Joachim „Jogi“ Löw (* 3. Februar 1960 in Schönau im Schwarzwald) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtrainer und Fußballspieler. Als Spieler war er für den SC Freiburg in der 2. Bundesliga und für andere süddeutsche Vereine auch in der Bundesliga aktiv. Seine Laufbahn als Spieler beendete er in der Schweiz.

Als Trainer war Löw zunächst in der Schweiz tätig, bevor er 1995 beim VfB Stuttgart erst Co-Trainer und anschließend Cheftrainer wurde. Mit dem VfB gewann er 1997 den DFB-Pokal und erreichte 1998 das Finale im Europapokal der Pokalsieger. Nach mehreren Stationen u. a. in der Türkei gewann er 2002 mit dem FC Tirol Innsbruck die österreichische Meisterschaft. Nach einer weiteren Tätigkeit bei Austria Wien wurde er 2004 Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft unter Jürgen Klinsmann und nach der Weltmeisterschaft 2006 dessen Nachfolger als Bundestrainer.

Löw betreute die Nationalmannschaft über 15 Jahre bei drei Weltmeisterschaften (2010, 2014, 2018), vier Europameisterschaften (2008, 2012, 2016, 2021) sowie beim Confed Cup 2017. Er ist der Bundestrainer mit den meisten Spielen (198), den meisten Siegen (124) und den meisten Remis (40). Dabei führte er die Mannschaft 2014 in Brasilien zum vierten WM-Titel, wofür er zum FIFA-Welttrainer des Jahres gewählt wurde, und 2017 in Russland zum einzigen Gewinn des Confed Cups. Die Ära Löwspiegel.de: Die Ära Löw in Bildern - Höchste Höhen, tiefste Tiefen, abgerufen am 21. Juni 2024kicker.de: Ende der Ära Löw: Das Positive überwiegt eindeutig, abgerufen am 21. Juni 2024 war eine der erfolgreichsten Zeiten für den DFB, in denen bei den WM- und EM-Turnieren zwischen 2005 und 2017 immer mindestens das Halbfinale erreicht wurde. Bei der WM 2018 und der EM 2021, vor der der in den vergangenen Jahren öfter kritisierte Löw seinen Rücktritt angekündigt hatte, kam es jeweils zu einem frühen Ausscheiden in der Vorrunde bzw. im Achtelfinale.

Jugend Löw ist der älteste von vier Söhnen des selbstständigen Ofensetzers Hans Löw und dessen Frau Hildegard, geb. Lais.Ralf Köttker, Klaus Schlütter: Auf den Spuren des Jogi Löw, Welt am Sonntag, 8. Juni 2008, abgerufen am 17. Dezember 2011.Dagmar von Taube: Bundestrainer: Joachim Löw und die letzte Frage nach dem Toupet – Nachrichten Panorama, Welt online, 26. April 2011, abgerufen am 17. Dezember 2011.Vgl. Mathias Schnieder: Löw. Die Biographie, München 2020, S. 16f. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in seinem Geburtsort Schönau im badischen Schwarzwald. Nach der Grundschule besuchte er in Schönau das Gymnasium, das er im Juni 1977 mit der mittleren Reife verließ. Danach schloss er eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann ab. Zur selben Zeit war er MinistrantViele Promis waren Messdiener, dpa/FAZ, 24. September 2014, abgerufen am 2. Oktober 2014. und spielte Fußball für den TuS Schönau 1896 und später für den FC Schönau. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Fußballprofikarriere war der Wechsel zu den Sportfreunden Eintracht Freiburg.

Spielerkarriere Löws Profikarriere begann 1978 beim SC Freiburg, der gerade in die 2. Fußball-Bundesliga aufgestiegen war. In zwei Spielzeiten wurde er 71-mal eingesetzt und erzielte 18 Tore.

Im Frühjahr 1980 lotste der seinerzeitige VfB-Trainer Lothar Buchmann den Stürmer in die Bundesliga zum VfB Stuttgart, wo er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnete.Nordwest-Zeitung: „Löw zum VfB Stuttgart“ (19. März 1980, S 12) Anfang August 1980 erlitt der Juniorennationalspieler beim 3:2-Erfolg der Schwaben in einem Saisonvorbereitungsspiel gegen den FC Liverpool einen Schien- und WadenbeinbruchNordwest-Zeitung: „Löw erlitt Schienbeinbruch“ (7. August 1980, S 11), so dass er erst im Februar 1981 sein erstes Meisterschaftsspiel absolvierte. Insgesamt kam er in dieser Saison auf vier Partien; dabei schoss er kein Tor. Nach einer Saison wechselte Löw auf Leihbasis zum Erstligisten Eintracht Frankfurt, der mittlerweile von Buchmann trainiert wurde. In seinem ersten Spiel am ersten Spieltag erzielte er den Führungstreffer (Endstand 2:2) gegen den 1. FC Kaiserslautern.Details auf www.transfermarkt.de. Insgesamt schoss er in 24 Bundesliga-Spielen fünf Tore, konnte sich in Frankfurt aber nicht durchsetzen. mini|Joachim Löw 1982 mit dem SC Freiburg gegen den VFB Stuttgart Im Juni 1982 nahm Löw ein Angebot des Zweitligisten SC Freiburg an, sodass er nun wieder bei seinem ersten Profiverein spielte. Der SC Freiburg hatte mit Werner Olk gerade einen neuen Trainer eingestellt, der ebenso wie Löw zwei Spielzeiten in Freiburg tätig gewesen war. 1982/83 traf Löw achtmal und absolvierte alle 34 Spiele. Im zweiten Jahr spielte er die beste Saison seiner Karriere: Ihm gelangen in 31 Spielen 17 Tore in der Zweiten Bundesliga.

