Der Große Preis von Japan 2010 (offiziell 2010 Formula 1 Japanese Grand Prix) fand am 10. Oktober auf dem Suzuka International Racing Course in Suzuka statt und war das 16. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2010.

Berichte Hintergrund Nach dem Großen Preis von Singapur führte Mark Webber in der Fahrerwertung mit elf Punkten vor Fernando Alonso und mit 20 Punkten vor Lewis Hamilton. In der Konstrukteurswertung führte Red Bull-Renault mit 24 Punkten vor McLaren-Mercedes und mit 64 Punkten vor Ferrari.

Vor dem Rennwochenende gab es erneut einen Fahrerwechsel: Bei HRT-Cosworth kehrte Sakon Yamamoto ins Cockpit zurück und löste Christian Klien ab.

Mit Michael Schumacher (sechsmal), Alonso (zweimal), Rubens Barrichello, Hamilton und Sebastian Vettel (jeweils einmal) traten fünf ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training miniatur|hochkant=1.25|Jérôme D’Ambrosio im ersten freien Training am Freitag Im ersten freien Training erzielte Vettel die schnellste Runde vor seinem Teamkollegen Webber und Robert Kubica. Bei Virgin-Cosworth übernahm Jérôme D’Ambrosio für dieses Training das Cockpit von Lucas di Grassi.

Im zweiten freien Training kam es auf den ersten drei Positionen zu keinen Veränderungen.

Im dritten freien Training setzten aufgrund starken Regens nur zwei Piloten eine Zeit. Jaime Alguersuari war vor Timo Glock der Schnellste.

Qualifying Das Qualifying wurde am Samstag wegen starken Regens zunächst mehrfach verschoben und schließlich abgesagt. Die Rennleitung verschob das Qualifying auf den Vormittag des Rennsonntags. Am Sonntagmorgen fand das Qualifying schließlich unter trockenen Bedingungen statt. Im ersten Segment (Q1) erzielte Vettel die schnellste Runde. Die HRT-, Virgin- und Lotus-Piloten sowie Sébastien Buemi schieden aus.

Im zweiten Abschnitt (Q2) behielt Vettel die Führungsposition. Die Force-India- und Sauber-Piloten sowie Vitantonio Liuzzi, Witali Petrow und Felipe Massa schieden aus.

Im letzten Abschnitt (Q3) sicherte sich Vettel die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Webber und Hamilton, der wegen eines Getriebewechsels um fünf Positionen nach hinten versetzt wurde. Für Vettel war es die 13. Karriere-Pole und die achte der Saison.

Rennen Bereits vor dem Start des Grand Prix war das Wochenende für di Grassi beendet. Der Virgin-Pilot kam in der Runde zur Startaufstellung in der 130R von der Strecke ab und schlug in die Reifenstapel ein. Zwar konnte er das Auto unverletzt verlassen, es war jedoch so stark beschädigt, dass er auf den Start verzichten musste. Ein technischer Defekt wurde anschließend ausgeschlossen.

miniatur|hochkant=1.25|links|Sebastian Vettel führte das Feld vor Robert Kubica und Mark Webber nach der ersten Runde an Beim Start behauptete Vettel die Führung. Sein Teamkollege Webber verlor vom zweiten Platz startend eine Position an Kubica. Im mittleren Teil des Feldes übersah Petrow den Williams-Cosworth von Nico Hülkenberg und kollidierte mit ihm. In der First-Kurve kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Massa versuchte rechts an Nico Rosberg vorbeizugehen. Dabei kam er aufs Gras, sein Auto hob auf den Curbs ab und kollidierte mit Liuzzi. Alle vier Piloten schieden aus und lösten mit den Bergungsarbeiten eine Safety-Car-Phase aus. In der dritten Runde, die hinter dem Safety Car gefahren wurde, schied auch Kubica aus. An seinem Rennwagen hatte sich das rechte Hinterrad gelöst und er musste sein Auto auf drei Rädern abstellen.

Beim Restart des Rennens kam es zu keinen Verschiebungen an der Spitze. Vettel behielt die Führung vor Webber, Alonso, Button und Hamilton. Auf dem sechsten Platz kam es zu einer Verschiebung, nachdem Schumacher Barrichello überholte. An der Spitze fuhren die Red Bull die schnellsten Zeiten und Vettel und Webber setzten sich etwas von den drei anderen Piloten ab. Größere Abstände zwischen den ersten fünf Piloten entstanden jedoch nicht.

