In der Liste der ehemaligen Klöster, Stifte und Kommenden in OstfrieslandDie Daten sind entnommen aus Paul Weßels: Barthe – Zur Geschichte eines Klosters und der nachfolgenden Domäne auf der Grundlage der Schriftquellen. Norden 1997, ISBN 3-928327-26-7, S. 24 und ergänzt mit Angaben aus: Josef Dolle unter Mitarbeit von Dennis Knochenhauer (Hrsg.): Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810. Teil 1–4. Bielefeld 2012, ISBN 3-89534-956-9. sind alle nachgewiesenen ehemaligen Klöster, Stifte und Kommenden in Ostfriesland erfasst. Der Überlieferung nach soll es beinahe nirgendwo im mittelalterlichen Deutschen Reich eine Klosterlandschaft wie in Ostfriesland gegeben haben,Hajo van Lengen (Hrsg.): Die Friesische Freiheit des Mittelalters - Leben und Legende. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2003, ISBN 3-932206-30-4, S. 195. wo sich ungefähr 30 Niederlassungen verschiedener Orden nachweisen lassen, von denen keine die Reformation überstand. Ihre genaue Zahl ist unbekannt, da einige Niederlassungen verschiedener Orden schon früh wieder aufgegeben wurden oder es bei einigen Häusern unklar ist, ob sie je ein eigenständiges Kloster waren. mini|450px|Ehemalige Klöster, Stifte und Kommenden in Ostfriesland In der Karte sind die Standorte der ehemaligen Klöster eingetragen. Die Farbe zeigt die Zugehörigkeit der Klöster zu den jeweiligen Ordensgemeinschaften an. Gut zu erkennen ist die relativ gleichmäßige Verteilung der Klöster auf Ostfriesland. Eine Ballung ergibt sich lediglich für das historische Emsigerland, was der ostfriesische Kulturhistoriker Fridrich Arends auf den (landwirtschaftlichen) Reichtum jener Teilregion im Mittelalter zurückführt: „Für die Geistlichkeit war es vorzüglich ein gesegnetes Land; die Zahl der auf seinen Fluren errichteten Klöster betrug ein Drittel der übrigen in der ganzen Provinz, und zwar der reichsten und mit den besten Ländereien begabten.“Fridrich Arends: Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, Emden 1824. , S. 282, abgerufen am 26. Mai 2013.

Die ungewöhnlich hohe Zahl an Klostergründungen in Ostfriesland wird damit erklärt, dass es zu einer Symbiose der einheimischen Eliten mit den geistlichen Einrichtungen kam.Hajo van Lengen (Hrsg.): Die Friesische Freiheit des Mittelalters – Leben und Legende. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 2003, ISBN 3-932206-30-4, S. 243. Soweit dies bisher nachweisbar ist, standen die Klöster unter dem Schutz der jeweiligen Landesgemeinde, weshalb diese in der dritten Spalte aufgeführt wird. Der in der vierten Spalte aufgeführte Naturraum lässt Rückschlüsse auf die Wirtschaftsgrundlagen des Klosters zu. Die Archive der Klöster, Stifte und Kommenden sind während oder nach der Reformation zerstört worden oder gingen anderweitig verloren. Die in der fünften Spalte aufgeführten Gründungsdaten basieren daher meist auf Ergebnissen archäologischer Grabungen oder auf indirekten Beweisen, die auf später aufgezeichnete Belege zurückgreifen. Die sechste Spalte listet hingegen die tatsächliche erstmalige Nennung der Klöster und Kommenden auf, soweit dies bis dato bekannt ist. Die achte Spalte zeigt die ungewöhnlich große Zahl an Doppelklöstern in der Region auf.

Die zweite Tabelle folgt der gleichen Aufteilung, listet aber Klöster auf, bei denen ein Nachweis ihrer Existenz bisher nur indirekt erfolgte.

