mini|132px|Quincunx-Anordnung mini|Portugiesischer Wappenschild

Quincunx ist der Name der Anordnung von fünf Punkten, wie sie üblicherweise auf Würfeln, Spielkarten oder Dominosteinen zu finden sind. Der Name leitet sich von einer römischen Münze ab.

Der Quincunx hatte fünf Wertpunkte geprägt, daher steht das Wort auch für zwei Begriffe: Fünf Punkte Fünf Zwölftel – in der Astrologie nennt man so einen Aspekt von 150° (5/12 eines Vollkreises von 360°)

Das Muster mini|Die Kuppeln des Markusdoms in Quincunx-Anordnung – Blick vom Campanile San Marco mini|Das Quincunx-Design ist ein grundlegendes Muster der Intarsienarbeiten der Kosmaten Das Quincunx-Muster ist eine in vielen Kulturen zu findende, intuitiv einfache Anordnung von fünf Punkten.I. Schwarz-Winklhofer, H. Biedermann: Das Buch der Zeichen und Symbole. Verlag für Sammler, Graz 1972, ISBN 3-85365-011-2

Es findet in diverse philosophischen Betrachtungen Eingang: In der Zahlensymbolik der Pythagoreer drückte es die besondere Bedeutung der Zahl Fünf aus. Es findet sich auch im , einem zentralen Diagramm der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre, das schon im , einem auf das erste vorchristliche Jahrhundert zurückgehenden philosophischen Traktat des Buchs der Urkunden zu finden ist, und symbolisiert ein Zentrum und vier Himmelsrichtungen.Marcel Granet: Das chinesische Denken, Frankfurt 1993, ISBN 3-518-28119-4, S. 127ff. Es wird als Verweis auf die Passion Christi verstanden (vgl. griech. Buchstabe Χ) Das Muster fand und findet in verschiedenen Bereichen Anwendung: Quincunx war die Standard-Formation in den römischen Legionen. Diese Legions-Quincunces wurden in der Treffentaktik weiter gestaffelt und ergaben eine seinerzeit unübertroffene Bewegungsfreiheit im Feld In der Gartenkunst, besonders im formalen Garten (Barockgarten), kommt die Baumpflanzung auch über einem Grundrissraster in Quincunx-Anordnung vor. Ein Grundrisstypus, z. B. bei byzantinischen Kreuzkuppelkirchen (z. B. San Marco in Venedig, Hosios Lucás in Griechenland) und in der sakralen Barockarchitektur (z. B. S. Carlo ai Catinari in Rom, Konviktskirche in Ehingen, Kollegienkirche in Salzburg), insbesondere bei Universitätskirchen, wobei die Anräume für die Fakultäten der Universitäten standen. Ein grundlegender Designtyp der Intarsienarbeiten der Kosmaten. Als Kreuzform, mit Armen verbunden, nennt man es Kolbenkreuz (auch Apfelkreuz, mit zentralem Medaillon), und es ist eine gebräuchliche Form romanischer oder gotischer Altar- und Votivkreuze, und auch später in christlichen Formenschatz verbreitetSchwarz-Winklhofer/Biedermann Nr. 386 In der Computergrafik ist Quincunx ein mögliches Muster zur Verteilung von Abtastpositionen beim Antialiasing. Das Muster ist auf der Flagge der Salomonen (engl. Solomon Islands) zu finden. Das Quincunx-Muster findet sich auch im Wappen des südwestdeutschen Adelschlechts der Sickinger.

Verwendung in der Architektur Das sogenannte Mailänder Schema bezeichnet in der Architektur einen Grundrissplan, der das geometrische Prinzip der quincunx aufgreift. Dabei wird die Grundrissgestalt eines griechischen Kreuzes mit Zentralkuppel so in ein Grundquadrat einbeschrieben, dass der Grundriss in den Diagonalachsen, zwischen den Kreuzarmen, durch vier Nebenkuppelräume erweitert wird.vgl. Jochen Schröder: Die Baugestalt und das Raumprogramm des Berliner Doms als Spiegel der Ansprüche und Funktionen des Bauherrn Kaiser Wilhelms II. (Diss. Marburg 2002), S. 76f.

Die Bäume auf der Place des Quinconces in Bordeaux sind nach dem Prinzip der quincunx angeordnet.

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Einzelnachweise

Kategorie:Architekturtheorie Kategorie:Symbol