Lokalmatador Kamui Kobayashi lag zunächst auf dem elften Platz hinter Alguersuari. Er überraschte den Toro-Rosso-Piloten mit einem späten Bremsmanöver in der Hairpin-Kurve und ging an ihm vorbei. Vier Runden später überholte Kobayashi an derselben Stelle Adrian Sutil.

miniatur|hochkant=1.25|Das Safety Car vor Sebastian Vettel und Mark Webber Wenig später begannen die Piloten, die nicht in der Safety-Car-Phase gestoppt hatten, mit den Boxenstopps. Webber kam eine Runde nach Vettel und übernahm damit die Führung für eine Runde. Nach seinem Stopp lag Button auf der ersten Position, da er im Gegensatz zu den anderen Piloten im vorderen Feld mit harten Reifen gestartet war und daher später stoppte. Hamilton fiel zwischenzeitlich hinter Kobayashi, der wie Button später stoppen wollte, zurück, konnte ihn allerdings ohne Probleme überholen.

Button und Kobayashi absolvierten ihren Stopp in derselben Runde. Somit übernahm Vettel wieder die Führungsposition. Button fiel hinter die ersten vier Piloten (Vettel, Webber, Alonso und Hamilton) zurück. Da Hamilton Getriebeprobleme bekam und er den dritten Gang nicht mehr einlegen konnte, gelang es seinem Teamkollegen Button problemlos an ihm vorbeizufahren. Im Mittelfeld lag Kobayashi wieder hinter Alguersuari und griff den Spanier erneut in der Hairpin-Kurve an. Diesmal versuchte Alguersuari ihn nicht so einfach vorbeizulassen und beschädigte sich dabei seinen Frontflügel. Kobayashi machte eine weitere Position gut, als Sutil mit einem Motorschaden ausfiel.

In der Zwischenzeit hatte sich ein länger anhaltender Positionskampf um den sechsten Platz zwischen den Mercedes-Piloten entwickelt. Rosberg lag dank eines früheren Stopps vor Schumacher und hielt ihn lange Zeit hinter sich. In der 47. Runde wurde das Duell durch einen technischen Defekt entschieden. Rosbergs Hinterradaufhängung brach in der Dunlop-Kurve und er schlug in die Reifenstapel ein. Er wurde mit sechs Runden Rückstand gewertet. Währenddessen hatte Kobayashi auch noch Barrichello und seinen Teamkollegen Nick Heidfeld überholt. Auf Schumacher schloss er allerdings nicht mehr auf.

Schließlich gewann Vettel das Rennen vor Webber und Alonso. Für Vettel war es der achte Sieg in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Auf den Plätzen vier und fünf folgten die McLaren-Piloten Button und Hamilton. Schumacher wurde vor Kobayashi, Heidfeld, Barrichello und Buemi Sechster. Heidfeld, der erst sein zweites Saisonrennen absolviert hatte, erzielte seine ersten Punkte. Da einige Piloten ausgeschieden waren, erzielten fünf Piloten der neuen Teams, die das Ziel erreichten, ihre beste Platzierung in dieser Saison.

In der Weltmeisterschaft behauptete Webber die Führung vor Alonso. Vettel verbesserte sich punktgleich mit Alonso auf den dritten Platz. Dank des Doppelsieges baute Red Bull-Renault seine Führung in der Konstrukteursweltmeisterschaft vor McLaren-Mercedes und Ferrari weiter aus.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4-25 Mercedes-Benz 2.4 V8 2 3 Mercedes MGP W01 Mercedes-Benz 2.4 V8 4 5 Red Bull RB6 Renault 2.4 V8 6 7 Ferrari F10 Ferrari 2.4 V8 8 9 Williams FW32 Cosworth 2.4 V8 10 11 Renault R30 Renault 2.4 V8 12 14 Force India VJM03 Mercedes-Benz 2.4 V8 15 16 Toro Rosso STR5 Ferrari 2.4 V8 17 18 Lotus T127 Cosworth 2.4 V8 19 20 HRT F110 Cosworth 2.4 V8 21 22 Sauber C29 Ferrari 2.4 V8 23 24 D’Ambrosio fuhr den Virgin mit der Nummer 24 im ersten freien Training. Glock übernahm das Fahrzeug anschließend für das restliche Rennwochenende. Virgin VR-01 Cosworth 2.4 V8 25 Anmerkungen

