mini|Blick vom Möschelberg auf den Langenbaar und die Kirche von Lissendorf mini|hochkant|St. Dionysius, Ostansicht (2020)

Lissendorf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.

Geographie Lage Der Ort liegt in der Eifel. Zu Lissendorf gehören auch die Wohnplätze Dennerthof, Mühlenbachhof und Sonnenhof.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 838 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte Lissendorf liegt an der ehemaligen Römerstraße Trier–Köln (Agrippastraße). Zahlreiche Nebenstraßen begünstigten zur Römerzeit die Besiedlung dieses Raumes. Römische Grabfunde in der Nähe des Ortes belegen diese Besiedlung.

Die erste urkundliche Nennung verdankt Lissendorf dem Prümer Urbar, einem Güterverzeichnis der Abtei Prüm aus dem Jahr 893. Im Mittelalter wurde ein Adelsgeschlecht „von Lissendorf“ erwähnt. Diese Familie erlangte jedoch nur regionale Bedeutung. Ab dem 14. Jahrhundert gelangte der Ort in den Herrschaftsbereich des Hauses Manderscheid-Blankenheim. Im 16. Jahrhundert gehörte das Dorf zur Grafschaft Gerolstein.

In der Franzosenzeit wurde Lissendorf Sitz einer Kantonalverwaltung im Saardepartement.

Ein wichtiges Datum in der neueren Ortsgeschichte war die Fertigstellung der Bahnstrecke Köln–Trier mit dem Bau des örtlichen Bahnhofs zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 286 1835 441 1871 467 1905 624 1939 797 1950 868 Jahr Einwohner 1961 921 1970 928 1987 900 2005 1.059 2011 1.118 2017 1.116

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Lissendorf besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die vorangegangene Wahl im Jahr 2019 fand als personalisierte Verhältniswahl statt, da zwei Wählergruppen angetreten waren.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.

Bürgermeister Rudolf Mathey wurde am 21. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Lissendorf. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 80,50 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 50,3 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Matheys Vorgänger Lothar Schun hatte das Amt 15 Jahre ausgeübt.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten In Lissendorf gibt es 14 Einzeldenkmäler, darunter die Katholische Pfarrkirche St. Dionysius, ein neuromanischer Saalbau von 1886/87 und das Stellwerk „Lf“ (Lissendorf – Fahrdienstleiter), das älteste, noch erhaltene Hebelstellwerk mit Seilzugtechnik der Eifelstrecke. Das 1912 errichtete Bauwerk besteht aus Bruchsteinmauerwerk mit teilweise auskragender Holzkonstruktion im Obergeschoss.

Verkehr Der Haltepunkt Lissendorf liegt an der Eifelbahn (Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier), auf der im Schienenpersonennahverkehr der Eifel-Express (RE 22) und die Eifel-Bahn (RB 24) verkehren.

Linie Verlauf Takt

In Lissendorf zweigte die ehemalige Bahnstrecke Dümpelfeld–Lissendorf („Mittlere Ahrtalbahn“) ab.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT) und der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Persönlichkeiten Albert Caspers (1933–2015), Vorsitzender von Ford Deutschland und Präsident des Fußballvereins 1. FC Köln Marco Weber (* 1975 in Daun), Politiker (FDP), in Lissendorf aufgewachsen

Weblinks

Ortsgemeinde Lissendorf auf den Seiten der Verbandsgemeinde Gerolstein

Private Seite über Lissendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel Kategorie:Ersterwähnung 893 Kategorie:Ort an der Kyll