mini|Gebäude der Hauptstelle des Amtsgerichtes Ludwigslust (2008) Das Amtsgericht Ludwigslust ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bezirk des Landgerichtes Schwerin.

Geschichte Mecklenburg-Schwerin In Ludwigslust befanden sich vor 1879 ein Großherzogliches Amtsgericht Ludwigslust und Patrimonialgerichte als Eingangsgerichte. Gerichtsfunktion hatte auch das Marstallamt in Ludwigslust.

Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden die bestehenden Gerichte des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin aufgelöst und Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte gebildet. Das Amtsgericht Ludwigslust war dem Landgericht Schwerin und dem Oberlandesgericht Rostock nachgeordnet.Verordnung zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 vom 31. Mai 1879; in: Regierungsblatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin 1879 Nr. 20, S. 155 ff., Digitalisat Am Gericht bestand 1880 eine Richterstelle, und es war für 12.017 Gerichtseingesessene zuständig. Das Amtsgericht war damit ein kleines Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 463 online

Sein Gerichtsbezirk umfasste die Stadt Ludwigslust, aus dem Dominialamt Grabow Glaisin, Göhlen mit Laufmühle, Hornkaten, Klein Krams, Kummer, Groß Laasch, Leussow und Techentin, aus dem Dominialamt Hagenow Alt Krenzlin mit Krenzliner Hütte und Neu Krenzlin (Dorf und Hof) sowie aus dem Dominialamt Neustadt Niendorf mit Wesseldorf und Marlow.Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch, 1916, S. 294–295, Digitalisat

DDR In der DDR wurden die Amtsgerichte 1952 aufgelöst und einheitlich Kreisgerichte gebildet. Ludwigslust kam zum Kreis Ludwigslust und es entstand so das Kreisgericht Ludwigslust, welches dem Bezirksgericht Schwerin nachgeordnet war. Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Kreisgerichte durch das Gerichtsstrukturgesetz wieder aufgehoben und erneut Amtsgerichte gebildet. In Ludwigslust entstand damit das Amtsgericht Ludwigslust zum 1. Juli 1992 neu.Gesetz zur Ausführung des Gerichtsstrukturgesetzes und zur Änderung von Rechtsvorschriften - Gerichtsorganisationsgesetz (GOrgG) - vom 2. Juni 1992 (Gesetz- und Verordnungsblatt für Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 16/1992, S. 314–324) Digitalisat

Gerichtssitz und -bezirk nach dem Jahr 1989 mini|Gerichtsbezirke der dem LG Schwerin nachgeordneten Amtsgerichte seit dem 13. Juli 2015 mini|Gerichtsbezirke der dem LG Schwerin nachgeordneten Amtsgerichte bis zum 5. Oktober 2014 Das Gericht hat seinen Sitz in der Stadt Ludwigslust.§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013, GVOBl. M-V 1998, S. 444, 549.

Der Gerichtsbezirk umfasste zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der 2013 beschlossenen Gerichtsstrukturreform am 6. Oktober 2014 das Gebiet der folgenden Städte und Gemeinden:III. c) der Anlage zu § 4 Abs. 2, S. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Alt Krenzlin, Balow, Blievenstorf, Brenz, Bresegard bei Eldena, Brunow, Dambeck, Dömitz, Eldena, Göhlen, Gorlosen, Grabow, Grebs-Niendorf, Groß Laasch, Karenz, Karstädt, Kremmin, Leussow, Lüblow, Lübtheen, Ludwigslust, Malk Göhren, Malliß, Milow, Möllenbeck, Muchow, Neu Kaliß, Neustadt-Glewe, Prislich, Rastow, Steesow, Vielank, Warlow, Wöbbelin und Zierzow

Zum 6. Oktober 2014 wurden folgende Städte und Gemeinden aus dem Bezirk des Amtsgerichtes Ludwigslust in den Bezirk des Amtsgerichtes Schwerin ausgegliedert: Dümmer, Holthusen, Klein Rogahn, Lübesse, Pampow, Schossin, Stralendorf, Sülstorf, Uelitz, Warsow, Wittenförden und Zülow

Der Gerichtsbezirk vergrößerte sich jedoch wieder mit der Auflösung des Amtsgerichtes Hagenow am 16. März 2015 um die folgenden Städte und Gemeinden:§ 4 Abs. 7 Nr. 2 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Alt-Zachun, Bandenitz, Belsch, Bengerstorf, Besitz, Bobzin, Boizenburg/Elbe, Brahlstorf, Bresegard bei Picher, Dersenow, Gallin, Gammelin, Gresse, Greven, Groß Krams, Hagenow, Hoort, Hülseburg, Kirch Jesar, Kogel, Kuhstorf, Lüttow-Valluhn, Moraas, Neu Gülze, Nostorf, Pätow-Steegen, Picher, Pritzier, Redefin, Schwanheide, Setzin, Strohkirchen, Teldau, Tessin bei Boizenburg, Toddin, Vellahn, Warlitz, Wittenburg, Wittendörp und Zarrentin am Schaalsee

