Die Technische Universität Hamburg (kurz TUHH oder TU Hamburg, englisch: Hamburg University of Technology, bis 2018 Technische Universität Hamburg-Harburg) ist eine staatliche Universität in Hamburg und gehört zu den jüngsten technischen Universitäten in Deutschland. Sie wurde 1978 gegründet und liegt im Stadtteil Harburg.
Rund 100 Professoren unterrichten die 7.400 Studierenden in 35 Bachelor- und Masterstudiengängen. Eine Besonderheit der Hochschule ist die Untergliederung in Forschungsfelder und Studiendekanate anstelle von Fakultäten, was eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Institute ermöglichen soll.
Geschichte Pläne für eine Technische Hochschule im Niederelberaum reichen bis in das Jahr 1928 zurück. Damals verfasste Max Brauer eine Denkschrift, in der er sich für eine Technische Hochschule im Niederelberaum aussprach.TUHH Spektrum (PDF; 1,6 MB). Sie wurde schließlich 1978 unter dem Namen Technische Universität Hamburg-Harburg mit dem Ziel gegründet, den Strukturwandel in der Region zu fördern. Nachdem 1980 die Forschungstätigkeit aufgenommen worden war, begann 1982/1983 der Lehrbetrieb. Zunächst wurden in den ersten Jahren noch Vorlesungen in Kneipen gehalten, später dann in den Einrichtungen und entstehenden Gebäuden auf dem Campus.
1979 wurde die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Hamburg gegründet.TUHH: Kennzahlen Abgerufen am 16. November 2023.
Die 1982 eingerichtete hochschuleigene Technologietransferstelle wurde 1992 als erste ihrer Art in Deutschland in eine eigene Gesellschaft (seit 2004: TuTech Innovation GmbH) ausgegründet und ist ein Dienstleister für Hamburger Hochschulen und in ihrem Umfeld entstandene Startup-Unternehmen. Die TuTech Innovation GmbH hat ihren Sitz im Harburger Binnenhafen (channel Hamburg).
Im Juli 1998 gründete die TUHH das Northern Institute of Technology Management (NIT). Die durch teilnehmerfinanzierte Studienangebote sowie Industriestipendien getragene gemeinnützige GmbH bietet zusammen mit der TUHH englischsprachige Masterprogramme im Bereich "Technology Management" (M.A./MBA) an.
Neben dem NIT befand sich in den Jahren 2007 bis 2009 auch die Kühne School of Logistics and Management, die als Business School der TUHH in Zusammenarbeit mit der Kühne-Stiftung aus der 2003 gegründeten Hamburg School of Logistics hervorging. Die Kühne School verzog mit der Umwandlung zur eigenständigen privaten Kühne Logistics University in die HafenCity und die TUHH gab ihre Anteile an der Kühne School zurück.
Im Sommer 2005 wurden zwei neue Gebäude fertiggestellt. In diesen wurden zunächst die „Schiffbauer“ und die „Stadtplaner“ untergebracht, die vorher im Lämmersieth in Barmbek und in der Woellmerstraße in Heimfeld untergebracht waren. Die Stadtplaner wurden 2006 in die HafenCity Universität Hamburg überführt. Zum April 2009 zogen die Stadtplaner in die Averhoffstraße auf der Uhlenhorst, sodass die Räume von der TUHH genutzt werden konnten.
Im Oktober 2017 wurde der Informatikprofessor Hendrik Brinksma zu Garabed Antranikians Nachfolger als Präsident der TU gewählt und übernahm das Amt im Frühjahr 2018. Mit dem „Gesetz zur Umbenennung der Technischen Universität Hamburg-Harburg“ vom 29. Mai 2018 wurde der Stadtteilname Harburg aus dem Namen der Universität gestrichen, die Abkürzung TUHH wird weiterhin verwendet. Brinksma gab sein Amt zum Ende August 2020 auf und folgte einem Angebot als Präsident der Erasmus-Universität Rotterdam.
Der Akademische Senat der Technischen Universität Hamburg wählte im Januar 2021 Andreas Timm-Giel zum neuen Präsidenten der TU Hamburg. Der Hochschulrat bestätigte die Wahl. Der Amtsantritt erfolgte zum 2. Quartal 2021, die Amtseinführung zum Juni 2021. Dazwischen führte Timm-Giel die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch.
