Dippoldsberg ist ein Gemeindeteil des Marktes Wilhermsdorf im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Dippoldsberg hat eine Fläche von 4,713 km². Sie ist in 458 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10290,07 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Meiersberg.

Geografie Das Dorf ist von Feldern umgeben: Im Süden Rensenloh, im Südwesten Mauserbuck und im Norden Windholzfeld. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Adelsdorf (1,9 km westlich), zwei Gemeindeverbindungsstraßen führen jeweils zur Kreisstraße FÜ 10 (0,4 km südlich bzw. 0,5 km südöstlich) und eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wilhermsdorf zur FÜ 18 (1,3 km nördlich).

Geschichte Der Ort hat in den Regesten der Bischöfe und des Domkapitels Bamberg einen Eintrag, der zwischen 1078 und 1102 zu datieren ist: Ein gewisser Tuto schenkte „Dipoldesberge“ dem Domstift Bamberg. 1363 erscheint Gerlach von Hohenlohe als Lehnsherr, der den Zehnten und ein kleines Lehen in „Dyepoltsperge“ verleiht. Ab 1402 gehört „Dypoltzberg“ zur Propstei Neuhof des Klosters Heilsbronn.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 89 f. Bereits 1253 erhielt das Kloster als Schadensersatz unter anderem in Dippoldsberg einen Zehnten. Insgesamt erwarb das Kloster neun Anwesen und eine Schäferei. Von den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs blieb der Ort verschont.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 326.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dippoldsberg 15 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Neuhof. Grundherren waren das Kastenamt Neuhof (2 Höfe, 2 Halbhöfe, 6 Güter, 3 Häuser, 1 Hirtenhaus) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Gut).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 89.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. 1810 kam Dippoldsberg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hirschneuses und der 1813 gebildeten Ruralgemeinde Meiersberg zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Dippoldsberg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Am 9. November 1824 wurde schließlich Meiersberg in die Ruralgemeinde Dippoldsberg integriert.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 198. Ab 1862 gehörte Dippoldsberg zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, seit 1929: Finanzamt Fürth). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), seit 1959 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,680 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Dippoldsberg am 1. Januar 1971 nach Wilhermsdorf eingegliedert.

Baudenkmäler Haus Nr. 6: Scheune des frühen 19. Jahrhunderts. in konstruktivem Fachwerk. Drei Dachgeschosse mit rundbogigen Aufzugsluken an der Ostseite. Rückwärts stark umgebaut.R. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 57. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 17: Ehemaliges Dorfhirten- oder Dorfschäferhaus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Dippoldsberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 122 249 273 276 262 254 269 275 281 278 256 251 262 271 274 288 279 265 277 420 385 346 256 267HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 19 42 50 60 61 60 52 53 55 Quelle Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 248 Einwohner.

Ort Dippoldsberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018Einwohner 122 134 149 144 139 129 129 179 126 120 121 131Häuser 19 24 30 29 25 25 27 28 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Kirchfarrnbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Wilhermsdorf Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth