Sinclair ZX81 280px 280px|Sinclair ZX81 Hersteller Sinclair Research Ltd. Hauptentwickler Jim Westwood (Leitung, Hardware), Rick Dickinson (Gehäuse), John Grant (Betriebssystem), Steven Vickers (BASIC)Ian Adamson, Richard Kennedy: Sinclair and the "Sunrise" Technology. Penguin Books, 1986, S. 103–105. Verkaufsstart und Neupreis 5. März 1981Jason Crisp: Sinclair launches new personal computer costing only £70. Financial Times, 6. März 1981, S. 6. für 69,95 £Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 100. Entspricht aktuell einer Kaufkraft von £. November 1981Deborah Wise: British company announces inexpensive computer. InfoWorld, 2. November, 1982, S. 1. für 149,95 US$8Bit-Museum: The $149,95 personal computer. The $99,95 personal computer. Abgerufen am 31. März 2014. Entspricht aktuell einer Kaufkraft von $. Herbst 1981Erstmals beworben durch Sinclair Research Ltd. Deutschland in der Zeitschrift Funkschau Heft 19 vom 18. September 1981 auf Seite 44 f. für 398 DMJörg und Kerstin Allner: Computer Classics. Data Becker, 2003, ISBN 978-3-8158-2339-2, S. 70. Entspricht aktuell einer Kaufkraft von Euro. Dezember 1981Yoko Shibata: UK computer succeeds in Japan. Financial Times, 30. September 1982, S. 4. für 38.700 ¥ Einstellung der Produktion 1983Sinclair Research: Abgerufen am 25. März 2014. Verkaufte Geräte ca. 1,5 Millionen Hauptprozessor Zilog Z80 @ 3,25 MHz oderNEC µPD780C @ 3,25 MHz Arbeitsspeicher ab Werk 1024 Bytes Grafikausgabe 32×24 Zeichen (schwarzweiß) 64×48 Pixel (Blockgrafik, schwarzweiß) Tonausgabe Nicht vorhanden. Gehäuseabmessungen (H/B/T) 40 mm / 167 mm / 167 mm Lieferumfang (Westdeutschland) Computer, Netzteil, Antennenkabel, Doppelkabel zum Anschluss eines Kassettenrekorders, Bedienungsanleitung, Buch ZX81 BASIC Programming, Garantiekarte, Kartonverpackung, Styropor-Ober- und Unterschale

Der Sinclair ZX81 ist ein auf dem Z80-Mikroprozessor basierender Heimcomputer des britischen Herstellers Sinclair Research Ltd. Die Zahl in der Modellbezeichnung bezieht sich auf das Jahr des Verkaufsstarts am 5. März 1981.

Der Einplatinencomputer ist eine Weiterentwicklung des Sinclair ZX80. Er wurde von vornherein als Massenware für Einsteiger konzipiert und als günstiger Lerncomputer beworben. Ursprünglich nur im britischen Versandhandel erhältlich, kam er dort Ende 1981 ebenfalls in den Einzelhandel. Etwa zur selben Zeit begannen auch die Verkäufe in Kontinentaleuropa, Nordamerika und Japan. Innerhalb kürzester Zeit wurden weltweit große Mengen – auch des von Sinclair mittlerweile auf den Markt gebrachten Zubehörs – abgesetzt. Wegen der schlechten Verarbeitung und fehlerhafter Systemsoftware der ersten Produktionsserien wurde anfänglich nahezu jedes vierte Gerät reklamiert, was der weiteren starken Nachfrage jedoch keinen Abbruch tat. Innerhalb von zwei Jahren nach Produktionsbeginn konnten weltweit etwa 1,5 Millionen Computer abgesetzt werden.