Bei der Auflösung des Amtsgerichtes Parchim und Umwandlung in eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ludwigslust wurden am 11. Mai 2015 folgende Städte und Gemeinden in dessen Bezirk eingegliedert.§ 4 Abs. 7 Nr. 3 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Barkhagen, Barnin, Blankenberg, Borkow, Brüel, Bülow, Crivitz, Dabel, Demen, Dobbertin, Domsühl, Friedrichsruhe, Gallin-Kuppentin, Ganzlin, Gehlsbach, Gischow, Goldberg, Granzin, Groß Godems, Hohen Pritz, Karrenzin, Kobrow, Kreien, Kritzow, Kuhlen-Wendorf, Langen Jarchow, Lewitzrand, Lübz, Marnitz, Mestlin, Mustin, Neu Poserin, Obere Warnow, Parchim, Passow, Plau am See, Rom, Siggelkow, Spornitz, Sternberg, Stolpe, Suckow, Techentin, Tessenow, Tramm, Weitendorf, Werder, Witzin, Zahrensdorf, Zapel, Ziegendorf und Zölkow

Damit wurde der ursprünglich etwa 1350 km2 große Gerichtsbezirk durch die Gerichtsstrukturreform auf etwa 4330 km2 vergrößert und stellt damit flächenmäßig den bundesweit mit Abstand größten Amtsgerichtsbezirk dar. (PDF; 318 kB), S. 9, abgerufen am 11. Mai 2015. In ihm leben ungefähr 183.000 Einwohner.Stand: 30. Juni 2014, Statistischer Bericht (PDF; 249 kB), des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 22. September 2015.

Zweigstelle Parchim In Parchim besteht im Gebäude des ehemaligen dortigen Amtsgerichtes eine Zweigstelle.

Diese ist im ehemaligen Bezirk des Amtsgerichtes Parchim ausschließlich zuständig als Rechtsantragsstelle für die Aufnahme von Erklärungen, in Angelegenheiten der Beratungshilfe, zur Aufnahme und Verwahrung von Verfügungen von Todes wegen, für sonstige Handlungen des Nachlassgerichtes, in Familien-, Betreuungs-, Unterbringungs- und Freiheitsentziehungs- sowie Jugendstrafsachen.§ 2 Abs. 3, S. 1 der Verordnung über die amtsgerichtlichen Zweigstellen und weitere Vorschriften zur Umsetzung des Gerichtsstrukturneuordnungsgesetzes (Zweigstellenverordnung – ZweigstVO M-V) vom 15. Januar 2014, GVOBl. M-V 2014, S. 29.

Für den gesamten Bezirk des Amtsgerichtes Ludwigslust ist sie daneben ausschließlich zuständig für Grundbuch- und Bußgeldsachen sowie in Zwangsversteigerungs-, Zwangsverwaltungs- und sonstige Zwangsvollstreckungssachen.§ 2 Abs. 3, S. 2 ZweigstVO M-V.

Gebäude Das Ludwigsluster Gerichtsgebäude befindet sich in der Käthe-Kollwitz-Straße 35 neben dem Landratsamt.

Amtsgerichtsgefängnis

An der Schloßstraße 27 befand sich das erste Ludwigsluster Amtsgerichtsgebäude. Es wurde danach in die ehemalige Pappmaché-Fabrik Schloßstraße 38/36 verlegt, in deren Gebäude sich seit 1876 das Rathaus, nach Umbau 1878,Umbau 1878, abgerufen am 30. August 2013. zusätzlich eine Arrest- und Gefängniszelle und ab 1884 in einem Raum die Sparkasse und zeitweise die Bürgermeisterwohnung befand und heute als Rathaus und Bücherei dient.Reinhard Heißner: (PDF; 334 kB), abgerufen am 30. August 2013.

Im Zuge der Ermittlungen um Seefeldts Kindermorde nahm sich ein fälschlich verdächtigter Handelsreisender im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis durch Erhängen das Leben.Kerstin Brückweh: Mordlust – Serienmorde, Gewalt und Emotionen im 20. Jahrhundert. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-593-38202-9. Auszugsweise online, S. 117.

Übergeordnete Gerichte Dem Amtsgericht Ludwigslust ist das Landgericht Schwerin übergeordnet.§ 3 Abs. 2, S. 2 Nr. 3 lit. c des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Zuständiges Oberlandesgericht ist das Oberlandesgericht Rostock.

Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Weblinks

Einzelnachweise

Ludwigslust Ludwigslust Kategorie:Ludwigslust Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952 Kategorie:Gerichtsgründung 1991