-2. Der Tod schießt die Tore. 1982. Der heilige Trinker. Lübbe, Bergisch Gladbach 1983, ISBN 3-404-10215-0. Im Wartesaal des Ruhms. Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten wie Bert Brecht, Albert Einstein, Erich Kästner u. a. Lübbe, Bergisch Gladbach 1985, ISBN 3-404-10660-1 (= Bastei Lübbe Allgemeine Reihe, Band 10660). Es war eine rauschende Ballnacht. 1985. Dr Martin Ottler, Mitläufer. Roman. Lambda Edition, Hamburg 1988, ISBN 3-925495-25-8 (= Lambda-Dossier, Nr. 3). Ungelogen. Erinnerungen an mein Jahrhundert. Herbig, München 1988, ISBN 3-7766-1500-1.

Auszeichnungen 1975: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Stadt Wien 1976: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1985: Filmband in Gold (Bundesfilmpreis) für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

Rezeption Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete von Cziffra 1989 als den

Literatur Cziffra, von, Geza. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 200. Jörg Schöning: Geza von Cziffra – Regisseur, Autor, Produzent. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 14, 1989. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 245 f.

Weblinks

Geza-von-Cziffra-Archiv. Bestandsübersicht im Archiv der Akademie der Künste, Berlin

Einzelnachweise Meldezettel von Géza von Cziffra (WStLA, BPD Wien: Historische Meldeunterlagen, K11). In: WAIS – Wiener Archivinformationssystem. Mit Meldezetteln (Faksimiles), nachstehend jeweils unter Hinzufügung des darin angegebenen Geburtsortes: 25. Juni 1923 (Arad, Rumänien), 24. November 1923 (Budapest), 9. November 1923 (Budapest), 10. September 1924 (Ungarn, Arad), 14. Mai 1935 (Ungarn, Arad), 30. April 1936 (Budapest) und 20. September 1936 (Budapest). Abgerufen am 29. Dezember 2024.

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Mitglied der Reichsfilmkammer Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Kategorie:Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien Kategorie:Banater Schwabe (Rumänisches Banat) Kategorie:Person (Transleithanien) Kategorie:Ungar Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1989 Kategorie:Mann