mini|Socken Ein Strumpf ist ein enganliegendes Kleidungsstück für den Fuß und das Bein, das bis zum Oberschenkel reichen kann. Die kürzere Socke (regional auch: der Sock, der Socken) reicht maximal bis zur Mitte der Wade. Strümpfe und Socken gibt es in verschiedenen Größen (vergleichbar den Schuhgrößen), Formen, Längen, Herstellungsweisen und Materialien.
Begriff mini|Nadelgebundene Socken aus Ägypten (300–500 n. Chr.) Der Begriff Socke ist entlehnt vom lateinischen Begriff soccus, der einen niedrigen Schlupfschuh oder Pantoffel der Griechen bezeichnet. Der Soccus konnte aus Stoff mit Ledersohle oder ganz aus Leder gefertigt sein, war weiß, purpur- oder scharlachfarben oder auch vergoldet und mit Perlen verziert. Bei den Römern wurde der Soccus zunächst nur von den Frauen, später auch von Männern als Hausschuh getragen.Ingrid Loschek: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 6. Auflage. Philipp Reclam jun. Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-010818-5, S. 451, 473–479. Darüber hinaus war er der Schuh der antiken Komödienschauspieler, im Gegensatz zum Kothurn der Tragödie. Noch heute werden regional Hausschuhe als Socken bezeichnet. In der Spätantike wurde der Soccus zu einem wadenlangen Schuh, der auch von den Franken getragen wurde (ahd. soc).
Der Begriff Strumpf ist seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesen und bedeutete im Mittelhochdeutschen zunächst „Baumstumpf“, „Stummel“ oder „Rumpf“, im Sinne von etwas Unvollständigem.Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, Stichwort: „Strumpf“, Seite 893. Strümpfe im heutigen Sinne gab es noch nicht, die Beinkleider bedeckten Beine und Füße zugleich und wurden hose genannt. Erst im 16. Jahrhundert nahm der Begriff langsam seine heutige Bedeutung an, als sich die Bruoch mit dem oberen Beinkleid zur Hose verband, während das untere Beinkleid für Unterschenkel und Füße zu den Strümpfen wurde.mini|268x268px|Pontifikalstrümpfe und Mitra aus Köln, 13. Jahrhundert, Bremer Dom-Museum.Die Begriffe Socke und Strumpf werden heute zwar meist synonym verwendet, unterscheiden sich aber in ihrer Höhe. Unter einem Strumpf versteht man die Bekleidung vom Fuß und einem Teil des Beins. Ein Strumpf hat deshalb immer einen Beinling (der den Unterschenkel hoch reichende Teil des Strumpfes), der bis zum Oberschenkel reichen kann. Die Socke ist eine kürzere Form des Strumpfes. Ihr Beinstück reicht normalerweise bis kurz über den Knöchel und – bei Herrensocken häufiger – bis maximal zur Mitte der Wade.
Geschichte mini|Maschinelle Herstellung von Strümpfen (1989)Im Altertum und in der Antike waren Strümpfe, egal ob lang oder kurz, selten. Semiten und andere kleinasiatische Stämme kannten Socken, also Fußkleider, die bis zu den Waden reichten. Auch Griechen und Trojaner sollen sie gekannt haben. Wahrscheinlich waren diese Strümpfe in Sprang hergestellt. Im antiken Rom waren Tibialia und Udones verbreitet, die geistliche Tracht der Spätantike umfasste Kniestrümpfe. Als Pontifikalstrümpfe (caligae) finden sie sich in der christlichen liturgischen Bekleidung wieder. In koptischen Gräbern aus byzantinische Zeit wurden nadelgebundene Socken mit geteilten Zehen für die Sandalenriemen gefunden. Bis zur Verbreitung des Strickens – frühestens in der Spätantike, wahrscheinlich erst im Frühmittelalter – waren Sprang und Nadelbinden die für Strümpfe genutzten textilen Techniken. Kelten und Germanen benutzen hingegen Fußbinden, die noch bis in das frühe Mittelalter hinein getragen wurden. Im 7. Jahrhundert kam der soccus aus dem Mittelmeerraum nach Zentraleuropa, wurde aber schon bald zum Strumpf bzw. Beinling verlängert. Sie wurden von Frauen und Männern getragen, jedoch galt es für Frauen als unziemlich, sie zu zeigen. Die Vornehmsten trugen Strümpfe aus Seide, mitunter farbig und gemustert. Die meisten Strümpfe bestanden jedoch aus Wolle, Leinen oder Leder und wurden vom Hosenschneider (hosier) aus einem Zeugstück genäht. Für den eng anliegenden Sitz gab es verschiedene Zuschnitte, zudem ließ man die Strümpfe einlaufen oder fütterte sie. Gegen 1500 wurden die Beinlinge erstmals durch einen Zwickel und Latz zu einer Hose zusammengefügt. Im 16. Jahrhundert wurde das Kleidungsstück wieder aufgeteilt in Kniehose und Strümpfe, letztere nun gehalten durch Strumpfbänder. 