Vexations ( für „Ärgernisse“) ist das zweite Album des deutschen Musikprojekts Get Well Soon. Es erschien am 22. Januar 2010 bei City Slang (Universal).
Konzept Nach Aussage von Konstantin Gropper ist Vexations ein Konzeptalbum über Stoizismus. Dieses Konzept erläuterte er in einem Interview folgendermaßen:
Weiterhin sagte er, dass er nicht unbedingt mit der Meinung der Stoiker übereinstimme, diese fasziniere und beschäftige ihn jedoch.
Entstehung Gropper schrieb sämtliche Titel innerhalb von zwei Wochen, da er aufgrund seiner Tournee sowie einigen Auftragsarbeiten nicht mehr Zeit erübrigen konnte. Zur Vorbereitung stellte er umfangreiche Recherchen an, so las er unter anderem in den Werken Senecas, Georg Büchners und Peter Sloterdijks.
Zunächst entstand das komplette Album am Computer, wofür sich Gropper in seine Berliner Wohnung und zeitweise auch in sein Elternhaus in Oberschwaben zurückzog.
Im Gegensatz zum ersten Album, Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon, hatte Gropper für Vexations genügend Geld zur Verfügung, um ein großes Studio zu mieten und das Album einzuspielen. Fast 20 Musiker waren an den Aufnahmen beteiligt, darunter auch seine Schwester, die ihn bereits beim Debüt unterstützte.Torsten Gross: Get Well Soon – Vexations. In: Rolling Stone, Ausgabe 183, Januar 2010, S. 88 f.
Besetzung Während Gropper viele Instrumente auch selbst spielte, war auch seine Live-Band an den Aufnahmen beteiligt: Verena Gropper: Gesang, Violine Maximilian Schenkel: Gitarre Timo Kumpf: Bass, Gesang Paul Kenny: Schlagzeug Marcus Wuest: Schlagzeug
Zudem sind eine Reihe von Gastmusikern zu hören: Sebastian Benkler, Nina Haas, Maike Rosa Vogel, Jan-Ole Gerster, Mia Dickow: Gesang Teresa Freund: Violine Daniel Auder: Viola Carolin Wandel: Violoncello Christoph Moschberger: Trompete, Flügelhorn Christian Ehringer: Trompete, Flügelhorn Felix Fromm: Posaune Roland Vanaceck: Tuba, Susaphon Liz Riches: Erzählerin
Titelliste Nausea Seneca’s Silence We Are Free Red Nose Day 5 Steps/7 Swords We Are Still... A Voice in the Louvre Werner Herzog Gets Shot That Love Aureate! We Are Ghosts A Burial at Sea Angry Young Man We are the Roman Empire
Die Limited Edition von Vexations enthält darüber hinaus eine zusätzliche CD Songs For/From Films, die hauptsächlich Cover sowie Titel enthält, die Gropper für diverse Filme schrieb.
Teenage FBI – 4:49 (B-Seite von Angry Young Man) Busy Hope – 3:09 (Soundtrack zu Palermo Shooting) La Chanson d’Hélène – 3:42 (im Original von Romy Schneider und Michel Piccoli) The World Needs A New... – 4:14 (Soundtrack zu Contact High) Harmour Love – 4:04 (Syreeta-Wright-Cover vom Soundtrack zu Junebug) My Door – 3:33 (Soundtrack zu Der entsorgte Vater) I’m Deranged – 3:58 (im Original von David Bowie und Brian Eno) Good Friday – 4:43 (Soundtrack zu Palermo Shooting)
Inhalt und Aufbau Vexations beginnt mit Nausea (deutsch: ‚die Übelkeit‘) mit einem kurzen, von einer Frauenstimme gesprochenen Text, der einen beschreibt.
Das zweite Stück, Seneca’s Silence, basiert auf den Schriften des Philosophen und führt erstmals das Konzept des Stoizismus ein:
Der Titel 5 Steps / 7 Swords handelt vom Tod. Die Inspiration zu diesem Stück erfuhr Gropper durch die Schriften der Psychiaterin und Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die auch zitiert wird. Gropper stellt in dem Lied in Frage, wie wissenschaftlich ihre Sterbeforschung ist und vergleicht sie mit Lehrsätzen der katholischen Kirche.
In A Burial at Sea hingegen beschäftigt sich Gropper mit der Unsterblichkeit, die er der gegenüberstellt. Inspiriert ist das Lied von Melvilles Moby-Dick, in der der Kapitän seinen Kampf als entscheidend für das Schicksal der Welt erachtet. Laut Gropper bleibt
Das Stück Werner Herzog Gets Shot ist eine Hommage an den bayerischen Filmemacher Werner Herzog, der Gropper zufolge ist. Herzog widme sein Leben der Kunst und verfolge seine Visionen, für ihn gebe es .
In We are Ghosts lässt Gropper die erscheinen. Im Refrain heißt es:
Die zweite Hälfte des Refrains ist eine Anspielung auf Karl Marx’ und Friedrich Engels’ Manifest der kommunistischen Partei, wo es heißt: Das Lied endet mit dem wiederholten Chorgesang (deutsch: ) und impliziert somit, dass die Aufklärung gesiegt hat. Gropper schrieb den Titel, nachdem er im Fernsehen Bilder des Weltjugendtags in Köln gesehen hatte, wo junge Menschen Papst Benedikt XVI. zujubelten. Gropper war nach eigener Aussage enttäuscht, dass etwa dessen homophobe Haltung so viel Zuspruch fand, obwohl die europäische Gesellschaft eigentlich schon viel fortschrittlicher sei.
Rezeption
Vexations stieg direkt nach Erscheinen auf Platz 11 der deutschen Albumcharts,Tocotronic mit erstem Nummer-1-Album. Media Control; abgerufen am 2. Februar 2010. auch in Österreich und der Schweiz platzierte sich das Album.
Im Magazin Rolling Stone schrieb Torsten Gross, Konstantin Gropper sei ein . In Bezug auf das Konzept des Albums stelle sich jedoch die Frage, weshalb er sich mit einem belaste. Teilweise würden einfache , durch die musikalisch hervorragende Gestaltung des Albums falle dies jedoch kaum ins Gewicht.
Ähnlich kritisch wie Gross schrieb Jan Kedves in der spex:
Der Chefredakteur der spex, Max Dax, fügte hinzu:
Einzelnachweise Britta Helm: Get Well Soon: Von der Angst. In: Visions, Nr. 203, Februar 2010, S. 52 ff. Jörn Schlüter: Der tiefe Grund. In: Rolling Stone, Ausgabe 183, Januar 2010, S. 24.
Kategorie:Album 2010 Kategorie:Konzeptalbum Kategorie:Album (Rock) Kategorie:Album (Folk)