mini|Albrecht Achilles auf der Predella des von ihm gestifteten Schwanen­ordens­altars rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.8|Unterschrift von Albrecht Achilles

Albrecht von Brandenburg, genannt Albrecht Achilles (* 9. November 1414 in Tangermünde; † 11. März 1486 in Frankfurt am Main), aus dem Haus Hohenzollern, war als Albrecht I. ab 1440 Markgraf zu Ansbach und ab 1464 zu Kulmbach sowie später als Albrecht III. Markgraf und ab 1470 Kurfürst von Brandenburg.

Sein Beiname Achilles geht auf den Juristen und Poeten Aeneas Sylvius, den späteren Papst Pius II., zurück, der ihn im Hinblick auf seine militärischen Erfolge „den deutschen Achilles“ nannte,ADB, S. 243. und ihn in einem Brief an Martin Mayer so beschrieb. Die Historiographen des preußischen Königshauses charakterisierten Albrecht als „eine von Lebenslust strotzende Kraftnatur, der Körper mit Narben bedeckt, ein Meister der Heerfahrt, glänzender Redner und gewiegter Diplomat, impulsiv, gewaltsam und herrisch, trinkfest und prachtliebend, aber auch sparsam als guter Haushalter, Freund und nimmermüder Parteigänger seiner Fürstengenossen, geschworener Feind der verhassten Städte“.Heinz Quirin: Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach als Politiker. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Süddeutschen Städtekrieges. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung, 1971, Jg. 31, S. 261–308, Zitat S. 266 f.; mgh-bibliothek.de (PDF; 4,7 MB).

Leben mini|Albrecht Achilles von Brandenburg und seine zweite Gemahlin Anna von Sachsen (Gemälde um 1625) Albrecht Achilles war der dritte Sohn des Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen und Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg aus dessen Ehe mit Elisabeth von Bayern-Landshut.

Im Jahr 1434 veranstaltete Albrecht Achilles ein großes Turnier in Neustadt an der Aisch, bei dem der Kaiser Sigismund zugegen war (In Neustadt residierte er später oft und lange).Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950. (Neuauflage 1978 anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978.) S. 50 und 298. In einem Itinerar sind dort zwischen 1461 und 1480 insgesamt 20 Aufenthalte ausgewiesen.

Mit seinem Bruder Johann unternahm Albrecht 1435 eine Pilgerreise nach Jerusalem in Begleitung der Nürnberger Patrizier Jörg Pfinzing, Hans Stromer, Sebastian Volkamer, Franz Rummel sowie Hans Lochner,Johann Kamann: Die Pilgerfahrten Nürnberger Bürger nach Jerusalem im 15. Jahrhundert, namentlich die Reiseberichte des Dr. med. Hans Lochner und des Jörg Pfinzing. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, 1880, Band 2, S. 78–163; digihum.de (PDF; 3,6 MB). dem Verfasser eines consilium sew regïmen sanitatisGundolf Keil: Der Hausvater als Arzt. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit (Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Mit einem Register von Ralf Nelles, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 219–243, hier: S. 228. und Leibarzt seines Vaters und Reiseberichterstatter dieser Palästinafahrt.Gundolf Keil: Lochner, Hans. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 859–860. Lochner beschreibt in seinem Bericht die Reiseroute über das Mittelmeer und benennt das gesamte Gefolge der beiden Hohenzollern.

Nach dem Tod seines Vaters 1440 erbte er zunächst das Fürstentum Ansbach, während seine Brüder dessen übrige Territorien erhielten. Albrecht regierte ohne feste Residenz, bevorzugt in Ansbach und Cadolzburg, aber auch in Schwabach, Neustadt a.d.Aisch, Colmberg und Hoheneck sowie später in Baiersdorf, Kulmbach und Berlin-Cölln.

Als Markgraf förderte er Neustadt nach Kräften und ließ dort das Alte Schloss errichten.

Mit äußerster Energie versuchte er, in Franken sein Territorium und seine Macht zu erweitern – auf juristischem wie auf kriegerischem Weg. Er setzte sich mit den „lästigen Nürnbergern“ und anderen Reichsstädten, den eigensinnigen Bischöfen von Würzburg und anderen Herren auseinander, die sich seinem Machtwillen nicht beugen wollten oder schlicht mit ihren Territorien störend zwischen den versprengten Landesstellen der Hohenzollern lagen.