1589 begann mit William Lees Erfindung des Handkulierstuhls die Geschichte der Strumpfwirkmaschine. Im Europa des 18. Jahrhunderts waren die Strümpfe der Männer weiß, die der Frauen meist farbig.Lykke Aresin, Helga Hörz, Hannes Hüttner, Hans Szewczyk (Hrsg.): Lexikon der Humansexuologie. Verlag Volk und Gesundheit, Berlin 1990, ISBN 3-333-00410-0, S. 192. Sie bestanden weiterhin aus Wolle oder Seide, aber auch aus Biberhaaren oder Baumwolle und waren gewebt, gewalkt, gestrickt oder gewirkt. Die Zwickel waren manchmal mit Gold- und Silberfäden verziert. Im Sommer wurden von Frauen auch Lederstrümpfe gegen Mückenstiche getragen. Zum Zentrum der europäischen Strumpfindustrie entwickelte sich ab 1850 Westsachsen, und hier insbesondere Chemnitz. Als Marktführer für Damenstrümpfe galten bis 1945 die dortigen Firmen Friedrich Kircheisen, Moritz Samuel Esche, Arwa und Elbeo.Blickdicht, Kunstsammlungen Chemnitz, Seemann-Henschel-Verlag, Leipzig, 2004, S. 49. Fünf Maschinenfabriken aus Chemnitz und Umgebung teilten sich zudem 75 Prozent der Weltproduktion an Cottonmaschinen: Hermann Stärker, Schubert & Salzer, G. Hilscher, Kalio (Karl Lieberknecht) und die Maschinenfabrik Einsiedel.
Die nächste Revolution war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Einführung der Chemiefasern in die Strumpfherstellung, insbesondere Kunstseide und Nylon. Feine Strümpfe und Strumpfhosen wurden dadurch zu einem Massenprodukt in der Frauenmode. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen viele Strumpfproduzenten aus Sachsen und dem Sudetenland in die westlichen Besatzungszonen und bauten dort neue Betriebe auf, darunter Kunert, Arwa, Ergee und Falke.
Herstellung Feinstrümpfe werden in der Regel auf Einzylinder-Rundstrickautomaten hergestellt. Socken aus Naturfasern bzw. Fasergemischen werden meist auf Doppelzylinder-Rundstrickmaschinen gefertigt, für grobe Sportsocken kommt auch die Flachstrickmaschine zum Einsatz.
Strumpfarten Bezeichnung Namensvarianten Beschreibung Siehe auchZehling rahmenlos|171x171pxZehlinge bedecken nur die Zehen. Den nötigen Halt verleiht ein elastisches Band über der Ferse.Füßling rahmenlos|192x192pxAls Füßling wird der Teil des Strumpfes bezeichnet, der vom Zehenende bis zum Fersenansatz reicht. Daneben werden Socken, die nur aus diesem Teil bestehen, ebenfalls als Füßlinge bezeichnet. Sie bedecken den Fuß von den Zehen bis zur Ferse und sind meist am Rist ausgeschnitten. Aus hygienischen und schuhklimatischen Gründen werden sie in Halbschuhen getragen, und aus modischen Gründen soll diese Form der Socke auch in weit ausgeschnittenen Schuhen (zum Beispiel in Pumps oder Ballerinas) nicht oder kaum sichtbar sein.Söckchen rahmenlos|128x128pxSneaker-SockenSehr kurzer Strumpf, der in Knöchelhöhe oder knapp darunter endet.FeinsöckchenSockerahmenlos|128x128pxKurzer Strumpf, dessen Beinstück bis kurz über den Knöchel und – bei Herrensocken häufiger – bis maximal zur Mitte der Wade reicht.Wadenstrumpf rahmenlos|128x128pxStutzen,
Stützel,
Canon,
WadlstrumpfEine Art verkürzter Strumpf ohne Füßling.BeinstulpenKniestrumpf rahmenlos|157x157pxKniestrümpfe reichen bis ans Knie.Schenkelstrumpf rahmenlos|169x169pxOberschenkelstrumpf, HalbschenkelstrumpfEine für Nylonstrümpfe gebräuchliche Länge.Overknees
