Dornstetten ist eine Stadt mit Einwohnern () im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald und zum Regierungsbezirk Karlsruhe. Dornstetten liegt rund sieben Kilometer östlich der Kreisstadt Freudenstadt.

Geographie Geographische Lage

Dornstetten liegt im nördlichen Schwarzwald. Der Ort liegt auf einer Höhe von 600 bis .Dornstetten in Zahlen Im Stadtteil Aach entsteht die Glatt als Zusammenfluss der Quellbäche Ettenbach, Stockerbach und Kübelbach. 1164 Hektar (48 Prozent) der Gemarkungsfläche sind bewaldet.

Stadtgliederung mini|Dornstetten, Abbildung aus dem Buch „Das Königreich Württemberg“ (1905) Die Stadt Dornstetten besteht aus der früheren Stadt Dornstetten und den ehemaligen Gemeinden Aach und Hallwangen. Zur ehemaligen Gemeinde Aach gehören das Dorf Aach, das Gehöft Benzinger Hof und die Häuser Glattal. Zur früheren Stadt Dornstetten gehören die Stadt Dornstetten und das Gehöft Lattenberg (die eine Hälfte, der andere Teil des Lattenberg mit zwei Anwesen gehört zur Gemeinde Glatten). Zur ehemaligen Gemeinde Hallwangen gehört das Dorf Hallwangen.

Im Gebiet der früheren Stadt Dornstetten liegen die Wüstungen Brennenweiler, Bühlerhof und Diffenthal oder Niedertall.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 613–616.

Schutzgebiete

Im Süden des Stadtgebiets liegt das Naturschutzgebiet Benzinger Berg. Daneben befinden sich auf der Stadtfläche das Landschaftsschutzgebiet Silberberg sowie Teile der Landschaftsschutzgebiete Springbrunnen-Ettenbachtal, Stockenbachtal und Oberes Glattal. Daneben hat Dornstetten Anteil am FFH-Gebiet Freudenstädter Heckengäu und liegt im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte mini|320px|Dornstetten um 1900 Bis zum 19. Jahrhundert Die erste urkundliche Erwähnung Dornstettens erfolgte bereits im Jahre 767 im Lorscher Codex, zu dieser Zeit existierte auf dem heutigen Gemeindegebiet das Dornstetter Waldgeding. Zwischen 1267 und 1276 wurde der Ort zur Stadt erhoben. Dornstetten gehörte damals den Grafen von Urach-Fürstenberg. Über die Grafen von Hohenberg kam die Stadt 1320 an Württemberg. Für das Jahr 1461 wird erstmals eine Schule in der Stadt erwähnt. Ab 1500 lag die Stadt im Gebiet des Schwäbischen Reichskreises. 1755 wurde Dornstetten Sitz des gleichnamigen Oberamts, das 1807 im Zuge der Umsetzung der neuen Verwaltungsgliederung im Königreich Württemberg aufgelöst und in das Oberamt Freudenstadt eingegliedert wurde. Bei der Kreisreform während der Zeit des Nationalsozialismus in Württemberg gelangte die Stadt 1938 zum Landkreis Freudenstadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Dornstetten in die Französische Besatzungszone und kam somit 1947 zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Gemeindefusion Am 1. Januar 1975 vereinigte sich Dornstetten mit Aach und Hallwangen zur neuen Stadt Dornstetten.

Religionen Seit der Reformation ist Dornstetten evangelisch geprägt. In Dornstetten gibt es eine römisch-katholische Kirche – die römisch-katholische Einwohnerschaft wird jedoch von der Kirchengemeinde Freudenstadt betreut. Daneben gibt es eine neuapostolische und eine evangelisch-methodistische Gemeinde in der Stadt.

Politik mini|Rathaus und Gasthaus Ochsen in Dornstetten Gemeinderat Nach der Kommunalwahl vom 9. Juni 2024 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei/Liste20242019 Anteil Sitze Anteil Sitze Freie Wähler/CDU 51,4 % 9 47,3 % 9 Freie Bürger 15,0 % 3 34,0 % 6 SPD 8,6 % 2 18,8 % 3AfD13,9 %2 -- --offene Grüne Liste11,0 %2 -- --Wahlbeteiligung58,3 %53,0 %

Bürgermeister Im März 2012 wurde Bernhard Haas (parteilos) im zweiten Wahlgang mit 51,1 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Dornstetten gewählt. Amtsinhaber Dieter Flik erhielt 3,2 Prozent.

Wappen

Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile

Partnerschaft Dornstetten unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Scey-sur-Saône-et-Saint-Albin in der Region Bourgogne-Franche-Comté in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Jahr 2022 erzielte Dornstetten Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 8,68 Millionen Euro. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 355 % liegt die Stadt unter dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz Deutschlands. Dieser beträgt 407 % (Stand: 2023).

