mini|Gebäude des ehem. Amtsgerichtes Parchim (2008) Das Amtsgericht Parchim war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, zuletzt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, im Bezirk des Landgerichtes Schwerin. Es wurde zum 11. Mai 2015 durch die Gerichtsstrukturreform aufgehoben und in eine Zweigstelle im Amtsgerichtsbezirk Ludwigslust umgewandelt.

Geschichte Mecklenburg-Schwerin In Parchim befanden sich vor 1879 das Magistratsgericht Parchim (Vorderstadt) und Patrimonialgerichte als Eingangsgerichte.

Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden die bestehenden Gerichte des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin aufgelöst und Amts-, Landes- und Oberlandesgerichte gebildet. Das Amtsgericht Parchim war dem Landgericht Schwerin und dem Oberlandesgericht Rostock nachgeordnet.Verordnung zur Ausführung des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 27. Januar 1877 vom 31. Mai 1879; in: Regierungsblatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin 1879 Nr. 20, S. 164 ff., Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 zwei Richterstellen, und es war für 15.693 Gerichtseingesessene zuständig. Das Amtsgericht war damit ein mittelgroßes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1880, S. 463 online

Sein Gerichtsbezirk umfasste die Vorderstadt Stadt Parchim incl. Brunnen mit Damm, Gischow, Kiekindemark, Malchow, Malchower Mühle, Matzlow, Neuburg, Paarsch, Rom, Schalentiner Mühle, Slate mit der Fähre, Stralendorf, Bergrade (Hof und Dorf), aus dem Dominialamt Criwitz Damerow, Domsühl, Garwitz, Zieslübbe (Anteil), aus dem Dominialamt Lübz Dargelütz mit Vogtsdorfer Mühle, Drehnkow (Anteil), Grebbin mit Wozinkel, Jarchow, Kosebade, Leppin, Malow, Marnitz mit Bauhof, Malow (Anteil), Erbmühle und Neu-Mühle, Porepp (Anteil), Ruhn, Siggelkow, Suckow (Anteil), Woeten und Zachow, aus dem ritterschaftlichen Amt Criwitz Frauenmark und Schönberg, aus dem ritterschaftlichen Amt Goldberg Severin mit Sophienhof, aus dem ritterschaftlichen Amt Grabow Griebow, Kummin mit Mühlenberg und Tessenow, Meierstorf, Mentin, Möderitz, Neuhof, Poltnitz, Wozinkel und Zieslübbe (Anteil) und aus dem Klosteramt Dobbertin Darze (Hof und Dorf).Mecklenburg-Schwerinsches Staatshandbuch, 1916, S. 294–295, Digitalisat

DDR In der DDR wurden die Amtsgerichte 1952 aufgelöst und einheitlich Kreisgerichte gebildet. Parchim kam zum Kreis Parchim und es entstand so das Kreisgericht Parchim, welches dem Bezirksgericht Schwerin nachgeordnet war. Nach dem Zusammenbruch der DDR wurden die Kreisgerichte durch das Gerichtsstrukturgesetz wieder aufgehoben und erneut Amtsgerichte gebildet. In Parchim entstand damit das Amtsgericht Parchim neu.§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 19. März 1991, GVOBl. M-V 1991, S. 103 (PDF; 684 kB).

Gerichtssitz und -bezirk nach 1989 mini|Gerichtsbezirke der dem LG Schwerin nachgeordneten Amtsgerichte bis zum 5. Oktober 2014 Das Gericht hatte seinen Sitz in der Stadt Parchim.§ 4 Abs. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013, GVOBl. M-V 1998, S. 444, 549.

Der Gerichtsbezirk umfasste das Gebiet der folgenden Städte und Gemeinden.III. d) der Anlage zu § 4 Abs. 2, S. 1 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Barkhagen, Barnin, Blankenberg, Borkow, Brüel, Bülow, Crivitz, Dabel, Demen, Dobbertin, Domsühl, Friedrichsruhe, Gallin-Kuppentin, Ganzlin, Gehlsbach, Gischow, Goldberg, Granzin, Groß Godems, Hohen Pritz, Karrenzin, Kobrow, Kreien, Kritzow, Kuhlen-Wendorf, Langen Jarchow, Lewitzrand, Lübz, Marnitz, Mestlin, Mustin, Neu Poserin, Obere Warnow, Parchim, Passow, Plau am See, Rom, Siggelkow, Spornitz, Sternberg, Stolpe, Suckow, Techentin, Tessenow, Tramm, Weitendorf, Werder, Witzin, Zahrensdorf, Zapel, Ziegendorf und Zölkow Durch die Auflösung des Gerichtes wurden sämtliche Städte und Gemeinden in den Bezirk des Amtsgerichtes Ludwigslust eingegliedert.§ 4 Abs. 7 Nr. 3 des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013.

Gebäude Die Zweigstelle befindet sich am Moltkeplatz 2 im Parchimer Stadtzentrum, wo zuvor das Amtsgericht untergebracht war. Das denkmalgeschützte (PDF; 44,8 kB), unter der Identitätsnummer 1260. Gebäude wurde 1935/36 von dem Architekten Paul Schultze-Naumburg gebaut und diente früher als Landratsamt.

Übergeordnete Gerichte Dem Amtsgericht Parchim war das Landgericht Schwerin übergeordnet.§ 3 Abs. 2, S. 2 Nr. 3 lit. d des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013. Zuständiges Oberlandesgericht war das Oberlandesgericht Rostock.

Durch die Umwandlung des Amtsgerichtes in eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ludwigslust bleibt es bei der Zuständigkeit des Landgerichtes Schwerin und des Oberlandesgerichtes Rostock.§ 3 Abs. 2, S. 2 Nr. 3 lit. c des Gerichtsstrukturgesetzes in der Fassung vom 11. November 2013.

Siehe auch Liste deutscher Gerichte Liste der Gerichte des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Weblinks

Einzelnachweise

Parchim Parchim Kategorie:Bauwerk in Parchim Kategorie:Baudenkmal in Parchim Kategorie:Organisation (Parchim) Kategorie:Geschichte (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1952 Kategorie:Gerichtsgründung 1991 Kategorie:Aufgelöst 2015