Im Mai 2024 eröffnete die TU Hamburg den weltweit ersten United Nations University Hub mit Klimaschwerpunkt.Kampf gegen den Klimawandel: "United Nations University Hub" an der TUHH eingeweiht, auf harburg-aktuell.de, abgerufen am 3. April 2025 Partner ist das UNU-Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit (UNU-INWEH) mit Sitz in Richmond Hill, Ontario, Kanada. Das UNU-INWEH arbeitet an wichtigen Nachhaltigkeitsfragen und forscht zu Wasser-, Umwelt- und Gesundheitsproblemen auf der ganzen Welt. Außerdem wird die TU Hamburg mit dem UNU-Institut für integriertes Management von Materialflüssen und Ressourcen (UNU-FLORES) und dem UNU-Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) kooperieren.
Campus mini|Blick über den Campus der TUHH mini|Hauptgebäude nach Grundsanierung der ehemaligen Pionierkaserne Harburg mini|Blick auf das Technikum der TU Hamburg (von Süden) mini|Universitätsbibliothek der Technischen Universität Hamburg mini|Gebäude E, der sogenannte Lindwurm. mini|Gebäude C und D mini|NIT (Gebäude F) Die TU Hamburg ist größtenteils eine Campusuniversität. Ihre Gebäude sind fast alle zwischen der Eißendorfer Straße und der Straße „Am Schwarzenberg-Campus“ zu finden. Einzige Außenstellen sind in der Harburger Schloßstraße, in der Blohmstraße und im Schloßmühlendamm, sowie im Technologiezentrum Hamburg-Finkenwerder (THF). Seit November 2019 hat die TU Hamburg auch Flächen im "HIP ONE" im Harburger Binnenhafen.
Die Denickestraße teilt den eigentlichen Campus in eine nördliche und eine südliche Hälfte. Der südliche Teil ist in einen Park eingebettet. Hier findet man unter anderem drei Teiche. Der nördliche Teil ist fast vollständig gepflastert.
Das Studierendenwerk Hamburg betreibt die Mensa an der Denickestraße, seit März 2013 den Café-Shop insgrüne sowie seit der Eröffnung des Gebäudes B im November 2021 auch im oberen Teil des Campus das "ZessP" als Cafeteria, dessen Name lautschriftlich den Gebäudenamen wiedergibt: ZSP, das Zentrum für Studium und Promotion. (PDF; 34 kB). Der Neubau bietet auf fast 2.000 Quadratmetern vielseitig nutzbare Räumlichkeiten für neue Juniorprofessuren, die Graduiertenakademie, das TU-Exzellenzkolleg und studentische Arbeitsgruppen mit rund 70 Arbeitsplätzen. Gegenüber der Mensa befindet sich die Universitätsbibliothek. Im Gebäude der Universitätsbibliothek befindet sich zudem der Campusshop und ein Service Point der Haspa. Des Weiteren ist im Gebäude F das Northern Institute of Technology (NIT), ein Café, sowie ein Fitnessstudio angesiedelt.
Im März 2015 wurde das Teilstück der Schwarzenbergstraße, das am nördlichen Ende des Campus zwischen Bissing- und Kasernenstraße läuft, durch den Präsidenten Antranikian und den Harburger Bezirksamtsleiter Thomas Völsch in „Am Schwarzenberg-Campus“ feierlich umbenannt.
Die Veloroute 11, die von Hamburg-Eißendorf bis in die Hamburger Innenstadt führt, verläuft über das Gelände der TUHH. Ihr westlicher Teil, die Denickestraße, ist als Fahrradstraße ausgebaut.
Gebäude Einige der Gebäude haben im Laufe der Jahre Eigennamen erhalten. So wird das langgestreckte Gebäude Am Schwarzenberg-Campus 3 Lindwurm genannt. Andere Gebäude haben Namen wie Tortenstück (Audimax I), Wache (Gebäude G) oder Badewanne (Gebäude N). Das Gebäude Kasernenstraße 10 wurde Baracke genannt. Es stand der Studierendenschaft zur Verfügung und wurde von dieser in Eigenregie verwaltet. Das in diesem Gebäude beheimatete Sofa-Café ist mittlerweile in das A-Gebäude umgezogen.
Im August 2009 wurde bekannt gegeben, dass die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene ehemalige Pionierkaserne nach einer Grundsanierung als neues Hauptgebäude genutzt werden wird.Pressemitteilung der TU Hamburg-Harburg: TU Hamburg-Harburg erhält Hauptgebäude mit Studierenden-Zentrum, 7. August 2009. Der Entwurf, der durch das Architektenbüro von Meinhard von Gerkan eingebracht wurde, erhält das denkmalgeschützte Gebäude weitestgehend und setzt Glashöfe zwischen die Gebäudeteile. Neben den 26,6 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln flossen auch 5 Millionen Euro aus Studiengebühren in die Sanierung der Kaserne. Die Grundsteinlegung für das neue Hauptgebäude erfolgte am 17. September 2010,Pressemitteilung der TU Hamburg: Start für das Hauptgebäude der TU Hamburg-Harburg, Grundsteinlegung mit Hamburgs Erstem Bürgermeister, 16. September 2010. die feierliche Eröffnung erfolgte am 24. August 2012.Pressemitteilung der TUHH: Einweihung des Hauptgebäudes der TU Hamburg – weithin sichtbares Wahrzeichen mit großer Strahlkraft vom 24. August 2012, abgerufen am 6. Februar 2015. Im März 2015 wurde das ehemalige Gesundheitsamt als Gebäude Q eröffnet. Ende April 2015 wurde der sanierte Ostflügel feierlich eröffnet.Pressemitteilung der TU Hamburg-Harburg: Mehr Räume für Studierende: Einweihung des Ostflügels der TUHH vom 29. April 2015, abgerufen am 30. April 2015.
