mini|Nathaniel Bagshaw Ward Nathaniel Bagshaw Ward (* 1791 in London; † 4. Juni 1868 in St Leonards, Sussex) war ein englischer Arzt, der ab den 1830er Jahren mit seinem „Wardschen Kasten“ (Wardian Case) transportable Gewächshäuser populär gemacht hat. Ward wird bis heute oft als „Gewächshaus-Erfinder“ bezeichnet, jedoch hatte der Schotte Alan Maconochie bereits 1825 das Gewächshaus-Phänomen anhand eines Holzkastens mit Glasdeckel entdeckt, schwieg aber nach Wards Veröffentlichungen bescheiden dazu.Jane Tresidder, Stafford Cliff: Wohnen unter Glas. Faszinierende Glashäuser, Windergärten und Veranden von gestern und heute. Bauverlag, Wiesbaden und Berlin, 1986, ISBN 3-7625-2488-2, S. 8.

Leben Nathaniel Ward wurde 1791 als Sohn des Arztes Stephen Smith Ward in London geboren. Bereits als Kind sammelte er Insekten und Pflanzen und interessierte sich besonders für Farne. Als Erwachsener betätigte er sich neben seiner medizinischen Tätigkeit weiterhin auf dem Gebiet der Botanik.

1817 wurde Ward Mitglied der Linnean Society of London.

mini|Wardsche Kiste in einer Ausstellung im Jenisch-Haus Hamburg Im Sommer 1829 experimentierte er erstmals mit einem erdgefüllten Gefäß, das er mit einem Glasdeckel verschloss. Er stellte fest, dass sich die aus der Erde aufsteigende Verdunstungsfeuchtigkeit am Deckel niederschlug und wieder auf die Erde zurücktropfte. Nach etwa einer Woche keimten bei konstant bleibendem Feuchtigkeitspegel die ersten Pflanzensamen. In geschlossenen Glasbehältern konnten sich also auch Liebhaber tropischer Pflanzen in anderen Klimaten einen Miniaturdschungel anlegen. 1833 schickte Ward zwei speziell angefertigte Glaskästen mit Farnen und Gräsern auf die zur damaligen Zeit noch mehrmonatige Seereise von England nach Australien und zurück. Obwohl die Pflanzen dabei nie gegossen wurden, zeigten sie auch nach über einem Jahr keine Beeinträchtigungen. Ward machte daraufhin seine Erfindung bekannt und Sammler exotischer Pflanzen konnten fortan nicht nur Samen, sondern auch lebende Pflanzen in diesen Mini-Gewächshäusern erfolgreich über weite Strecken transportieren.

Wardscher Kasten

mini|Wardscher Kasten, große Ausführung mit Tragegriffen mini|Wardscher Kasten, Ausführung für Gärten Wards Erfindung wurde unter dem Namen Wardscher Kasten berühmt und wurde ab 1835 auf den botanischen Entdeckungs- und Sammelreisen von Pflanzenjägern verwendet, um Pflanzen unversehrt auch mehrere Monate per Schiff transportieren zu können.

Der Wardsche Kasten ist eine

mini|Verschiedene, teils elegante Wardsche Kästen zur Zimmerkultur tropischer Pflanzen Im „Langen Haus“ der Orangerie im Park Belvedere in Weimar ist der Wardsche Kasten in neuaufgelegtem, modernem Design zu sehen.

Wardsche Flasche Eine Variante des aufwändig herzustellenden und abzudichtenden Kastens ist die Bepflanzung einer Flasche, einem Glasballon mit eher mehr als 3 Liter Fassungsinhalt bis etwa 25 Liter. Derartige Glasballons wurden zum Transport von Wein und Essig in Serie erzeugt und meist in einen Korb verpackt („Fiasco-Korbflasche“ wie beim Chiantiwein). Einmal mittels Holzpinzetten bepflanzt, angegossen und verstöpselt, wurden die Flaschen respektive Pflanzen so verschifft.

Literatur Nathaniel Bagshaw Ward: On the growth of plants in closely glazed cases. John Van Voorst, Paternoster Row, London, 2. Aufl., 1852.

Weblinks

Nathaniel Ward (1791–1868). Biografische Notizen. In: Friends of West Norwood Cemetery (Hrsg.): FOWNC Newsletter. Nr. 53, Mai 2005, S. 4–7 (englisch) Hansjörg Gadient: Matrosen sind keine Gärtner. Nachdruck aus Mare, Nr. 81, August 2010 in Spiegel Online, 12. September 2010

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Erfinder Kategorie:Mitglied der Linnean Society of London Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1791 Kategorie:Gestorben 1868 Kategorie:Mann