mini|299px|St. Hubertus (Birgel), Südostseite Birgel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.

Geographie Geographische Lage Der Ort liegt im Naturpark Vulkaneifel an der oberen Kyll. Birgel liegt auf halber Strecke zwischen Trier und Köln. Es wird erschlossen über die B 421 und die Bahnstrecke Köln – Trier (Bahnhof Lissendorf).

Zu Birgel gehören auch die Wohnplätze Bielenhof, Haus Müllers, Haus Papillon, Tannenhof und Hubertushof.

Geologie Der Ort gehört naturräumlich zur Kalkeifel und liegt am Südrand der Dollendorfer Kalkmulde. Die Höhenlage erstreckt sich von etwa an der Kyll bei Crumpsmühle bis auf etwa am Hirzberg.

Geologisch prägen drei Formationen die Gemeinde. Die Ausläufer der mitteldevonischen Kalkmulde im Norden, der Buntsandstein in der Mitte und im Osten, und die Sedimente der Kyll im Westen.

Hierdurch bedingt sind größere Grundwasservorkommen vorhanden, die nicht nur Birgel, sondern auch weitere Orte in der Verbandsgemeinde Obere Kyll mit Trinkwasser versorgen.

Geologische und naturkundliche Besonderheiten Buntsandsteinfelsen, Naturdenkmal in der Birgeler Hardt Kalkofen (ehemaliger Kalksteinbruch am Hirschberg) Butterlei, Naturdenkmal (Dolomitfelsen auf dem Hirschberg) Kylltalaue Wiesbach mit Wiesbachmoor und Arnikawiese Burgberg mit keltischer Höhensiedlung und ehemaligen Sandgruben

Geschichte Die erste urkundliche Nennung von Birgel ist im Kommentar zum Prümer Urbar aus dem Jahre 1222 zu finden. Im Jahre 1457 erwarb Gerhard von Loen, Graf von Blankenheim die Hälfte eines Hofes in Birgel. Auch die Herren von Mirbach hatten im Ort Besitzrechte, da sie sich in einer Urkunde aus dem 16. Jahrhundert als „Herren von Birgel“ bezeichneten. Im 16. Jahrhundert geriet Birgel in den Machtbereich der Grafen von Gerolstein. Der Kurfürst von Trier besaß im Ort einen Lehenshof.Vgl. Hubert Pitzen: Der Kurtrierische Hof in Birgel im 17. und 18. Jahrhundert. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Daun. 1996, S. 91–93. Der kurtrierische Amtmann zu Daun erhielt im 16. Jahrhundert Renten aus Birgel. Dominierend im Ort blieben jedoch die Grafen von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein. Anlässlich eines Vergleichs im Jahre 1547 wurde festgelegt, dass Birgel zur Herrschaft Gerolstein gehörte.Gerten, Höser, Wisniewski: Die Kyll. 2006.

In der sogenannten Franzosenzeit gehörte Birgel von 1798 bis 1814 zum Kanton Lissendorf im Saardepartement. Unter der anschließenden preußischen Verwaltung war Birgel der Bürgermeisterei Lissendorf im Kreis Daun (Regierungsbezirk Trier) zugeordnet.

Mit der rheinland-pfälzischen Kommunalreform wurden im Jahre 1970 die vormals eigenständigen Ämter Stadtkyll und Lissendorf-Birgel aufgelöst und die Gemeinde Birgel wurde der neu gebildeten Verbandsgemeinde Obere Kyll mit Sitz in Jünkerath angegliedert.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Birgel, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 134 1835 190 1871 294 1905 328 1939 405 1950 458 Jahr Einwohner 1961 530 1970 522 1987 458 1997 496 2005 506 2017 444

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Birgel besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Peter Hutsch wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Birgel. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 89,4 % gewählt worden.

Hutschs Vorgänger Elmar Malburg hatte das Amt zehn Jahre inne.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kapelle St. Hubertus – ein Saalbau aus dem frühen 16. Jahrhundert. Butterley – ein Dolomitfelsen auf dem Hirschberg, der seit 1938 ein Naturdenkmal ist. Birgeler Hardt – die Buntsandsteinfelsen sind seit 1948 Naturdenkmal. Hubertuseiche von 1750 – sie ist 23 m hoch und hat ein Brusthöhenumfang von 2,5 m. Historische Wassermühle aus dem 13. Jahrhundert mit Mühlenmuseum. Pilgerstein von 1997 zwischen Wiesbaum und Birgel.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Birgel

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Birgel

Öffentliche Einrichtungen Bürgerhaus Feuerwehrhaus Kapelle, dem Hubertus geweiht Friedhof mit Einsegnungshalle Sportplatz mit Grillhütte und Mehrzweckhalle naturnaher Spielplatz mit Bolzplatz (Einweihung 2006)

Sonstiges Im Jahr 2006 erreichte die Ortsgemeinde Birgel den 1. Platz im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft in der Hauptklasse des Landkreises Vulkaneifel (damals noch Kreis Daun).

Literatur

Gerten, Wisniewski, Höster: Die Kyll-Geschichte und Geschichten um einen Eifeler Wasserlauf. Hrsg.: Bernd Spindler, Verbandsgemeinde Kyllburg, Oktober 2006. Hubert Pitzen: Der Kurtrierische Hof in Birgel im 17. und 18. Jahrhundert. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Daun. 1996, S. 91–93.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Birgel Ortsgemeinde Birgel auf den Internetseiten der Verbandsgemeinde Gerolstein

Willi Steffens: Das alte Mühlenrecht in der Eifel. In: Heimatjahrbuch 1976. Weiss-Verlag, Daun 1976, S. 61. (online auf: jahrbuch-daun.de/)

Einzelnachweise

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