Das Hauptgebäude beherbergt auch das Studentische Lern- und Kommunikationszentrum, das unter Verwaltung des AStA steht und den Studenten 1000 m² zusätzliche Lernräume bietet.
Mit der Fertigstellung und dem Bezug des Gebäudes B wurde 2020 zusätzliche Kapazität auf dem Campus geschaffen. Dort befinden sich auf knapp 2.000 m² Bruttogeschossfläche das Zentrum für Studium und Promotion, die Graduiertenakademie, studentische Lernräume sowie eine Cafeteria des Studierendenwerks Hamburg.
Universitätsbibliothek der Technischen Universität Hamburg Die 1979 gegründete Universitätsbibliothek der Technischen Universität Hamburg (TUB HH) befindet sich seit 1991 im Herzen des Campus und stellt mit der Mensa einen zentralen Orientierungspunkt dar.
Mensa Die Mensa wurde 1992 eröffnet und bot damals 120 Plätze. 1998 wurde ein Wintergarten angebaut und die Kapazität auf 420 Plätze erweitert. Täglich werden zwischen 2200 und 2400 Mittagessen verkauft. Da die Mensakapazität nicht mehr für die Studierenden und Mitarbeiter ausreicht, wurde die Mensa im Dezember 2011 von einem Weihnachtsmarkt auf dem Campus ergänzt.Präsident und Hochschulrat eröffnen 1. Weihnachtsmarkt auf dem Campus. Technische Universität Hamburg, abgerufen am 18. März 2019. Mit der Eröffnung der Cafeteria im Gebäude B ("ZESSP" – nach dem Bestimmungsnamen des Gebäudes Zentrum für Studium Promotion – ZSP) wurde das Angebot des Studierendenwerks auf den nördlichen Campus ausgedehnt.
Park
Kunst und Technik
Organisation der Lehre Die Lehre an der TU Hamburg ist in sechs Studiendekanaten und einen Studienbereich organisiert:Strukturplan der TUHH, abgerufen am 23. Februar 2019. Bau- und Umweltingenieurwesen Elektrotechnik, Informatik und Mathematik Technologie und Innovation in der Bildung Management-Wissenschaften und Technologie Maschinenbau Verfahrenstechnik Studienbereich Fachverbindende Ingenieurwissenschaften und Technologien Zentrum für Lehre und Lernen Mit dem Zentrum für Lehre und Lernen (ZLL) unterhält die TUHH ein eigenes hochschuldidaktisches Zentrum. Das ZLL berät Lehrende zur Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in technischen Fächern, bietet entsprechende Weiterqualifizierungen an und koordiniert unterschiedliche Aktivitäten zur Verbesserung von Lehre und Lernen an der TUHH. Hierzu gehören u. a. ein Zentrum für betreutes Lernen („LearnING Center“) und ein Studieneinstiegsprojekt („Bachelor-Projekt“). Das ZLL wurde bzw. wird in beiden Förderperioden mit Mitteln des „Qualitätspakts Lehre“ gefördert. Der Wissenschaftsrat bewertete das ZLL in einem Gutachten über die MINT-Bereiche der Hamburger Hochschulen im Jahr 2015 als eine „hervorragende Einrichtung“, die „vorbildlich mit Blick auf die Qualitätssicherung der Lehre“ sei.
Dem ZLL angegliedert ist eine „Abteilung für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften“. Schwerpunkt der Arbeit ist die Untersuchung des Verständnisses zentraler Begriffe und Zusammenhänge (u. a. sogenannte „threshold concepts“) in ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenfächern, insb. in Mechanik, Elektrotechnik, Regelungstechnik und Informatik. Die Ausrichtung der zugehörigen Professur stellt aufgrund ihrer Spezialisierung für den technischen Bereich deutschlandweit eine Besonderheit dar.
Studiengänge
Bachelor-Studiengänge (Quelle:) Allgemeine Ingenieurwissenschaften