mini|Ortszentrum von Dürnstein, Höhe Rathaus (Gemeindeamt) mini|Kleiner Rundgang in Dürnstein (Video 2008) mini|Südwestansicht des Ortszentrums von Dürnstein mini|Dürnstein im Winter mini|Ruine Dürnstein mini|Südliche Stadtmauer von Dürnstein mini|Kellerschlössl Dürnstein der Domäne Wachau
Dürnstein ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Krems in Niederösterreich.
In Verbindung mit der landschaftlichen und architektonischen Schönheit der Wachau ist der Ort eines der bekanntesten touristischen Ziele in Österreich geworden. Der blaue Turm der Stiftskirche gilt als Wahrzeichen auch der Wachau.
Geografie Geografische Lage Dürnstein liegt an der Donau in der Wachau, die das Waldviertel vom Dunkelsteinerwald trennt. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 16,82 Quadratkilometer. 59,61 Prozent der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Dürnstein () Dürnsteiner Waldhütten () samt Heudürr und Schildbachgraben Oberloiben () Rothenhof () Unterloiben ()
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden: Dürnstein, Oberloiben und Unterloiben.
Eingemeindungen 1968 wurden die Gemeinden Oberloiben und Unterloiben zusammengelegt und 1971 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Loiben nach Dürnstein.
Nachbargemeinden
Geschichte Am 20. November 860 erfolgte durch König Ludwig den Deutschen eine Große Landschenkung an das Erzstift Salzburg im Donautal, Karantanien und Pannonien. Dadurch wurde der Ort Loiben, der zur Gemeinde Dürnstein gehört, erstmals urkundlich erwähnt.Eintrag: Unterloiben bei Gedächtnis des Landes. Abgerufen am 30. April 2017. Der später heiliggesprochene König Heinrich II., Kaiser ab 1014, schenkte im Jahr 1002 dem Kloster Tegernsee zwei Huben bei Liupna (Loiben) zwischen Watstein und Holinstein in der Mark des Babenbergers Heinrich I, wodurch sich das territoriale Gebiet von Loiben entsprechend vergrößerte. Diese Schenkung wurde 1019 bestätigt.Geschichte der Stadt Dürnstein. Abgerufen am 5. Mai 2023. 1050 wurde Azzo von Kuenring erster Vogt des Klosters Tegernsee. Mit dem Tode Leutholds III. von Kuenring am 4. August 1355 erlosch die Linie Kuenring-Dürnstein im Mannesstamm. Die Herrschaft Dürnstein kam an die Herren vom Maissau, dann an Herzog Albrecht, nachher an Freiherr Ulrich von EitzingEitzing, Ulrich Freiherr von (seit 1439), österreichischer Hubmeister und Ständeführer, * vor 1398, † 20.11.1460 Schrattenthal (Niederösterreich) und 1609 an die Herren von Zelking. Nach deren Aussterben erbten die Zinzendorfer das neue Schloss, die es 1663 an das Haus Starhemberg verkauften, in dessen Besitz es bis 1936 blieb.Hofmann: Dürnstein.
Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Dürnstein von den Kuenringern errichtet.Kleindel: Österreich. Zahlen – Daten – Fakten. Sonderausgabe A&M 2004, ISBN 3-902397-49-7. Ein historischer unfreiwilliger Gast war Richard Löwenherz, der vom 21. Dezember 1192 bis zum 4. Februar 1193 auf der Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde. Dies ist die erste Nennung des Ortsnamens Dürnstein. Nicht mehr festzustellen ist, ob der König in der Burg Dürnstein, im Tal oder auf einer nicht mehr existierenden Nebenburg gefangengehalten wurde. Am 1. September 1347 erfolgte die erste Erwähnung der Stadt Dürnstein und 1476 erhielt der Ort von Kaiser Friedrich III. das Recht, die Ansicht der Stadt als Wappen zu verwenden. 1410 wurde das Augustiner-Chorherrenstift in Dürnstein gegründet. In den Jahren 1477 und 1485 wurde Dürnstein zweimal durch die Ungarn unter Matthias Corvinus erobert. 1551 verwüstete ein Brand die ganze Stadt. 1645 kam es zur Sprengung der Burg Dürnstein durch die Schweden unter General Torstenson am 13. September 1683 erhielt Kaiser Leopold I. in Dürnstein durch den jungen Grafen Auersperg die Nachricht von der Befreiung Wiens von den Türken. 1788 wurde das Stift Dürnstein von Kaiser Joseph II. aufgehoben und dem Augustiner-Chorherrenstift Herzogenburg inkorporiert. Infolge der Säkularisation wurde Loiben 1803 Staatsherrschaft, was die Herrschaft des Klosters Tegernsee beendete.Ameseder und andere: 1000 Jahre Loiben. Am 11. November 1805 ereignete sich die Schlacht bei Loiben-Dürnstein, die noch am gleichen Tag endete und den Ort mit in die Napoleonischen Kriege verwickelte. 1811 wurde Loiben an Graf Alois Geniceo für 158.400 Gulden versteigert. 1902 brachte die Eröffnung der Dampfschiffstation an der Donau einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort. In der Folge wurde 1906 mit der Erbauung einer Hochquellwasserleitung in Dürnstein begonnen und 1909 mit dem Bau der Wachauerbahn 1925 kam es zu einem Großbrand in Dürnstein. Am 19. Oktober 1958 wurde die Wachau-Donauuferstraße zwischen Krems und Emmersdorf eröffnet. 1986 wurde im Zuge einer Sanierung die ursprüngliche smalteblaue Farbe des barocken Glockenturms der Stiftskirche wiederhergestellt.
1994 wurde Dürnstein das Europadiplom verliehen. 2000 wurde die Stadt gemeinsam mit der Wachau zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.
Bevölkerungsentwicklung Gemäß Statistik AustriaBevölkerungsentwicklung der Statistik Austria (PDF; 0,3 MB) zeigt Dürnstein folgende Einwohnerentwicklung:
Da 1981 bis zumindest 2019 sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ waren, nahm die Bevölkerungszahl stark ab. Von 2021 bis 2026 stieg die Einwohnerzahl auf 819 an.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
In Dürnstein Ruine Dürnstein Stift Dürnstein: mit seinem beeindruckenden blauen Turm gilt es als Wahrzeichen der Wachau. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift ist mit der Dauerausstellung „Entdeckung des Wertvollen“ zu besichtigen. Kunigundenkirche: Die Kirche wurde erstmals 1289 erwähnt; davon besteht nur mehr der Turm. Karner: aus dem 13. Jahrhundert, geweiht dem Hl. Michael Rathaus Ehemalige Clarissinnenkirche: gestiftet 1289 Schloss Dürnstein Kellerschlössl Dürnstein in der Domäne Wachau Starhembergwarte Weiglwarte
In Loiben mini|Pfarrkirche Unterloiben, dahinter Burgruine Dürnstein Katholische Pfarrkirche Unterloiben hl. Quirin Schlachtdenkmal
Musik Wachauer Trachtengruppe Dürnstein (Musikkapelle, Gemischter Chor)
Sport Eisstocksportverein Dürnstein/Wachau Freiwillige Feuerwehr Dürnstein Kuenringer Aktiv Tennisclub Dürnstein Volleyballclub Dürnstein Wassersportunion Wachau (Rudern) Inlinehockeyclub Dürnstein (IHC)
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Landverkehr Dürnstein liegt an der Donauuferbahn und besitzt gemeinsam mit Oberloiben einen Bahnhof östlich des Ortes. Die Donau Straße (B3) führt durch das Ortsgebiet, wobei die Altstadt durch einen Straßentunnel unterquert wird. Auch der Donauradweg führt durch den Ort.
Schiffsverkehr Dürnstein ist zentraler Punkt der Donauschifffahrt in der Wachau.
In Dürnstein quert die Motorfähre nach Rossatz die Donau. Sie ist nur für Fußgänger und Radfahrer zugelassen und verkehrt nur in der Sommersaison.Fähre Dürnstein – Rossatz, abgerufen am 6. Juni 2023
Ansässige Unternehmen Der Wachauer Wein und damit die Heurigenlokale und der Tourismus spielen eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Das bekannteste österreichische Weingut, die Domäne Wachau, hat ihre Kellereien vor den Stadtmauern von Dürnstein.
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 53, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 127. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 428. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,47 Prozent.
Öffentliche Einrichtungen In Dürnstein befindet sich eine Volksschule. Das Kuenringerbad ist eine Badeanlage mit Schwimmteich (mit Nichtschwimmerbereich), Liegewiese und verschiedenen sportlichen Bereichen.
Politik Gemeinderat Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 15 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 26. Jänner 2025 folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 11 und SPÖ 4 Mandate.
Bürgermeister 2004–2011: Barbara Schwarz bis 2018: Johann Schmidl (ÖVP)NÖN: Bürgermeisterwechsel: Dürnstein: Schmidl tritt zurück. Artikel vom 28. Dezember 2018, abgerufen am 11. Jänner 2019. seit 9. Jänner 2019: Johann Riesenhuber (ÖVP). Artikel vom 10. Jänner 2019, abgerufen am 11. Jänner 2019.
Städtepartnerschaften Tegernsee, Oberbayern
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Stadt 2017: Hugo Rafael de Vlaminck (* 1942), Ordenspriester
Söhne und Töchter der Stadt Agnes Jama (1911–1993), niederländische Pianistin und Komponistin
Personen mit Beziehung zur Stadt Blondel de Nesle (um 1155/60 – nach 1200), einer der frühesten nordfranzösischen Trouvères; nach der Blondelsage fand er den auf der Burg Dürnstein inhaftierten Richard Löwenherz Hadmar I. von Kuenring († 27. Mai 1138), österreichischer Ministerialadeliger, gründete die Burg Dürnstein Hadmar II. von Kuenring (1140–1218), österreichischer Ministerialadeliger, im Jahre 1192 hielt er Richard Löwenherz, König von England, auf Burg Dürnstein gefangen Richard Löwenherz (1157–1199), König von England von 1189 bis 1199; 1192 auf der Burg Dürnstein gefangen. Es steht heute nicht mehr fest, ob Richard Löwenherz oben auf der Burg in der heutigen Ruine Dürnstein, im Tal oder auf einer Nebenburg, die heute nicht mehr existiert, gefangengehalten wurde Hans Ranzoni der Ältere (1868–1956), österreichischer Maler, lebte ab 1944 in Dürnstein Johann Heinrich Freiherr von Schmitt (1744–1805), österreichischer Feldmarschallleutnant und Chef des Generalquartiermeisterstabes (Generalstabes), einer der Befehlshaber der Schlacht von Dürnstein, in der er auch fiel Hieronymus Übelbacher (1674–1740), als Propst des Stiftes Dürnstein zeichnete er sich für die Barockisierung des Hauses verantwortlich. Barbara Schwarz, ehemalige niederösterreichische Landesrätin und Bürgermeisterin von Dürnstein Emil Strecker (1841–1925), deutscher Kunstmaler, lebte in Dürnstein Maximilian Suppantschitsch (1865–1953), österreichischer Maler, lebte ab 1944 in Dürnstein Carl Vaugoin (1873–1949), österreichischer christlichsozialer Politiker, verbrachte seine letzten Lebensmonate im Stift Dürnstein
Sonstiges Dürnstein ist auf der Rückseite der 100-Schilling-Banknote von 1954 abgebildet. Am 9. Oktober 2009 wurde eine Sammlermünze zu 10 Euro von der Münze Österreich mit dem Motiv: „Richard Löwenherz in Dürnstein“ aus der Serie „Sagen und Legenden in Österreich“ herausgegeben.Amtsblatt der Wiener Zeitung vom 25. August 2009.
Siehe auch Blondelsage
Literatur
Franz Eppel: Die Wachau. Nibelungen- und Strudengau. Ihre Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen. Salzburg 1975, ISBN 3-900173-02-8. Rupert Feuchtmüller, Stadtgemeinde Dürnstein (Hrsg.): Dürnstein. Geschichte und Kunst. Katalog der Ausstellung Stift Dürnstein. 22. Mai bis 1. November 1976. Verlag Faber, Krems 1976, . Irmgard Ameseder, Anton Bodenstein, Gerhard Tribl: 1000 Jahre Loiben. 1002–2002. Betrachtungen. Stadtgemeinde Dürnstein, 2002, . Gottfried Hofmann: Dürnstein. Kunst und Geschichte. Faber, Krems 1952, .
Weblinks
Offizielle Webpräsenz der Stadt Dürnstein
Einzelnachweise
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