Verkehr Dornstetten besitzt eine Station an der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach, sowie seit 2018 einen weiteren Haltepunkt im Ortsteil Aach. An beiden Haltepunkten halten jeweils im Zweistundentakt Züge der Regional-Express-Linie RE 14b Freudenstadt–Stuttgart sowie der Linie S 8/S 81 Bondorf (bei Herrenberg)–Karlsruhe Tullastraße der Stadtbahn Karlsruhe. Die Stadt liegt auf dem Gebiet der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt.

Der überörtliche Straßenverkehr erfolgt über die Bundesstraße 28, die als Umgehungsstraße außerhalb der Bebauung verläuft. Dornstetten liegt an der Deutschen FachwerkstraßeDeutsche Fachwerkstraße in Dornstetten und der Deutschen Alleenstraße.alleenstrasse.com

Durch Alltagsrouten aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Dornstetten über Schopfloch mit Horb, über dessen Stadtteile Grünmettstetten und Altheim, hinter Altheim abzweigend mit Nagold und über den Stadtteil Aach mit Freudenstadt verbunden.

Bildungseinrichtungen Neben dem Gymnasium, das mit dem Schuljahr 2006/07 vom Progymnasium in drei Stufen zum Vollgymnasium ausgebaut wurde, und der Realschule gibt es auch eine Werkrealschule, welche mit der Realschule in einem Gebäude ist, und drei Grundschulen (in jedem Ortsteil eine). Die Außenstelle Dornstetten der Dreifürstensteinschule (Körperbehindertenschule der Stiftung KBF) und die Eichenäcker-Schule, eine Förderschule für Schüler mit geistiger Behinderung, runden das Schulangebot ab. Hinzu kommen noch sieben Kindergärten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Im Besucherbergwerk „Himmlisch Heer“ im Stadtteil Hallwangen Museen Neben dem Puppen- und Spielzeugmuseum im „Kaufhaus Hegel“ beherbergt Dornstetten auch ein Heimatmuseum. Über drei Etagen gibt die Ausstellung Einblicke in die Stadtgeschichte der einstigen Oberamtsstadt und in der Leben der Bürger in früherer Zeit. Außerdem ist hier ebenfalls die städtische Kunstsammlung zu finden, die auf einer Stiftung der 2017 verstorbenen Dornstetter Künstlerin Eleonore Kötter beruht.

Im Stadtteil Hallwangen kann das historische Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergwerk „Himmlisch Heer“ besichtigt werden.

Gebäude Sehenswert ist die Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern und Gassen. Dornstetten liegt an der Südroute der Deutschen Fachwerkstraße (Mosbach–Haslach im Kinzigtal), die an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Zudem gibt es den Aussichtsturm Königskanzel.

Freizeiteinrichtungen Weiter besteht ein BarfußparkNaturerlebnis BarfussPark im Ortsteil Hallwangen. Auf diesem 2,4 Kilometer langen Rundweg mit vielen Erlebnis-, Kneipp- und Spielstationen werden Naturerlebnisse geboten, aber auch das Barfußlaufen gezielt als Naturheilmittel gegen Venenleiden eingesetzt.

Söhne und Töchter der Stadt Jacob Beurlin (um 1520–1561), evangelischer Theologe und Reformator Johann Jakob Schertlin (1784–1855), württembergischer Oberamtmann Heinrich Schäff (d. i. Hermann Zerweck) (1862–1937), Schriftsteller, Maler Fritz Kläger (1914–2007), Motorradrennfahrer und -konstrukteur Erich Bochinger (1928–2016), evangelischer Theologe Cornelia Horz (* 1957), Juristin, Präsidentin des Oberlandesgerichts Stuttgart Wolfram Graf (* 1965), Komponist, Pianist und Organist

Literatur

Renate Karoline Adler: Demographie und Familiengeschichte der beiden Schwarzwalddörfer Aach und Schönmünzach im Kreis Freudenstadt. Rückwirkungen der beginnenden Industrialisierung auf die ländliche Sozialstruktur (= Beiträge zur südwestdeutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Bd. 14). Scripta-Mercaturae-Verlag, St. Katharinen 1991, ISBN 3-922661-98-X (zugl. Dissertation, Universität Tübingen, 1990). Gottlob Herbert Bidermann (Hrsg.): Städtle und Stadt. Dornstetten und Freudenstadt. Spurensuche zur Jahrtausendwende. Ritter und Leute, Kirchen und Bauten. Steinach, Reutlingen 2000, ISBN 3-929652-02-1. Hermann Haeberlin: Dornstetten. Das wirtschaftliche und soziale Leben im 16. und 17. Jahrhundert. Schwarzwald-Verlag L. Lauk, Altensteig 1932 (zugl. Dissertation, Universität Frankfurt 1931). Gerhard Wein: König, Adel und freie Bauern zwischen Neckar und Schwarzwald. Gedanken zur älteren Geschichte des Kreises Freudenstadt und der Stadt Dornstetten. Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt, Freudenstadt 1985.

Weblinks

Internetseite der Stadt Dornstetten

Einzelnachweise

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