Im Zuge des großen Erfolgs wurden sowohl legale als auch nicht autorisierte Nachbauten hergestellt. Der von Timex Corporation in Lizenz für den nordamerikanischen Markt produzierte Timex Sinclair 1000 (kurz TS1000) konnte weitere große Marktanteile insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika gewinnen, dem später erschienenen Timex Sinclair 1500 (kurz TS1500) war dagegen kein Erfolg beschieden. Die meisten der nicht lizenzierten Produkte erschienen in Südamerika und Asien. Alle Nachbauten mit eingerechnet, wurden bis Produktionsende 1984 weltweit insgesamt etwa zwei Millionen Geräte abgesetzt. Der ZX81 ebnete nach dem ZX80 damit endgültig den Weg für das Zeitalter des Computers als Massenware.

Geschichte

Der erste unter Federführung von Clive Sinclair und seinem Unternehmen Science of Cambridge für den englischen Markt entwickelte Computer, der gehäuselose Einplatinencomputer MK 14 mit Leuchtdioden-Siebensegmentanzeige, wurde ab Juni 1978 in Großbritannien als Versandware angeboten. Die mit geschätzten 15.000 Stück innerhalb nur kurzer Zeit erreichten hohen Verkaufszahlen ermöglichten weitergehende Entwicklungsaktivitäten. Diese mündeten schließlich in der Herstellung eines preiswerten Kompaktgerätes mit der Bezeichnung ZX80.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 80–82. Der ausschließlich auf Kostenminimierung bei Material und Herstellung ausgelegte, dennoch profitable Computer wurde ab Januar 1980 für 99,95 £ als erstes Gerät unterhalb der vermarktungspsychologisch bedeutsamen Grenze von 100 £ in Großbritannien zum Verkauf angeboten. Mit etwa 100.000 innerhalb von 18 Monaten verkauften Exemplaren entwickelte sich der ZX80 rasch zu einem Verkaufserfolg.Martin Hayman: Interview – Clive Sinclair. Practical Computing, Juni, 1982. Noch vor dessen Markteintritt wurde ab September 1979 bereits an einem Nachfolgemodell, dem ZX81, gearbeitet.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 103.

Entwicklung und Prototypen 300px|mini|Konzeptstudie des Gestalters Rick Dickinson für das Gehäuse des ZX81 mit angesteckten Er­wei­te­rungs­modulen

Das zu entwickelnde Gerät sollte noch leistungsfähiger als der ZX80 bei gleichzeitig niedrigerem Verkaufspreis sein. Die erfolgreiche Systemarchitektur des ZX80 wurde übernommen und in neueste Technik zur weiteren Senkung der Material- und Herstellungskosten investiert.

Kostenminimierung durch ULA-Spezialbaustein

Von den im ZX80 verbauten kostenintensiven Bauteilen konnten mit Hilfe der noch jungen ULA-Technologie durch das Unternehmen Ferranti Limited die Funktionen von insgesamt 18 integrierten Schaltkreisen auf einem einzigen Spezialbaustein nachgebildet werden.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 104. Die damit verbundenen Entwicklungs- und Herstellungskosten relativierten sich bei den von Sinclair angepeilten Stückzahlen rasch und führten in der Summe zur gewünschten Kostenreduktion. Der weiterentwickelte, mit maximal fünf elektronischen Schaltkreisen bestückte Computer konnte daraufhin zu einem Preis von knapp unter 70 £ dennoch profitabel angeboten werden. Daneben erlaubte das Ausschöpfen weiterer zur Verfügung stehender Kapazitäten des Spezialbausteins die Beseitigung technischer Probleme des ZX80. So ermöglichte ein neu implementierter Betriebsmodus die Eliminierung des störenden Bildschirmflackerns.

