Amberg () ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Oberpfalz in Ostbayern und gehört zur Metropolregion Nürnberg. Sie liegt an der Bayerischen Eisenstraße, die zwischen Pegnitz und Regensburg historische Industrie- und Kulturdenkmäler verbindet.

Geografie Lage Amberg liegt rund 55 Kilometer östlich von Nürnberg und 50 Kilometer nördlich von Regensburg an der Vils. Die Hochschulstadt ist das Oberzentrum der mittleren Oberpfalz und gehört zur Metropolregion Nürnberg. Das Gebiet der kreisfreien Stadt ist vollständig vom Landkreis Amberg-Sulzbach umgeben. Naturräumlich gehört Amberg zum Oberpfälzischen Hügelland, insbesondere zur Sulzbach-Amberg-Freihöls-Bodenwöhrer Kreidebucht und zur Hahnbacher Senke. Die mittelalterliche Stadtanlage ist großenteils erhalten.

Lage und Entfernungen der nächstgelegenen größeren Städte zu Amberg:

Bamberg (125 km) Bayreuth (90 km) Weiden (60 km) Nürnberg (55 km) 100px Grenze TschechienWaidhaus (140 km) Neumarkt/Opf. (45 km)Ingolstadt (100 km)München (170 km) Regensburg (50 km)

Nachbargemeinden Die folgenden Gemeinden, die alle zum Landkreis Amberg-Sulzbach gehören, grenzen an die kreisfreie Stadt Amberg. Sie werden im Uhrzeigersinn im Norden beginnend genannt: Hahnbach, Freudenberg, Kümmersbruck, Ursensollen, Ammerthal und Poppenricht.

Stadtgliederung Amberg hat 23 amtlich benannte Gemeindeteile:

Klima

Amberg hat ein humides kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprägt ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 0,8 °C im Januar und 19,6 °C im Juli. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 10,1 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 682 Millimeter, wobei es im März am trockensten und im August am feuchtesten ist. Die Niederschlagsmenge ist etwas niedriger als in den westlich angrenzenden Gebieten. Ursache hierfür ist die geografische Lage Ambergs am Ostrand der Fränkischen Alb.

Geschichte In Amberg wird der Königssitz des Markomannenkönigs Marbod vermutet, das antike Maroboudon.

mini|Amberg – Blick vom Mariahilfberg auf die Altstadt

Amberg wurde 1034 als „Ammenberg“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In dieser auf den 24. April datierten Urkunde schenkte Kaiser Konrad II. auf Bitten seiner Gemahlin Gisela und seines Sohnes Heinrich dem Bamberger Bischof Eberhard I. und damit dem neu gegründeten Hochstift Bamberg alle Rechte, die der römisch-deutsche Kaiser und der bayerische Herzog im Ort besaßen. Der Begriff „Ammenberg“ bedeutet ‚Berg/Burg des Ammo‘. Es ist davon auszugehen, dass der Name zwischen 750 und 900 erstmals in Verwendung kam. Im Mittelalter war Amberg ein bedeutender Umschlagplatz für Eisen und Eisenerz. Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert war das Amberger Land eines der Zentren des Eisenerzbergbaus in der Oberpfalz. Die Verhüttung erfolgte in der Nähe. Anschließend wurde das Eisen über die Vils nach Regensburg verschifft. Auf der Rückfahrt – die Schiffe wurden von Pferden flussaufwärts getreidelt – war Salz geladen. An den Salzhandel erinnern Straßennamen wie Salzstadelplatz, Salzgasse oder Hallplatz. Von 1294 ist das erste Stadtrecht bekannt.Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 32–42.

Von den Staufern zu den Wittelsbachern (1269) Ab 1269 kam der Nordgau, der zuvor Kaiser Barbarossa und seinen Nachfahren aus dem Hause der Staufer gehört hatte, unter die Herrschaft der Wittelsbacher. 1329 teilte Kaiser Ludwig der Bayer durch den Hausvertrag von Pavia die Wittelsbacher Lande auf, wobei die Kurpfalz und der Nordgau an die Nachkommen seines Bruders Rudolf fielen, die nunmehr pfälzische Linie der Wittelsbacher.

