I Am from Austria () ist ein Lied von Rainhard Fendrich aus dem Jahr 1989, das dem Austropop zuzuordnen ist. Das Lied gilt neben dem Radetzky-Marsch und dem Walzer An der schönen blauen Donau auch als eine der inoffiziellen Bundeshymnen der Republik Österreich.Christian Scheib: Die heimlichen Hymnen der Republik. Ein musikalischer Streifzug für echte Österreicher auf oe1.orf.at, abgerufen am 11. Oktober 2016
Entstehung In einem Interview für die Kleine Zeitung im Februar 2015 erzählte Fendrich, dass das Lied „aus einem ehrlichen Gefühl des Heimwehs heraus“ entstanden sei.Fendrich: „I Am from Austria“ entstand „aus einem Heimweh“ auf kleinezeitung.at, abgerufen am 11. Oktober 2016 Er befand sich 1989 in seinem Haus in Florida (USA) und musste miterleben, wie sich seine österreichischen Nachbarn aus Scham rund um die Waldheim-Affäre als Schweizer ausgaben. Das Video zum Lied wurde 1990 auf dem höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner, gedreht. auf fendrich.at, abgerufen am 11. Oktober 2016
Im Dezember 2011 wurde das Lied in der ORF-Sendung Österreich wählt zum beliebtesten Austropop-Song gewählt.„I Am from Austria“ ist der ultimative Austro-Pop-Hit, auf krone.at, abgerufen am 27. Oktober 2011. 2017 wurde das Lied auf Ö3 bei Der Song deines Lebens (Die 1.000 Lieblingshits aus 50 Jahren) auf den ersten Platz gewählt.
In einem weiteren Interview im Oktober 2016, das Fendrich der Zeitschrift News gab, sagte er, dass er I Am from Austria aus zwei Gefühlen heraus geschrieben habe: „Ich wollte einerseits nicht ertragen, dass Österreich im Ausland – ich glaube, das war sogar noch vor der Waldheim-Affäre – dieses Nazi-Image hat. Das hat mir wehgetan. Und es war andererseits auch ein Heimwehgefühl dabei; eigentlich wollte ich eine Art Crossover-Volkslied schreiben. Es ist ja auch kein unkritisches Lied. Insofern verwahre ich mich gegen den Ausdruck ‚zweite Bundeshymne‘, weil es dafür zu kritisch ist. Eine Hymne ist immer eine kritiklose Bewunderung für das Land, aus dem man kommt.“Rainhard Fendrich: „Die Leut’ sollen uns nicht für Nazis halten“ auf news.at, abgerufen am 11. Oktober 2016
Im September 2017 erschien das Musical I Am from Austria, das auf mehreren Titeln von Fendrich basiert.
Während der COVID-19-Pandemie entschied die Wiener Polizei 2020, das Lied täglich um 18 Uhr aus den Lautsprechern ihrer Streifenwagen erklingen zu lassen; zum Dank an die Bürger, die sich der Pandemie entsprechend verhalten. Das Stück wurde ebenso jeden Tag um diese Zeit auf Radio Wien gespielt.Fendrich zu Polizei-Aktion: „Bin sprachlos“, auf wien.orf.at, abgerufen am 27. März 2020. Fendrich kommentierte diese Nutzung folgendermaßen: „Ich bin sprachlos, aber wenn mein Lied dazu beitragen kann, dass die Solidarität gestärkt wird, dann wird ‚I am from Austria‘ endlich so verstanden, wie ich es gemeint habe. Nämlich, dass Österreich zusammensteht, wenn es darauf ankommt.“
Während der Fußball-EM 2024 avancierte das Lied nicht nur zur Fanhymne, sondern laut Team-Chef Ralf Rangnick auch zu einer Motivationsspritze für das Team; er selbst habe „Gänsehaut, wenn die Mannschaft in der Kurve steht und dieses Lied kommt“. Fendrich selbst zeigte sich erfreut: „Es ist mir eine große Ehre, dass dieses Lied so leidenschaftlich von den Fans gesungen wird und somit unsere Nationalmannschaft unterstützt“.
Charts Der Song erreichte Platz sechs der österreichischen Singlecharts und war 20 Wochen platziert.Rainhard Fendrich – I Am from Austria, hitparade.ch Im Zuge der Fußball-EM 2024 erreichte das Lied sogar Platz 3 der iTunes-Charts.
Weblinks
Making-of des Musikvideos von 1990 im ORF-Archiv 100 Songs - Geschichte wird gemacht: ‘I Am From Austria’ - Rainhard Fendrich: Podcast von Radio Ö1 über die Hintergründe des Songs (deutsch)
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 1989 Kategorie:Popsong Kategorie:Rainhard Fendrich