296px|mini|Gönnersdorf von Norden Gönnersdorf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gerolstein an.
Geschichte Der Ort wurde erstmals im Jahre 1136 als Guntersdorf in Zusammenhang mit einer Schenkungsurkunde des Bischofs Albero von Basel an die Herrschaft Kerpen urkundlich erwähnt. (Recherchen von Heinrich Wiesen) Da frühfränkische Gräber gefunden wurden, existiert Gönnersdorf wohl mindestens seit dem 8. bis 10. Jahrhundert. Bei Bauarbeiten entdeckte man sogar Straßenreste aus römischer Zeit.
Die Schreibweise des Namens änderte sich im Laufe der Zeit mehrmals, so z. B. in Gondersdorf, Gundersdorf und Gundeszdorph. In den frühen Kirchenbüchern (1695–1798) der Pfarrei Lissendorf schrieb man Junnersdorf. Im Mittelalter gehörte Gönnersdorf zur Grafschaft Blankenheim. Drei örtliche Lehnshöfe wurden in den Urkunden als Blankenheimer Besitz genannt. Den Blankenheimern stand auch die Hochgerichtsbarkeit zu. Im 17. Jahrhundert wurden 17 Höfe in einer Urkunde verzeichnet. Nach der Franzosenzeit gelangte das Rheinland zu Preußen und Gönnersdorf wurde der Bürgermeisterei Birgel-Lissendorf zugeordnet.Aus: Eifel Jahrbuch 1956, S. 120 Mit der Kommunalreform im Jahre 1970 kam die Gemeinde Gönnersdorf zur neugebildeten Verbandsgemeinde Obere Kyll mit Sitz in Jünkerath.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Gönnersdorf besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Walter Schmidt wurde 2004 Ortsbürgermeister von Gönnersdorf. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 75,00 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 72,5 % gegen eine Mitbewerberin durch.
Wappen
Persönlichkeiten Heinrich Wiesen (1928–2012), Präsident des Oberlandesgerichts Düsseldorf Christian Vietoris (* 1989), Motorsportler
Siehe auch
Liste der Kulturdenkmäler in Gönnersdorf Liste der Naturdenkmale in Gönnersdorf
Gönnersdorfer Fauna Überregional beachtete wissenschaftliche Bedeutung erlangte Gönnersdorf, weil der Ort ab 1987 über sehr viele Jahre hinweg kontinuierlich biologisch untersucht wurde: In einem Großprojekt des Zoologischen Instituts der Universität Köln haben Wissenschaftler die vielfältigen Lebensbedingungen für Tiere (Schwerpunkt: Insekten) in Gönnersdorf studiert. Es wurde festgestellt, welche Tierarten an welchen Punkten im Dorf vorkommen und gedeihen können. Dabei fand man 2177 Tierarten. Schon in einem so kleinen Rahmen wie dem eines Dorfs sind die ökologischen Voraussetzungen für das Leben einzelner Tierarten punktuell außerordentlich unterschiedlich („Habitatdiversität“). Individuen der einzelnen Arten treten also an verschiedenen Stellen im Dorf in sehr unterschiedlichen Mengen auf. Die Studienergebnisse sind in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert. So wurde Gönnersdorf bezüglich der Insektenwelt zum „bestuntersuchten Dorf Deutschlands“.
Da der Ort von seiner Struktur her ein durchschnittliches Eifeldorf ist, haben die Resultate des Langzeit-Großprojekts eine verallgemeinerbare Relevanz („Modellobjekt Gönnersdorf“).
Im Rahmen des Projekts entdeckten Forscher eine zuvor unbekannte Augenfliegen-Art. Im wissenschaftlichen Namen dieser neuen Art kommt der Ort selbst zu Ehren: Eudorylas goennersdorfensis (Abbildung:).
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Gönnersdorf Darstellung der Ortsgemeinde Gönnersdorf auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Gerolstein
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Vulkaneifel Kategorie:Ersterwähnung 1136 Kategorie:Ort an der Kyll