Nach dieser Saison wechselte Löw im Sommer 1984 zurück in die Bundesliga, wo er als Nachfolger des von Borussia Dortmund abgeworbenen Wolfgang Schüler vom badischen Nachbarn und mittlerweile von Olk trainierten Erstligaaufsteiger Karlsruher SC verpflichtet wurde.Nordwest-Zeitung: „Nur Bayern und Bayer geizten nicht mit Transfer-Millionen“ (14. Juli 1984, S. 12) Abermals setzte er sich nicht in der höchsten Spielklasse durch, bei 24 Spieleinsätzen kam er oftmals als Einwechselspieler zum Zug und schoss zwei Tore im Verlauf der Spielzeit 1984/85. Obwohl sein vormaliger Fürsprecher Buchmann im März 1985 Olk als Cheftrainer beerbt hatte, trennten sich daher nach einem mit dem direkten KSC-Wiederabstieg einhergehenden Saisonende erneut die Wege. Löw kehrte abermals zum SC Freiburg zurück und spielte dort vier Jahre lang in der zweiten Liga: Von 1985 bis 1989 absolvierte er 116 Spiele und erzielte dabei 38 Treffer. In den ersten beiden Spielzeiten wurde er jeweils bei 37 Spielen eingesetzt, in denen er 12 beziehungsweise 17 Tore erzielte. Danach wurden seine Einsatzzeiten geringer und er schoss sieben beziehungsweise zwei Tore. Anschließend spielte Löw von 1989 bis 1992 in der Schweiz beim FC Schaffhausen und danach zwei Jahre beim Zweitligisten FC Winterthur. Unter Trainer Pierre-Albert Chapuisat schaffte er dabei in der Zweitligaabstiegsrunde der Schweizer Meisterschaft 1993/94 als Tabellenvierter auf den vom FC Gossau belegten Relegationsplatz den Klassenerhalt. Anschließend kam es zu einem großen Umbruch im Kader, bei dem Löw sowie sein Landsmann Axel Thoma zu den zehn Spielern gehörten, die den Klub verließen.Neue Zürcher Zeitung: „Der FC Winterthur mit neuem Saisonziel“ (30. Juli 1994, S. 49) Ab 1994 ließ er seine Karriere beim FC Frauenfeld ausklingen, wo er als Spielertrainer agierte.

Bilanz als Spieler In 52 Bundesligaspielen erzielte Löw sieben Tore, hinzu kamen 252 Einsätze und 81 Tore in der 2. Bundesliga, die er für den SC Freiburg schoss, ferner zwei Tore in 11 DFB-Pokalspielen für den SC Freiburg. Damit war er bis zum 18. Januar 2020, als Nils Petersen ihn überholtePetersen gleichauf mit Löw: „Schon stolz“ als Freiburgs Rekordtorjäger, transfermarkt.de, abgerufen am 22. Dezember 2019., dessen Rekordtorschütze., auf Europe Online Magazine, veröffentlicht und abgerufen am 3. Juni 2012"Der Bundestrainer kann das verkraften": Petersen erreicht erstes Saisonziel, kicker.de, abgerufen am 19. Januar 2020. Außerdem kam der ehemalige Stürmer auf vier Einsätze bei der U-21-Nationalmannschaft.

Am 27. September 2010 wurde Löw zum sechsten Ehrenspielführer des SC Freiburg ernannt. Im Zuge der Berichterstattung um den ehemaligen Sportmediziner der Universität Freiburg, Armin Klümper, erklärte Löw am 21. März 2015, dass er als Patient bei Sportverletzungen in der Praxis des durch Doping bekannt gewordenen Klümper verkehrte. Löw bestritt, wissentlich gedopt zu haben.