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Q3 Start 1 1:32,035 1:31,184 1:30,785 1 2 1:32,476 1:31,241 1:30,853 2 3 Hamilton erhielt aufgrund eines Getriebewechsels eine Startplatzstrafe von fünf Plätzen. 1:32,809 1:31,523 1:31,169 8 4 1:32,808 1:32,042 1:31,231 3 5 1:32,555 1:31,819 1:31,352 4 6 1:32,636 1:31,763 1:31,378 5 7 1:32,238 1:31,886 1:31,494 6 8 1:32,361 1:31,874 1:31,535 7 9 1:32,211 1:31,926 1:31,559 9 10 1:32,513 1:32,073 1:31,846 10 11 1:33,011 1:32,187 – 11 12 1:32,721 1:32,321 – 12 13 1:32,849 1:32,422 – 13 14 1:32,783 1:32,427 – 14 15 1:33,186 1:32,659 – 15 16 1:33,471 1:33,071 – 16 17 1:33,216 1:33,154 – 17 18 1:33,568 – – 18 19 1:35,346 – – 19 20 1:35,464 – – 20 21 1:36,265 – – 21 22 1:36,332 – – 22 23 1:37,270 – – 23 24 1:37,365 – – 24 Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 53 1 1:30:27,323 1 1:33,653 (51.) 2 53 1 + 0,905 2 1:33,474 (53.) 3 53 1 + 2,721 4 1:33,823 (53.) 4 53 1 + 13,522 5 1:33,529 (53.) 5 53 1 + 39,595 8 1:35,182 (35.) 6 53 1 + 59,933 10 1:34,853 (52.) 7 53 1 + 1:04,038 14 1:34,486 (50.) 8 53 1 + 1:09,648 11 1:35,521 (52.) 9 53 1 + 1:10,846 7 1:35,597 (53.) 10 53 1 + 1:12,806 18 1:35,116 (52.) 11 52 2 + 1 Runde 16 1:34,365 (49.) 12 52 1 + 1 Runde 20 1:37,620 (51.) 13 51 1 + 2 Runden 19 1:39,710 (28.) 14 51 2 + 2 Runden 22 1:39,813 (51.) 15 51 1 + 2 Runden 23 1:40,329 (49.) 16 50 1 + 3 Runden 24 1:39,806 (33.) 17 47 1 DNF 6 1:36,108 (44.) – 44 1 DNF 15 1:36,319 (43.) – 2 0 DNF 3 2:41,378 (2.) – 0 0 DNF 9 – – 0 0 DNF 12 – – 0 0 DNF 13 – – 0 0 DNF 17 – DNS di Grassi konnte nicht am Rennen teilnehmen, da er auf dem Weg zur Startaufstellung einen Unfall hatte. – – – 21 – Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten zehn des Rennens bekamen 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Red Bull-Renault 220 2 Ferrari 206 3 Red Bull-Renault 206 4 McLaren-Mercedes 192 5 McLaren-Mercedes 189 6 Ferrari 128 7 Mercedes 122 8 Renault 114 9 Mercedes 54 10 Force India-Mercedes 47 11 Williams-Cosworth 41 12 Sauber-Ferrari 27 13 Renault 19 14 Williams-Cosworth 17 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 15 Force India-Mercedes 13 16 Toro Rosso-Ferrari 8 17 Sauber-Ferrari 6 18 Sauber-Ferrari4 19 Toro Rosso-Ferrari 3 20 Lotus-Cosworth 0 21 Lotus-Cosworth 0 22 HRT-Cosworth 0 23 Virgin-Cosworth 0 24 Virgin-Cosworth 0 25 HRT-Cosworth 0 26 HRT-Cosworth 0 – HRT-Cosworth 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 426 2 381 3 334 4 176 5 133 6 60 Pos. Konstrukteur Punkte 7 58 8 37 9 11 10 0 11 0 12 0

Einzelnachweise

Weblinks

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#2010 Japan Kategorie:Sportveranstaltung in Suzuka Kategorie:Suzuka International Racing Course