Verbesserung des Sinclair-BASIC

Neben einer Reduktion des Bauteileumfangs sollte gleichzeitig die Bedienbarkeit verbessert und die Leistungsfähigkeit der auch im ZX80 bereits enthaltenen, leicht zu erlernenden Programmiersprache Sinclair-BASIC gesteigert werden. Die dafür verantwortlich zeichnende Nine Tiles Networks Ltd. integrierte daraufhin Gleitkommaroutinen, erweiterte den Befehlsumfang und die Fehlerbehandlung des BASIC-Interpreters, verbesserte die Editieroptionen und behob zahlreiche bekannte Probleme in der Systemsoftware des ZX80.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 102, 104. Dem selbstgestellten Anspruch, mit dem ZX81 in die Riege der vollwertigen Computer-Hersteller aufzusteigen, sollte im November 1980 auch nach außen hin durch eine Umbenennung des Unternehmens in Sinclair Computers demonstrativ Rechnung getragen werden.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 99.

W. H. Smith und BBC

Während der Entwicklungsphase des ZX81 sondierte Sinclair Computers weitere Vermarktungsoptionen, um das Image des reinen Versandhändlers ablegen zu können. Davon sollte die britische Bücherkette W. H. Smith & Son profitieren. Zur Ankurbelung ihrer stagnierenden Geschäfte hatte sie kurz zuvor ein Programm zur Heranführung der Bevölkerung an die Computertechnik aufgelegt. Die dazugehörige neue Wissensabteilung „Computer Know-How“ sollte durch einen gleichzeitig direkt vor Ort käuflich erwerbbaren Computer überzeugender wirken und mehr Interessenten anziehen. Der ZX80 passte aufgrund seiner einfachen Bedienbarkeit und seines geringen Preises ausgezeichnet in dieses Konzept. Die bereits erzielten hohen Verkaufszahlen und damit die große Bekanntheit des Rechners versprachen zudem auch profitable Margen für W. H. Smith & Son. Entsprechende Vertriebsanfragen für den ZX80 an Sinclair folgten. Sinclair setzte daraufhin W. H. Smith & Son von der Neuentwicklung in Kenntnis und empfahl stattdessen, den neuen ZX81 zu vermarkten. Die Verantwortlichen von W. H. Smith & Son willigten ein, allerdings unter der Bedingung, sich zuvor an einem Prototyp von den versprochenen Qualitäten überzeugen zu können.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 110 f.

Als bekannt wurde, dass der britische Fernsehsender BBC für seine geplante neue Sendungsreihe über Heimcomputer ein entsprechendes Gerät auch zum späteren Vertrieb suchte, entwickelte Sinclair Computers auch in diesem Umfeld rege Vermarktungsbemühungen.Rodney Dale: The Sinclair Story. Gerald Duckworth & Co., 1985, ISBN 0-7156-1901-2, S. 104. Eilends wurde Ende 1980 ein erster vorführbarer Prototyp – noch ohne Gehäuse – eigens zur Vorstellung im Dezember 1980 bei der BBC gefertigt. Jedoch folgte man bei der BBC nicht Sinclairs Philosophie eines ausschließlich auf günstigen Anschaffungspreis ausgelegten Massenproduktes. Stattdessen setzte man bei BBC auf vollwertige Technik, Verlässlichkeit, Benutzerfreundlichkeit und leichte Erweiterbarkeit. Damit ging der Zuschlag an das Konkurrenzunternehmen Acorn, die ihren hochwertigeren BBC Micro im Januar 1982 einführte.Your Computer: Behind the BBC Programmes. Ausgabe März 1982, S. 24 f.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 116 f.

Während der Verhandlungen mit der BBC wurde von Nine Tiles Networks Ltd. an der Erweiterung der Systemsoftware zur Ansteuerung eines ebenfalls zu entwickelnden Elektro-Erosionsdruckers gearbeitet. Durch die späte Entscheidung von Sinclair zugunsten des Druckers und den damit verursachten Zeitdruck konnte die Systemsoftware des ZX81 nicht ausführlich getestet werden, wodurch einige Fehler unentdeckt blieben.Making sure it works properly. Sinclair User Magazine, Ausgabe 2, 1982, S. 57.Ian Adamson und Richard Kennedy: Sinclair and the Sunrise Technology. Penguin Books Ltd., 1986, ISBN 0-14-008774-5, S. 106–108.

Überführung in die Produktion