mini|Gemeindeplatz von Scheid mini|Sankt Kornelius; gebaut 1968 mini|Höckerlinie als wertvolle Biotopkette
Scheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.
Geographische Lage Der Eifelort Scheid liegt im Nordwesten des Bundeslands Rheinland-Pfalz. Das Gemeindegebiet grenzt an Nordrhein-Westfalen. Die Grenze zu Belgien ist etwa 3 km vom Ortskern entfernt. Neben dem Hauptort gehören die Wohnplätze Birkenhof, Erlenhof, Lindenhof, Losheimerstraße, Schwalbenhof, Tannenhof und Wiesenhof zur Gemeinde.
Geschichte Der Ortsname wird von Wasserscheide abgeleitet.
Scheid gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Herrschaft Kronenburg (Grafschaft Luxemburg).
Nach der Einnahme der Region durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Scheid von 1795 bis 1814 zum französischen Kanton Kronenburg im Département Ourthe.
Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kamen aus dem Département Ourthe die drei Gemeinden Hallschlag, Ormont und Scheid zum Königreich Preußen. Die drei Gemeinden wurden der Bürgermeisterei Hallschlag im 1816 neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier zugeordnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in der Nähe von Scheid eine Granatenfabrik gebaut, die nach dem Ersten Weltkrieg durch einen Brand zerstört wurde. Ab 1938 wurde nahe an der Gemeinde Scheid ein Teil des Westwalls errichtet, der die deutsche Westgrenze als Verteidigungssystem abschirmen sollte. Im Zweiten Weltkrieg lag Scheid von September 1944 bis März 1945 unmittelbar an der Westfront und wurde fast völlig zerstört. Nach dem Kriegsende waren große Teile der Gemeinde Scheid wegen Minengefahr gesperrt.
Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde die Gemeinde Scheid zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Scheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 101 1835 150 1871 161 1905 126 1939 131 1950 125 Jahr Einwohner 1961 139 1970 131 1987 116 1997 123 2005 124
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Scheid besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Gottfried Hack wurde am 11. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Scheid. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein Bewerber antrat, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. In seiner konstituierenden Sitzung wählte er Hack einstimmig ins Amt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Gottfried Hack als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 85,9 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Hacks Vorgänger Willi Heinzius hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt, war 2019 aber nicht erneut angetreten.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Renaissance-Altar aus der ehemaligen Kapelle von 1739 in der St. Korneliuskirche (Frauenkroner Straße 1) Burgbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach Christi Himmelfahrt gefeiert. Reste des grenznah (Belgien) verlaufenden ehemaligen Westwalls (Höckerlinie) westlich des Ortes () Bunkeranlagen, Schartenstände um 1938
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Scheid
Wirtschaft und Infrastruktur Die wichtigsten Kapitalerträge der waldreichen Gemeinde waren der Holzhandel und die Jagdpacht.
Seit 1999 wurde mit der Installation von 36 Windkraftanlagen eine feste Einnahmequelle für die nächsten Jahrzehnte erschlossen.
Siehe auch: Liste von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Scheid Ortsgemeinde Scheid auf den Seiten der Verbandsgemeinde Gerolstein
Wirtschaft & Wohnen in Scheid (Eifel) Ortsporträt Scheid (Eifel) Amerikaner besichtigen Westwallanlagen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel