Burggrafenhof (fränkisch: HuhfW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 19. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hūf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Langenzenn im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Burggrafenhof liegt in der Gemarkung Keidenzell.
Geographie Das Dorf liegt in einer flachhügeligen Ebene bestehend aus Acker- und Grünland. Im Westen wird die Flur Am Weiher genannt, im Südwesten Hutäcker. Etwas nordwestlich des Ortes liegt das Gewerbegebiet Süd, etwas östlich der Große Wald. Die Kreisstraße FÜ 11 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8 bei Langenzenn (0,7 km nordöstlich) bzw. nach Keidenzell (1,5 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1360/70 im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg als „Burggrauen-Hoff“ erstmals urkundlich erwähnt.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 19. Es gab zu dieser Zeit 16 Bauerngüter. 1374 verkaufte Burggraf Friedrich einige Güter dieses Ortes an die Nürnberger Patrizier Haller von Hallerstein. 1409 erhielt das Kloster Langenzenn einen Hof und einen Teil des Zehnten. 1535 wurde der Ort im Salbuch des markgräflichen Amtes Langenzenn erwähnt. Zu dieser Zeit gab es elf Mannschaften, die alle markgräflich waren. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort völlig verwüstet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Burggrafenhof 14 Anwesen (6 Höfe, 5 Halbhöfe, 2 Güter, 1 Haus). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Alle Anwesen hatten das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg als Grundherrn.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 106. 1799 werden für den Ort 12 Anwesen angegeben.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 499.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Burggrafenhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Keidenzell und der im selben Jahr gebildeten Ruralgemeinde Keidenzell zugeordnet.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 230.
Am 1. Mai 1978 wurde Burggrafenhof im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Langenzenn eingegliedert.
Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 8: bescheidenes, erdgeschossiges Wohnstallhaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, massiv, verputzt, Nordgiebel Fachwerk (K-Streben), Dachausbau aus neuerer Zeit.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, S. 76. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2019Einwohner 98 122 128 143 141 154 134 199 190 281 389 596HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 18 18 26 24 25 26 33 97 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute in die Trinitatiskirche (Langenzenn) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Marien (Langenzenn) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Langenzenn Kategorie:Ersterwähnung 1360