Seine Bestrebungen in der Territorialpolitik und Pläne, die er für die Wiederbelebung des Herzogtums Franken mit dem verbundenen Titel hegte, ließen sich vor allem wegen des Widerstandes der rivalisierenden Reichsstadt Nürnberg und auch des Würzburger Bischofs Gottfried IV. Schenk von Limpurg jedoch nicht durchsetzen (Nürnberger Städtekrieg bzw. Erster Markgrafenkrieg 1449/50). Im Bayerischen Krieg ab 1459 unterlag er auf Seiten des Kaisers seinem Gegner Ludwig dem Reichen, Herzog von Bayern-Landshut, profitierte immerhin jedoch vom Vermittlungsfrieden von Prag 1463.

Beim Tod seines ältesten Bruders Johann des Alchimisten erbte er 1464 das Fürstentum Kulmbach. Als sein älterer Bruder Friedrich II. 1470 zu seinen Gunsten abdankte, fiel auch dessen Markgrafschaft Brandenburg einschließlich der Würde eines Kurfürsten und Erzkämmerers des Heiligen Römischen Reiches an Albrecht. Er vereinigte damit den gesamten fränkischen und brandenburgischen Besitz des Hauses Hohenzollern.

mini|Brandenburgisches Kurschwert (auch Markgrafenschwert) Albrecht Achilles zählt zu den bedeutenden Fürsten seiner Zeit. Er bewegte sich in der Politik sowohl als Kriegsführer als auch als Diplomat. Im Sinne der Bischöfe ließ er 1447 den Hussitenprediger Friedrich Müller, der bereits 1446 im Bereich Sugenheim (Krautostheim, Ingolstadt) erfolgreich predigte, gefangen nehmen und nach Würzburg schaffen.Max Döllner (1950), S. 90 f. und 192. Nachdem er die Herrschaft in Brandenburg übernommen hatte, gelang es ihm, den jahrelangen Stettiner Erbfolgekrieg 1472 siegreich zu beenden und die Lehnsoberhoheit über das gesamte Herzogtum Pommern zu erlangen.

Mit dem Würzburger Bischof Rudolf II. von Scherenberg und dem Bamberger Bischof Philipp von Henneberg kam es zu einem Kräftemessen zwischen weltlicher und geistlicher Macht. Nachdem er die Abgabe der Türkensteuer versagt und selbst mit der Erhebung einer „Pfaffensteuer“ gekontert hatte, wurden gegen ihn der Kirchenbann und das Interdikt ausgesprochen.

Im Jahr 1459 errichtete er eine süddeutsche Filiale des brandenburgischen Schwanenordens. Dieser „höfische Orden“ war für die Markgrafen ein wichtiges Mittel der dynastischen Klientelbildung innerhalb der Fränkischen Ritterschaft. 1460 machte er Ansbach zu seiner Residenz. Von 1457 bis 1486 regierte er auch von der Plassenburg aus.Otto Spälter: Art. Nürnberg, Burggrafschaft. In: Historisches Lexikon Bayerns (online), abgerufen am 5. Oktober 2023. 1469 übernahm er das Seckendorffer Schloss in Triesdorf von den Seckendorffern auf Mannlehen. Triesdorf wurde später Jagdsitz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

1459 reiste er zum Konzil von Mantua. Dort lebte auch seine Nichte Barbara, die mit dem Markgrafen von Mantua Ludovico III. Gonzaga verheiratet war. Beim Konzil überreichte ihm Pius II. feierlich ein geweihtes Zeremonialschwert, das sich heute noch als Kurschwert mit den Preußischen Kronjuwelen im Besitz der Hohenzollernfamilie befindet. (siehe päpstliches Schwert und Hut)

Seine Annäherung an König Georg von Böhmen bei dessen Kompaktatenstreit mit der römischen Kurie brachte ihn in einen Gegensatz zum Papst und zeitweise in den freilich gering geachteten Bann.Guttenberg NDB 1467 kam es sogar zu einem Ehebündnis, in dessen Folge Albrechts Tochter Ursula Podiebrads Sohn Heinrich von Münsterberg ehelichte. Papst Paul II. missbilligte diese Verlobung als „gotteslästerliche Verbindung mit einem Ketzer“ und Ursula wurde daraufhin mit ihrem Vater mit dem Kirchenbann belegt.

