mini|Gebäude des Amtsgerichtes Hagenow in der Augustenstraße 8 (2014) Das Amtsgericht Hagenow war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, zuletzt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, im Bezirk des Landgerichtes Schwerin. Im Rahmen der Gerichtsstrukturreform wurde es am 16. März 2015 aufgehoben.
Geschichte Mecklenburg-Schwerin In Hagenow befanden sich vor 1879 ein Großherzogliches Amtsgericht Hagenow und Toddin, ein Großherzogliches Stadtgericht Hagenow, das Magistratsgericht Hagenow und Patrimonialgerichte als Eingangsgerichte.
Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden die bestehenden Gerichte des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin aufgelöst und Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte gebildet. Das Amtsgericht Hagenow war dem Landgericht Schwerin und dem Oberlandesgericht Rostock nachgeordnet.Verordnung zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 vom 31. Mai 1879; in: Regierungsblatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin 1879 Nr. 20, S. 162 ff., Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 zwei Richterstellen, und es war für 15.889 Gerichtseingesessene zuständig. Das Amtsgericht war damit ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 463 online
Sein Gerichtsbezirk umfasste die Stadt Hagenow mit Bahnhof und Friedrichshof, aus dem Dominialamt Hagenow Bakendorf (Hof und Dorf), Bandenitz, Besendorf, Bresegard (Hof und Dorf), Gammelin (Hof und Dorf), Gramnitz, Granzin, Grünenhof, Hagenower Haide, Hoort, Jasnitz, Kirch Jesar mit Klüßer Mühle und Krug, Kraak mit Neu-Mühle, Groß Krams, Kuhtorf mit Eichhof, Moraas, Pätow (Hof, Dorf und Pätower Steegen), Picher, Radelübbe mit Rother Mühle und Krug sowie Sandkrug, Rastow mit Achterfeld, Redefin (Hof und Dorf), Schwaberow, Strohkirchen, Sudenhof, Toddin (Hof und Dorf), Uelitz mit Pulverhof, Viez, Alt Zachun, Warsow (Hof und Dorf), Neu Zachun (Hof und Dorf), aus dem ritterschaftlichen Amt Schwerin Setzin, Warlitz mit Neuenrode, aus dem ritterschaftlichen Amt Wittenburg Ruhethal, Scharbow mit Bellevue und Zapel.Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch, 1916, S. 285–286, Digitalisat
DDR und danach Im Jahre 1945 wurde das Amtsgericht Lübtheen kriegsbedingt aufgehoben und als Nebenstelle des Amtsgerichtes Hagenow weitergeführt. Das Amtsgericht Boizenburg, welches bereits von 1943 bis 1948 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Hagenow war, ist zum 1. Januar 1950 erneut zu dessen Zweigstelle umgewandelt worden. In der DDR wurden die Amtsgerichte 1952 aufgelöst und einheitlich Kreisgerichte gebildet. Hagenow kam zum Kreis Hagenow und es entstand so das Kreisgericht Hagenow, welches dem Bezirksgericht Schwerin nachgeordnet war. Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Kreisgerichte durch das Gerichtsstrukturgesetz wieder aufgehoben und erneut Amtsgerichte gebildet.§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 19. März 1991, GVOBl. M-V 1991, S. 103 (PDF; 684 kB). Mit dem Gerichtsorganisationsgesetz vom 2. Juni 1992 trat zum 1. Juli 1992 das Amtsgericht an die Stelle des Kreisgerichtes.Gesetz zur Ausführung des Gerichtsstrukturgesetzes und zur Änderung von Rechtsvorschriften - Gerichtsorganisationsgesetz (GOrgG) - vom 2. Juni 1992 (Gesetz- und Verordnungsblatt für Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 16/1992, S. 314–324) Digitalisat
Gerichtssitz und -bezirk nach der DDR-Zeit mini|Gerichtsbezirke der dem LG Schwerin nachgeordneten Amtsgerichte bis zum 5. Oktober 2014 Das Gericht hatte seinen Sitz in der Stadt Hagenow.§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013, GVOBl. M-V 1998, S. 444, 549.
Der Gerichtsbezirk umfasste das Gebiet der folgenden Städte und Gemeinden.III. b) der Anlage zu § 4 Abs. 2, S. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Alt Zachun, Bandenitz, Belsch, Bengerstorf, Besitz, Bobzin, Boizenburg/Elbe, Brahlstorf, Bresegard bei Picher, Dersenow, Gallin, Gammelin, Gresse, Greven, Groß Krams, Hagenow, Hoort, Hülseburg, Kirch Jesar, Kogel, Kuhstorf, Lüttow-Valluhn, Moraas, Neu Gülze, Nostorf, Pätow-Steegen, Picher, Pritzier, Redefin, Schwanheide, Setzin, Strohkirchen, Teldau, Tessin bei Boizenburg, Toddin, Vellahn, Warlitz, Wittenburg, Wittendörp und Zarrentin am Schaalsee Im etwa 1170 km2 großen Gerichtsbezirk lebten im Jahr 2014 ungefähr 57.000 Einwohner.Stand: 30. Juni 2014, Statistischer Bericht (PDF; 249 kB), des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 23. September 2015.
Bei der Aufhebung des Gerichtes wurden sämtliche Städte und Gemeinden in den Bezirk des 30 km entfernten Amtsgerichtes Ludwigslust eingegliedert.§ 4 Abs. 7 Nr. 3 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Die Justizministerin Uta-Maria Kuder würdigte das Gericht aus diesem Anlass mit den Worten: „Kleine Amtsgerichte in Mecklenburg-Vorpommern wie das Amtsgericht Hagenow können den Menschen in der Region schon bald keine Garantie für eine ununterbrochene Rechtspflege geben.“
Gebäude mini|Ehemaliges Gerichtsgebäude in der Möllner Straße 51a (2015) Das Gericht war in zwei Dienstgebäuden unter den Adressen Möllner Straße 51a und Augustenstraße 8 untergebracht.
Übergeordnete Gerichte Dem Amtsgericht Hagenow war das Landgericht Schwerin übergeordnet.§ 3 Abs. 2, S. 2 Nr. 3 lit. b des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Zuständiges Oberlandesgericht war das Oberlandesgericht Rostock.
Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Weblinks
Einzelnachweise
Hagenow Hagenow Kategorie:Hagenow Kategorie:Organisation (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Kategorie:Geschichte (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952 Kategorie:Gerichtsgründung 1991 Kategorie:Aufgelöst 2015