Karriere als Vereinstrainer Vereine in der Schweiz Als Trainer betreute Löw 1994 in der Schweiz die D-Jugend des FC Winterthur, bei dem er zur gleichen Zeit als Spieler in der Nationalliga B angestellt war. Nach seinem Wechsel zum drittklassigen FC Frauenfeld wurde Löw im Jahre 1994 Spielertrainer.

VfB Stuttgart Während seiner Zeit als Spielertrainer in Frauenfeld begann Löw 1994 eine Ausbildung als Fußballtrainer. Diese Ausbildung schloss er zunächst nicht ab. Grund dafür war ein Angebot von Rolf Fringer, der 1995 neuer Trainer des VfB Stuttgart geworden war und Löw als Co-Trainer engagieren wollte und diesen Wunsch durchsetzte. Wie der kurz zuvor verpflichtete Fringer unterzeichnete er einen Zwei-Jahres-Vertrag beim schwäbischen Bundesligisten.Neue Zürcher Zeitung: „Meier im GC "nur" noch Assistenzcoach“ (23. Mai 1995) Der Verein erreichte in der Saison 1995/96 mit Platz zehn nicht die erhoffte Teilnahme am UEFA-Pokal und Trainer Fringer nahm das Angebot an, Schweizer Nationaltrainer zu werden. Sein Nachfolger in Stuttgart wurde der Assistenztrainer Löw – zunächst nur interimistisch – am 14. August 1996, vier Tage vor Beginn der neuen Saison. Nach sechs ungeschlagenen Spielen in Folge zu Beginn der Saison 1996/97 wurde Löw vom damaligen VfB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder am 21. September 1996 vom Interims- zum Cheftrainer befördert. Sein erstes Spiel als Cheftrainer verlor Löw gegen Fortuna Düsseldorf.

Mit dem so genannten Magischen Dreieck um Krassimir Balakow, Giovane Élber und Fredi Bobic erreichte der VfB Stuttgart mit Trainer Löw in der Bundesliga-Saison 1996/97 den vierten Platz, in der Hinrunde hatte man mehrheitlich die Tabellenführung inne, zuletzt am 14. Spieltag, und gewann durch einen 2:0-Sieg im Finale gegen Energie Cottbus den DFB-Pokal. Ein Jahr später stand der VfB im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das er im Råsundastadion im schwedischen Solna mit 0:1 gegen den FC Chelsea verlor. Wie in der vorherigen Saison erreichte Löw mit dem VfB erneut den vierten Platz in der Bundesliga und damit die Qualifikation zum UEFA-Pokal. Nach dem Ende dieser Saison wurde Löw von Mayer-Vorfelder freigestellt und durch Winfried Schäfer ersetzt.

Fenerbahçe Istanbul Löw wechselte im Juni 1998 zur türkischen Fußballmannschaft Fenerbahçe Istanbul. Vermittelt wurde der Transfer durch Harun Arslan, der ihn auch gegenwärtig als Berater und Manager vertritt.welt.de: Wer ist dieser Mann, dem Löw blind vertraut?, 10. Februar 2011. Im November 1998 gewann er mit Fenerbahçe den Atatürk-Pokal gegen den Lokalrivalen Beşiktaş Istanbul. Er führte Fenerbahçe zur Herbstmeisterschaft. Daraufhin wurde mit Löw vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert, aber mit einer „speziellen Zusatzklausel“. Die Verlängerung würde erst gültig, wenn die Mannschaft am Saisonende die türkische Meisterschaft erlangt hätte. Im weiteren Verlauf der Rückrunde wurden seine Trainerplanungen von einer Verletzungsserie der Mannschaft gestört. Einige Stammspieler fielen unter anderem mehrere Wochen bzw. Monate mit zum Beispiel Fraktur(en) aus. Deshalb musste Löw unter anderem auf Fußballspieler aus der Jugendmannschaft zurückgreifen. Bis zum Saisonende fiel er mit der Mannschaft auf den dritten Platz zurück, somit endete das Engagement am 29. Mai 1999 nach einer Saison. Löw war in der Spielzeit neben Meistertrainer Fatih Terim von Galatasaray Istanbul der einzige Trainer, der nicht vorzeitig entlassen worden war.

Karlsruher SC Ab Herbst 1999 trainierte Löw den deutschen Zweitligisten Karlsruher SC. Nach elf Jahren Zugehörigkeit zur Bundesliga war der Verein 1998 zum wiederholten Mal abgestiegen. Mit dem Ziel des Wiederaufstiegs übernahm Löw am 25. Oktober 1999 den Trainerposten von Rainer Ulrich. Im Frühjahr 2000 erwarb Joachim Löw bei einem Sonderlehrgang des DFB an der Sportschule des Fußball-Verbands Mittelrhein in Hennef die Fußball-Lehrerlizenz.DFB-Sonderlehrgang 2000 laut rp-online. Abgerufen am 14. Juli 2014. laut 11 Freunde. Abgerufen am 14. Juli 2014.