Klöster, Stifte und Kommenden, deren Existenz gesichert ist Kloster, Stift oder Kommende (Lage) Orden Landes­gemeinde Natur­raum Gründung oder erste Erwäh­nung Ende bzw. Auflösung Belegung Bild Bemerkungen Reepsholt() Regularkanoniker Östringen Geest 983 unbekannt / vor der Reformation Männerkloster 120x120px Das Stift entstand aus einer Schenkung zweier Schwestern an Adaldag, den Erzbischof von Bremen. Meerhusen() Benediktiner, ab 1219 Zisterzienser, dann Zisterzien­serinnen Auricherland Geest 1183–1198 1219spätestens 1204 Frauenkloster 120x120px Bei Gründung Doppelkloster, nach Übernahme durch die Zisterzienser in ein Frauenstift umgewandelt. Thedinga() Benediktiner Moormerland Geest 1283 1338nach 1616 Doppelkloster 120x120px Das Renaissance-Gehäuse der Klosterorgel wurde möglicherweise für das Instrument der St.-Georg-Christophorus-Jodokus-Kirche in Stellichte (1610) wiederverwendet. Sielmönken() Benediktiner Emsigerland Marsch 1276 nach 1569 Doppelkloster 120x120px 1444 durch Augustiner-Chorherren (Windesheimer Kongregation) übernommen Marienthal() Benediktiner Norderland Marsch 1255 1530 Doppelkloster zentriert|120x120px Marienthal war das Hauskloster der ostfriesischen Grafenfamilie Cirksena, deren Grablege sich dort von 1464 bis 1548 befand. Ihlow() Zisterzienser Auricherland Geest 1216 1527–1531 Männerkloster 120x120px Mutterkloster war Aduard. Ihlow war das bedeutendste Kloster Ostfrieslands und zur Zeit der sogenannten Friesischen Freiheit sehr wahrscheinlich Archiv und Kanzlei des Upstalsboom-Bundes. Marienkamp ()/ Pansath () Benediktiner, ab 1420 Augustiner-Chorherren (Windesheimer Kongregation) Harlingerland Geest 1235 1530–1534 Doppelkloster 120x120px Kloster Pansath war vermutlich zunächst nur ein Vorwerk von Marienkamp. Nach dessen Zerstörung nahm es die verbliebenen Mönche auf. Barthe() Prämonstratenser­innen Moormerland Geest 1170–1185 1284 1598–1601 Frauenkloster 120x120px Barthe war ein eher durchschnittlicher ostfriesischer Konvent, weshalb es neben Kloster Ihlow am intensivsten erforscht wurde. Osterreide() Augustinerinnen Rheiderland Geestvor 1376 1376Anfang des 16. Jahrhunderts Frauenkloster zentriert|120x120px Anfang des 16. Jahrhunderts wegen der Dollarteinbrüche aufgelöst. Palmar() Prämonstratenser Rheiderland Geest 1204 1447 Doppelkloster zentriert|120x120px 1447 wegen der Dollarteinbrüche aufgelöst. Langen () / Blauhaus () Prämonstratenser Emsigerland Marschum 1240 1255 1566 Doppelkloster 120x120px Langen wurde 1499 nach schweren Sturmfluten nach Blauhaus verlegt. Aland() Prämonstratenser, dann Prämonstratenser­innen Emsigerland Marschum 1240 1255um 1565 Doppelkloster, später Frauenkloster 120x120px Bei Gründung Doppelkloster. Der Männerkonvent ging Anfang des 16. Jahrhunderts unter. Hesel() Johanniter Moormerland Geest 1319 1495/99 Doppelkommende 120x120px 1495 nach Kommende Hasselt inkorporiert, aber noch 1499 als eigenständige Kommende genannt. Hopels() Prämonstratenser­innen Östringen Geest 1235–1287 1290 1580 Frauenkloster 120x120px um 1450 zu Marienkamp inkorporiert. Coldinne() Prämonstratenser