Strumpfvarianten mini|Beoseon mini|Tabi mini|Zehensocken Beoseon Traditionelle koreanische Socken. Chuff Ledersocken im sunnitischen Islam. Kompressionsstrumpf Zur Behandlung von Gefäßerkrankungen (Thrombose) und zur Vorbeugung (besonders beim langen Sitzen, z. B. bei Langstreckenflügen) werden elastische und straff sitzende Zweizug-Kompressionsstrümpfe verwendet. Kompressionsstrümpfe gibt es mit und ohne (Fuß-)Spitze. Loose Socks Mode von Stulpensocken japanischer Schülerinnen in den 1990er Jahren. Stoppersocken Socken, deren Sohlen mit Noppen oder Beschichtung ausgestattet sind, die das Ausrutschen auf glatten Böden verhindern soll. Stumpfsocken, Stumpfstrümpfe Amputationsstümpfe werden gelegentlich mit an einem Ende geschlossenen Gewebeschläuche überzogen. Dabei wird der Begriff Socke auch dann verwendet, wenn kein Fuß vorhanden ist oder wenn ein Armstumpf damit versorgt wird. Dienen Stumpfsocken der Kompression, entsprechen sie den Kompressionsstrümpfen. Es gibt auch Stumpfsocken aus anderen Materialien, die zum Warmhalten, zum mechanischen Schutz oder als Sichtschutz zum Verbergen der Hautoberfläche der Extremität dienen. Tabi Japanische Socke mit abgeteilter Großzehe. Auch Flipflop-Socken genannt. Zehensocken Bei Zehensocken wird jede Zehe einzeln von der Socke umschlossen, ähnlich den Fingern eines Handschuhs. Zwickelstrümpfe Strümpfe mit Ornamenten in der Grundform eines stehenden Dreiecks über dem Knöchel. Das Wort kommt von dem eingenähten Keil zwischen Bein- und Fußteil und von den Verzierungen, die dessen Form aufnehmen. Zwickelstrümpfe werden zu historischer Kleidung und zu Trachten getragen, von Männern zur Kniebundhose und von Frauen zum Rock.
Materialien Ursprünglich wurden Strümpfe aus Wolle, seltener aus Seide gefertigt. Heute bestehen vor allem Kniestrümpfe und Socken entweder aus Naturfasern (Baumwolle, Wolle, Seide) oder einer Mischung aus verschiedenen Naturfasern (Baumwolle mit Wolle oder Wolle mit Seide). Des besseren Formschlusses wegen (Strümpfe werden meist in Doppelgrößen angeboten) haben die meisten Strümpfe aus Naturfasern einen geringen Anteil Elasthan (weniger als 3 Prozent). Der verhindert auch ein vorzeitiges Ausleiern des elastisch gestrickten Strumpfbündchens (früher trugen Herren deshalb zusätzlich Sockenhalter).
Ebenfalls stark verbreitet und im Sportbereich (sog. Funktionssocken) fast ausschließlich zur Anwendung kommend, sind Strümpfe aus Mischgeweben mit einem Chemiefaseranteil (hauptsächlich Polypropylen und Polyamid) von 30, 40 oder mehr Prozent. Die Herstellung erfolgt in einem sogenannten Doppelstrickverfahren. Durch das Nutzen von unterschiedlichen Fasern entstehen zwei Gewebeschichten.
Die klassischen Damenstrümpfe sind aus Nylon. Perlon, in den 1930er und 1940er Jahren, der Anfangszeit des feinen Damenstrumpfes, noch Konkurrenzmaterial zu Nylon, hat in diesem Bereich keine Bedeutung mehr. Ein besonderer Typ des feinen Damenstrumpfes ist der Netzstrumpf. Er zeigt eine Netzstruktur (von grober Fischnetzmusterung bis zu sehr feiner Häkel-Optik) anstelle einer glatten Oberfläche. Damenkniestrümpfe gibt es neben den bei Herrenstrümpfen verwendeten Materialien auch aus Nylon.
Strümpfe aus Naturfasern bieten im Vergleich zu Strümpfen aus Chemiefasern im normalen Verwendungsbereich bessere fußklimatische Eigenschaften. Sie sind jedoch teurer und haben eine geringere Haltbarkeit als Strümpfe mit hohen Chemiefaseranteilen. Schweißproblemen oder vielmehr der damit einhergehenden Geruchsbelästigung soll bei einigen Modellen mit einer antimikrobiellen Ausrüstung der Strumpfmaterialien oder durch Hinzufügen von Silberfäden entgegengewirkt werden.
Sportbereich Für den Sportbereich mit einer zu erwartenden höheren Reibungsbelastung und einem höheren Schweißaufkommen werden seit den 1990er Jahren Strümpfe mit einem großen Anteil von Chemiefasern beziehungsweise Strümpfe ausschließlich aus Chemiefaser(gemischen) angeboten. Neben unterschiedlichen Strumpfzonen aus unterschiedlichen Materialien und Strickrichtungen, die unterschiedliche Funktionsstärken aufweisen sollen (Schweißtransport, Dämpfung usw.), werden auch asymmetrische linke und rechte Socken speziell für Männer- oder Frauenfüße angeboten, um die Passform insgesamt zu verbessern.