Albrecht Achilles verbriefte 1473 in der Dispositio Achillea, dem Hausgesetz der Hohenzollern, die Unteilbarkeit der Kurmark Brandenburg. Diese fiel nun jeweils dem ältesten Sohn des verstorbenen Kurfürsten zu. Noch im gleichen Jahr übergab er die Regierungsgeschäfte in Brandenburg an Johann Cicero, seinen ältesten Sohn aus erster Ehe. Seine fränkischen Besitzungen sollten nach seinem Tod seine beiden ältesten Söhne aus zweiter Ehe, Friedrich und Siegmund, erhalten.

mini|hochkant|Epitaph für Albrecht Achilles in der Klosterkirche Heilsbronn mini|Historiengemälde Albrecht Achill im Kampf um Nürnberg von Carl Steffeck (1848) Im Glogauer Erbfolgestreit führte er einen erbitterten Kampf gegen den ungarisch-böhmischen König Matthias CorvinusMario Müller: Kurfürst Albrecht Achilles (1414–1486) Kurfürst von Brandenburg, Burggraf von Nürnberg. S. 17; hildok.bsz-bw.de (PDF). um das Witwenerbe seiner Tochter Barbara und später ein diplomatisches Tauziehen mit dem kurzfristigen Schwiegersohn König Vladislav von Böhmen, der die nicht vollzogene Ehe mit Barbara vom Papst annullieren wollte, wobei Vladislav von Böhmen Albrechts Gesandten Georg von Stein und Christoph von Vitzthum ausrichten ließ: „Euer Marggraf ist weis', aber er soll sein Weysheyt nit an mir versuchen, in den Dingen die mir wider Ere weren.“

1486 nahm er trotz schwerer Krankheit am Reichstag zu Frankfurt am Main teil, auf dem Maximilian I. zum König gewählt wurde. Unter den Belastungen des Reichstags starb Albrecht Achilles dort am 11. März 1486. Am 19. Juni 1486 wurde er in der Klosterkirche von Heilsbronn beigesetzt. Friedrich übernahm als Nachfolger seines Vaters die Regierung im Fürstentum Ansbach, Siegmund die im Fürstentum Kulmbach und Johann (1455–1499) die Mark Brandenburg. Seine Witwe, die Kurfürstin Anna von Sachsen, zog 1487 von Ansbach, wo sie zunächst bei ihrem Sohn Friedrich gewohnt hatte, an ihren von Albrecht bestimmten Witwensitz nach Neustadt an der AischMax Döllner (1950), S. 51 und 166. ins Alte Schloss um und hielt dort Hof, der sich dank enger Kontakte der Witwe zu ihren Kindern in dieser Zeit zu einem zweiten Familienzentrum herauskristallisierte.Cordula Nolte: Familie, Hof und Herrschaft. S. 156

Ehen und Nachkommen Albrecht Achilles war zweimal verheiratet. 1446 heiratete er in erster Ehe Margarete von Baden (* 1431; † 24. Oktober 1457 in Ansbach), Tochter des Markgrafen Jakob I. von Baden. Die Ehe war allerdings nicht glücklich. Margarete verstarb bereits 1457. Aus der Ehe gingen drei Söhne und drei Töchter hervor: Wolfgang (*/† 1450) Ursula (1450–1508); ⚭ 1467 Herzog Heinrich I. von Münsterberg (1448–1498) Elisabeth (1451–1524); ⚭ 1467 Herzog Eberhard II. von Württemberg (1447–1504) Margarete (1453–1509), Äbtissin im Kloster Hof 1476 Johann Cicero (1455–1499), Kurfürst von Brandenburg; ⚭ 1476 Prinzessin Margarete von Sachsen (1449–1501) Friedrich († jung)

Im November 1458 heiratete er in zweiter Ehe Anna von Sachsen, eine Tochter des Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen. Mit ihr hatte er fünf Söhne und acht Töchter: Friedrich V. (1460–1536), Markgraf von Brandenburg-Ansbach, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach; ⚭ 1479 Prinzessin Sophie von Polen (1464–1512) Amalie (1461–1481); ⚭ 1478 Pfalzgraf Kaspar von Zweibrücken (1458–1527) Anna (*/† 1462) Barbara (1464–1515); ⚭ 1. 1472 Herzog Heinrich XI. von Glogau und Crossen (um 1430–1476); ⚭ 2. 1476 (gesch. 1500) König Vladislav II. von Böhmen (1456–1516) Albrecht (*/† 1466) Sibylle (1467–1524); ⚭ 1481 Herzog Wilhelm von Jülich-Berg (1455–1511) Siegmund (1468–1495), Markgraf von Brandenburg-Kulmbach Albrecht (*/† 1470) Dorothea (1471–1520), Äbtissin in Bamberg Georg (1472–1476) Elisabeth (1474–1507); ⚭ 1491 Graf Hermann VIII. von Henneberg-Aschach (1470–1535) Magdalene (1476–1480) Anastasia (1478–1534); ⚭ 1500 Graf Wilhelm VI. von Henneberg-Schleusingen (1478–1559)

Vorfahren + Ahnentafel Albrecht III. von BrandenburgUrurgroßelternBurggraf Friedrich IV. von Nürnberg (1287–1332)