Norderland Geest 1235–1287 1290 1580 Doppelkloster 120x120px um 1540 in Marienkamp inkorporiert. Sconamora ()/ Oldekloster () Prämonstratenser Harlingerland Geest 1235–1287 vor 1420 Doppelkloster 120x120px Um 1420 zu Marienkamp inkorporiert. Danach wurden beide als Vorwerk geführt. Jemgum() Johanniter Rheiderland Geest 1284 1533 Doppelkommende 120x120px Soldaten des Herzogs von Geldern zerstörten das Kloster während der ersten Schlacht von Jemgum. Dünebroek() Johanniter Rheiderland Marsch 1319um 1550 Doppelkommende 120x120px Ein von Komtur Arnold 1511 in Auftrag gegebener silberner Messkelch zu Ehren des heiligen Johannes gilt als einziges erhaltenes Altargerät einer ostfriesischen Johanniterkommende. Es befindet sich im Besitz der Wibadi-Kirche in Wiegboldsbur. Muhde() Johanniter Overledingerland Geest 1319spätestens 1556 Doppelkommende 120x120px In Muhde soll es der historischen Überlieferung zufolge einen Jahrmarkt gegeben haben, der möglicherweise zur Kirchweih abgehalten wurde. Hasselt() Johanniter Moormerland Geest 1319 1528 Doppelkommende 120x120px Nach der Reformation zog Graf Enno II. Hasselt ein. Im Jahre 1574 mussten die Grafen von Ostfriesland die Kommende nach mehreren Gerichtsprozessen an den Orden zurückgeben. Langholt() Johanniter Overledingerland Geest 1319um 1583 Doppelkommende 120x120px Nach der Reformation zog Graf Enno II. Langholt ein. Im Jahre 1574 mussten die Grafen von Ostfriesland die Kommende nach mehreren Gerichtsprozessen an den Orden zurückgeben. Boekzetel() Johanniter Auricherland Geest 1319 1499 Doppelkommende 120x120px Der Überlieferung zufolge gründeten Benediktiner ein Kloster in Boekzetel, das sie später nach Kloster Thedinga verlegten. Spätestens im Jahre 1319 übernahmen die Johanniter den Besitz. Abbingwehr() Johanniter Emsigerland Marsch 1319 1529 Doppelkommende 120x120px Abbingwehr galt zu Beginn des 16. Jahrhunderts als reichste Kommende Ostfrieslands. Heiselhusen() Johanniter Emsigerland Marsch 1446 1492 Doppelkloster 120x120px Nach 1492 in das Kloster Abbingwehr inkorporiert. Burmönken() Johanniter Östringen Geest 1319um 1528 Doppelkommende 120x120px Burmönken war die einzige Niederlassung der Johanniter im ostfriesischen Jurisdiktionsbereich des Erzbistums Bremen. Norden() Dominikaner Norderland Geest 1264 1527 Doppelkloster 120x120px Löste sich als erstes ostfriesisches Kloster auf. Dykhusen() Augustinerinnen Emsigerland Marsch 1376 1531 Frauenkloster 120x120px Um 1451 durch Dominikaner übernommen. Faldern() Augustiner Emsigerland Marsch 1317 1561 Männerkloster 120x120px Faldern war das einzige Kloster der Franziskaner in Ostfriesland. Am 23. Dezember 1464 war Kloster Faldern Ort der feierlichen Zeremonie, mit der Ulrich I. von Kaiser Friedrich III. zum Reichsgrafen von Ostfriesland ernannt wurde. Appingen() Karmelitinnen Emsigerland Geest 1436 1545 Frauenkloster 120x120px Der Konvent in Appingen war die einzige Niederlassung der Karmeliten in Ostfriesland und das letzte in der Region gegründete Kloster.

Klöster, Stifte und Kommenden, deren Existenz oder Standort unklar ist