Hauptstadt der Oberen Pfalz (1329–1621) Wegen der großen Entfernung zur kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg wurde für den Landesteil in Bayern eine eigene Regierung mit einem Statthalter eingerichtet, der in Amberg residierte. Amberg wurde damit Hauptstadt der Oberen Pfalz, während die Untere Pfalz in Heidelberg administriert wurde. Ruprecht III., Pfälzer Kurfürst und ab 1400 deutscher König, teilte 1410 seine pfälzischen Erblande auf seine vier Söhne auf, wobei das Gebiet um seine Geburtsstadt Amberg sowie um Nabburg, Oberviechtach und Kemnath als Kurpräzipuum bei der Rheinpfalz verblieben und von Heidelberg aus verwaltet wurden, während die übrigen Oberpfälzer Gebiete an Johann fielen, der sie als Pfalz-Neumarkt vom Pfalzgrafenschloss Neumarkt aus regierte.

Kurze Zeit (1410–1415) war Amberg der Sitz eines romtreuen Bischofs, Hermann von Hessen, den Papst Gregor XII. für das Bistum Regensburg eingesetzt hatte. Der damalige Regensburger Oberhirte, Bischof Albert III., hielt nämlich – wie die meisten deutschen Bischöfe – den durch das Konzil von Pisa gewählten Papst Alexander V. bzw. seinen 1409 gewählten Nachfolger Johannes XXIII. für das rechtmäßige Oberhaupt der Kirche.Vgl. Bauerreis: Kirchengeschichte Bayerns. Band V.

mini|Kurfürstliches Schloss mit „Stadtbrille“ mini|Kurfürstliche Regierungskanzlei mini|Kurfürstliches Zeughaus

1417 ließ Kurfürst Ludwig III. das Kurfürstliche Schloss erbauen. 1474 fand in Amberg, begleitet von glanzvollen Feierlichkeiten, die „Amberger Hochzeit“ zwischen Philipp, dem Sohn des pfälzischen Kurfürsten Ludwig IV., und Margarete, der Tochter des Herzogs Ludwig IX. von Bayern-Landshut, statt. Dieses Ereignis fand reichsweite Beachtung und ist, was Aufwand, Festivitäten und Teilnehmerzahl betrifft, mit der ein Jahr später veranstalteten Landshuter Hochzeit durchaus vergleichbar.

1543 brachte Kurfürst Friedrich II. die Regierung, nach vorübergehender Verlegung nach Neumarkt, wieder zurück nach Amberg, wo er in den folgenden Jahren die kurfürstliche Regierungskanzlei errichten ließ. Für ein Dreiviertel Jahrhundert erlebte Amberg wieder den Glanz einer Hofhaltung. Bis zum Tod seines Vaters Friedrich III. 1576 war der Lutheraner Ludwig VI. kurfürstlicher Statthalter in Amberg.Rolf Heyers: Dr. Georg Marius, genannt Mayer von Würzburg (1533–1606). (Zahn-)Medizinische Dissertation Würzburg 1957, S. 38 f. Von 1595 bis 1620 wurde die Oberpfalz durch den pfälzischen Statthalter Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg regiert, der seinen Amtssitz in Amberg hatte. Die Amberger Zinnblechhandelsgesellschaft existierte von 1533 bis 1631.

Amberg, durch Eisenerzbergbau reich geworden, leistete sich ab dem 14. Jahrhundert eine gigantische Stadtbefestigung. Sie muss in der damaligen Zeit so furchteinflößend gewesen sein, dass sie bis 1703 (im Spanischen Erbfolgekrieg wurde Amberg nach mehrwöchiger Belagerung durch kaiserliche Truppen besetzt) nie ernsthaft belagert wurde. Über 100 Türme und mehrere Kilometer zweireihige Stadtmauern beschützten die Amberger. Die ganze Stadt wurde durch den stets gefüllten und aufgestauten Stadtgraben zu einer Wasserfestung. Der Bürgermeister Michael Schwaiger schrieb in seiner Chronica Amberg 1564: „Münche[n] sey die schönst, Leipzig die reichste, Amberg die festest Fürstenstad“.Michael Schwaiger: Chronica oder kurtze beschreibung der Churfürstlichen Stad Amberg in der Obern Pfalz in Beiern gelegen. Schwenck, Wittenberg 1564, S. C ii r. (digitale-sammlungen.de).

Rentamt Amberg unter bayerischer Herrschaft (1621–1802) Während des Dreißigjährigen Kriegs fiel 1621 Amberg mit der Oberpfalz an Bayern und wurde rekatholisiert, nachdem der pfälzische Kurfürst und böhmische König Friedrich V. von der Pfalz 1620 in der Schlacht am Weißen Berg den mit Maximilian von Bayern verbündeten Habsburgern unterlegen war. 1628 wurde dann das Rentamt Amberg eingerichtet; die Stadt blieb damit Verwaltungssitz für die kurbayerischen Teile der Oberen Pfalz.

In der Folge flohen viele Protestanten in die freien Reichsstädte Nürnberg und Regensburg. Die ersten Jesuiten kamen 1621 in Begleitung der bayerischen Truppen nach Amberg, wo ihnen 1624 der Pfarrhof der St.-Georgs-Kirche zugewiesen wurde. 1626 gründeten sie dort ein Gymnasium mit Klerikalseminar, das Jesuitenkolleg Amberg, das einen ab 1665 errichteten großen Neubau bezog.

Für den Bau des Jesuitenkollegs musste 1630 das Georgentor der Stadtbefestigung abgerissen und durch das etwas weiter südlich gelegene Neutor ersetzt werden, das seinerseits 1870 abgerissen wurde.

Am 24. August 1796 wurde die Stadt einer der Mittelpunkte der Koalitionskriege. Die Schlacht bei Amberg ging in die Geschichtsbücher ein. Erzherzog Karl von Österreich besiegte das französische Heer unter General Jean-Baptiste Jourdan.

Verlust des Regierungssitzes an Regensburg (1810) In den Jahren 1806 bis 1808 wurde das Königreich Bayern in 15 administrative Kreise eingeteilt, deren Namen sich nach Flüssen richteten. Amberg war nun Hauptstadt des „Naabkreises“. Schon 1810 wurde dieser dem Regenkreis eingegliedert; Regensburg wurde dessen Hauptstadt. 1837 ging der Regenkreis weitgehend im heutigen Regierungsbezirk Oberpfalz auf.

Im 19. Jahrhundert entstanden neue wirtschaftliche Chancen durch die Gründung der Gewehrfabrik (1801), den Anschluss an das Eisenbahnnetz (1859), die Gründung der Emailfabrik Gebrüder Baumann (1872) und den Bau des Hochofens (1882). Aufgrund des Zuzugs von Arbeitskräften, unter anderem aus dem protestantischen Oberfranken, veränderte sich die soziale Zusammensetzung der Bürgerschaft.

NS-Zeit In der Zeit des Nationalsozialismus bildete die Stadt gegenüber der Situation im gesamten Land keine Ausnahme. Da die Mehrheit der Bevölkerung aus praktizierenden Katholiken bestand und die katholische Kirche den nationalsozialistischen Machthabern teilweise mit Misstrauen begegnete, erzielte die NSDAP bis 1933 in Amberg zugunsten der kirchennahen BVP geringere Wahlerfolge als im Landesdurchschnitt; nach der Machtübergabe 1933 hatten die Nationalsozialisten bei Abstimmungen allerdings Zustimmungsquoten von 90 %. Gegen kirchenfeindliche Aktionen der Nazis regte sich der Widerstand der Amberger Bürger, etwa 1941 bei einer Protestdemonstration von ca. 500 Personen gegen den „Kruzifixerlass“ des Kultusministers, durch den die Kruzifixe aus den Schulen entfernt werden sollten.

Die Maßnahmen des Regimes gegen die Juden wurden vom Großteil der christlichen Einwohnerschaft ohne jeglichen Protest hingenommen. 1933 lebten in Amberg noch 64 Juden. Diese kleine jüdische Gemeinde, nur 0,2 % der Bevölkerung, wurde bis zum Mai 1943 vollständig zerschlagen: Siebzehn Amberger Juden wanderten aus, dreiundzwanzig verzogen in andere deutsche Städte, elf starben in Amberg. Die übrigen dreizehn wurden in die Ghettos Theresienstadt und Piaski bei Lublin deportiert. Am 21. März 2012 wurden 15 Stolpersteine zur Erinnerung an die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Amberger Juden verlegt.

Im Zuchthaus Amberg wurden mit dem Beginn der NS-Gewaltherrschaft politische Gegner des Regimes inhaftiert, von denen 46 dem Terror zum Opfer fielen. Auf dem Katharinenfriedhof erinnert ein Gedenkstein an 23 namentlich genannte Opfer. Dort befindet sich ein Massengrab für 300 sowjetische Kriegsgefangene sowie 293 weitere Opfer des NS-Regimes, an die mit Gedenktafeln erinnert wird.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 113.

Bei zwei Luftangriffen am 9. und am 11. April 1945 kamen 110 Menschen ums Leben. Am 22. April 1945 wurde die Stadt kampflos an die U.S. Army übergeben.

Neuzeit (ab 1945)